Krank durch die Klimaanlage? Symptome, Ursachen und Tipps zum Schutz

Kühle Luft tut an heißen Tagen gut. Trotzdem fragen sich viele: Kann eine Klimaanlage krank machen? Tatsächlich können kalte Luftzüge, trockene Raumluft und starke Temperaturunterschiede Beschwerden verursachen, die einer Erkältung ähneln. Hier erfährst du, welche Symptome typisch sind, wie sich eine Klimaanlage auf deine Gesundheit auswirken kann und worauf du achten solltest, damit die Abkühlung angenehm bleibt. 

Frau wedelt sich mit Fächer Luft zu, um nicht krank durch eine Klimaanlage zu werden.

Macht eine Klimaanlage krank? 

Nein, eine Klimaanlage macht dich nicht direkt krank – aber sie kann Beschwerden hervorrufen und die Atemwege reizen. Eine Erkältung entsteht durch Krankheitserreger wie Viren, nicht durch Kälte allein. 

Klimaanlagen begegnen uns im Sommer häufig - im Hotel, Auto, Büro und Flugzeug. Besonders die trockene Luft kann den Schleimhäuten in Nase, Mund und Rachen Feuchtigkeit entziehen. Dadurch können folgende Effekte auftreten:

  1. Der schützende Schleimfilm trocknet aus. Dadurch können die Schleimhäute gereizt werden und ihre natürliche Schutzfunktion teilweise verlieren.
  2. Die Flimmerhärchen arbeiten weniger effektiv. Werden die Atemwege zu trocken, können die kleinen Flimmerhärchen in der Nase Krankheitserreger und Schmutzpartikel schlechter abtransportieren.
  3. Krankheitserreger können leichter eindringen. Ist die natürliche Schutzfunktion der Schleimhäute beeinträchtigt, können sich Viren und andere Erreger unter Umständen leichter festsetzen und eine Infektion begünstigen

Welche Auswirkungen hat eine Klimaanlage auf die Gesundheit?

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Nicht jeder reagiert gleich auf klimatisierte Räume. Bei einigen Menschen verursacht die kühle oder trockene Luft Beschwerden. Typische Symptome sind in solchen Fällen: 

  • Halskratzen, Husten, Heiserkeit und trockener Hals: Der Luftstrom kann die Atemwege in Mund und Rachen reizen. Das kann sich ähnlich anfühlen wie der Beginn einer Erkältung und mit Hustenreiz verbunden sein.
  • Gereizte Augen und trockene Nase: In klimatisierten Innenräumen ist die Luftfeuchtigkeit oft niedrig. Dadurch fühlen sich Augen und Nase schneller trocken, empfindlich oder leicht brennend an.
  • Laufende Nase: Wenn die Schleimhäute austrocknen, kann die Nase anfangen zu laufen – das klingt widersprüchlich, ist aber eine normale Reaktion. Die Blutgefäße reagieren mit verstärkter Durchblutung, was zu mehr Flüssigkeit im Gewebe und wässrigem Ausfluss führt. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass du erkältet bist.
  • Verspannte Muskeln und Kopfschmerzen: Ein kalter Luftstrom auf Nacken, Schultern oder Rücken kann dazu führen, dass sich die Muskulatur verkrampft. Häufig sind Nackenverspannungen die Folge, die wiederum Kopfschmerzen begünstigen können.
  • Müdigkeit: Sehr kühl eingestellte Räume empfinden viele Menschen als unangenehm. Manche fühlen sich dann auch müde, abgeschlagen und weniger leistungsfähig.
  • Kreislaufprobleme: Große Temperaturunterschiede zwischen draußen und drinnen belasten den Kreislauf. Das kann sich durch Schwindel, Unwohlsein oder Kreislaufbeschwerden bemerkbar machen.

Die Beschwerden sind meist unangenehm, aber harmlos und klingen oft nach kurzer Zeit wieder ab. Treten zusätzlich typische Erkältungssymptome wie Fieber, starke Halsschmerzen oder ausgeprägter Schnupfen auf, kann auch eine Infektion dahinterstecken, die ansteckend ist.  

Wann können Klimaanlagen gefährlich werden? 

Problematisch kann es vor allem dann werden, wenn eine Klimaanlage über längere Zeit nicht gereinigt oder gewartet wurde. Dann können sich in Filtern oder Anlagenbestandteilen Schimmelpilze oder Keime ansiedeln und in die Raumluft gelangen.

Ein besonderes Risiko besteht bei größeren technischen Anlagen mit wasserführenden Systemen, etwa bestimmten Kühltürmen oder zentralen Gebäudeklimaanlagen. In warmem, stehendem Wasser können sich Legionellen unter bestimmten Bedingungen vermehren. Werden diese Bakterien über fein vernebeltes Wasser eingeatmet, kann in seltenen Fällen die sogenannte Legionärskrankheit entstehen. Dabei handelt es sich um eine ernsthafte Lungeninfektion, die eine Lungenentzündung auslösen kann. 

Wichtig: Hohes Fieber, starke Atembeschwerden oder ein schweres Krankheitsgefühl solltest du ärztlich abklären lassen. Das gilt besonders, wenn solche Beschwerden nach dem Aufenthalt in klimatisierten Räumen auftreten und anhalten. 

Bei wem können Klimaanlagen Beschwerden auslösen? 

Manche Menschen reagieren empfindlicher auf Klimaanlagen als andere, zum Beispiel: 

  • Allergiker und Asthmatiker: Verschmutzte oder schlecht gewartete Filter können dazu beitragen, dass Allergene wie Pollen, Hausstaub oder Schimmelpilzsporen in der Raumluft verbleiben oder erneut verteilt werden. Zusätzlich kann trockene Luft die Atemwege reizen und Beschwerden verstärken.
  • Ältere Menschen und chronisch Kranke: Starke Temperaturunterschiede zwischen Außen- und Innenräumen können den Kreislauf belasten. Besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen reagieren darauf empfindlicher.
  • Kontaktlinsenträger: Klimatisierte Luft kann die Augen schneller austrocknen. Kontaktlinsen können dieses Gefühl zusätzlich verstärken, vor allem bei langer Bildschirmarbeit oder wenn der Luftstrom direkt ins Gesicht trifft.

 

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Nicht nur Klimaanlagen, auch hohe Temperaturen können den Körper und den Kreislauf belasten. Wie du dich an heißen Tagen schützt, erfährst du in unseren Ratgebern: Hitze und Sonne und Hitze am Arbeitsplatz.

Tipps für den Umgang mit Klimaanlagen

Diese Tipps helfen dir im Alltag, um möglichen Beschwerden durch eine Klimaanlage vorzubeugen:

  • Temperatur moderat einstellen: Als Richtwert gelten etwa sechs bis acht Grad Celsius Unterschied zur Außentemperatur. So fällt der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen weniger stark aus.
  • Luftstrom nicht direkt auf dich richten: Kalte Luft sollte nicht dauerhaft auf Kopf, Hals, Nacken oder Rücken treffen. Richte die Lüftung lieber so aus, dass sich die kühle Luft im Raum verteilt.
  • Regelmäßig trinken: In klimatisierten Räumen fühlt sich die Luft oft trockener an. Wenn du über den Tag verteilt genug trinkst, bleiben auch die Schleimhäute besser befeuchtet.
  • Zusätzlich stoßlüften: Öffne zwischendurch die Fenster, wenn es draußen kühler ist, zum Beispiel morgens oder abends. Achte außerdem darauf, dass die Raumluft nicht zu trocken wird. Stelle ein Feuchtigkeitsmessgerät (Hygrometer) auf, um das Raumklima im Blick zu behalten. Ideal sind etwa 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit.
  • Auf Kältegefühl reagieren: Wenn du fröstelst, der Hals kratzt oder der Nacken verspannt ist, verlasse den direkten Luftzug oder den Raum kurz. Eine leichte Jacke, ein warmer Tee oder etwas Bewegung helfen dir, dich wieder aufzuwärmen.
  • Filter und Anlage sauber halten: Ein muffiger Geruch kann ein Hinweis darauf sein, dass die Klimaanlage gereinigt werden sollte. Je nach Nutzung können Filter regelmäßig, zum Beispiel alle zwei Monate, gereinigt oder ersetzt werden. Eine gründliche Wartung durch Fachpersonal ist in der Regel einmal im Jahr sinnvoll.

Häufige Fragen zu Auswirkungen von Klimaanlagen auf die Gesundheit 

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Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

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