Lungenentzündung: Symptome erkennen und richtig behandeln

Lungenentzündung: Junger kranker Mann auf dem Sofa mit Halstuch hat Fieberthermometer im Mund und hält seine Hand an die Stirn.

Husten, Fieber, Schüttelfrost oder das Gefühl, kaum Luft zu bekommen: Zu Beginn kann eine Lungenentzündung wie eine starke Erkältung wirken - ist aber eine ernst zu nehmende Infektion der unteren Atemwege. Hier erfährst du, wie du typische Symptome erkennst, wann ein Arztbesuch notwendig ist und welche Behandlung hilft.

Was ist eine Lungenentzündung?

Bei einer Lungenentzündung - medizinisch Pneumonie - handelt es sich um eine Entzündung des Lungengewebes, vor allem der Lungenbläschen. Über diese kleinen Strukturen gelangt Sauerstoff aus der Atemluft ins Blut. Sind die Lungenbläschen entzündet, sammelt sich dort Flüssigkeit oder Sekret. Dadurch verschlechtert sich der Gasaustausch, und dein Körper erhält weniger Sauerstoff.
Lungenentzündungen gehören zu den schweren Infektionskrankheiten der Atemwege. In Deutschland erkranken jedes Jahr 400.000 bis 600.000 Menschen an einer Lungenentzündung - außerhalb eines Krankenhauses. Hinzu kommen rund 200.000 Fälle von Infektionen, die im Krankenhaus erworben werden. Betroffen sind vor allem ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen. 

Was sind Ursachen und Risikofaktoren für eine Lungenentzündung?

Eine Lungenentzündung entsteht, wenn Krankheitserreger oder sonstige reizende Stoffe tief in die Lunge gelangen. 

Zu solchen reizenden Stoffen gehören zum Beispiel Rauch oder giftige Dämpfe. Auch wenn Speichel, Nahrung oder Mageninhalt beim Verschlucken in die Atemwege gelangen, kann dies eine Entzündung auslösen. Dieses Verschlucken bezeichnen Fachleute als Aspiration. Ein hohes Risiko tragen Personen mit Schluckstörungen, mit geschwächtem Immunsystem oder bettlägerige Patientinnen und Patienten.

Häufig stecken Bakterien hinter einer Lungenentzündung, vor allem Pneumokokken. Auch Viren wie Grippeviren, seltener Pilze oder andere Erreger können eine Pneumonie auslösen. Viele dieser Erreger verbreiten sich über Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen oder über engen Kontakt. Aber nicht jede Ansteckung führt zu einer Lungenentzündung. Ob du krank wirst, hängt auch davon ab, wie stark dein Immunsystem ist und ob deine Lunge bereits vorbelastet ist.

Bestimmte Risikogruppen sollten Beschwerden früh ärztlich abklären lassen. Dazu zählen: 

  • kleine Kinder
  • Menschen höheren Alters
  • Personen mit einem geschwächten Immunsystem
  • Menschen mit chronischen Lungenerkrankungen (zum Beispiel COPD) oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Raucherinnen und Raucher
  • Bettlägerige Personen oder Menschen mit Schluckstörungen

Was ist der Unterschied zwischen Lungenentzündung und Bronchitis?

Eine Lungenentzündung ist keine Bronchitis: Bei einer Bronchitis ist die Schleimhaut in den unteren Atemwegen - den Bronchien - entzündet, was meist durch Viren ausgelöst wird und mit starkem Husten einhergeht. Eine Lungenentzündung betrifft hingegen tiefer liegende Bereiche der Lunge wie die Lungenbläschen und das Lungengewebe. Während eine Bronchitis meist nach ein bis zwei Wochen von selbst abheilt und das Allgemeinbefinden meist nur mäßig beeinträchtigt, verläuft eine Lungenentzündung oft deutlich schwerer: Sie führt zu starker Erschöpfung, Atemnot und kann unbehandelt lebensgefährlich werden.

Welche Symptome sind typisch für eine Lungenentzündung?

Die Symptome einer Lungenentzündung können sehr unterschiedlich sein. Manche Menschen fühlen sich innerhalb weniger Stunden sehr krank. Bei anderen entwickeln sich die Anzeichen schleichend über mehrere Tage, was die Diagnose erschwert. Typisch ist, dass du dich deutlich schlechter fühlst als bei einer normalen Erkältung.

Viele Betroffene beschreiben ein starkes Krankheitsgefühl, das sich nicht nur auf die Atemwege beschränkt, sondern den ganzen Körper betrifft. Häufig treten folgende Beschwerden auf:

  • Husten, manchmal mit Auswurf
  • Fieber und Schüttelfrost
  • schnelle oder angestrengte Atmung
  • Schmerzen im Brustkorb, besonders beim Einatmen
  • Müdigkeit und ausgeprägte Erschöpfung

Nicht jede Lungenentzündung zeigt alle Symptome gleichzeitig. Auch eine Lungenentzündung ohne starken Husten ist möglich. Stattdessen können beispielsweise Schwäche oder Verwirrtheit auf eine Lungenentzündung hindeuten. 

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Lungenentzündung ohne Fieber

Auch ganz ohne Fieber ist eine Lungenentzündung möglich. Das betrifft besonders ältere Menschen, deren Immunsystem schwächer reagiert, sowie Personen mit chronischen Erkrankungen. Statt Fieber stehen dann oft andere Beschwerden im Vordergrund: Schwäche, Appetitlosigkeit, Verwirrtheit oder eine auffällig schnelle Atmung. Weil diese Anzeichen unspezifisch sind, wird die Erkrankung in solchen Fällen häufiger spät erkannt. 

Wann wird eine Lungenentzündung gefährlich?

Eine Lungenentzündung ist in vielen Fällen gut behandelbar. Trotzdem solltest du körperliche Warnzeichen ernst nehmen. Sie zeigen, dass dein Körper stark belastet ist oder die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreicht. Besonders aufmerksam solltest du werden, wenn sich dein Zustand plötzlich verschlechtert oder neue, deutliche Beschwerden dazukommen. In solchen Situationen ist es wichtig, nicht abzuwarten, sondern sich ärztliche Hilfe zu holen.

Achte vor allem auf folgende Anzeichen:

  • zunehmende oder starke Atemnot
  • bläuliche Lippen oder Fingernägel
  • anhaltend hohes Fieber oder Schüttelfrost
  • Schwäche oder Kreislaufprobleme
  • Verwirrtheit oder ungewöhnliche Benommenheit
  • heftige Schmerzen beim Atmen im Brustkorb
  • extreme Erschöpfung

Treten eines oder mehrere dieser Warnzeichen auf, solltest du nicht bis zum nächsten Praxistermin warten. Wende dich in diesem Fall an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 oder direkt an eine Notaufnahme. Bei akuter Atemnot, bläulichen Lippen oder Verwirrtheit rufe den Notruf 112.

Symptome einer Lungenentzündung bei Kindern

Bei Kindern kann sich eine Lungenentzündung etwas anders zeigen als bei Erwachsenen. Das macht es schwieriger, sie frühzeitig zu erkennen. Während ältere Kinder typische Beschwerden wie Husten oder Schmerzen äußern können, sind die Symptome bei kleineren Kindern oft unspezifisch.

Kinder wirken oft deutlich erschöpft und weniger belastbar als sonst. Häufig kommen Fieber, Husten und eine schnelle oder angestrengte Atmung dazu. Manche Kinder zeigen, dass ihnen das Atmen schwerfällt, zum Beispiel durch sichtbare Anstrengung im Brust- oder Bauchbereich.
Auch das Verhalten verändert sich: Viele Kinder essen oder trinken wesentlich weniger, wirken ungewöhnlich ruhig oder im Gegenteil sehr unruhig und reizbar. Gerade bei Säuglingen kann es vorkommen, dass sie zu wenig Milch trinken, beim Trinken immer wieder einschlafen oder einen sehr erschöpften Eindruck machen.

Bei Kindern müssen ebenfalls nicht alle Symptome gleichzeitig auftreten. Schon einzelne Warnzeichen, vor allem in Kombination mit Fieber, Trinkschwäche oder auffälliger Atmung, solltest du zeitnah ärztlich abklären lassen. Zeigt dein Kind akute Atemnot oder ist es stark teilnahmslos, benötigt es umgehend medizinische Hilfe.

Wie wird eine Lungenentzündung festgestellt?

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Wenn der Verdacht auf eine Lungenentzündung besteht, beginnt die Ärztin oder der Arzt zunächst mit einem ausführlichen Gespräch. Dabei geht es vor allem darum, deine Beschwerden genau einzuordnen: Seit wann treten die Beschwerden auf? Wie haben sie sich entwickelt? Wie stark beeinträchtigen sie dich im Alltag?

Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung. Besonders wichtig ist dabei das Abhören der Lunge, weil sich dort erste Hinweise auf eine Entzündung zeigen können. Oft misst die Praxis auch Puls, Temperatur und Sauerstoffsättigung. 

Je nach Situation können weitere Untersuchungen notwendig sein, etwa Blutwerte, eine Röntgenaufnahme oder bei schweren Verläufen eine Blutgasanalyse. Sie helfen dabei, entzündliche Veränderungen sichtbar zu machen und die Diagnose abzusichern.

Welche Formen der Lungenentzündung gibt es?                       

Lungenentzündungen können in unterschiedlichen Formen auftreten: je nachdem, welcher Erreger beteiligt ist, wo die Infektion entstanden ist und wie sie verläuft. 

Form

Entstehung

Typische Erreger

Besonderheiten

Ambulant erworbene Lungenentzündung (CAP)Alltag, zu HausePneumokokken, Mykoplasmen, VirenVerläuft häufig mild bis mittelschwer, Behandlung meist ambulant möglich.
Nosokomial erworbene Lungenentzündung (HAP)Krankenhaushäufig resistente BakterienTritt während eines Klinikaufenthalts auf, gezielte Antibiotikatherapie ist nötig.
AspirationspneumonieDurch das Einatmen von Flüssigkeit oder NahrungBakterien aus Mund oder MagenIst besonders bei Schluckstörungen oder Bettlägerigkeit gefährlich.

Behandlung: Was hilft bei einer Lungenentzündung?

Die Behandlung richtet sich danach, welcher Erreger die Lungenentzündung ausgelöst hat und wie schwer der Verlauf ist. 

  • Bei bakteriellen Pneumonien kommen in der Regel Antibiotika zum Einsatz. Die Auswahl richtet sich nach Erreger, Risikoprofil und Schweregrad. Sie wirken gezielt gegen die Erreger und helfen dabei, die Infektion einzudämmen.
  • Ist ein Virus der Auslöser, helfen Antibiotika nicht. In bestimmten Fällen können Ärztinnen und Ärzte antivirale Medikamente einsetzen: zum Beispiel, wenn eine Grippeinfektion die Ursache für die Lungenentzündung ist und die Behandlung früh genug beginnt.
Besonders wichtig ist in beiden Fällen, dass du deinem Körper Ruhe gönnst. Dein Immunsystem arbeitet jetzt auf Hochtouren und braucht dafür Energie. Deine Ärztin oder dein Arzt kann dir Mittel verordnen, um beispielsweise das Fieber zu senken. Trinke zudem ausreichend und greife auch zu ausgewählten Hausmitteln gegen Erkältung, um dein Immunsystem zu unterstützen. Hausmittel können Beschwerden lindern, ersetzen jedoch keine ärztliche Behandlung.

Behandlung mit Antibiotika

Wenn eine bakterielle Lungenentzündung mit einem Antibiotikum behandelt wird, dauert die Therapie meist fünf bis sieben Tage. Bei sehr schweren Verläufen kann die Therapie bis zu zwei Wochen in Anspruch nehmen. Die genaue Dauer hängt davon ab, was dir deine Ärztin oder dein Arzt verordnet.

Ob eine Behandlung im Krankenhaus nötig ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt anhand deines Zustands. Atmung, Blutdruck, Sauerstoffsättigung, Alter und Begleiterkrankungen werden berücksichtigt. Vorerkrankungen und höheres Alter erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf, führen aber nicht automatisch zu einer Einweisung.

Wie lange dauert eine Lungenentzündung?

Viele Menschen spüren nach einer Lungenentzündung bereits nach ein bis zwei Wochen eine deutliche Besserung. Bis der Körper vollständig regeneriert ist, können jedoch drei bis sechs Wochen vergehen. Müdigkeit, geringere Belastbarkeit und Kurzatmigkeit bei Anstrengung sind in dieser Zeit normal. Bei schweren Verläufen oder bestehenden Vorerkrankungen kann die Erholung deutlich länger dauern. 

Wie kommt es zu einer verschleppten Lungenentzündung?

Manchmal heilt eine Lungenentzündung nicht richtig ab oder die Beschwerden kommen zurück. Dafür kann es verschiedene Gründe geben – zum Beispiel wirkt das Antibiotikum nicht ausreichend, es hat sich eine Komplikation entwickelt oder eine andere Erkrankung steckt dahinter. Umgangssprachlich spricht man dann von einer verschleppten Lungenentzündung. Typische Anzeichen sind erneut auftretendes Fieber oder Husten, eine anhaltende oder zunehmende Erschöpfung, wieder angestrengte Atmung oder neue Beschwerden wie Brustschmerzen beim Einatmen. Merkst du eine erneute Verschlechterung deines Zustands, suche erneut deine Ärztin oder deinen Arzt auf. 

Kann man einer Lungenentzündung vorbeugen?

Eine Lungenentzündung lässt sich nicht immer verhindern. Du kannst dein Risiko aber senken, wenn du deine Atemwege schützt und Infektionen vorbeugst. Sinnvolle Maßnahmen sind:

  • regelmäßiges und gründliches Händewaschen
  • Lüften von Innenräumen
  • Abstand zu Menschen mit akuten Atemwegsinfekten
  • Verzicht auf Rauchen, um die Lunge zu entlasten
  • gute Hygiene im Alltag bei Erkältungssymptomen
Eine Impfung gegen alle Formen der Lungenentzündung gibt es nicht. Impfungen gegen wichtige AuslöserPneumokokken, Grippeviren, COVID-19 und RSV - können jedoch das Risiko schwerer Verläufe deutlich senken.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Pneumokokken-Impfung unter anderem allen Menschen ab 60 Jahren sowie bestimmten Risikogruppen. Für Kinder ist die Pneumokokken-Impfung Teil der Grundimmunisierung und wird ab dem Alter von zwei Monaten empfohlen. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt, welche Impfungen für dich sinnvoll sind.
Auch das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) ist bei älteren Menschen ein relevanter Auslöser schwerer Atemwegsinfektionen: Die STIKO empfiehlt die RSV-Impfung als Standardimpfung ab 75 Jahren sowie als Indikationsimpfung für 60- bis 74-Jährige mit schwerer Grunderkrankung oder für Bewohner von Pflegeeinrichtungen. Frag deine Ärztin oder deinen Arzt, welche Impfungen für dich sinnvoll sind.

Häufige Fragen zum Thema Lungenentzündung

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