Bremsenstich: Symptome erkennen, Schwellungen lindern und richtig behandeln
Ein Bremsenstich kann ganz schön unangenehm sein: Die Haut brennt und schwillt an. Vor allem an warmen Tagen sind die lästigen Blutsauger schnell zur Stelle. Ein Bremsenstich fällt meist sofort auf und ist schmerzhaft. Erfahre, was bei einem Biss gegen den Juckreiz und die Schwellung hilft, welche Beschwerden normal sind und wann ein Arztbesuch notwendig ist.

Warum tut ein Bremsenstich so weh?
Ein Bremsenstich ist meist deutlich schmerzhafter als ein Mückenstich. Denn Bremsen stechen nicht einfach nur: Die blutsaugenden Insekten ritzen die Haut mit ihren Mundwerkzeugen an. Dabei entsteht eine kleine Wunde, die oft sofort brennt oder schmerzt. Zusätzlich gelangt ein Sekret in die Haut, das die Blutgerinnung hemmt.
Wie sieht ein Bremsenstich aus?
Zu den typischen Symptomen eines Bremsenstichs zählen zudem:
- Sichtbarer Biss: Die Einstich- oder Bissstelle ist gut sichtbar und hebt sich deutlich von der umliegenden Haut ab.
- Starker Juckreiz und Schmerzen: Meist tritt nach dem Bremsenbiss ein starkes Jucken auf. Zudem kann die Stelle wehtun.
- Leichtes Nachbluten: Weil die Haut angeritzt wird, kann die Stelle etwas nachbluten.
- Großflächige Hautreaktion: Im Vergleich zu einem Mückenstich wirkt die Haut oft stärker gereizt. Rötungen und Schwellungen breiten sich in der Regel weiter aus.
So lästig diese Beschwerden auch sind: Sie gehören zu den normalen Reaktionen des Körpers.
Bei Kindern können Schwellungen und Rötungen nach einem Bremsenstich ausgeprägter ausfallen als bei Erwachsenen. Das allein ist meist kein Grund zur Sorge und klingt in der Regel nach einigen Tagen wieder ab.
Wie lange dauern die Beschwerden bei einem Bremsenstich?
Wie lange ein Bremsenstich Beschwerden verursacht, hängt von der individuellen Reaktion des Körpers ab. Schmerzen, Juckreiz und Schwellung klingen in den meisten Fällen innerhalb weniger Tage wieder ab. Bei stärkeren Hautreaktionen kann es jedoch bis zu einer oder zwei Wochen dauern, bis die Stelle vollständig abgeheilt ist. Werden die Beschwerden mit der Zeit stärker statt schwächer, solltest du den Stich ärztlich abklären lassen.
Warum stechen Bremsen Menschen?
Bremsen gehören biologisch gesehen zu den Fliegen. Im Vergleich zu den bekannten Stubenfliegen sind sie aber größer und wirken breiter als gewöhnliche Fliegen. Die Pferdebremse etwa kann fast drei Zentimeter groß werden. Bremsen stechen Menschen nicht zur Verteidigung, sondern um an ihr Blut zu gelangen. Genauer gesagt benötigen nur die weiblichen Bremsen die eiweiß- und nährstoffreiche Blutmahlzeit für die Entwicklung ihrer Eier. Die männlichen Tiere stechen nicht, sie ernähren sich ausschließlich von Blütennektar und -pollen. Die Insekten sind in Deutschland meist von März bis September unterwegs. Bremsen sind tagaktiv und bevorzugen die Nähe von Teichen, Seen und Flüssen. Dort legen sie ihre Eier an Pflanzen oder am Boden ab. Auch landwirtschaftliche Flächen wie Kuh- oder Pferdeweiden sind beliebte Plätze für Bremsen, da die Weidetiere als Nahrungsquelle dienen.
Welche Sofortmaßnahmen sind nach einem Bremsenstich sinnvoll?
Ein Bremsenstich kann sehr unangenehm sein. Deshalb ist es wichtig, schnell zu reagieren und ihn umgehend zu behandeln. Schon einfache Sofortmaßnahmen können die Beschwerden deutlich lindern:
- Stelle reinigen: Wasche die betroffene Hautstelle zeitnah mit Wasser und milder Seife. So entfernst du Schmutz und mögliche Keime.
- Kühlen: Kühle den Bremsenstich anschließend mit nassen Umschlägen oder einem Kühlpad, das du in ein sauberes Tuch einschlägst. Das kann Schwellungen und Juckreiz lindern. Wichtig: Eis niemals direkt auf die Haut legen.
- Nicht kratzen: Auch wenn es juckt, halte deine Hände fern. Durch das Kratzen kann die Haut zusätzlich gereizt werden, Bakterien können in die Wunde gelangen und das Risiko für eine Entzündung steigt.
- Stelle beobachten: Kontrolliere den Bremsenstich in den nächsten Stunden und Tagen. Werden Rötung, Schmerzen oder Schwellung deutlich stärker oder fühlt sich die Haut heiß an, solltest du deine Hausärztin oder deinen Hausarzt aufsuchen.
Welche Salbe hilft bei einem Bremsenstich?
Ein Bremsenbiss kann eine ganze Weile brennen und jucken. Salben können dagegen helfen. Nutze etwa ein kühlendes Aloe-vera-Gel, um den Juckreiz zu lindern. Das Gel wird dünn auf die geschwollene Haut aufgetragen. Auch ein Gel mit einem Antihistaminikum kann Juckreiz und Schwellung lindern. Lass dich in der Apotheke beraten, wenn du unsicher bist oder das Mittel für ein Kind verwenden möchtest. Tritt eine stärkere Reaktion auf, kann nach ärztlicher Absprache eine kortisonhaltige Creme zum Einsatz kommen.
Welche Hausmittel helfen bei einem Bremsenstich?
Wichtig: Hausmittel ersetzen keine ärztliche Abklärung, wenn die Beschwerden stärker werden oder sich die Stelle entzündet.
Wie sieht ein entzündeter Bremsenstich aus?
Ein Bremsenstich, der sich entzündet, unterscheidet sich von einer normalen Hautreaktion vor allem dadurch, dass die Beschwerden mit der Zeit stärker statt schwächer werden. Typische Anzeichen sind eine zunehmende Rötung, eine starke Schwellung und Schmerzen an der betroffenen Stelle. Die Haut kann sich deutlich warm oder heiß anfühlen und empfindlich auf Berührungen reagieren. In manchen Fällen tritt Eiter aus oder die Wunde beginnt zu nässen. Kommen Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost oder ein allgemeines Krankheitsgefühl hinzu, solltest du den Bremsenstich ärztlich abklären lassen.
Wann sollte ich bei einem Bremsenstich in die Arztpraxis gehen?
Ein Bremsenstich ist in der Regel harmlos und heilt meist von allein wieder ab. Doch er reizt die Haut stark und in manchen Fällen kann auch ein Bremsenstich zu einer Entzündung führen. Das passiert, wenn Bakterien in die offene Hautstelle gelangen. Behalte also die Bissstelle und deinen Körper im Blick. Die folgenden Reaktionen solltest du ärztlich abklären lassen:
- Starke Beschwerden: Bei Schwindel, Atemproblemen, Fieber, Schüttelfrost und einem starken Krankheitsgefühl nach einem Bremsenstich solltest du umgehend eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
- Schmerzen: Fühlt sich die Bissstelle heiß an, pocht oder schmerzt sehr stark, kann das auf eine Entzündung hindeuten, die behandelt werden muss.
- Keine Besserung: Wird die Stelle selbst nach einigen Tagen nicht langsam besser oder verschlechtert sich sogar, ist ein Arztbesuch sinnvoll.
- Bremsenstich im Gesicht: Schwellungen können im Gesicht besonders stark ausfallen. Tritt etwa ein Biss in Augennähe auf, kann das Lid stark zuschwellen und das Sehfeld beeinträchtigen.
Wie kann ich Bremsenstichen im Alltag vorbeugen?
Vor allem an warmen Sommertagen können Bremsen schnell lästig werden. Erfahre, wie du schmerzhaften Bissen vorbeugen kannst:
- Insektenschutz verwenden: Nutze Produkte, die ausdrücklich gegen Bremsen getestet wurden. Nicht jedes Insektenschutzmittel schützt zuverlässig vor Bremsen.
- Schweiß abwaschen: Körperwärme und Schweiß ziehen Bremsen an. Nach dem Sport oder nach körperlicher Anstrengung solltest du verschwitzte Kleidung wechseln oder gleich duschen.
- Heiße Tageszeiten meiden: Viele Bremsen sind vor allem an warmen, sonnigen Tagen aktiv. Morgens oder später am Abend kann ihre Aktivität teilweise geringer sein.
Gut zu wissen: Dünne, anliegende Kleidung hält Bremsen nicht auf, denn mit ihren Mundwerkzeugen können sie leichte Stoffe durchtrennen. Besser eignen sich weite, fest gewebte Stoffe, um dich gegen Bremsenbisse zu schützen.
Häufige Fragen zum Thema Bremsenstich
Du hast noch weitere Fragen zum Thema Bremsenstich? Hier findest du noch mehr Antworten.
Besteht bei einem Bremsenstich ein Risiko für Borreliose?
Kann ein Bremsenstich eine Blutvergiftung verursachen?
Was ist der Unterschied zwischen einem Mückenstich und einem Bremsenstich?
Können Bremsen mehrfach beißen?
Kann man auf einen Bremsenstich allergisch reagieren?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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