Hepatitis-A-Impfung besonders für Risikogruppen empfohlen

Eine junge Frau spaziert gut geschützt dank Hepatitis-A-Impfung durch Bangkoks Straßen.

Hepatitis A tritt zwar in Deutschland nur noch selten auf, ist international aber weit verbreitet. Häufig stecken sich Menschen auf Auslandsreisen in Gebieten mit geringeren Hygienestandards mit Hepatitis-A-Viren an. Daher auch die Bezeichnung Reisehepatitis. Hier erfährst du, ob eine Hepatitis A-Impfung für dich empfehlenswert ist, wie sie abläuft und wie lange sie dir einen sicheren Schutz bietet.

Was ist Hepatitis A?

Hepatitis A ist eine durch ein Virus entstehende Entzündung der Leber. HA-Viren kommen überall auf der Welt vor. Infizierte Menschen scheiden die Erreger aus dem Darm aus und diese werden dann beispielsweise bei mangelnder Hygiene durch eine Schmierinfektion übertragen. Das passiert etwa, wenn sich ein Infizierter nach dem Toilettengang nicht die Hände wäscht, man mit den fäkalen Spuren in Kontakt gerät und diese an den Mund gelangen. 

Wie erfolgt eine Ansteckung mit Hepatitis A?

Typische Infektionswege sind:

  • Kontakt- oder Schmierinfektion unter schlechten hygienischen Zuständen oder zwischen kleinen Kindern
  • Sexualkontakte, insbesondere bei homosexuell aktiven Männern
  • Kontaminierte Lebensmittel wie Meeresfrüchte (zum Beispiel Austern), Früchte oder Gemüse
  • Mit Fäkalien kontaminiertes Wasser
  • Mehrfach genutzte Spritzbestecke bei intravenösem Drogenkonsum

Welche Symptome hat eine Hepatitis A?

Während die Krankheit bei Kindern meist asymptomatisch (ohne Beschwerden) verläuft, entwickeln Erwachsene oft Symptome wie Unwohlsein, Müdigkeit, Übelkeit, Appetitlosigkeit, erhöhte Temperatur, eine geschwollene Leber, Gelbsucht (Verfärbung von Augen und Haut) sowie hellen Stuhl und dunklen Urin, eventuell Juckreiz. Bei gesunden Erwachsenen heilt Hepatitis A im Normalfall nach zwei bis drei Monaten vollständig aus und hinterlässt eine lebenslange Immunität. Für immungeschwächte Menschen kann die Infektion aber gefährlich werden.

Hepatitis-A-Impfung: Wie ist der Ablauf?

Einen zuverlässigen Schutz vor Hepatitis A bietet die Impfung. Sie ist als Einzelimpfung oder Kombinationsimpfung mit Hepatitis B oder Typhus erhältlich.

Für die Einzelimpfung gegen Hepatitis A kommt ein monovalenter inaktivierter Totimpfstoff zum Einsatz. Nach etwa zwölf bis 15 Tagen besteht bei dieser Einzelimpfung bereits ein grundlegender Impfschutz. Da die Inkubationszeit – also die Zeit zwischen Kontakt und Ausbruch der Erkrankung – bei Hepatitis A im Schnitt etwa 30 Tage beträgt, ist somit sogar nach einer Ansteckung noch sofortiges Impfen möglich (Postexpositionsprophylaxe). Hierbei stehen mit sogenannten Immunoglobulinen passiv wirksame Substanzen zur Verfügung, die dann nach Kontakt mit dem Virus als Sofortschutz eingesetzt werden können.

Beim Einsatz des Kombinationsimpfstoffs mit Hepatitis B wird die vollständige Immunisierung nach der zweiten Dosis erreicht. Die erste Dosis bietet 95-prozentigen Schutz. Die zweite Dosis den Langzeitschutz (restliche fünf Prozent).

Hepatitis A: Abstand und Häufigkeit der Impfung

Bei der Hepatitis-A-Einzelimpfung werden, unabhängig vom Alter, zwei Dosen im Abstand von sechs bis zwölf Monaten verabreicht. Diese bieten langfristigen Schutz von mindestens zehn bis 25 Jahren. Bei mehr als 90 Prozent der Geimpften liegt die Schutzdauer sogar bei 30 bis 40 (oder mehr) Jahren.

Impfempfehlungen für Hepatitis A

Dank der guten hygienischen Bedingungen in Mitteleuropa ist Hepatitis A heute in Deutschland selten geworden. Deshalb gehört die Hepatitis-A-Impfung nicht zu den Standard-Impfungen. Stattdessen wird sie von der STIKO für Menschen mit einem erhöhten Infektions- oder Komplikationsrisiko empfohlen. 

Doch was bedeutet das genau? Impfen lassen solltest du dich, wenn du dich in einer der folgenden Gruppen wiederfindest:

  • Im Rahmen der Reiseimpfungen und -prophylaxe, wenn du in Risikogebiete wie die Tropen, den Mittelmeerraum, Osteuropa, Afrika oder Asien reist.
  • Risiko-Berufe wie Medizinerinnen und Mediziner und Gesundheitsfachkräfte, sowie Menschen, die in Kindertagesstätten, bei der Polizei, in der Abwasserverarbeitung oder im Labor arbeiten.
  • Menschen, die zum Beispiel durch ihre sexuellen Praktiken (homosexuell aktive Männer, anogenital-oraler Verkehr) ein besonders hohes Infektionsrisiko haben.
  • Patientinnen und Patienten mit chronischen Lebererkrankungen, Blutbildungsstörungen, geschwächtem Immunsystem, Bewohnende von psychiatrischen oder Behinderten-Einrichtungen sowie Menschen, die regelmäßig Bluttransfusionen erhalten.
  • Drogenkranke, da das HA-Virus über gemeinsam genutzte Spritzen, Nadeln und Löffel übertragen werden kann.
  • Kontaktpersonen von bereits an Hepatitis A erkrankten Menschen, weil die Impfung innerhalb von 14 Tagen noch eine gute Schutzwirkung hat.

Arztsuche

Finde Ärztinnen oder Ärzte, die zu deinen individuellen Ansprüchen passen.

Du bist unsicher, ob du die Reiseimpfung gegen Hepatitis A wirklich brauchst? Besprich dich mit deinem Hausarzt oder einer Reisemedizinerin und lass dich beraten. 

Hepatitis-A-Impfung: Nebenwirkungen & Risiken

Die meisten Geimpften vertragen die Impfung gegen Hepatitis A sehr gut und berichten nur über milde, vorübergehende Nebenwirkungen. Sie klingen meist nach einem bis drei Tagen von selbst wieder ab.

Am häufigsten kommt es zu lokalen Reaktionen an der Einstichstelle wie Schmerzen, Rötungen, Schwellungen oder Verhärtungen. Darüber hinaus zeigen sich Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Unwohlsein und Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Appetitlosigkeit.

Selten treten Nebenwirkungen wie Schwindel, Ausschlag und Juckreiz auf. Neurologische Erkrankungen oder ein Anstieg der Leberenzyme kommen sehr selten vor, sind dann aber schwerwiegend. Sehr selten allergische Reaktionen. 

Übernimmt die DAK die Kosten der Hepatitis-A-Impfung?

Reiseimpfungen

Im Urlaub gesund bleiben: Wir übernehmen 100 Prozent der Impfkosten.

Reiseimpfungen gehören nicht zu den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen der Krankenkassen. Die gute Nachricht: Wir übernehmen die Kosten der Impfung gegen Hepatitis A vollständig für dich im Rahmen unserer Extra-Leistungen, ganz ohne Extra-Kosten! Du trägst die Kosten zunächst selbst und reichst danach das Rezept sowie die Rechnungen zur Kostenerstattung bei uns ein.  

Trotz Impfung: Hygiene als Schutzmaßnahme

Obwohl die Impfung einen sehr zuverlässigen Schutz gegen Hepatitis A bietet, bleibt konsequente Hygiene – insbesondere das gründliche Händewaschen und Vorsicht bei Lebensmitteln in Risikogebieten („Peel it, boil it, cook it or forget it“) – aus mehreren Gründen essenziell. 

Zum einen erreicht keine Impfung bei jedem Menschen eine hundertprozentige Wirksamkeit, sodass ein minimales Restrisiko bestehen bleibt. Zum anderen schützt die Hepatitis-A-Impfung ausschließlich gegen diesen spezifischen Erregertyp; viele andere über Schmierinfektionen übertragbare Krankheiten, wie etwa Noroviren oder Typhus, werden durch die gleichen mangelnden Hygienestandards verbreitet. Eine gute Hygiene dient daher als universeller Schutzwall, der weit über die Prävention einer einzelnen Virusinfektion hinausgeht.

Häufige Fragen zur Hepatitis A Impfung

Wann muss die Hepatitis A-Impfung aufgefrischt werden?

Bei der Hepatitis-A-Impfung sind zwei Dosen nötig, die im Abstand von sechs bis zwölf Monaten gegeben werden. Eine weitere Auffrischung ist nicht nötig. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass der Impfschutz möglicherweise ein Leben lang besteht.

Werden Kinder normalerweise gegen Hepatitis A geimpft?

Momentan sieht die STIKO die Hepatitis-A-Impfung standardmäßig nicht für alle Kinder vor. Möglich ist sie aber ab dem abgeschlossenen ersten Lebensjahr. Empfohlen wird sie wie bei Erwachsenen für Kinder, die ein besonders hohes Risiko haben, weil sie zum Beispiel häufig in Risikogebiete reisen. In diesem Fall werden die Kosten von der DAK übernommen.

Wie wird Hepatitis A behandelt?

Wer sich mit Hepatitis A angesteckt hat, erhält keine spezifische antivirale Therapie. Die Erkrankung heilt in der Regel von selbst aus. Die Behandlung konzentriert sich daher darauf, die Symptome zu lindern und die Leberfunktion zu unterstützen. Betroffene sollten auf strenge körperliche Schonung und Bettruhe achten. Eine fettarme, kohlenhydratreiche Ernährung sowie der vollständige Verzicht auf Alkohol sind essenziell, um das Organ nicht zusätzlich zu belasten. 

Zudem muss die Einnahme von Medikamenten, insbesondere leberbelastenden Schmerzmitteln, eng mit dem behandelnden Arzt oder der Ärztin abgestimmt werden. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hilft, den Kreislauf bei Übelkeit oder Erbrechen stabil zu halten.

Welche Lebensmittel in Risikogebieten sind besonders häufig mit Hepatitis-A-Viren verunreinigt?

In Regionen mit geringeren Hygienestandards sind vor allem Lebensmittel und Getränke riskant, die mit verunreinigtem Wasser in Berührung gekommen sind oder nicht ausreichend erhitzt wurden. Dazu gehören:

  • Leitungswasser und Eiswürfel: In vielen Urlaubsländern ist das Leitungswasser nicht als Trinkwasser geeignet. Auch Eiswürfel in Erfrischungsgetränken werden oft aus Leitungswasser hergestellt.
  • Rohkost und Salate: Obst und Gemüse, das mit fäkal verunreinigtem Wasser gewaschen wurde, überträgt die Viren.
  • Meeresfrüchte: Muscheln und Austern filtrieren Wasser und reichern darin enthaltene Viren an. Wenn sie roh oder nur kurz gedämpft verzehrt werden, ist das Infektionsrisiko besonders hoch.
  • Unpasteurisierte Milchprodukte: Auch über offene Milch oder daraus hergestellte Produkte können Erreger übertragen werden.
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