Die erste Periode: Wann sie kommt und welche Anzeichen sie ankündigen

Mutter fasst ihrer Tochter liebevoll an die Schultern und hört ihr zu

Bei deinen Freundinnen ist sie schon da und du wartest noch? Einerseits bist du freudig gespannt, andererseits fürchtest du dich aber auch etwas vor ihr – deiner ersten Periode. Wichtig ist: Die erste Regelblutung ist vieles, aber definitiv kein Grund, sich zu schämen. Wir beantworten im Folgenden die wichtigsten Fragen zur ersten Periode.

Was ist die Periode?

Im Verlauf deines Zyklus bereitet sich die Gebärmutter auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Dabei wächst die Gebärmutterschleimhaut. Nistet sich keine Eizelle ein, wird die Gebärmutterschleimhaut am Ende des Zyklus abgestoßen – deine Periode setzt ein. Meist dauert sie vier bis sieben Tage.

Die erste Menstruation wird in der Medizin als Menarche bezeichnet. Andere Begriffe für die Periode sind außerdem Menstruation, Regel, Regelblutung oder auch Menstruationsfluss. Umgangssprachlich gibt es eine Vielzahl an Begriffen, zum Beispiel „Erdbeerwoche", „Ketchup-Woche", „auf der roten Welle surfen" oder „Besuch von Tante Rosa".

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Wann haben Mädchen ihre erste Periode?

Die Pubertät bringt viele Änderungen mit sich. Eine davon ist, dass du deine Periode bekommst. Das passiert im Durchschnitt um das 13. Lebensjahr. In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Mädchen gestiegen, die ihre erste Periode bereits im Alter von 11 bis 12 Jahren bekommen.
Falls du dir unsicher bist, ob deine Entwicklung normal verläuft, du Fragen zur Periode hast oder einfach mit jemandem über deine erste Periode reden willst, raten wir dir, mit deinen Eltern oder einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt zu sprechen. So bekommst du ein Bild, wie die Periode bei anderen Mädchen abläuft und was dich erwartet.

Gynäkologin Dr. Sheila de Liz erklärt, was es mit der Periode auf sich hat und wann sie im Schnitt einsetzt.

Wie kündigt sich die erste Periode bei Mädchen an?

Dass die erste Periode bevorsteht, ist oft leicht zu erkennen. Zumindest wenn man weiß, wie die Anzeichen aussehen. 

  • Der Weißfluss: Die meisten Mädchen bekommen etwa ein Jahr, bevor die erste Periode einsetzt, den Weißfluss. Das ist eine weißliche bis gelbliche Absonderung aus deiner Vagina. Sie sammelt sich in deiner Unterhose und trocknet. Du erkennst den Weißfluss an weißen Flecken in deinem Slip.
  • Der Wachstumsschub: Viele Mädchen berichten darüber, dass sie in der Zeit vor der ersten Regelblutung einen Wachstumsschub bemerkt haben. Sie sind dabei nicht nur nach oben geschossen, sondern auch ihre Brüste sind gewachsen. Auch der Rest deines Körpers verändert sich. Dein Becken wird breiter und du bekommst eine Taille.
  • Krämpfe und Ziehen im Unterleib: Wie jede Periode können Schmerzen auch die allererste Regelblutung begleiten.

Wenn dann schließlich deine erste Periode einsetzt, bemerkst du vermutlich einen etwas bräunlichen Ausfluss. Es kann aber auch sein, dass schon einige Tropfen Blut sichtbar werden. Aber auch eine stärkere Blutung ist vollkommen normal.

Warum ist die Periode ein Tabu? Dr. Sheila de Liz erklärt, warum daran nichts peinlich ist. 

Wie kann ich für die erste Periode vorsorgen?

Falls du dir Sorgen machst, dass deine ersten Tage vollkommen überraschend in einer unpassenden Situation beginnen, gilt der Tipp: Sobald du Anzeichen bemerkst, dass deine Menstruation bald einsetzen könnte, trag Slipeinlagen oder Menstruationsslips. So kann nichts passieren. Nützlich ist es auch, Hygieneartikel dabei zu haben. 

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Wie lange dauert die erste Periode?

Die Dauer der Regelblutung ist individuell. Im Durchschnitt dauert sie drei bis sieben Tage. Es gibt Frauen, die in dieser Zeit über Rücken- und Unterleibsschmerzen klagen. Dagegen helfen zum Beispiel Wärmekissen. Gehen die Schmerzen nicht weg, dann frage bei deiner Mutter nach oder wende dich an eine Gynäkologin oder einen Gynäkologen.

Worauf du auch vorbereitet sein musst: Es kann sein, dass du dich während deiner Regelblutung mit Stimmungsschwankungen oder Müdigkeit herumschlagen musst. Mach dir wegen beidem keine Sorgen. Auch diese Begleiterscheinungen treffen ziemlich viele Frauen – die einen stärker, die anderen schwächer.

Mit dem Einsetzen deiner Periode raten wir dir, einen Menstruationskalender anzulegen und anschließend gewissenhaft zu führen. Darin trägst du ein, wann deine Periode anfängt, wie stark sie an welchem Tag ist und wann sie wieder aufhört. Dieser Kalender ist nicht nur für dich eine Hilfe, sondern liefert deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen auch nützliche Informationen. Zum Beispiel, wenn deine Blutung überdurchschnittlich lang ist. 

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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Wie verändert sich mein Körper nach der ersten Periode?

Rund um deine erste Periode verändert sich dein Körper. Für dich beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Folgende Entwicklungen und Veränderungen gehen mit der ersten Menstruation Hand in Hand:

  • Weißfluss: Du siehst weiße Flecken in deiner Unterwäsche.
  • Stimmungsschwankungen: Manchmal bist du „grundlos“ sauer, ungeduldig oder freudig.
  • Haarwachstum: Du bekommst Haare unter den Achseln und im Intimbereich.
  • Rundungen: Das Becken wird breiter und es bildet sich eine Taille.
  • Brustwachstum: Deine Brüste wachsen.

PMS – das prämenstruelle Syndrom

Es ist möglich, dass du künftig in den Tagen vor deiner Periode Beschwerden des prämenstruellen Syndrom (PMS) bemerkst. Das geht vielen Frauen so, muss aber nicht zwangsläufig eintreten. Betroffene Frauen berichten in der Zeit nach dem Eisprung und vor der Menstruation von Kopf- und Unterleibsschmerzen. Zudem fühlen sich viele gereizt, traurig und aufgeschwemmt. Die Symptome können dabei sehr unterschiedlich ausfallen und teils so stark sein, dass ein Schulbesuch zum Beispiel unmöglich wird.

Erste Periode: Tipps für die Eltern

  • Nicht ignorieren: Liebe Eltern, viele Töchter wollen über das reden, was sich in ihrem Leben gerade verändert. Unser Tipp: Versuchen Sie, Ihrer Tochter mit Anekdoten oder Geschichten aus der eigenen Jugend Hemmungen und Ängste zu nehmen. Achten Sie darauf, ihr Selbstbewusstsein aufzubauen.
  • Ermutigen: Als Eltern nehmen Sie die körperlichen Veränderungen oft eher wahr als Ihr Kind. Suchen Sie das Gespräch mit Ihrer Tochter. Je besser sie auf die erste Monatsblutung vorbereitet ist, desto gelassener sieht sie dem besonderen Tag entgegen.
  • Eigene Erfahrungen: Liebe Mütter, erinnern Sie sich daran, wie Ihre erste Periode und die Zeit davor und danach waren. Teilen Sie Ihr Wissen um Hygieneprodukte, Verhaltensmöglichkeiten und die eigene Gelassenheit mit Ihren Töchtern. Das verringert die kindliche Unsicherheit.
Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
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