DAK-Hitzereport: Gesundheitsprobleme durch Hitze

Abgeschlagenheit, Schlafprobleme und Kreislaufbeschwerden: Laut Hitzereport der DAK-Gesundheit 2026 ist fast jeder und jede Dritte von gesundheitlichen Beschwerden durch hohe Temperaturen betroffen. Drei Viertel der Befragten finden aktuelle Hitzeschutzmaßnahmen nicht ausreichend. Hier gibt es die Ergebnisse der repräsentativen Online-Befragung durch forsa sowie Tipps, was bei Hitze hilft. 

Eine Frau tupft sich mit einem Tuch die Stirn ab

DAK-Hitzereport: Immer mehr Menschen leiden unter den Folgen extremer Hitze

Heiße Tage, tropische Nächte: Das klingt nach Urlaub und nach Meer. Tatsächlich aber sind solche Hitzewellen hier in Deutschland sehr belastend – und bereiten laut DAK-Hitzereport inzwischen fast jeder und jedem Dritten Beschwerden. Frauen (40 Prozent) haben dabei fast doppelt so häufig Gesundheitsprobleme wie Männer (21 Prozent). Besonders Menschen im Alter von 30 bis 44 Jahren geben gesundheitliche Probleme durch die Hitze an (35 Prozent). Zudem leiden insbesondere 38 Prozent der in Großstädten lebenden Menschen an Gesundheitsproblemen  – dort ist es oft noch heißer als auf dem Land. Besonders betroffen von der Hitze sind außerdem Menschen, die schwer körperlich arbeiten, etwa im Handwerk, auf dem Bau oder in der Produktion (89 Prozent), sowie im Pflegebereich (86 Prozent). 

Die Befragten nennen vor allem Symptome wie Abgeschlagenheit, Schlafprobleme, Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen.

Grafik zeigt Ergebnisse des DAK-Hitzereports 2026

Weitere Ergebnisse unserer forsa-Befragung: 

Wann spricht man von einer Hitzewelle?

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von einer Hitzewelle, wenn die Temperaturen an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen bei über 28 Grad lagen. Ab gefühlten Temperaturen von 32 Grad gibt der DWD eine Hitzewarnung wegen starker Wärmebelastung heraus, ab 38 Grad wegen extremer Wärmebelastung. 

Neben der Lufttemperatur berücksichtigt der DWD auch Luftfeuchte (Schwüle), Strahlung und Wind, um das gesundheitliche Risiko einer Hitzewelle zu bewerten.  

Klimawandel und Gesundheit

Der Klimawandel stellt laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) die größte Gesundheitsbedrohung der Menschheit dar. Extreme Hitze ist dabei ein Faktor. Lies mehr darüber, wie der Klimawandel unsere Gesundheit beeinflusst.

Wer muss sich bei Hitzewellen besonders schützen?

Grundsätzlich kann sich der menschliche Körper gut an Hitze anpassen. Schwerer wird es bei anhaltender Hitze in Kombination mit Schwüle und nächtlichen Temperaturen ab 20 Grad. Dann können die körpereigenen Kühlsysteme überlasten. Besonders empfindliche Menschen, alte Menschen und chronisch kranke Menschen können darauf mit Regulationsstörungen und Kreislaufproblemen reagieren. Bei alten Menschen etwa verlaufen die Anpassungsprozesse beispielsweise langsamer und zum Teil eingeschränkt.

Hitze kann sogar lebensgefährlich sein, das zeigt eine aktuelle Auswertung von Robert Koch-Institut, Umweltbundesamt und Deutschem Wetterdienst: So sind in den drei heißen Sommer 2018, 2019 und 2020 über 19.000 Menschen in Folge der Hitze gestoben. Unter der Hitze können alte Menschen schon im Frühling leiden, wenn nämlich der Körper nicht auf hohe Temperaturen eingestellt ist. Menschen, die zu einer der nachstehenden Gruppe gehören, müssen sich besonders gut schützen. Und geschützt werden.

Diese Menschen sind bei Hitze besonders gefährdet

  • Pflegebedürftige, alleinlebende Menschen ab dem 65. Lebensjahr
  • Säuglinge und Kleinkinder
  • Schwangere
  • Unterernährte und übergewichtige Menschen
  • Menschen, die schwer und im Freien arbeiten
  • Menschen, die intensiv Sport treiben
  • Wohnungslose Menschen
  • Akut kranke und chronisch kranke Menschen
  • Menschen, die Drogen und regelmäßig Alkohol konsumieren
  • Menschen, die Medikamente einnehmen, und diese Medikamente dem Körper Flüssigkeit entziehen oder die Temperaturregulation stören. Das können etwa Schlafmittel, Entwässerungstabletten oder blutdrucksenkende Mittel sein.
Aber auch wer nicht dazu gehört, sollte die Tipps gegen Hitze im Hinterkopf behalten – für sich, Freunde und Familie.

Was kann ich gegen Hitze in der Wohnung tun?

  • Tagsüber Fenster weitestgehend geschlossen halten, Rollläden und Jalousien runterlassen
  • Lüften, sobald es draußen kühler wird: am frühen Morgen, am Abend
  • energiesparenden Ventilator anstellen, gegebenenfalls eine Schüssel kühlendes Eis davorstellen
  • Nachts ein nasses Handtuch oder Bettlaken vors Fenster hängen
  • Ungenutzte Elektrogeräte ausstecken, sie geben Wärme ab.
  • Teppiche und Wolldecken wegpacken, sie speichern Wärme

Welche Kleidung eignet sich an heißen Tagen?

  • Weite, leichte und atmungsaktive Kleidung tragen. Weite Kleidung sorgt dafür, dass die Luft am Körper zirkulieren kann.
  • Für Luftbewegung kann außerdem ein Fächer sorgen.
  • Wer draußen unterwegs ist: Sonnencreme mit UV-Schutz benutzen, Sonnenbrille aufsetzen und eine Kopfbedeckung tragen, denn das Gehirn reagiert besonders empfindlich auf Hitze.

Was sollte ich bei Hitze nicht tun?

  • Der Einkauf, die Gartenarbeit, der Haushalt: körperliche Aktivitäten auf kühlere Stunden verlegen – vor 11 Uhr und nach 18 Uhr
  • Allgemeiner Tipp gegen Hitze: Direkte Sonneneinstrahlung und Mittagshitze vermeiden

Vorsicht bei Medikamenten

Medikamente kühl lagern. Manche Medikamente verlieren nämlich in warmer Umgebung ihre Wirkung. Sprechen Sie außerdem mit Ihrem Arzt, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen: Manche Medikamente können bei Hitze Probleme verursachen.

Vorsicht vor Hitzeschäden

Während einer Hitzewelle sollten wir uns am besten so wenig wie möglich der heißen Sonne aussetzen, denn es drohen ernsthafte Folgen. Dazu gehören:

Krank durch Hitze: Wann Sie den Notruf wählen sollten

Hitze kann ernsthafte Gesundheitsschäden hervorrufen. Schützen Sie sich. Beherzigen Sie unsere Tipps gegen Hitze. Wenn Sie eine der folgenden Symptome haben, wählen Sie Notruf 112:

  • Heftige Kopfschmerzen
  • Plötzliche Verwirrtheit
  • Wiederholtes, heftiges Erbrechen
  • Bewusstseinstrübung
  • Bewusstlosigkeit
  • Sehr hohe Körpertemperatur von mehr als 39 Grad
  • Krampfanfall
  • Kreislaufschock
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