Mückenstich entzündet: Was tun bei Rötung, Schwellung und Schmerzen?

Ein Mückenstich ist meist lästig. Wenn die Stichstelle stark gerötet bleibt, pocht und sich heiß anfühlt, kann womöglich eine Entzündung dahinterstecken. Schon leichtes Kratzen kann genügen, um Keime in die Wunde zu bringen. Informiere dich hier, woran du einen entzündeten Mückenstich erkennst, was die Beschwerden lindert und wann du ärztliche Hilfe einholen solltest. 

Ein Junge kratz an einem entzündeten Mückenstich

Ein entzündeter Mückenstich ist ein Insektenstich, bei dem sich die Haut durch eine Infektion oder starke Immunreaktion stärker entzündet als üblich.

Wie sieht ein entzündeter Mückenstich aus? 

Hat sich ein Mückenstich entzündet, kann sich die Stelle großflächig röten, heftig anschwellen und sich spürbar warm oder sogar heiß anfühlen. Oftmals verhärtet sich das Gewebe auch, schmerzt bei Berührung und pocht. Manchmal bilden sich auf dem Stich kleine Bläschen oder eine eitrige Kruste. Hält der Juckreiz ungewöhnlich lange an oder wird die Haut nach einigen Tagen empfindlicher, spricht das ebenfalls für eine Entzündung. Eiter oder gelbe Wundflüssigkeit sind eindeutige Warnzeichen für eine bakterielle Infektion. 

Woran erkennt man den Unterschied zwischen einem normalen und entzündeten Mückenstich?

Ein normaler Mückenstich juckt meist stark, bleibt aber klein und klingt nach wenigen Tagen wieder ab. Ein entzündeter Mückenstich verursacht dagegen oft stärkere Beschwerden und heilt langsamer. Die Haut kann deutlich anschwellen, sich heiß anfühlen oder schmerzen. Teilweise bildet sich auch Eiter.

Normaler MückenstichEntzündeter Mückenstich
kleiner roter Stichgroßflächige Rötung
starker JuckreizSchmerzen oder Pochen
leichte Schwellungstarke Schwellung oder Verhärtung
klingt nach wenigen Tagen abBeschwerden nehmen zu oder halten länger an
Haut bleibt eher kühlHaut fühlt sich warm oder heiß an
kein EiterEiter oder gelbliche Flüssigkeit möglich

Was tun bei einem entzündeten Mückenstich? 

Ein entzündeter Mückenstich sollte möglichst früh gereinigt und gekühlt werden. So lässt sich verhindern, dass sich die Entzündung verschlimmert. Wichtig ist vor allem: nicht kratzen und die Haut sauber halten.

  1. Stich reinigen und desinfizieren
    Wasche die betroffene Hautstelle vorsichtig mit Wasser und tupfe sie trocken. Anschließend kannst du ein geeignetes Desinfektionsmittel auftragen. So verringerst du das Risiko, dass sich weitere Keime vermehren.
  2. Nicht kratzen
    Auch wenn der Juckreiz stark ist: Kratzen reizt die Haut zusätzlich und kann kleine Wunden verursachen. Dadurch gelangen Bakterien leichter in die Einstichstelle und die Entzündung kann sich verschlimmern.
  3. Die Stelle kühlen
    Kühlung kann Schwellungen, Schmerzen und Juckreiz lindern. Geeignet sind zum Beispiel kalte Umschläge oder Kühlpads. Bei einer starken Schwellung kannst du rund 10 bis 20 Minuten kühlen. Wichtig: Wickle Kühlpacks immer in ein Tuch ein und lege sie nicht direkt auf die Haut.
  4. Entzündungshemmende Mittel nutzen
    Kühlende Gele, Insektenstich-Gele oder niedrig dosierte Hydrocortison-Cremes können die Haut beruhigen. Welche Mittel sinnvoll sind, hängt von den Beschwerden ab. Lass dich dazu in der Apotheke beraten.
  5. Die Haut schützen
    Berühre den Stich möglichst nicht mit ungewaschenen Händen. Wenn die Stelle offen ist oder nässt, kann ein Pflaster helfen, die Haut vor weiteren Reizungen zu schützen.
  6. Hausmittel nur ergänzend anwenden
    Manche Hausmittel können den Juckreiz kurzfristig lindern. Sie ersetzen aber keine medizinische Behandlung, wenn die Haut stark entzündet ist, eitert oder sich die Rötung ausbreitet.

Warum entzündet sich ein Mückenstich?

Der Stechrüssel der Mücke hinterlässt beim Stechen eine winzige Wunde, durch die die natürliche Schutzbarriere der Haut durchbrochen wird. Erreger können so in den Körper gelangen. Doch meist entzünden sich die Insektenstiche nicht von selbst, sondern erst, wenn du wegen des Juckreizes zu kratzen beginnst

Durch das Kratzen entstehen winzige Risse in der Haut, sodass Keime leichtes Spiel haben. Bakterien wie Staphylokokken gelangen so über deine Fingernägel in die offene Wunde und können entzündliche Infektionen auslösen. Daneben gibt es weitere Faktoren, die eine Entzündung begünstigen:

  • Erreger im Mückenspeichel: In seltenen Fällen können Mücken Krankheitserreger übertragen. In Deutschland entstehen entzündete Mückenstiche jedoch meist durch Bakterien, die durch Kratzen in die Haut gelangen.
  • Geschwächtes Immunsystem: Wenn deine Abwehrkräfte geschwächt sind, dauert es mitunter länger, bis der Körper die Entzündung eindämmt.
  • Wärme und Schweiß: Beides kann die Haut zusätzlich reizen und dazu beitragen, dass sich Bakterien in der kleinen Wunde vermehren. 

Wie lange dauert ein entzündeter Mückenstich?

Ein entzündeter Mückenstich heilt oft langsamer als ein normaler Stich. Während gewöhnliche Mückenstiche meist nach wenigen Tagen abklingen, können Entzündungen ein bis zwei Wochen Beschwerden verursachen. Wie lange die Heilung dauert, hängt unter anderem davon ab, wie stark die Haut gereizt ist und ob Bakterien in die Wunde gelangt sind.

Die Beschwerden sollten sich nach einigen Tagen langsam bessern. Wird die Rötung größer, kommt Eiter hinzu oder treten Fieber und starke Schmerzen auf, solltest du die Stelle ärztlich abklären lassen.

Was gilt bei entzündeten Mückenstichen bei Kindern?

Kinder kratzen Mückenstiche oft unbewusst auf. Dadurch können leichter Bakterien in die Haut gelangen und Entzündungen entstehen. Die betroffene Stelle kann stärker anschwellen, sich röten oder empfindlich werden. Besonders kleine Kinder reagieren außerdem häufig deutlicher auf Mückenstiche als Erwachsene.

Wichtig ist, den Juckreiz möglichst früh zu lindern und darauf zu achten, dass das Kind nicht kratzt. Kühlung und geeignete Mittel aus der Apotheke können helfen. Breitet sich die Rötung aus, bekommt das Kind Fieber oder wirkt ungewöhnlich schlapp, solltest du die Beschwerden ärztlich abklären lassen.

Wie erkenne ich nach einem Mückenstich eine allergische Reaktion?

Mückenstiche können bei einer Allergie gefährlich werden, allerdings ist das deutlich seltener als bei Bienenstichen oder Wespenstichen der Fall. Manche Menschen reagieren auf die Eiweiße im Mückenspeichel allergisch. Während die Stelle bei einer bakteriellen Infektion oft erst nach einiger Zeit anschwillt, reagiert der Körper bei einer Insektengiftallergie meist sofort. Bei Allergikerinnen und Allergikern schwillt die Haut direkt stark an, die Schwellung kann über das ganze Gelenk reichen und sogar Blasen bilden.

Weitere Warnzeichen für eine Allergie können sein: 

  • Starker Juckreiz: Die Stelle juckt intensiver als sonst und kann länger gereizt bleiben.
  • Quaddeln oder Nesselsucht: Es können sich erhabene, juckende Hautstellen bilden, auch etwas entfernt von der Einstichstelle.
  • Kreislaufbeschwerden: Schwindel, Herzrasen oder ein Schwächegefühl zeigen, dass der Körper stärker reagiert. Das solltest du ärztlich abklären lassen.
Ein Notfall besteht, wenn nicht nur die Haut, sondern der ganze Körper auf den Stich reagiert. Dazu gehören Atemnot, Kreislaufprobleme, Schwellungen im Gesicht und Hals oder ein anaphylaktischer Schock. Wenn solche Beschwerden auftreten, ist schnelles Handeln wichtig. Wähle sofort den Notruf 112. Falls du bereits ein ärztlich verordnetes Notfallset hast, nutze es so, wie es dir erklärt wurde.

Wann sollte ich mit einem entzündeten Mückenstich zum Arzt?

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Bei einem entzündeten Mückenstich helfen anfangs oft einfache Maßnahmen wie Kühlen und Desinfizieren. Ärztlicher Rat ist aber sinnvoll, wenn die Schwellung sehr groß wird, weiter zunimmt oder die Stelle stark schmerzt, pocht, nässt oder eitert. Auch wenn die Entzündung nach zwei bis drei Tagen nicht langsam zurückgeht, solltest du sie abklären lassen.

Fieber, Schüttelfrost oder ein allgemeines Krankheitsgefühl sind ebenfalls Warnzeichen. Sie können darauf hindeuten, dass der Körper stärker auf die Entzündung reagiert. Wenn du unsicher bist, lass den Stich lieber frühzeitig von deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt anschauen.

Wie kann ich verhindern, dass sich ein Mückenstich entzündet?

Der wichtigste Punkt ist oft der schwerste: Den Mückenstich nicht aufkratzen. Denn je mehr die Haut verletzt wird, desto leichter können Keime eindringen. Deshalb empfiehlt es sich, etwas gegen den Juckreiz zu tun und die Stichstelle sauber zu halten:

  • Auf Hygiene achten: Säubere den Mückenstich möglichst bald und halte die Stelle sauber.
  • Juckreiz lindern: Wenn der Stich stark juckt, kann ein geeignetes Mittel aus der Apotheke helfen. So kratzt du weniger und die Haut kann sich erholen.
  • Mücken fernhalten: Lockere Kleidung erschwert Mücken das Zustechen. Viele Mückenarten fliegen in Bodennähe, daher lange Socken anziehen.
  • Insektenschutzmittel: Mit Repellents auf der Haut kannst du Mücken mithilfe von Geruchsstoffen abwehren. Das senkt das Risiko, überhaupt gestochen zu werden.

Häufige Fragen

Du hast noch weitere Fragen zu entzündeten Mückenstichen? Hier findest du weitere Antworten.

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