Hornissenstich: Was tun? Symptome, Behandlung und wann es gefährlich wird
Hornissen wirken durch ihre Größe bedrohlich, doch ein Hornissenstich ist meist harmloser als gedacht. Erfahre, was nach einem Stich hilft, wann ärztlicher Rat sinnvoll ist und wie du Hornissen am besten auf Abstand hältst.

Gut zu wissen:
Hornissen haben einen deutlich schlechteren Ruf, als es die scheuen Insekten eigentlich verdienen. Obwohl sie durch ihre Größe oft bedrohlich auf uns wirken, stechen sie nur in Notwehr. Das geschieht meist dann, wenn Menschen sich dem Nest nähern und ihr Brummen sowie Umkreisen als Warnzeichen ignorieren.
Anders als Bienen behalten Hornissen ihren Stachel und können deshalb öfter zustechen. Es ist aber ein Irrglaube, dass diese Insekten besonders aggressiv sind und mehrfach zustechen. Wenn du nach dem Angriff einer Hornisse ruhig bleibst, lässt das Insekt rasch von dir ab. Hornissen „jagen“ Menschen nie gezielt, außer das Volk will sein Nest verteidigen. Dann greifen auch mal mehrere Tiere gleichzeitig an, was aber zum Glück nur selten vorkommt.
Wie sieht ein Hornissenstich aus?
Ein Hornissenstich zeigt sich meist als gerötete Einstichstelle mit einer rundlichen Schwellung. Die betroffene Haut kann warm sein, jucken oder schmerzen. Je nach Körperstelle und individueller Reaktion fällt die Schwellung unterschiedlich stark aus. Bei größeren lokalen Reaktionen kann sie sich über mehrere Zentimeter ausbreiten.
Wann treten Symptome nach einem Hornissenstich auf?
Schmerzen, Rötung und Schwellung beginnen meist innerhalb weniger Minuten nach dem Stich. Allergische Reaktionen treten meist innerhalb von Minuten bis maximal 1-2 Stunden auf.
Wie lange bleibt die Schwellung bei einem Hornissenstich bestehen?
Die Schwellung erreicht meist in den ersten 24 Stunden ihren Höhepunkt. Danach klingt sie in der Regel innerhalb von wenigen Tagen wieder ab. Bei größeren lokalen Reaktionen kann die Schwellung auch bis zu einer Woche sichtbar bleiben.
Können Hornissenstiche gefährlich sein?
Auch wenn ein Hornissenstich für die meisten Menschen ungefährlich ist, kann er jedoch unangenehm wehtun oder brennen. Das liegt unter anderem an Acetylcholin, einem speziellen Nervenbotenstoff im Hornissengift. Dieser Stoff reizt deine Nervenenden direkt, weshalb du den Schmerz besonders intensiv wahrnimmst.
Wie lange hält der Schmerz bei einem Hornissenstich an?
Der starke Schmerz tritt meist unmittelbar nach dem Stich auf und lässt innerhalb weniger Stunden deutlich nach. Empfindliche Hautstellen können jedoch noch ein bis zwei Tage druckempfindlich bleiben. Meist verheilt der Stich komplett innerhalb weniger Tage ohne Folgen.
Sofortmaßnahmen nach einem Hornissenstich
Direkt nach einem Hornissenstich brennt oder pocht die Einstichstelle oft spürbar. Kurz darauf rötet sich die Haut, schwillt an und kann sich warm anfühlen. Wenn der erste Schmerz nachlässt, kommt häufig ein starker Juckreiz hinzu. Hat dich eine Hornisse erwischt, gibt es einige Sofortmaßnahmen, die deine Beschwerden lindern können. Gut ist jetzt alles, was die Haut beruhigt und nicht zusätzlich reizt.
- Wärme anwenden: Verwende direkt nach dem Stich einen elektrischen Stichheiler (Wärmestift). Die lokale Wärmeanwendung kann Beschwerden wie Juckreiz und Schmerzen lindern. Vermutlich werden dabei Bestandteile des Insektengifts sowie entzündliche Reaktionen in der Haut beeinflusst.
- Kühlen: Kühlpads oder kalte Umschläge helfen gegen die Schwellung. Wickle Kühlpads aus dem Gefrierfach immer in ein Tuch, bevor du sie auf deine Haut legst.
- Nicht kratzen: Ein Hornissenstich ist unangenehm und juckt. Trotzdem solltest du die Haut möglichst in Ruhe lassen. Beim Kratzen können Bakterien in die Wunde gelangen.
- Desinfizieren: Eine saubere Stichstelle entzündet sich seltener. Nutze hierzu ganz einfach Wasser und milde Seife oder, wenn vorhanden, ein Desinfektionsspray.
Hausmittel gegen Hornissenstiche
Unterstützende Hilfe durch Medikamente
Wenn die Beschwerden nach einem Hornissenstich deutlich spürbar bleiben, können zum Beispiel antiallergische Gele oder Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen sinnvoll sein. Achtung: Bei bestimmten Vorerkrankungen sind manche Schmerzmittel nicht geeignet. Lass dich daher in der Apotheke oder in deiner Hausarztpraxis beraten.
Wie schnell tritt eine allergische Reaktion nach einem Hornissenstich auf?
Eine Insektengiftallergie macht sich meist innerhalb weniger Minuten nach dem Stich bemerkbar. Wenn du nicht genau weißt, ob du gegen Insektengifte allergisch bist, solltest du nach dem Stich wachsam bleiben und die Einstichstelle im Auge behalten. Achte besonders auf Beschwerden, die nicht nur an der Einstichstelle auftreten, sich schnell ausbreiten oder sich auf deinen Kreislauf auswirken.
Anzeichen einer allergischen Reaktion
- Hautreaktionen am ganzen Körper: Dazu gehören Quaddeln und starke Rötungen, die nicht nur rund um den Stich auftreten.
- Schwellungen im Gesicht oder am Hals: Geschwollene Lippen, Augenlider, ein Engegefühl im Hals oder ein pelziges Gefühl auf der Zunge sind erste Warnzeichen.
- Probleme beim Atmen oder Schlucken: Atemnot, pfeifende Atmung oder Schluckbeschwerden sollten sofort abgeklärt werden.
- Kreislaufbeschwerden: Schwindel, Herzrasen, Übelkeit, Schwächegefühl oder Benommenheit können ebenfalls auf eine stärkere Reaktion hinweisen.
Treten solche Symptome auf, sollte sofort medizinische Hilfe gerufen werden.
Sofort den Notruf 112 wählen
Rufe umgehend den Notruf 112 nach einem Hornissenstich, wenn du folgende Anzeichen bei dir oder anderen bemerkst:
- Stich im Mund, Rachen oder Hals: bei Schwellungen, die die Atmung einschränken
- Verdacht auf eine allergische Reaktion: bei Atemnot, Herzrasen und Kreislaufproblemen
- andere ernste Symptome: bei starker Übelkeit, Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit
Nutze bei einer bereits bekannten Insektengiftallergie das Notfallset so, wie es dir erklärt wurde. Im Zweifel solltest du nicht abwarten, sondern dir direkt Hilfe holen.
Wann solltest du mit einem Hornissenstich zum Arzt?
Falls die betroffene Stelle außergewöhnlich stark anschwillt oder die Schmerzen mit der Zeit eher zunehmen statt abklingen, ist ein Besuch in der Arztpraxis ratsam.
Auch wenn sich der Stich nach zwei bis drei Tagen nicht langsam bessert, solltest du deine Hausärztin oder deinen Hausarzt um Rat fragen. Achte besonders auf Veränderungen, die erst nach einigen Tagen auftreten. Flammt die Rötung erneut auf, fühlt sich die Haut heiß an oder bildet sich gar Eiter, deutet das auf eine Entzündung hin, die abgeklärt werden sollte.
So vermeidest du Hornissenstiche
Hornissen stechen meist nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Am wichtigsten ist es deshalb, ruhig zu bleiben und den Tieren nicht zu nah zu kommen. Halte drei bis vier Meter Abstand zu Hornissennestern, verstelle keine Fluglöcher, also die Ein- und Ausgänge des Nestes, und stochere niemals im Nest herum.
Fuchtle bei einer Begegnung nicht wild herum und schlage nicht nach den Insekten, denn dadurch fühlen sie sich bedroht. Grundsätzlich gilt: Hornissen nicht anfassen oder wegpusten.
Wenn du dich länger in der Nähe eines Nests aufhältst, ist helle Kleidung besser geeignet. Dunkle Farben erinnern Hornissen instinktiv an natürliche Feinde wie Marder oder Dachse, was sie schneller in Alarm versetzt. In hellen Stoffen wirkst du für Hornissen weniger bedrohlich, sodass die Insekten meist friedlich bleiben.
Gut zu wissen: Im Spätsommer und frühen Herbst sind Hornissenvölker besonders groß. Dann begegnet man den Tieren häufiger, und in der Nähe ihres Nests verteidigen sie sich schneller, wenn sie sich gestört fühlen. Halte deshalb gerade in dieser Zeit genügend Abstand und bleib ruhig.
Häufige Fragen zum Hornissenstich
Du hast noch mehr Fragen zum Thema Hornissenstich? Hier findest du weitere Antworten.
Ist ein Hornissenstich schlimmer als ein Wespenstich?
Sind bei Hornissenstichen Spätfolgen möglich?
Kann ein Hornissenstich tödlich sein?
Stehen Hornissen unter Naturschutz?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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