Malariaprophylaxe: Das sollten Reisende wissen

Eine Patientin lässt sich von Ihrem Arzt zur Malaria Prophylaxe beraten.

Malaria – fast jeder hat schon mal von der Tropenkrankheit gehört. Bei Reisen in tropische Länder ist eine Malariaprophylaxe unverzichtbar. Doch was genau kannst du tun, um dich bestmöglich zu schützen? Hier erfährst du alles Wissenswerte rund um die Erkrankung, welches Risiko besteht und welche vorsorglichen Maßnahmen dir Schutz bieten können. 

Malaria: Erkrankung, Risiko & Prophylaxe

Malaria ist eine Erkrankung, die von Parasiten ausgelöst wird. Übertragen werden die sogenannten Plasmodien durch den Stich der Anophelesmücke – eine Mückenart, die überall in den Tropen und oft auch in den Subtropen vorkommt. 

Je nach Art des Erregers können unterschiedliche Formen der Malaria ausgelöst werden: Tropica, Tertiana und Quartana. Mit über 80 Prozent ist die Malaria tropica dabei die häufigste Variante. Weltweit sterben jedes Jahr über 600.000 Menschen an Malaria. Besonders hoch ist das Infektionsrisiko in Afrika, aber auch bei Reisen nach Asien und Südamerika besteht ein hohes Risiko.

Wie hoch das Malariarisiko genau ist, variiert je nach Land, Region, Jahreszeit, Aufenthaltsdauer und Reiseart. Städtereisen zur Trockenzeit sind beispielsweise weniger risikoreich als Reisen aufs Land zur Regenzeit. Deine Hausarztpraxis, Reisemedizinerinnen oder Reisemediziner können dich dazu beraten, wie stark du dich schützen solltest. Informiere dich rechtzeitig, damit du mit der passenden Reiseapotheke und gut vorbereitet in den Urlaub starten kannst.

Warum ist die Malariaprophylaxe so wichtig?

Eine Ansteckung mit Malaria kann gefährlich sein: Hohes Fieber (oft schubweise), Kopf- und Gliederschmerzen sowie allgemeines Krankheitsgefühl sind erste Anzeichen. Unbehandelt kommen Durchfälle, Krampfanfälle, Bewusstseinstrübungen, Organversagen und starke Veränderungen im Blutbild hinzu. 

Die unbehandelte Malaria tropica kann innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich verlaufen. Der Krankheitsverlauf hängt entscheidend vom Zeitpunkt der Diagnose und dem raschen Beginn einer wirksamen Therapie ab. In der Literatur werden für unbehandelte Fälle teils Sterblichkeitsraten von bis zu etwa 20 Prozent beschrieben. Allerdings hängt das tatsächliche Risiko stark von Alter, Immunstatus und Versorgungsbedingungen ab.

Das gilt insbesondere dann, wenn die Symptome der Malaria erst nach der Rückkehr zu Hause auftreten. Noch Monate später kann die Malariainfektion ausbrechen. Wer einmal infiziert ist, kann außerdem wiederkehrend erkranken. 

Gibt es eine Malariaimpfung?

Es gibt in Deutschland noch keine Schutzimpfung gegen Malaria. Mittlerweile sind allerdings Impfstoffe gegen einen Malariatypen in Afrika vorhanden. Seit Ende 2023 gehen mehr und mehr afrikanische Länder dazu über, die Malariaimpfung als Routine-Impfung für Kinder in ihr nationales Impfprogramm aufzunehmen. Das ist ein echter Meilenstein für alle Menschen, die in Malariagebieten leben. Da die Menge der Impfstoffe derzeit noch begrenzt ist, steht die Impfung derzeit in Deutschland nicht zur Verfügung. Reisende aus Deutschland müssen daher anders vorsorgen. Eine gute Malariaprophylaxe ist derzeit für Reisende der einzige Schutz gegen die gefährliche Tropenkrankheit.  

Malariaprophylaxe: Medikamente & Schutzmaßnahmen

Die Malariaprophylaxe beruht auf zwei wesentlichen Säulen:

  • Medikamentöse Prophylaxe
  • Schutzmaßnahmen, um nicht gestochen zu werden

Beide Formen der Malariaprophylaxe sind gleichwertig wichtig. Besonders bei empfindlichen Patientinnen und Patienten wie Menschen mit Vorerkrankungen oder Allergien, bei Schwangeren oder Kindern sind die Schutzmaßnahmen, um nicht gestochen zu werden, oft besser geeignet als Medikamente.

Medikamentöse Malariaprophylaxe

Der Einsatz von Medikamenten zum Schutz vor Malaria ist seit Jahren bewährt. Es gibt unterschiedliche Wirkstoffe, deren Auswahl von mehreren Faktoren abhängt:

  • Reiseziel und Reisezeit
  • Vorbereitungszeit (Spontanreise oder lange geplante Reise)
  • Individuelle Faktoren wie zum Beispiel Alter, Verträglichkeit und Wechselwirkungen mit bestehenden Medikamenten
  • Persönliche Risikoeinstufung 

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Finde Ärztinnen oder Ärzte, die zu deinen individuellen Ansprüchen passen.

Vor einer Reise in ein Risikogebiet ist eine ausführliche ärztliche Beratung rund um Reiseimpfungen und Malariaprophylaxe unverzichtbar. 

Die Medikamente, um einer Infektion mit Malaria vorzubeugen, nimmst du vor deiner Reise ein. Die Wirkstoffe der Malariaprophylaxe sind dazu da, die Krankheitserreger der Malaria wirkungslos zu machen.

Malariaprophylaxe – Kostenübernahme

Ist die Anwendung einer medikamentösen Malariaprophylaxe ärztlich ratsam, so kannst du bei der DAK die Kostenerstattung beantragen. Die DAK übernimmt die Kosten der Malariaprophylaxe für dich – obwohl wir nicht gesetzlich dazu verpflichtet sind. Das ist eine Extra-Leistung ohne extra Kosten – weil uns deine Gesundheit wirklich am Herzen liegt.

Schutzmaßnahmen zur Malariaprophylaxe

Der beste Schutz vor Malaria ist, nicht von der Anophelesmücke gestochen zu werden. Diese Mückenart ist dämmerungs- und nachtaktiv. Deshalb solltest du folgende Tipps beherzigen: 

  • Ab der Dämmerung und nachts mückensichere, klimatisierte Räume nutzen
  • Fenster geschlossen halten oder mit Fliegengittern sichern
  • Unter mit Insektiziden behandelten Moskitonetzen schlafen
  • Lange, helle und mit Insektiziden imprägnierte Kleidung tragen
  • Freie Hautpartien mit chemischen Insektenschutzmitteln (Repellents) schützen
  • Zusätzlich pflanzliche Abwehrmittel nutzen, zum Beispiel mit Citronella

Achte beim Kauf der Repellents in Europa darauf, dass sie für den Einsatz in den Tropen geeignet sind. Ihre Wirkdauer ist begrenzt und auf der Packung angegeben. Frische den Schutz regelmäßig und rechtzeitig auf. 

Malariaprophylaxe für Schwangere und Kinder

Krankenversicherung im Ausland

Was es im Urlaub und bei längeren Auslandsaufenthalten in Europa und der Welt zu beachten gibt. 

Für Schwangere und Kinder gelten besondere Voraussetzungen. Wenn möglich sollten Schwangere auf eine Reise in Malaria-Endemiegebiete ganz verzichten, weil eine medikamentöse Malariaprophylaxe nur unter speziellen Umständen möglich und daher nicht ratsam ist. Schwangere lassen sich am besten dazu in einem Zentrum für Reise- oder Tropenmedizin beraten.

Wer trotzdem unbedingt reisen möchte oder muss, sollte wie bei Babys, Kleinkindern und Kindern das Augenmerk auf einen optimalen Schutz vor Mückenstichen legen und alle genannten Schutzmaßnahmen sehr konsequent anwenden. Bei Kindern ist die medikamentöse Malariaprophylaxe grundsätzlich möglich, sollte aber in enger Absprache mit einer Expertin oder einem Experten in Kinder- und Reisemedizin erfolgen. 

Was sind Nebenwirkungen der medikamentösen Malariaprophylaxe?

Je nach Art des Medikaments zur Malariaprophylaxe und in Abhängigkeit von der Reisedauer muss das Produkt über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Die Art und Häufigkeit von Nebenwirkungen variieren dabei je nach Wirkstoff. Typische Nebenwirkungen der Malariaprophylaxe sind:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen mit lebhaften Träumen

Aufgrund der potenziellen Nebenwirkungen sollte die Anwendung der medikamentösen Malariaprophylaxe ausführlich im Hinblick auf Nutzen und Risiko abgewogen werden. 

Notfallselbstbehandlung (NSB) bei Malaria

Eine Alternative zur prophylaktischen Einnahme von Medikamenten ist die „notfallmäßige Selbstbehandlung“ oder „Notfallselbstbehandlung“, kurz NSB, mit Standby-Medikamenten. Auch für diese benötigst du ein Rezept, um dich vor der Abreise damit einzudecken. 

In Frage kommt diese Art der Selbstbehandlung in zwei Fällen:

  1. Bei einer Reise in Gebiete mit stark eingeschränkter medizinischer Versorgung (abseits des Pauschaltourismus zum Beispiel)
  2. Bei einem grundsätzlich geringen Ansteckungsrisiko aufgrund von Reiseziel und Reisezeit, um aber dennoch für den Notfall einer Infektion gerüstet zu sein

Die Standby-Medikamente müssen nicht bereits vor Abreise eingenommen werden. Du nimmst sie, wenn sich Symptome einer Erkrankung zeigen, wie zum Beispiel Fieber. Die Selbstbehandlung überbrückt dabei aber nur die Zeitspanne von den ersten Krankheitssymptomen bis zum Arztbesuch

Zurück zu Hause: Was ist zu beachten?

Du bist zurück aus den Tropen und gesund geblieben? Bitte hab diese Reise dennoch im Hinterkopf, wenn du innerhalb von einem Monat (in Einzelfällen sogar bis zu 12 Monaten) Fieber mit grippeähnlichen Symptomen entwickelst. Informiere deine Arztpraxis über die Tropenreise, damit die nötigen Tests auf Malaria durchgeführt werden. Nur so erhältst du eine passende Behandlung. 

Häufige Fragen zur Malariaprophylaxe

Hier beantworten wir weitere Fragen rund um die Malariaprophylaxe.

Wie lange vor der Reise muss man Malariaprophylaxe-Medikamente einnehmen?

Wann genau die Einnahme beginnt, hängt vom Wirkstoff ab. Bei einigen Medikamenten beginnt die Einnahme bereits zwei bis drei Wochen vor Reisebeginn. Falls du kurzfristig fliegen möchtest, sind andere Medikamente, bei welchen du ein bis zwei Tage vor der Reise die Einnahme startest, besser geeignet. Die Einnahme der Medikamente muss auch nach Verlassen des Risikogebiets noch fortgeführt werden (je nach Wirkstoff sieben Tage bis vier Wochen).

Wie hoch sind die Kosten der Malariaprophylaxe?

Die genaue Höhe der Kosten hängt von der Reisedauer und den benötigten Medikamenten ab. Bei einer zweiwöchigen Reise liegen die Kosten für die Malariaprophylaxe bei etwa 100 Euro. Allerdings übernimmt die DAK diese Kosten im Rahmen der Reisevorbereitung in vielen Fällen. 

Woher bekomme ich die Malariaprophylaxe?

Für einfache Pauschalreisen ist die hausärztliche Praxis der richtige Adresse. Du planst eine Individualreise oder möchtest zum Beispiel im Rahmen der Entwicklungshilfe einige Wochen im Ausland bleiben? In diesem Fall wendest du dich am besten an eine Praxis mit Fachpersonal für Reise- oder Tropenmedizin oder aber an ein spezialisiertes Tropeninstitut.

Bekomme ich die Medikamente zur Malariaprophylaxe rezeptfrei?

Alle Medikamente zur Malariaprophylaxe sind verschreibungspflichtig. Das Rezept erhältst du im Rahmen einer ausführlichen Beratung, damit das zu deinen Reiseplänen passende Arzneimittel ausgewählt wird. 

Kann man trotz Prophylaxe Malaria bekommen?

Leider ja. Wer sich zum Beispiel auf die medikamentöse Prophylaxe verlässt, aber keine Schutzmaßnahmen ergreift, hat ein deutlich erhöhtes Risiko. Deshalb ist es wichtig, dass du alle empfohlenen Maßnahmen durchführst. Bekommst du dennoch nach deiner Heimkehr Fieber und fühlst dich krank, gehe besser zu deinem Arzt oder deiner Ärztin, um zu prüfen, ob du dich mit Malaria infiziert hast.

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