Trockener Orgasmus: Was ist das?

Beim sexuellen Höhepunkt hat Mann immer einen Samenerguss, oder? So ganz stimmt das nicht, denn es gibt das Phänomen des trockenen Orgasmus. Hier erfährst du mehr darüber, was ein trockener Orgasmus ist und was dabei im Körper passiert.
Was ist ein trockener Orgasmus?
Ein trockener Orgasmus ist ein sexueller Höhepunkt ohne Samenerguss. Er fühlt sich höhepunkttechnisch (fast) genauso an wie ein Orgasmus mit Samenerguss – aber aus dem Penis kommt eben kein oder nur sehr wenig Sperma heraus.
Für die ausbleibende Ejakulation kann es verschiedene Gründe geben: körperliche, seelische – oder auch die Einnahme bestimmter Medikamente. Meist stecken hinter einem trockenen Orgasmus körperliche Funktionsstörungen, genauer gesagt: Störungen während der Emissions- und Ejakulationsphase des Orgasmus. Das bedeutet: Es wird gar keine Samenflüssigkeit ausgestoßen, zum Beispiel weil die Samenleiter verstopft sind. Oder der Blasenschließmuskel funktioniert nicht richtig und das Sperma wird nicht herausgeschleudert, sondern zurück in die Blase gedrückt.
Kann jeder einen trockenen Orgasmus haben?
Nicht jeder Orgasmus muss automatisch mit einem Samenerguss verbunden sein. Insofern kann tatsächlich auch jeder Mann gelegentlich einen trockenen oder mit sehr wenig Sperma verbundenen Höhepunkt erleben. Besonders gilt das, wenn du noch jung bist und dein Körper sich gerade erst einspielt. Denn der Samenerguss ist eine faszinierend komplexe Teamwork-Aktion deines Körpers, an dem unter anderem Hoden, Prostata, Samenleiter und sogar das Rückenmark beteiligt sind.
Da kann es schon mal vorkommen, dass sowohl die Spermaproduktion als auch die Transportphase, also die Ejakulationsphase, nicht ganz rund laufen. Auch wenn man viele Orgasmen nacheinander hatte, ist es normal, dass die Menge an Ejakulat deutlich weniger wird.
Wenn du allerdings feststellst, dass bei dir dauerhaft kaum oder gar kein Sperma aus dem Penis kommt, solltest du der Sache nachgehen und einen Arzt besuchen. Denn dann steckt eventuell eine Ejakulationsstörung dahinter. Die ist selbst zwar oft harmlos, könnte aber durch eine behandlungsbedürftige Erkrankung ausgelöst sein.
Wie unterscheidet sich der männliche Orgasmus vom weiblichen?
Was bedeutet retrograde Ejakulation?
Eine der möglichen Funktionsstörungen ist die retrograde Ejakulation. „Retrograd“ bedeutet: rückwärts. Das beschreibt, dass das Sperma nicht aus dem Penis herausgeschleudert wird, sondern sich in die falsche Richtung, in die Harnblase bewegt. Das kann passieren, wenn der Blasenschließmuskel nicht funktioniert, der normalerweise die Verbindung zwischen Penis und Harnblase verschließt. Bei einer retrograden Ejakulation gibt es also einen Samenerguss, nur eben nicht an der richtigen Stelle.
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Julia Salinger und Volker Wittkamp (v.li.)
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Wie fühlt sich ein trockener Orgasmus an?
Klar gibt es die Fans des trockenen Orgasmus, die darauf schwören, das Liebesspiel mit dem Zurückhalten von Sperma besonders intensiv zu gestalten.
Wenn deine Orgasmen wegen einer Ejakulationsstörung spermafrei sind, aber du sonst keine weiteren Beschwerden hast, kannst du deine Höhepunkte einfach genauso genießen wie nicht trockene Orgasmen. Verhüten solltest du übrigens sicherheitshalber trotzdem. Und falls irgendwann mal ein Kinderwunsch da ist: Auch das ist mit einer Ejakulationsstörung oft kein Problem. Die Spermien für eine Befruchtung werden zum Beispiel bei einer retrograden Ejakulation einfach aus dem Urin in der Harnblase gewonnen.
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Fachbereich der DAK-Gesundheit






