Das Vorspiel: Wie es geht und warum es so schön ist, langsam in Fahrt zu kommen

Hosen runter und ab die Post? Wenn dich und deinen Lieblingsmenschen die Lust übermannt, kann eine „schnelle Nummer“ für euch beide toll sein. Neben diesem Kaltstart gibt es aber auch das langsame und intime Aufwärmen vor dem eigentlichen Sex – das Vorspiel.
Was ist das Vorspiel?
Mit dem Vorspiel sind vereinfacht gesagt alle zärtlichen und lustvollen Berührungen und Blicke beim Sex gemeint, ehe es zum Geschlechtsakt kommt. Ein besonders angenehmer Teil und oft der Beginn des Vorspiels sind das Kuscheln und zunächst sanfte Küssen. Dinge wie sanfte Streicheleinheiten, das Wahrnehmen des einzigartigen Geruchs deines Partners oder deiner Partnerin oder auch die Gänsehaut, wenn dir jemand über die Unterarme haucht, können sowohl beim Mann als auch bei der Frau sexuelle Erregung hervorrufen.
Das Tolle am Vorspiel ist, dass frisch verliebte Paare sich dabei wunderbar und intim kennenlernen können. Paare, die schon länger zusammen sind, wissen dafür ganz genau, was ihrem Partner oder ihrer Partnerin gefällt.
Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erklärt, was zum Vorspiel gehört und wie es gelingt.
Warum ist das Vorspiel wichtig?
Das Klischee besagt, dass das Vorspiel für Frauen eine unverzichtbare Etappe zum sexuellen Höhepunkt ist und für Männer eher eine Pflichtübung. Bei manchen Frauen mag das stimmen, bei anderen wiederum nicht. Auch viele Männer wissen das Vorspiel zu schätzen. Unterschätzt nicht, wie toll es sein kann, von eurem Lieblingsmenschen am ganzen Körper berührt zu werden. Beim Vorspiel könnt ihr einander entweder mit Worten oder mit den Händen zeigen, was euch gefällt.
Ob im Bett, auf der Couch oder an einem anderen Ort – Berührungen regen die Sinne an. Dabei entspannt sich dein Körper nicht nur. Das Vorspiel hilft auch dabei, loslassen und sich fallen lassen zu können. Der Grund dafür sind die zahlreichen Nervenbahnen, die knapp unterhalb der Haut liegen.
Wo soll ich beim Vorspiel streicheln?
In Sachen Vorspiel gibt es kein Patentrezept. Keine Frau und kein Mann sind gleich. Jedem oder jeder gefällt etwas anderes. Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin und findet gemeinsam heraus, worauf ihr steht und was der oder die andere besser lassen sollte.
Hilfsmittel beim Vorspiel
Das Vorspiel stimuliert, aktiviert und bereichert das Sexleben. Viele Paare stellen fest, dass ihnen Hilfsmittel besondere Möglichkeiten bieten. Duftöle können für Entspannung sorgen, genau wie wohlriechende Massageöle. Beim Massieren kann es toll sein, sich gegenseitig abzuwechseln, damit jeder etwas davon hat.
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Julia Salinger und Volker Wittkamp (v.li.)
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Keine Erektion trotz Vorspiel
Die Ursachen für Erektionsstörungen sind vielfältig und reichen von harmlos und vorübergehend bis zu ernsthaften Erkrankungen.
- Psychische Probleme: Die menschliche Psyche kann viel bewegen – oder eben auch verhindern. Stress, Krisen, Streit oder auch Traumata können Erektionsstörungen oder auch Impotenz auslösen.
- Ernährungs- und Suchtverhalten: Auch das eigene Verhalten kann dazu führen, dass der Penis nicht so will, wie er soll. Rauchen oder die Einnahme von Drogen wie Alkohol oder Cannabis kann eine Erektion verhindern oder erschweren. Das gilt ebenso für Bewegungsmangel.
- Durchblutungsstörung: Was ist eine Erektion? Ein Penis, der prall mit Blut gefüllt ist. Da Blut für die Stabilität eines harten Penis verantwortlich ist, liegt auf der Hand, warum eine Durchblutungsstörung für eine Erektionseinschränkung sorgen kann. Oftmals sind Verengungen der Blutgefäße das Problem. Der Penis braucht einfach eine ausreichende Menge Blut, um wirklich hart zu werden.
- Diabetes: Auch die Krankheit Diabetes kann ein Grund für Erektionsprobleme sein. Hohe Blutzuckerwerte können die Blutgefäße im Penis schädigen. Diabetes kann auch mit dem Verlust feiner Nervenfasern einhergehen. Die Folge: Der Penis ist weniger empfindlich.
- Medikamente: Erektionsprobleme können auch durch Medikamente verursacht werden. Plötzliche Erektionsstörungen können Nebenwirkungen speziell von Antidepressiva und Neuroleptika sein. Auch starke Schmerzmittel können dazu führen, dass der Penis nicht mehr richtig steif wird.
- Krankheitsfolgen: Das sinnlichste Organ des Menschen ist das Gehirn. Deine Erektion wird vor allem hier und über die Nerven gesteuert. Verletzungen und Erkrankungen der Nerven oder des Gehirns sind mögliche Ursachen für eine Erektionsstörung. Dazu gehören beispielsweise Schädel-Hirn-Traumata, Querschnittslähmungen oder auch Epilepsie.
- Mangel an Testosteron: Testosteron ist das männliche Sexualhormon. Noch ist zwar nicht geklärt, wie genau es Einfluss auf die Erektion hat, aber ein niedriger Testosteronspiegel kann offenbar dazu führen, dass mit fortschreitendem Alter die Standhaftigkeit und Härte des erigierten Penis nachlässt.
Sex ist kein Muss nach dem Vorspiel
Beim Vorspiel und beim Sex geht es nicht um die Performance. Bei einem entspannten Sexleben, bei dem alle Beteiligten auf ihre Kosten kommen, geht es nicht darum, zu „gewinnen“ oder auf Knopfdruck zu funktionieren. Mit Funktionieren hat lustvoller Sex ohnehin rein gar nichts zu tun. Wenn Erregung, Freude und Spaß im Vordergrund stehen, ist es überhaupt kein Problem, wenn mal etwas nicht so klappt wie gedacht. Geht etwas im Bett daneben, braucht euch das nicht unangenehm sein. Lacht stattdessen – und baut das kleine Malheur in euer Liebesspiel mit ein.
Auch Gedanken wie „Kann ich meinen Lieblingsmenschen befriedigen?“ oder „Reiche ich ihm oder ihr?“ können deine Lust auf Sex beeinträchtigen. Aber: Ängste wie diese hat jeder mal. Lass dich von ihnen nicht verunsichern.
Fazit
Das Vorspiel ist in den meisten Fällen ein toller und erotischer Auftakt für sexuelle Abenteuer. Es schafft Intimität und lässt eine Partnerschaft tiefer werden. Du und dein Partner oder deine Partnerin könnt euch so immer mehr und besser kennenlernen. Gemeinsam findet ihr heraus, was eurem Gegenüber und vor allem euch selbst gefällt.





