Sinusitis: Die besten Hausmittel bei einer Nasennebenhöhlenentzündung

Hausmittel wie Inhalieren können gegen Nasennebenhöhlenentzündung helfen.

Eine Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung) kann sehr unangenehm sein: Druck und Schmerzen im Gesicht, eine verstopfte Nase, schleimige oder eitrige Sekrete – oft begleitet von Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Doch nicht immer sind Medikamente erforderlich: Bewährte Hausmittel wie Inhalationen, Nasenspülungen, Wärme oder bestimmte Tees können die Schleimlösung fördern, die Schleimhäute beruhigen und die Heilung unterstützen. Hier erfährst du, mit welchen Hausmitteln du die Beschwerden bei entzündeten Nebenhöhlen am besten behandeln kannst.

Was ist eine Sinusitis?

Eine Sinusitis, auch Nasennebenhöhlenentzündung genannt, ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Hohlräumen um Nase und Gesicht, den sogenannten Nasennebenhöhlen (zum Beispiel Stirn-, Kiefer-, Siebbein- oder Keilbeinhöhlen).

Normalerweise produzieren diese Höhlen Schleim, der winzige Partikel wie Staub oder Krankheitserreger bindet. Dann transportieren feinste Härchen (Zilien) den Schleim durch kleine Gänge zur Nase und weiter in den Rachen, damit er ausgeschieden wird. Kommt es durch eine Erkältung, Allergie oder andere Reize zu einer Entzündung, schwellen die Schleimhäute an, produzieren mehr Schleim und die Abflusswege können blockieren. Der Schleim staut sich, Bakterien oder Viren haben es leichter – und es entsteht eine Nasennebenhöhlenentzündung.

Man unterscheidet zwei Arten von Nasennebenhöhlenentzündungen:

  • Akute Sinusitis: Die Symptome dauern meist weniger als vier Wochen.
  • Chronische beziehungsweise wiederkehrende Sinusitis: Die Entzündung hält länger an, kehrt immer wieder oder bleibt über Monate bestehen.

Eine akute Sinusitis entsteht häufig nach einer Erkältung (durch Viren), seltener durch Bakterien. Chronische Formen können durch Allergien, immer wiederkehrende Infekte oder anatomische Besonderheiten begünstigt werden, etwa durch eine Verkrümmung der Nasenscheide oder Nasenpolypen. 

Du hast keine Sinusitis, sondern eine Erkältung? Wir zeigen dir die besten Hausmittel gegen eine Erkältung.

Welche Hausmittel helfen bei einer Sinusitis?

Es gibt viele bewährte Hausmittel – von klassischen Zutaten aus Küche und Haushalt über sanfte Pflegemaßnahmen bis hin zu angenehmen Inhalationen. Sie können dabei helfen, zähen Schleim zu lösen, das Druckgefühl in Gesicht und Kopf zu lindern und die gereizten Schleimhäute zu beruhigen. Entscheidend ist weniger ein einzelnes „Wundermittel“, sondern vielmehr die Kombination aus Wärme, Feuchtigkeit, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Ruhe.

1. Inhalieren bei Nasennebenhöhlenentzündung

Inhalieren mit heißem Wasserdampf ist ein Klassiker – und das aus gutem Grund. Die feuchte Wärme beruhigt gereizte Schleimhäute, befeuchtet sie und hilft, fest sitzenden Schleim zu verflüssigen, damit er besser abfließen kann.

So funktioniert es: Fülle eine große Schüssel mit heißem Wasser (achte auf die Temperatur, um dich nicht zu verbrennen), beuge dich mit einem Handtuch über Kopf darüber und atme zehn bis 15 Minuten lang ruhig ein und aus. Schon wenige Tropfen ätherischer Öle, zum Beispiel von Kamille, Thymian, Eukalyptus oder Salbei, oder etwas Salz im Wasser können den Effekt verstärken.

Wenn du möchtest oder deine Atemwege stark verschleimt sind, kannst du auch einen Vernebler oder Inhalator verwenden. Manche Menschen berichten auch von einer gewissen Linderung durch kurze kalte Inhalationen, für ein kurzzeitiges Gefühl von „freier Luft“. Wichtig ist, dass du achtsam mit ätherischen Ölen umgehst. Bei Kindern, Asthma oder Allergien solltest du lieber ganz darauf verzichten.

2. Nasenspülungen & Salzlösungen bei Sinusitis

Eine der effektivsten Methoden, Schleim, Krankheitserreger oder Krusten aus Nase und Nebenhöhlen zu entfernen: eine sanfte Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung. Durch die Spülung wird das Nasensekret gelöst und ausgespült, die Schleimhäute werden befeuchtet und gereinigt, was Druckgefühl mildern und die Atmung erleichtern kann.

Für eine Nasendusche kannst du handelsübliche Geräte verwenden oder eine einfache Spülkanne. Wichtig: das Salzwasser sollte lauwarm und korrekt dosiert sein. Hypertonische (stärker konzentrierte) Lösungen wirken zwar intensiver, können aber auch die Schleimhäute reizen, deshalb solltest du diese nur vorsichtig einsetzen.

Wenn deine Nase zu ist oder bei starkem Druck kann ein abschwellendes Nasenspray vorübergehend sinnvoll sein, am besten aber nur in Absprache mit deiner Ärztin oder einem Apotheker. Wenn du Nasendusche und abschwellendes Nasespray einsetzt, nutze erst das abschwellende Spray und mit etwas zeitlichem Abstand dann die Nasenspülung. 

3. Lebensmittel & pflanzliche Hausmittel, die helfen können

Viele wirksame Hausmittel findest du direkt in deiner Küche oder im Gewürzregal. Hier einige Klassiker mit ihren möglichen Wirkungen:

  • Zwiebel / Zwiebeldampf: Die Zwiebel enthält schwefelhaltige Verbindungen und ätherische Öle, denen eine schleimlösende und antimikrobielle Wirkung zugeschrieben werden. Zwiebeldampf, Zwiebelsäckchen oder einfach eine angeschnittene Zwiebel neben dem Bett können unterstützend wirken.
  • Ingwer: Frischer Ingwertee kann entzündungshemmend wirken, die Schleimhäute beruhigen und Wärme spenden. Das kann das Immunsystem stärken und den Schleimabfluss fördern. Tipp: Besonders wohltuend ist ein Tee aus heißem Wasser mit frischen Ingwerscheiben und etwas Honig.
  • Kräutertees: Tees aus Kräutern wie Thymian, Salbei, Pfefferminze oder Holunderblüte gelten als schleimlösend, beruhigend und entzündungshemmend – ideal bei einer Nasennebenhöhlenentzündung.
  • Warme, nährstoffreiche Flüssigkeiten / Suppen: Klassiker wie eine heiße Hühnersuppe können angenehm wirken: Wärme, Flüssigkeit und Nährstoffe tun deinem Körper gut. Viel trinken an sich hilft, gerade bei verschleimten Atemwegen.

Warum ist eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr bei einer Sinusitis besonders wichtig? 

Wenn du bei einer Nasennebenhöhlenentzündung genügend trinkst – bevorzugt Wasser oder ungesüßte Kräutertees – unterstützt das deinen Körper in mehrfacher Hinsicht:

  • Der Schleim wird verdünnt, was den Abfluss aus den Nebenhöhlen erleichtert.
  • Feuchte Schleimhäute sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheitserregern und weniger anfällig für Reizungen.
  • Flüssigkeit hilft dem Körper bei der Regeneration und unterstützt das Immunsystem.

Empfohlen sind bei einer Sinusitis in der Regel zwei bis drei Liter Flüssigkeit am Tag, je nach Situation.

Vorteile von Hausmitteln bei Nasennebenhöhlenentzündung

Hausmittel bei einer Sinusitis sind oft die sanfte, natürliche Begleitung in der Genesungsphase. Sie wirken auf verschiedene Weisen und können dabei helfen, Symptome zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen:

  • Unterstützung der Schleimhäute: Viele Hausmittel befeuchten und beruhigen die Schleimhäute, damit sie nicht austrocknen und besser regenerieren können.
  • Schleimlösend: Hausmittel können helfen, zähen Schleim zu verflüssigen. So kann er leichter abfließen.
  • Durchblutungsfördernd und entzündungslindernd: Wärme, sanfte Dampf-Inhalationen oder Kräuter können die Durchblutung der Nebenhöhlen fördern und Schwellungen reduzieren.
  • Alltagsfreundlich: Hausmittel bei einer Nasennebenhöhlenentzündung sind meist einfach umzusetzen, kostengünstig, ohne große Nebenwirkungen und lassen sich gut in den Alltag integrieren.

Wichtig: Hausmittel sind bei einer Nasennebenhöhlenentzündung nicht in jedem Fall ausreichend. Bei schweren oder chronischen Beschwerden solltest du unbedingt eine ärztliche Behandlung ergänzen.

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Nasennebenhöhlenentzündung: Tipps für den Alltag

Neben gezielten Hausmitteln kannst du im Alltag einiges tun, um deine Heilung aktiv zu unterstützen und Symptome zu lindern:

  • Sorge für ausreichende Luftfeuchtigkeit in der Wohnung, denn trockene Heizungsluft reizt Schleimhäute und behindert den Schleimabfluss.
  • Gönn dir Regeneration – dein Körper braucht Energie, um die Entzündung zu bekämpfen.
  • Kopf hochlagern beim Liegen, so erleichterst du die Belüftung der Nasennebenhöhlen und den Abfluss des Schleims.
  • Spaziergänge an der frischen Luft. Sofern es dein Zustand erlaubt, können frische Luft und moderate Bewegung guttun.
  • Fuß- oder Wärmepackungen, warme Getränke und warme Kleidung können helfen, Schleimhäute zu beruhigen und Schleim zu lösen.

Was du lieber vermeiden solltest

  • Trockene, geheizte Luft und klimatische Belastung (etwa durch Rauch oder starke Luftverschmutzung).
  • Rauchen oder Passivrauch reizt die Schleimhäute stark und erschwert die Heilung.
  • Zu häufiges oder kräftiges Schnäuzen kann Schleimhäute reizen und die Entzündung verschlimmern.

Wann sollte man mit einer Sinusitis zur Ärztin oder zum Arzt?

Hausmittel helfen bei einer Nasennebenhöhlenentzündung zwar oft, aber es gibt klare Warnzeichen, bei denen eine fachärztliche Abklärung ratsam ist:

  • Wenn die Beschwerden stark sind oder sich nach etwa einer Woche nicht bessern oder sogar verschlimmern.
  • Bei starken, zunehmenden Schmerzen, Druckgefühl oder Schmerzen, die unangenehm auf Gesicht, Augen, Ohren oder Nacken ausstrahlen.
  • Bei hohem Fieber, eitrigem Nasensekret oder starkem Krankheitsgefühl.
  • Wenn sich die Sinusitis häufig wiederholt oder chronisch wird.
  • Bei Verschlechterung trotz Hausmitteln, bei stark eingeschränkter Atmung oder bei bekannten Vorerkrankungen (zum Beispiel Allergien, strukturelle Besonderheiten, Immunschwäche).

Häufige Fragen zu Hausmitteln bei Sinusitis

Welche Inhalation ist am wirksamsten?

Warme Inhalationen sind besonders effektiv, weil sie Feuchtigkeit und Wärme liefern, Schleim verflüssigen und die Atemwege beruhigen. Manche Menschen empfinden auch kalte Inhalationen mit zum Beispiel Pfefferminz als befreiend – das kann allerdings eher kurzfristig wirken.

Hilft Wärme oder Kälte besser?

Wärme wirkt in der Regel wohltuender: Sie fördert die Durchblutung, beruhigt Schleimhäute und löst Schleim. Kälte kann kurzfristig das Gefühl einer freien Nase erzeugen, ersetzt aber keine konsequente Behandlung und wirkt meist nur gegen die Symptome.

Welche Hausmittel darf ich bei Sinusitis in der Schwangerschaft anwenden?

Grundsätzlich sind sanfte Maßnahmen wie Inhalieren mit Wasser und Salz, ausreichende Flüssigkeitszufuhr, warme Getränke oder Kräutertees meist ungefährlich. Bei ätherischen Ölen oder intensiven Kräutern solltest du jedoch vorsichtiger sein. Im Zweifel gilt: Sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Ist man mit Nasennebenhöhlenentzündung ansteckend?

Die Entzündung selbst ist nicht direkt ansteckend, aber häufig steckt ein Virus dahinter. Viren oder Bakterien als Ursache können also übertragen werden, nicht die Entzündung der Nebenhöhlen selbst.

Was tun bei Zahnschmerzen wegen Nasennebenhöhlenentzündung?

Zahnschmerzen im Oberkiefer können auftreten, wenn die Kieferhöhlen betroffen sind: Wärme, Inhalationen, Nasenspülungen und sanfte Entzündungshemmer können helfen. Bei starken Zahnschmerzen oder Unsicherheit solltest du das Ganze aber ärztlich abklären lassen.

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