Impfung gegen Hepatitis B: Zeitpunkt, Empfehlung & Kosten

Hepatitis B ist eine entzündliche Erkrankung der Leber, die von HB-Viren ausgelöst wird. Vor allem für Säuglinge, aber auch für Menschen mit Vorerkrankungen kann die Infektion gefährlich sein. Hier erfährst du, für wen eine Hepatitis-B-Impfung empfehlenswert ist, wie sie abläuft und was sie kostet.
Was ist Hepatitis B?
Hinter dem Begriff „Hepatitis“ verbirgt sich eine Leberentzündung. Im Falle der Hepatitis B wird sie von sogenannten HBV – Hepatitis-B-Viren – ausgelöst. Neuinfektionen bei gesunden Erwachsenen verlaufen anfangs oft wie eine leichte Erkältung. Die Leberentzündung heilt dann aber innerhalb einiger Monate vollständig aus. Stecken sich jedoch Säuglinge und Kleinkinder ober aber Menschen mit Vorerkrankungen oder mit einem geschwächten Immunsystem an, so kann sich eine chronische Hepatitis B entwickeln. Diese kann auf lange Sicht zu einer dauerhaften Schädigung der Leber führen und damit lebensbedrohlich werden sowie das Risiko für Leberkrebs erhöhen.
Wie erfolgt eine Ansteckung mit Hepatitis B?
In Deutschland gibt es mehrere einhunderttausend Menschen mit einer chronischen Hepatitis B. Hepatitis B gilt als hoch infektiös und ist zum Beispiel ansteckender als HIV. Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch über Schmierinfektionen (Speichel, Sperma, Scheidensekret) oder Blut-zu-Blut-Kontakte. Besonders oft kommt es zu einer Infektion durch:
- Übertragung von der infizierten Mutter auf das Neugeborene
- Geschlechtsverkehr – Hepatitis B zählt zu den sexuellen Erkrankungen
- Kontakt mit Blut im Rahmen von Verletzungen
- Kontaminierte Nadeln bei Piercings, Tattoos oder Drogenkonsum
- Scharfkantige Hygienegegenstände wie Rasierklingen, die gemeinsam benutzt werden
Die chronische Hepatitis B ist nicht heilbar. Die in den Leberzellen versteckten HB-Viren lassen sich bis heute nicht eliminieren. Sehr guten Schutz bietet aber die Hepatitis-B-Impfung.
Impfempfehlungen für Hepatitis B
Der Schutz gegen Hepatitis B ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme, denn nur die Impfung kann eine chronische Hepatitis B verhindern. Laut STIKO wird die Hepatitis-B-Impfung für folgende Gruppen empfohlen:
- Alle Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
- Erwachsene mit erhöhtem Risiko durch Lebensumstände und Lebenswandel (Piercings, Tattoos, wechselnde Sexualpartner)
- Für Reisende in Länder mit einem niedrigen Hygienestandard – mehr findest du bei den Reiseimpfungen
- Berufsgruppen mit erhöhtem Risiko wie Mediziner, Labormitarbeitende, Rettungsdienst, Pflegeberufe
Gut zu wissen: Je jünger der oder die Geimpfte, desto besser der Schutz.
Hepatitis-B-Impfung: Wie läuft sie ab?
Impfstoffe gegen Hepatitis B
Für die Impfung gegen Hepatitis B stehen in Deutschland mehrere unterschiedliche Impfstoffe zur Verfügung. Sie lassen sich folgendermaßen einteilen:
- Monovalente (Einzel-)Impfstoffe, die nur Totimpfstoff gegen HBV enthalten
- Bivalente Kombinationsimpfstoffe, die zugleich auch gegen Hepatitis A schützen
- 6-fach-Kombinationsimpfstoffe für Säuglinge
Alle Hepatitis-B-Impfstoffe sind Totimpfstoffe. Sie trainieren das Immunsystem, ohne selbst ansteckend zu sein.
Hepatitis-B-Impfung: Abstand und Häufigkeit (Impfschema)
Das sogenannte Impfschema gibt an, wann, wie oft und mit welchem Impfstoff geimpft werden soll, um einen optimalen Schutz zu erhalten.
Die STIKO-Empfehlungen für Neugeborene und Säuglinge siehst du hier im Überblick:
Gruppe | Schema | Impfzeitpunkt (Alter des Kindes) |
| Reifgeborene Säuglinge (≥37. SSW) | 2+1 (3 Dosen) mit 6-fach-Impfstoff (gemeinsam mit Hib, Tetanus, Diphtherie, Polio, Pertussis) | 2 Monate (oder 8 Wochen), 4 Monate, 11 Monate. Abstand ≥ 6 Monate zwischen 2. und 3. Dosis für Langzeitschutz. |
| Frühgeborene (<37. SSW) | 3+1 (4 Dosen) | 2, 3, 4 und 11 Monate. |
Kommt statt der 6-fach-Impfung ein monovalenter Impfstoff gegen Hepatitis B zum Einsatz, so wird entweder im Schema 0-1-2-12 oder 0-1-6 Monate geimpft. Mit vier Dosen lässt sich eine schnellere und stärkere Immunantwort und damit ein besserer Schutz erreichen.
Bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, die bisher ungeimpft waren, werden drei Impfdosen im Schema 0-1-6 Monate empfohlen. Gleiches gilt, wenn ein Bluttest einen unzureichenden Schutz trotz Impfung ergeben hat. Diese Antikörperkontrolle erfolgt etwa vier bis acht Wochen nach der 3. Dosis und wird vor allem dann empfohlen, wenn die Impfung dringend benötigt wird, weil ein hohes Infektionsrisiko besteht.
Impfung gegen Hepatitis B: Wie lange Schutz vor Infektion?
Die Hepatitis-B-Impfung ist hochwirksam und schützt nach Abschluss des kompletten Impfschemas bei mehr als 95 Prozent aller Geimpften vor einer Infektion mit Hepatitis B. Dieser Schutz hält mindestens zehn bis 15 Jahre an. Man geht heute davon aus, dass viele Geimpfte sogar einen lebenslangen Schutz haben. Wenn nötig – weil zum Beispiel dein persönliches Risiko im Erwachsenenalter ansteigt – kann ein Bluttest anzeigen, wie gut du noch gegen Hepatitis B geschützt bist. Wende dich einfach an deine hausärztliche Praxis oder einen Reisemediziner. Ist der Antikörper-Wert zu niedrig, kann man die Impfung auffrischen. Eine neue Grundimmunisierung ist nicht nötig.
Wichtig: Während die Hepatitis-B-Impfung bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen unter 25 Jahren sehr effektiv ist, nimmt die Wirksamkeit im Alter ab. Auch bei Dialysepatienten und immunsupprimierten Menschen kann der Schutz zu gering ausfallen. In diesem Fall ist es wichtig, die Impfung aufzufrischen.
Hepatitis-B-Impfung: Nebenwirkungen & Risiken
Grundsätzlich wird die Hepatitis-B-Impfung – egal, ob als Einzelimpfung oder im Kombi-Impfstoff – gut vertragen. Die meisten Nebenwirkungen sind mild und halten nicht mehr als drei Tage an.
Relativ häufig zeigen sich lokale Reaktionen wie Rötungen, Schmerzen oder Schwellungen an der Einstichstelle. Viele Geimpfte klagen außerdem über allgemeines Unwohlsein mit Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, leichtes Fieber, Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall.
Eher selten können Geimpfte grippeähnliche Symptome oder Schwindel entwickeln. Auch Juckreiz, Hautausschlag, Gelenkschmerzen oder Taubheitsgefühle sind in seltenen Fällen möglich. Sehr selten kommt es zu schwerwiegenden Nebenwirkungen wie einem allergischen Schock, Krampfanfällen oder Meningitis.
Bemerkst du Beschwerden, die heftiger ausfallen oder länger anhalten, dann lass dich in deiner Hausarztpraxis durchchecken und beraten.
Was kostet die Hepatitis-B-Impfung?
Reiseimpfungen
Im Urlaub gesund bleiben: Wir übernehmen 100 Prozent der Impfkosten.
Fachbereich der DAK-Gesundheit

