Alles Wissenswerte zur Impfung gegen Japanische Enzephalitis

Die Japanische Enzephalitis gehört zu den eher seltenen Reisekrankheiten. Wenn du jedoch in ländliche Gebiete in Südost- oder Ostasien reisen möchtest, ist es ratsam, sich mit der Impfung gegen Japanische Enzephalitis zu befassen. Hier erfährst du, wie hoch das Infektionsrisiko ist, wie gefährlich die Krankheit sein kann und alles Wissenswerte rund um die Impfung.
Japanische Enzephalitis: Impfung schützt!
Eines vorweg: Lass dich vom Namen „Japanische Enzephalitis“ nicht in die Irre führen – die Krankheit kommt heute in vielen Ländern Südost- und Ostasiens vor. Die Zahl der Neuinfektionen schwankt in diesen Gebieten, im Schnitt kommt es zu mehr als 50.000 registrierten Infektionen pro Jahr. Die Zahl der tatsächlichen Fälle könnte nach WHO-Angaben allerdings noch weitaus höher sein.
Übertragen wird das Japanische Enzephalitis-Virus (JE-Virus) von Stechmücken, meist aus der Gattung Culex. Diese nachtaktiven Mücken treten in großen Schwärmen rund um Reisfelder und Viehzuchten auf.
Beim Stich der Mücke gelangen JE-Viren in den menschlichen Körper. In einem großen Teil aller Fälle folgt dieser Ansteckung keine Erkrankung – die Infektion verläuft asymptomatisch. Bei manchen Menschen zeigen sich nach einer Inkubationszeit von fünf bis 15 Tagen aber grippeähnliche Symptome wie etwa Fieber, Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Übelkeit. Wirklich gefährlich wird die Erkrankung, wenn die Viren bis in das zentrale Nervensystem vordringen können. In diesem Fall treten neurologische Störungen wie Krampfanfälle, Bewusstseinstrübungen und Reflexstörungen auf. Etwa ein Fünftel dieser Patienten verstirbt an der Japanischen Enzephalitis. Wer überlebt, behält meist dauerhafte neurologische Ausfälle zurück.
Wichtig: Japanische Enzephalitis ist nicht heilbar. Betroffene werden lediglich symptomatisch und intensivmedizinisch betreut, wenn nötig. Der einzige wirksame Schutz ist die Japanische Enzephalitis-Impfung, kombiniert mit Schutzmaßnahmen vor Stichen der Culex-Mücke.
Impfung gegen Japanische Enzephalitis: Anwendung und Wirksamkeit
Für wen ist die Impfung gegen Japanische Enzephalitis sinnvoll?
Entscheidend für eine Impfempfehlung ist das Reisegebiet, die Reisezeit und die Art der Reise. Ein erhöhtes Risiko besteht bei:
- Reisen mit einer Dauer von über vier Wochen oder vielen Kurzreisen
- einer Reisezeit gegen Ende der Regenzeit
- Aufenthalt in einem der Endemiegebiete: Südostasien, Indien, Korea, Japan, China, West-Pazifik, Nordaustralien
- Reiserouten, die in ländliche Gebiete führen
- Outdooraktivitäten, Backpackern oder Trekking-Touristen
Generell gilt: Ein kurzer Städtetrip oder ein Strandurlaub zur Trockenzeit birgt ein sehr geringes Risiko, sich mit der Japanischen Enzephalitis zu infizieren. Wer jedoch in der Regenzeit in ländlichen Regionen unterwegs ist, dabei in die Nähe von Reisfeldern und Schweinezuchtbetrieben kommt und womöglich in einfachen Behausungen übernachtet, sollte sich unbedingt mit einer Impfung gegen Japanische Enzephalitis schützen.
Du bist unsicher, ob du die Reiseimpfung wirklich brauchst? Besprich dich mit deinem Hausarzt oder einer Reisemedizinerin und lass dich beraten.
Sicherheit und Wirksamkeit der Impfung gegen Japanische Enzephalitis
Der in Deutschland zugelassene Impfstoff gegen Japanische Enzephalitis enthält inaktivierte, adsorbierte Viruspartikel und ist deshalb nicht ansteckend, sondern aktiviert lediglich das Immunsystem.
Eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis ist bereits bei Säuglingen ab zwei Monaten und danach in jedem Alter möglich. Für die Grundimmunisierung müssen zwei Impfdosen im Abstand von vier Wochen verabreicht werden. Etwa eine Woche nach der zweiten Dosis besteht ein ausreichender Impfschutz für deine Reise.
Tipp: Bei dir wird es knapp mit den Fristen bis zum Reisebeginn? Bei Erwachsenen ist eine Schnellimpfung möglich. Dabei werden die ersten zwei Dosen im Abstand von einer Woche verabreicht. Nach einer weiteren Woche Wartezeit bist du für die Reise gut geschützt.
Impfung gegen Japanische Enzephalitis: Wie lange hält der Schutz?
Der Impfschutz nach der Grundimmunisierung ist zeitlich begrenzt. Wer weitere Reisen in Endemiegebiete der Japanischen Enzephalitis plant, kann eine Auffrischung der Impfung machen lassen. Diese sollte etwa 12 bis 24 Monate nach der Grundimmunisierung gegeben werden. Sie bietet laut RKI einen Impfschutz von mindestens zehn Jahren. Danach sollte eine weitere Auffrischung erfolgen.
Zusätzlicher Schutz vor Japanischer Enzephalitis
In aktuellen Endemiegebieten übertragen nur wenige Mücken das gefährliche JE-Virus. Deshalb gilt: Umso häufiger du gestochen wirst, desto höher ist dein Risiko, dich anzustecken. Andersrum heißt das aber auch: Wenn du dich so gut wie möglich vor den Stichen der Culex-Stechmücken schützt, senkst du das Infektionsrisiko deutlich. Bei generell risikoarmen Reisen zur Trockenzeit und in städtische Gebiete ist dieser Schutz sehr häufig sogar ausreichend.
Was kannst du tun, um dich zu schützen? Die Culex-Stechmücken sind dämmerungs- und nachtaktiv. Mit den folgenden Schutzmaßnahmen reduzierst du das Risiko, dass sie dich stechen:
- Helle, langärmlige und mit Insektenschutzmittel eingesprühte Kleidung tragen
- Für die Tropen geeignete Repellents (Mückenschutzmittel) auf allen freiliegenden Hautpartien wie Gesicht, Hände, Nacken, Ohren und Füße auftragen
- Schlafe unter einem mit Insektenschutzmittel behandelten Moskitonetz
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Häufige Fragen zur Impfung gegen Japanische Enzephalitis
Wie hoch ist das Risiko für Japanische Enzephalitis in Thailand?
Nordthailand zählt zu den Risikogebieten für Japanische Enzephalitis. Impfungen werden aber nur für Rucksacktouristen, Backpacker oder bei anderen Reisearten mit längerem Aufenthalt im Hinterland empfohlen. Für Strandurlauber auf Phuket oder Koh Samui ist das Risiko gering.
Für welche Länder brauche ich die Japanische Enzephalitis-Impfung?
Auch wenn der Name es vermuten lässt – für Japan ist die Impfung gegen Japanische Enzephalitis heute kaum noch nötig, weil dort nur noch wenige Fälle pro Jahr auftreten. Zu den Endemiegebieten gehören: Südostasien, Indien, Korea, Japan, China, Gebiete im West-Pazifik und Nordaustralien. Besonders hoch ist das Risiko dabei in China, Indien, Sri Lanka, Myanmar, Vietnam, Nepal, Philippinen und im nördlichen Thailand.
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Wie viel kostet die Impfung gegen Japanische Enzephalitis?
Kann man die Impfung gegen Japanische Enzephalitis mit anderen Impfungen kombinieren?
Ja, du kannst beim gleichen Termin mehrere Reiseimpfungen erhalten. Wichtig ist nur, dass sie an unteren Stellen appliziert werden.
Fachbereich der DAK-Gesundheit

