Rote Bete: Wie gesund ist die rote Knolle wirklich?

Ob roh im Salat, gegart aus dem Ofen oder frisch gepresst als Saft: Rote Bete ist in der Küche vielseitig einsetzbar. Aber ist Rote Bete gesund? Grundsätzlich ja, denn sie liefert wertvolle Nähr- und Pflanzenstoffe und passt in eine ausgewogene Ernährung. Zum Wundermittel macht sie das allerdings nicht. Hier erfährst du, was in Roter Bete steckt, wie sie auf den Blutdruck wirkt und worauf du noch achten solltest.
Ist Rote Bete gesund?
Welche Nährstoffe stecken in Roter Bete?
Laut Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) liefert die Rote Bete verschiedene Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Sie enthält unter anderem Folat, ein B-Vitamin. Folat spielt bei der Zellteilung und dem Zellwachstum eine Rolle und ist an der Blutbildung beteiligt. Eisen kommt ebenfalls in Roter Bete vor, allerdings zählt die Knolle nicht zu den besonders eisenreichen Lebensmitteln. Pflanzliches Eisen kann dein Körper übrigens besser aufnehmen, wenn du es mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln kombinierst, zum Beispiel mit etwas Zitronensaft.
Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte Nährwerte pro 100 Gramm roher Roter Bete:
| Nährstoff | Menge pro 100 g |
|---|---|
| Energie | circa 43 kcal |
| Folat | circa 66 µg |
| Kalium | circa 349 mg |
| Magnesium | circa 24 mg |
| Eisen | circa 0,4 mg |
| Ballaststoffe | circa 2,5 g |
Wie wirkt Rote Bete auf den Blutdruck und die Durchblutung?
Rote Bete zählt zu den Gemüsesorten, die vergleichsweise viel Nitrat enthalten. Daraus kann der Körper in mehreren Umwandlungsschritten Stickstoffmonoxid bilden. Dieser körpereigene Botenstoff kann die Blutgefäße erweitern und dadurch den Blutdruck und die Durchblutung beeinflussen.
Eine 2024 im Fachjournal Nutrition, Metabolism and Cardiovascular Diseases veröffentlichte Metaanalyse verschiedener Studien gibt folgende Hinweise zur Wirkung von Rote-Bete-Saft bei Menschen mit Bluthochdruck:
- Bei Menschen mit Bluthochdruck kann der systolische Blutdruck sinken.
- Beim diastolischen Blutdruck zeigte sich hingegen kein vergleichbar klarer Effekt.
- Ergebnisse aus 24-Stunden-Blutdruckmessungen fielen weniger eindeutig aus.
Daher lässt sich nicht allgemein behaupten, dass Rote Bete den Blutdruck zuverlässig senkt. Für eine generelle Empfehlung, Rote-Bete-Saft zum Senken des Blutdrucks zu trinken, reichen die Studienergebnisse nicht aus. Rote Bete oder Rote-Bete-Saft können zwar einen Einfluss auf den Blutdruck haben, ersetzen jedoch weder eine ärztliche Behandlung noch verordnete Medikamente.
Nitrat aus Gemüse gilt dabei nicht grundsätzlich als bedenklich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont, dass die Vorteile einer gemüsereichen Ernährung mögliche Risiken durch leicht erhöhte Nitrat- und Nitritgehalte überwiegen. Du musst Rote Bete deshalb nicht meiden. Sinnvoll ist eine abwechslungsreiche Gemüseauswahl.
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Ist Rote-Bete-Saft besonders gesund?
Rote-Bete-Saft ist nicht gesünder als die ganze Knolle. Rote Bete in ihrer ganzen Form liefert in der Regel mehr Ballaststoffe. Der Saft wiederum liefert Inhaltsstoffe wie Nitrat in flüssiger Form und oft in höherer Konzentration.
Eine 2026 im Fachjournal Frontiers in Nutrition veröffentlichte Metaanalyse aus 33 Studien untersuchte, ob Nitrat aus Rote-Bete-Saft die sportliche Leistungsfähigkeit beeinflussen kann. Auswertungen mehrerer Studien zeigen bei einzelnen körperlichen Leistungsparametern kleine bis moderate Verbesserungen. Wie stark ein möglicher Effekt ausfällt, hängt jedoch von mehreren Faktoren ab: etwa von der Sportart, der aufgenommenen Nitratmenge, dem Zeitpunkt des Trinkens und der jeweils untersuchten Personengruppe. Ein gewöhnlicher Rote-Bete-Saft aus dem Handel lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres mit den in Studien verwendeten Säften und Nitratmengen vergleichen.
Daher gibt es keine allgemeine Empfehlung für eine bestimmte tägliche Menge Rote-Bete-Saft bei gesunden Menschen. Der bekannte Tipp, jeden Tag ein Glas Rote-Bete-Saft zu trinken, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
Frisch, vakuumiert oder im Glas: Welche Rote Bete ist die beste Wahl?
Ob frisch, vorgegart und vakuumverpackt oder im Glas: Alle drei Varianten von Roter Bete sind gesund. Welche Variante für dich am besten passt, richtet sich danach, wofür du sie verwenden möchtest.
Nimm frische Rote Bete, wenn du Zutaten und Zubereitung selbst bestimmen willst. Im Alltag sind vakuumierte Knollen die praktischste Alternative, da sie meist ohne Zusätze auskommen. Rote Bete aus dem Glas ist ebenfalls eine gute und länger haltbare Wahl, enthält aber oft zugesetzten Zucker und Salz.
- Frische Rote Bete kannst du sowohl roh als auch gegart genießen und ganz nach deinem Geschmack weiterverarbeiten. Wenn du frische Rote Bete selbst zubereitest, solltest du die Knollen am besten mit Schale garen und erst anschließend schälen. Dadurch bleiben die kräftige Farbe und noch mehr wertvolle Inhaltsstoffe erhalten.
- Vakuumierte Rote Bete ist ebenfalls gesund und in der Regel bereits gegart und deshalb schnell verwendbar. Sie kommt meist ohne Zusätze aus und eignet sich gut für Salate oder warme Gerichte. Wirf am besten dennoch einen Blick auf die Zutatenliste.
- Ist Rote Bete im Glas gesund? Rote Bete im Glas ist ebenfalls gesund. Bei eingelegter Ware werden je nach Rezeptur Zucker und Salz zugesetzt. Diese sind wichtig für Haltbarkeit und Geschmack. Entscheidend ist, wie viel Salz und Zucker du insgesamt über den Tag aufnimmst.
Verträglichkeit und Risiken: Wer sollte bei Roter Bete vorsichtig sein?
Für die meisten Menschen ist Rote Bete gut verträglich. Es gibt jedoch Fälle, in denen du auf die verzehrte Menge und Zubereitungsart achten solltest:
- Bei einer Neigung zu Nierensteinen: Rote Bete enthält Oxalsäure. Wenn du schon Calcium-Oxalat-Nierensteine hattest oder dir ärztlich zu einer oxalatarmen Ernährung geraten wurde, solltest du größere Mengen vorher abklären. Das gilt vor allem für rohe Rote Bete. Beim Garen geht ein Teil der Oxalsäure ins Kochwasser über, das du dann besser nicht weiterverwendest.
- Bei Säuglingen: Rote Bete enthält vergleichsweise viel Nitrat. Daraus kann Nitrit entstehen, auf das Säuglinge in den ersten Lebensmonaten besonders empfindlich reagieren. Deshalb gehört Rote Bete nicht in den ersten Beikostbrei. Gib sie nur gelegentlich und in kleinen Mengen, am besten gemischt mit nitratärmerem Gemüse wie Kartoffeln oder Möhren. Bereite den Brei frisch zu, füttere ihn sofort und bewahre Reste nicht auf und wärme sie nicht wieder auf. Bei Fragen zur Beikost hilft dir die Kinderärztin oder der Kinderarzt.
- Bei rötlich verfärbtem Urin oder Stuhl: Nach dem Verzehr von Roter Bete können sich Urin oder Stuhl vorübergehend verändern. Ursache dafür sind die natürlichen Pflanzenfarbstoffe der Roten Bete. Diese Verfärbung ist in der Regel unbedenklich. Kannst du die Verfärbung nicht eindeutig auf Rote Bete zurückführen oder bleibt sie bestehen, solltest du sie ärztlich abklären lassen.
Häufige Fragen zu Roter Bete
Ist Rote Bete gesund für Darm und Leber?
Darf man Rote Bete in der Schwangerschaft essen?
Kann Rote Bete Wechselwirkungen mit Medikamenten haben?
Warum schmeckt Rote Bete so erdig?
Ist Rote Bete für Menschen mit Diabetes geeignet?
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