Zahnschmerzen bei Erkältung: Ursachen und Hilfe

Die Nase ist dicht, der Kopf fühlt sich schwer an. Und dann pochen auch noch die Backenzähne! Beruhigend dabei: In den meisten Fällen sind deine Zähne, wenn du erkältet bist, völlig gesund. Der Schmerz kommt aus den Nasennebenhöhlen, die direkt über den Wurzeln der Oberkieferzähne liegen. Wir erklären dir, woher dieser Druck während einer Erkältung kommt, was ihn zuverlässig lindert und woran du merkst, wenn doch der Zahn selbst dahintersteckt.
Warum tun die Zähne weh, wenn man erkältet ist?
Schematische Darstellung: Querschnitt durch den menschlichen Kopf, oben Nasennebenhöhlen und Kieferhöhle.
Zwei anatomische Besonderheiten verstärken das. Bei vielen Menschen ragen die Wurzelspitzen der oberen Backen- und Mahlzähne bis in die Kieferhöhle hinein, getrennt nur durch eine hauchdünne Knochenschicht. Dazu kommt der Trigeminusnerv: Sein zweiter Ast, der Oberkiefernerv, versorgt sowohl die Schleimhaut der Kieferhöhle als auch die oberen Zähne. Das Gehirn kann die beiden Signalquellen schlecht auseinanderhalten und verortet den Schmerz im Zahn.
Die Schmerzen in den Zähnen können übrigens bei Erschütterungen wie zum Beispiel beim Gehen oder Hüpfen stärker werden, weil dann der Druck auf die Nerven in der Kieferhöhle kurzfristig zunimmt.
Welche Zähne tun typischerweise bei Erkältung weh?
Welche Zähne betroffen sind, hängt davon ab, wo die Entzündung sitzt:
- Sind beide Kieferhöhlen entzündet, drückt meist die ganze obere Zahnreihe.
- Bei einseitiger Entzündung bleibt auch der Schmerz einseitig. Das kommt häufiger vor, als viele denken, und verunsichert entsprechend oft.
- Liegt die Entzündung in den Stirnhöhlen, spürst du den Druck hinter Stirn und Augen. Die Zähne schmerzen dann meist nicht.
Woran erkennt man, ob Zahnschmerzen von der Erkältung oder vom Zahn kommen?
Der beste Hinweis ist die Zahl der schmerzenden Zähne. Drückt es gleich in mehreren Zähnen des Oberkiefers, kommt der Schmerz fast immer aus den Nebenhöhlen. Ein einzelner Zahn, den du genau benennen kannst, deutet dagegen auf ein zahnärztliches Problem hin – erst recht, wenn dieser Zahn extrem empfindlich auf Kälte oder leichtes Gegenklopfen reagiert.
| Merkmal | Schmerz aus den Nebenhöhlen | Schmerz vom Zahn |
|---|---|---|
| Ort | mehrere Zähne im Oberkiefer, oft die ganze Reihe | ein einzelner Zahn, klar lokalisierbar |
| Schmerzart | dumpf und drückend, gleichmäßig | stechend oder pochend, in Wellen |
| Vornüberbeugen | Schmerz nimmt deutlich zu | Schmerz bleibt unverändert |
| Begleitzeichen | Schnupfen, Druck über Wangen und Stirn, Fieber | keine Erkältungszeichen |
| Kaltes und Süßes | kaum Reaktion | oft heftige, kurze Reaktion |
| Verlauf | bessert sich, sobald die Nase frei wird | bleibt bestehen oder verstärkt sich |
So funktioniert der Vornüberbeugen-Test
Stell dich hin, beuge den Oberkörper mit geradem Rücken nach vorn, sodass der Kopf tiefer liegt als das Herz, und bleib zehn Sekunden in dieser Haltung. Nimmt der Druck in Wangen und Zähnen spürbar zu, spricht das für gestaute Nebenhöhlen. Eine ärztliche Diagnose ersetzt der Test nicht, aber er gibt dir eine erste Orientierung.
Was hilft bei Zahnschmerzen durch eine Erkältung?
- Abschwellendes Nasenspray macht die Nase innerhalb von Minuten frei und senkt den Druck. Wende es höchstens fünf bis sieben Tage am Stück an, sonst gewöhnt sich die Schleimhaut daran.
- Inhalieren mit Kochsalzlösung wirkt langsamer, dafür nachhaltig. Verwendung: zwei- bis dreimal täglich hält die Schleimhäute feucht und das Sekret dünnflüssig.
- Nasendusche morgens und abends anwenden, mit isotonischer Kochsalzlösung.
- Ausreichend trinken: Eineinhalb bis zwei Liter Wasser oder ungesüßten Tee über den Tag verteilt trinken.
- Ein feuchtwarmer Waschlappen auf den Wangen entspannt und fördert die Durchblutung.
- Erhöht schlafen: Ein zweites Kopfkissen erleichtert nachts den Abfluss aus den Nebenhöhlen.
- Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol nach Packungsbeilage einnehmen. Im Zweifel berät dich deine Apotheke.
Wann braucht man mit erkältungsbedingten Zahnschmerzen ärztlichen Rat?
Einfach ärztlichen Rat erhalten
Für eine erste Einschätzung kannst du die DAK Online-Videosprechstunde nutzen, täglich von 6 bis 24 Uhr.
Sobald die Zahnschmerzen bleiben, obwohl die Erkältung abgeklungen ist, gehören sie in zahnärztliche Hände. Das gilt auch für diese Situationen:
- Ein einzelner Zahn pocht anhaltend oder reagiert stark auf Wärme oder Kälte.
- Wange oder Kiefer schwellen an, vor allem einseitig.
- Das Fieber steigt über 38,5 Grad oder die Gesichtsschmerzen werden stark und einseitig. Dann ist die HNO-Praxis die richtige Adresse.
- Die Beschwerden halten länger als zehn bis vierzehn Tage an.
- Aus einem Nasenloch läuft eitriges Sekret oder du nimmst einen fauligen Geschmack wahr.
Kranker Zahn löst Kieferhöhlenentzündung aus
Es gibt auch den umgekehrten Weg. Bei der odontogenen Sinusitis löst ein erkrankter Zahn die Kieferhöhlenentzündung aus, etwa über eine entzündete Wurzelspitze. Typisch sind streng einseitige Beschwerden und ein unangenehmer Geruch. Hier führt der Weg zwingend über die Zahnarztpraxis, weil die Nebenhöhle erst abheilt, wenn der Zahn behandelt ist. Wie oft die DAK-Gesundheit deine Zahnvorsorge übernimmt, liest du im Leistungsbereich.
Häufige Fragen zu Zahnschmerzen bei Erkältungen
Du hast noch mehr Fragen zu Erkältungen und Zahnschmerzen? Hier findest du weitere Antworten.
Können auch Zahnschmerzen im Unterkiefer von einer Erkältung kommen?
Kann eine Nasennebenhöhlenentzündung auch einseitige Zahnschmerzen verursachen?
Wie lange halten Zahnschmerzen bei einer Erkältung an?
Sind Antibiotika bei Zahnschmerzen durch eine Erkältung sinnvoll?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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