Solarium: Gefährliche Bräune aus dem Sonnenstudio

Warum der Teint aus der Röhre böse Folgen haben kann

1Solarium: Gerade in der kälteren Jahreszeit zieht es viele Menschen dorthin. Die künstliche Sonne verspricht das ganze Jahr über Wärme und Bräune. Doch sie schadet der Haut und steigert das Krebsrisiko. Die DAK-Gesundheit informiert über die Risiken – und erklärt, warum die Hautkrebsvorsorge gerade für Solariumnutzer besonders wichtig ist.

Wie bräunt das Solarium die Haut?

DAK-Expertin Elisabeth Thomas warnt vor der Solarium-Nutzung.

DAK-Ärztin Elisabeth Thomas zum Thema Sonnenbank

Das Solarium erzeugt auf künstliche Weise ultraviolette Strahlung, die im Sonnenlicht natürlicherweise vorkommt. Wenn die Haut einer Bestrahlung mit UV-Licht ausgesetzt ist, produzieren ihre Zellen vermehrt den dunklen Farbstoff Melanin, der als Bräunung der Haut sichtbar wird. „Diese Bräunung ist ein Schutzmechanismus: Indem Melanin in die oberen Schichten der Haut eingelagert wird, soll verhindert werden, dass das schädliche UV-Licht in tiefere Schichten vordringt“, erklärt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas und fügt hinzu: „Eine schädliche Wirkung der Strahlung wird dadurch aber nicht ausreichend verhindert“.

Gefahr durchs Solarium: Hautkrebs

Zuviel UV-Licht schadet der Haut, am deutlichsten ist das bei einem Sonnenbrand spürbar. Besonders gefährlich an der UV-Strahlung ist, dass sie das Erbgut der Hautzellen schädigen kann, die DNA. Solche Schäden können lange unbemerkt bleiben, bis Jahre später Hautkrebs auftritt. Sonnenstudio-Nutzer haben ein deutlich erhöhtes Risiko, schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) oder andere Tumoren der Haut zu entwickeln.

Besonders junge Haut ist gefährdet

Die Haut junger Menschen wird besonders leicht durch UV-Licht geschädigt. Wer eine Sonnenbank erstmalig im Alter unter 35 Jahren besucht, verdoppelt dadurch nahezu sein Risiko, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist daher der Besuch von Solarien in Deutschland verboten. Doch die Sonnenbank kann nicht nur gefährliche Krebserkrankungen auslösen, sie lässt die Haut auch schneller altern, führt zu Falten, trocknet sie aus, schädigt das Bindegewebe und lässt Pigmentflecken entstehen. Den Augen kann das Solarium ebenfalls schaden. So begünstigt die UV-Strahlung unter anderem eine Linsentrübung oder Veränderungen der Netzhaut.

DAK-Gesundheit zahlt Ihre Hautkrebsvorsorge

Gesünder lebt, wer regelmäßig zur Vorsorge geht. Diese Regel gilt nicht nur für Sonnenbank-Fans. Wichtig für jeden: Schon leichte Hautveränderungen sollten Sie vom Arzt untersuchen lassen. Wir bezuschussen Krebsvorsorge der Haut ab 17 Jahren mit bis zu 60 Euro. Ab 35 Jahren ist der Haut-Check alle zwei Jahre komplett kostenlos für DAK-Versicherte.

Wenn‘s sein muss: Was ist beim Sonnenbank-Besuch zu beachten?

Vom Besuch eines Solariums ist grundsätzlich abzuraten. Komplett tabu sollte die Sonnenbank insbesondere für diejenigen sein, die einen hellen Hauttyp mit vielen Sommersprossen und Leberflecken haben. Alle anderen, die dennoch nicht auf den Besuch verzichten möchten, sollten ausschließlich zertifizierte Studios mit geschulten Personal besuchen und unbedingt auf entsprechende Sicherheitsmaßnahmen achten: Dazu gehören das Tragen einer UV-Schutzbrille sowie ein langsames Steigern der Dosis. Zwischen den Besuchen sollte ein Abstand von mindestens einer Woche eingehalten werden. Sonnenbrand gilt es unbedingt zu vermeiden. Insgesamt sollte die Zahl der Sonnenbad-Stunden – das Sonnen im Freien und die Solarienbesuche zusammengerechnet – nicht über 50 Stunden pro Jahr liegen.

Welche Alternativen gibt es?

Graue Tage trüben bei vielen Menschen die Stimmung. Wir sehnen uns dann nach Licht und Wärme - und ein Besuch im Solarium erscheint besonders verlockend. Doch es gibt gesündere Wege, um an kalten Tagen das Wohlbefinden zu steigern. Auch wenn die Sonne nur spärlich scheint: Ausdauernde Spaziergänge an der frischen Luft können im Herbst und Winter die Stimmung heben. Wenn dazu im Alltag die Gelegenheit fehlt, sind Tageslichtlampen eine Alternative. Ein Wellnessbad spendet wohlige Wärme und ist gesünder als der Besuch der Sonnenbank. Auch auf eine sommerliche Bräune muss im Winter niemand verzichten: Selbstbräuner werden von der Haut meist gut vertragen und sorgen für den gewünschten Teint.

Brauner Teint dank Sonnenduschen

Eine ebenfalls gesunde Alternative ist das „Sonnenduschen‟. Vorteil der Bräunungsdusche ist die gleichmäßige Bräunung ohne unschöne Flecken. Mehrere Düsen sprühen die Bräunungssubstanz Dihydroxyaceton (DHA) direkt auf die Haut und färben die äußerste Hornschicht. Aber Achtung: Einen UV-Schutz bieten Sonnenduschen nicht. Mit dem körpereigenen Melanin hat diese Methode übrigens nichts zu tun - daher ist sie auch ungefährlich. Nach wenigen Sekunden ist der Vorgang vorbei - und das ganz ohne die gefährlichen Solarium-Strahlen.

Zuletzt aktualisiert:
Mon Jul 10 12:18:00 CEST 2017

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