Filmriss durch Alkohol: Wie gefährlich ist ein Blackout wirklich?

Wenn zu viel Alkohol für einen Filmriss am nächsten Tag sorgt, kann einem das richtig Angst einjagen. Zu Recht, denn: Ein Alkohol-Filmriss birgt große gesundheitliche Gefahren. Doch was ist eigentlich ein solcher "Blackout" und wie kannst du den Filmriss verhindern? Wir gehen der Gedächtnisstörung auf den Grund.
Was passiert bei einem Filmriss durch Alkohol?
„Es sollte eine schöne Party werden – doch was genau war eigentlich los? Und wie bin ich letztlich heimgekommen?“ Wer sich am nächsten Tag nach einem Abend mit Alkohol nicht mehr daran erinnern kann, wie er in etwa gelaufen ist, hat einen sogenannten Blackout oder Filmriss. Obwohl du in diesem Moment noch ansprechbar warst und in der Lage, Dinge zu tun, kannst du dich im Nachhinein an nichts erinnern – ein ungutes Gefühl, oder?
Bei starkem Alkoholkonsum wirkt sich der in alkoholischen Getränken enthaltene Ethanol negativ auf die Gehirnfunktion aus. Kurzfristig drohen neben den fehlenden Erinnerungen alle erdenklichen Gefahren, die sich aus einem kompletten Kontrollverlust ergeben. Langfristig kann es bei regelmäßigen Blackouts zu irreversiblem Gedächtnisschwund, Demenz und körperlichen Erkrankungen kommen.
Besonders gefährlich ist das sogenannte Binge-Drinking, weil dabei schnell besonders viel Alkohol aufgenommen wird. Das steigert das Risiko und die Schwere der Folgen enorm.
So gefährlich ist ein Alkohol-Blackout
Im ersten Schritt führt der Alkohol nach einer kurzen heiteren oder müden Phase zu einem zunehmenden Kontrollverlust. Du bist zwar ansprechbar und aktiv, aber nicht Herrin oder Herr deiner Sinne. Mit der Enthemmung steigt die Bereitschaft, sich aggressiv zu verhalten, Dummheiten zu begehen und sich sogar in Lebensgefahr zu begeben.
Zigaretten und Alkohol adé!
Du möchtest mit dem Rauchen oder Trinken aufhören?
Das macht den Kontrollverlust durch zu viel Alkohol so gefährlich:
- Enthemmung und erhöhte Aggressivität gepaart mit anderen Menschen, die sich unter Alkoholeinfluss nicht wehren können – beim Trinken steigt die Häufigkeit von gewalttätigen Übergriffen deutlich an.
- Die Gefahr von Verletzungen wie Stürze, Unfälle, aber auch für eine Unterkühlung ist bei einem Filmriss durch Alkohol stark erhöht. Insbesondere die veränderte Wahrnehmung für Temperaturen kann im Winter bei Frost zu Erfrierungen bis hin zum Tod führen.
- Steigt die Blutalkoholkonzentration stark an, droht eine Alkoholvergiftung. Betroffene können diese Gefahr aufgrund ihrer Intoxikation selbst nicht mehr erkennen. Weil die Reflexe ausfallen, kann es passieren, dass Betroffene an ihrem eigenen Erbrochenen ersticken. Hierbei besteht Lebensgefahr! Achte auch auf andere und hole unter Umständen Hilfe, wenn ein Partygast nicht mehr ansprechbar ist.
- Mit dem sinkenden Kontrollverlust nimmt auch deine Fähigkeit zur Risikobewertung ab. Das kann sehr gefährlich werden oder zu Situationen führen, die dir im Nachhinein unangenehm sind: Ungeschützter Geschlechtsverkehr, Ausziehen in der Öffentlichkeit oder riskante Manöver im Straßenverkehr sind hier nur einige Beispiele.
- Das Risiko sexueller Übergriffe ist bei Alkoholkonsum besonders hoch. Nicht nur, weil du enthemmt und zugleich vielleicht teilweise nicht mehr in der Lage bist, clevere Entscheidungen zu treffen. Sondern auch, weil es leichter ist, dir K.O.-Tropfen ins Glas zu mischen.
Wichtig für Frauen: Wenn du nach einem Blackout aufwachst und das Gefühl hast, dass du Geschlechtsverkehr hattest, dich aber an nichts erinnern kannst, dann solltest du sofort ärztliche Hilfe suchen. Unter Umständen wären jetzt Maßnahmen wie die Einnahme der Pille danach oder ein späterer HIV-Test ratsam.
Auswirkungen von Alkohol auf das Gehirn: So entsteht der Filmriss
Am auffälligsten und gefährlichsten sind die Auswirkung von Alkohol auf das Gehirn. Man hat lange geglaubt, dass Alkohol die Kommunikation der Nervenzellen miteinander stört und deshalb zum Blackout führen kann. Inzwischen weiß man aber, dass vor allem die Gedächtnisleistung des Gehirns gestört ist. Die Speicherfunktion für neue Erinnerungen fällt aus, sodass die kurzfristigen Ereignisse nicht in das Langzeitgedächtnis übertragen werden. Passiert das zu häufig oder zu intensiv, wirkt Alkohol neurotoxisch, sprich: Er schädigt die Hirnzellen dauerhaft. Beim Trinken riskierst du also nicht nur Unfälle, sexuelle Übergriffe oder Peinlichkeiten, sondern auch deine Gedächtnisleistung – für den Rest deines Lebens!
Welche Konsequenzen solltest du aus einem Filmriss ziehen?
Weil ein Filmriss nach Alkohol gefährlich ist, betrachte den Blackout unbedingt als klares Warnsignal. Du solltest die Gelegenheit nutzen, um deinen Alkoholkonsum zu hinterfragen und zu reduzieren.
Der Gedächtnisverlust kann beängstigend sein, vor allem, wenn du nicht genau weißt, was eigentlich genau passiert ist. Sprich mit einer Vertrauensperson über die Geschehnisse. Dabei könntet ihr auch überlegen, warum es zum Filmriss gekommen ist und was dich veranlasst hat, so viel Alkohol zu trinken.
Und ganz wichtig: Du bist mit dieser Thematik nicht allein! Vielen geht es ähnlich wie dir und es ist keine Schwäche, nach Unterstützung zu suchen – im Gegenteil.
Kennst du schon unsere Aktion Glasklar? Die Kampagne setzt sich für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol ein und richtet sich gezielt an Jugendliche.
Alkoholkonsum: Wie du keinen Filmriss bekommst
Ob WHO, BZgA oder DGE – bei einem sind sich alle Organisationen einig: Am besten ist es, komplett auf Alkohol zu verzichten. Es gibt keine risikofreie Menge. Ein Glas führt leicht zum nächsten und zum nächsten und letztlich zum Rausch mit all seinen Gefahren.
Wenn du dennoch ab und an Alkohol trinken möchtest, findest du hier ein paar Tipps, wie du das bewusst und risikoärmer tun kannst:
- Trinkgeschwindigkeit: Wer langsam und in Maßen (nicht Massen!) konsumiert, kann den Filmriss nach Alkohol verhindern. Die Blutalkoholkonzentration steigt nur langsam an und der Körper kann zeitgleich bereits Ethanol abbauen.
- Nicht auf leeren Magen: Schaffe eine gute Grundlage – es darf gerne ein reichhaltiges, fettiges Essen sein. Umso voller der Magen, desto langsamer gelangt der Alkohol ins Blut.
- Alkoholfrei gegen Durst: Gerade beim Tanzen und in heißen Party-Locations trinkst du oft mehr, weil du eigentlich Durst hast. Trinke deshalb abwechselnd: Erst ein Glas Wasser oder Saft und dann ein alkoholisches Getränk. Und wieder von vorn – über den ganzen Abend hinweg.
- Kenne dein Limit: Überlege dir vorher, was für dich okay ist, um eine riskante Menge nicht zu überschreiten. Nach dieser Menge ist Schluss – egal, wie jung die Nacht noch ist.
Häufige Fragen zum Filmriss nach Alkohol
Wie viel Promille führen zum Filmriss?
Was ist die 3-2-1-Regel für Trinken von Alkohol?
Warum gibt es mit der 2-2-2-Regel noch eine weitere Vorgabe?
Gelten die Regeln auch während der Schwangerschaft?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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