Salmonellenvergiftung: Symptome erkennen und richtig behandeln
Ein verdorbenes Ei, nicht ganz durchgegartes Fleisch oder das Händewaschen in der Küche vergessen – und plötzlich spielt dein Magen verrückt. Eine Salmonellenvergiftung oder Salmonelleninfektion kommt oft plötzlich. In vielen Fällen heilt sie von selbst aus. Hier erfährst du, wie sie entsteht, welche Symptome sich zeigen, was du dagegen tun kannst und wie du dich schützt.

Was ist eine Salmonellenvergiftung?
Eine Salmonellenvergiftung ist eine bakterielle Magen-Darm-Infektion, die durch Salmonellen verursacht wird. Medizinisch wird sie als Salmonellose oder Salmonellen-Gastroenteritis bezeichnet. Da der Begriff Salmonellenvergiftung im allgemeinen Sprachgebrauch weit verbreitet ist, verwenden wir ihn im Folgenden ebenfalls.
Tatsächlich ist die Salmonellenvergiftung eine der häufigsten bakteriellen Durchfallerkrankungen. In den meisten Fällen verläuft die Erkrankung unkompliziert und heilt ohne Folgen aus. Dennoch ist es wichtig zu wissen:
- Es besteht Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. Das bedeutet: Deine Ärztin oder dein Arzt ist gesetzlich verpflichtet, eine bestätigte Salmonelleninfektion an das zuständige Gesundheitsamt zu melden – du musst das nicht selbst tun.
- In bestimmten Berufen, zum Beispiel in der Lebensmittelverarbeitung, kann ein Tätigkeitsverbot gelten.
Ist eine Salmonellenvergiftung ansteckend?
Ja, eine Salmonellenvergiftung ist ansteckend. Die Bakterien können auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Typische Übertragungswege sind Schmierinfektionen über die Hände, über verunreinigte Oberflächen oder durch den Kontakt mit infizierten Personen. Deshalb gilt: Gründliche Hygiene schützt dich und andere.
Was sind die Ursachen einer Salmonellenvergiftung?
In den meisten Fällen steckst du dich über Lebensmittel mit Salmonellen an – oft sogar, ohne es zu merken. Die Bakterien fühlen sich besonders in eiweißreichen, leicht verderblichen Lebensmitteln wohl. Typische Salmonellen-Quellen sind zum Beispiel rohe Eier und Speisen mit rohen Eiern (zum Beispiel Tiramisu oder Mayonnaise), rohes oder nicht durchgegartes Geflügel, Hackfleisch und Lebensmittel, die Fleisch enthalten, sowie unpasteurisierte Milchprodukte.
Doch bei einer Salmonellenvergiftung spielt nicht nur das Lebensmittel selbst eine Rolle, sondern auch, wie du es lagerst und zubereitest. Weitere Risikofaktoren sind:
- Unterbrochene Kühlkette
- Falsche Lagerung bei Zimmertemperatur
- Mangelnde Küchenhygiene bei verunreinigten Brettern oder Messern
- Schmierinfektionen von Mensch zu Mensch
- Kontakt mit Tieren, insbesondere Reptilien
Welche Symptome treten bei einer Salmonellenvergiftung auf?
Typische Anzeichen sind:
- Durchfall
- Bauchschmerzen und Bauchkrämpfe
- Übelkeit und Erbrechen
- Fieber
- Kopf- und Gliederschmerzen
- Allgemeines Krankheitsgefühl
Wie sieht der Stuhlgang bei einer Salmonellenvergiftung aus?
Typisch ist wässriger Durchfall, der mehrmals täglich auftreten kann. Teilweise enthält der Stuhl Schleim. Blut im Stuhl ist dagegen eher ein Warnzeichen und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Wie schnell merkt man eine Salmonellenvergiftung?
Die ersten Beschwerden treten meist sechs bis 72 Stunden nach der Ansteckung auf. Häufig machen sich die Symptome bereits nach zwölf bis 36 Stunden bemerkbar – also oft schon am nächsten Tag. Wie schnell die Erkrankung beginnt, hängt unter anderem von der aufgenommenen Erregermenge und der individuellen körperlichen Verfassung ab.
Wie lange dauert eine Salmonellenvergiftung?
In vielen Fällen klingen die Beschwerden nach ein paar Tagen ab, im Durchschnitt nach etwa sieben bis acht Tagen. Bei schweren Verläufen dauert die Salmonellenvergiftung in der Regel länger und ist nach spätestens 14 Tagen rückläufig. Danach erholt sich dein Körper meist vollständig. Allerdings kannst du die Erreger noch eine Zeit lang ausscheiden.
Auch nach Abklingen der Beschwerden können Salmonellen noch mehrere Wochen über den Stuhl ausgeschieden werden. Bei Kleinkindern ist eine Ausscheidung über mehrere Monate möglich. Achte daher weiterhin auf gründliches Händewaschen, nutze eigene Handtücher und wasche diese bei mindestens 60 Grad.
Was kann ich gegen die Beschwerden einer Salmonellenvergiftung tun?
Wenn dich eine Salmonellenvergiftung erwischt hat, verliert dein Körper oft viel Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Genau deshalb kommt es jetzt darauf an, ihn gezielt zu unterstützen und Beschwerden zu lindern. Die wichtigste Regel: Trinken. Am besten Elektrolytlösungen, um die verlorenen Mineralstoffe auszugleichen. Zusätzlich: Wasser und ungesüßter Tee. Außerdem solltest du dich schonen und deinem Körper die Ruhe geben, die er jetzt braucht.
Welche Medikamente helfen bei einer Salmonellenvergiftung?
In den meisten Fällen sind bei einer Salmonellenvergiftung keine speziellen Medikamente notwendig. Wichtig ist vor allem, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen. Geeignet dafür sind beispielsweise Elektrolytlösungen aus Apotheke oder Drogerie.
Medikamente gegen Durchfall sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden. Antibiotika sind bei einer unkomplizierten Salmonellenvergiftung meist nicht erforderlich, da der Körper die Infektion in der Regel selbst überwinden kann. Sie kommen in der Regel nur bei schweren Verläufen, bestimmten Risikogruppen oder einem geschwächten Immunsystem infrage.
Wann sollte ich ärztliche Hilfe suchen?
Auch wenn eine Salmonellenvergiftung oft ohne Komplikationen verläuft, solltest du starke oder anhaltende Beschwerden ernst nehmen. Besonders kritisch wird es, wenn dein Körper zu viel Flüssigkeit verliert. Dann kann es sinnvoll sein, nicht länger abzuwarten, sondern dich medizinisch beraten zu lassen. Hole dir unbedingt ärztliche Hilfe, wenn diese Symptome auftreten:
- Der Durchfall hält bereits länger als drei Tage an oder ist blutig.
- Du leidest an hohem Fieber.
- Du bist kaum noch bei Kräften.
- Es treten Anzeichen von Flüssigkeitsmangel auf, wie Schwindel, ein trockener Mund und zu wenig Urinausscheidung.
Schwangere, Ältere, kleine Kinder, Personen mit chronischen Erkrankungen oder Immunschwäche sollten bei Verdacht auf eine Salmonelleninfektion immer ärztlichen Rat einholen.
Salmonellenvergiftung in der Schwangerschaft
Eine Salmonellenvergiftung äußert sich in der Schwangerschaft meist durch die gleichen Symptome wie bei anderen Erwachsenen, etwa Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit oder Fieber. Da starker Flüssigkeitsverlust sowohl die Schwangere als auch das ungeborene Kind belasten kann, solltest du bei Verdacht auf eine Salmonelleninfektion frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Das gilt besonders bei hohem Fieber, starken Beschwerden oder wenn du nur wenig trinken kannst.
Wie kann ich eine Salmonellenvergiftung vermeiden?
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Eine Salmonelleninfektion lässt sich nicht immer mit letzter Sicherheit verhindern. Du kannst dein Risiko im Alltag aber deutlich senken, wenn du bei Einkauf, Lagerung und Zubereitung aufmerksam bist. Denn Salmonellen vermehren sich besonders gut, wenn Lebensmittel nicht ausreichend gekühlt oder nicht gründlich erhitzt werden. Besonders wichtig ist deshalb ein bewusster Umgang mit empfindlichen Lebensmitteln wie rohen Eiern, Geflügel oder Hackfleisch. Wenn du hier sorgfältig arbeitest, schützt du nicht nur dich selbst, sondern auch andere Menschen in deinem Haushalt.
Hygiene im Alltag
Gründliche Hygiene ist eine der wichtigsten Maßnahmen, um einer Salmonellenvergiftung vorzubeugen. Vor allem beim Kochen solltest du sauber arbeiten, damit sich die Erreger nicht von einem Lebensmittel auf das andere übertragen.
Beachte folgende Tipps:
- Wasche gründlich und regelmäßig die Hände – besonders vor dem Kochen, nach dem Kontakt mit rohem Fleisch und nach dem Toilettengang.
- Halte die Arbeitsfläche sauber.
- Reinige Messer, Bretter und andere Küchenutensilien gründlich.
Lebensmittel sicher zubereiten
Neben der Hygiene spielt auch die Zubereitung eine große Rolle. Salmonellen werden durch ausreichendes Erhitzen abgetötet. Kritisch sind deshalb vor allem rohe oder nicht vollständig gegarte tierische Lebensmittel. Wichtig ist:
- Fleisch und Eier immer gut durchgaren: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, empfindliche Lebensmittel für mindestens zwei Minuten auf mindestens 70 °C zu erhitzen. Bei Geflügel wird häufig eine Kerntemperatur von mindestens 75 °C empfohlen.
- Rohe und verzehrfertige Lebensmittel getrennt verarbeiten.
- Speisen mit rohen Eiern möglichst frisch zubereiten und schnell verbrauchen.
- Empfindliche Lebensmittel nicht lange ungekühlt stehen lassen.
Richtig lagern
Auch die richtige Lagerung hilft dabei, das Risiko einer Salmonellenvergiftung zu senken:
- Versuche, die Kühlkette beim Einkauf und Transport einzuhalten. Hier kann eine Kühlbox oder Kühltasche helfen.
- Lege leicht verderbliche Lebensmittel sofort in den Kühlschrank.
- Lass Speisereste rasch abkühlen und bewahre sie kühl auf.
- Behalte Verbrauchs- und Mindesthaltbarkeitsdatum im Blick.
Häufige Fragen zur Salmonellenvergiftung
Geht eine Salmonellenvergiftung von alleine weg?
Kann ich mich mehrfach mit Salmonellen anstecken?
Darf ich mit einer Salmonellenvergiftung arbeiten gehen?
Können Salmonellen auch auf Obst und Gemüse vorkommen?
Wie lange dauert eine Salmonellenvergiftung bei Kindern?
DAK Fachbereich
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