Kopfschmerzen nach dem Sport: Ursachen, Einordnung und Praxistipps

Ob Kraft- oder Ausdauertraining: Sport beansprucht den Körper. Wenn sich nach dem Training aber statt eines Muskelkaters Kopfschmerzen einstellen, solltest du genau hinspüren. In manchen Fällen handelt es sich beim Schädelbrummen nach den Fitnesseinheiten um sogenannte Anstrengungskopfschmerzen. Die sind unangenehm und eine Körperreaktion, die du nicht auf die leichte Schulter nehmen solltest. Hier erfährst du, wie du Kopfschmerzen nach dem Training einordnen kannst, welche Maßnahmen dagegen helfen und wann du sie besser ärztlich abklären lässt.
Was bedeuten Kopfschmerzen nach dem Sport?
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Wenn Kopfschmerzen stets während oder nach dem Sport auftreten, bei normaler körperlicher Aktivität oder in Ruhephasen aber ausbleiben, kann es sich um Anstrengungskopfschmerzen handeln. Laut medizinischer Definition ist das der Fall, wenn die Schmerzen durch körperliche Belastung ausgelöst werden, ohne dass ein anderweitiges organisches Problem, zum Beispiel ein Tumor, im Schädelbereich besteht. Bist du von Kopfschmerzen nach dem Sport häufiger betroffen, suche zeitnah deinen Arzt oder deine Ärztin auf, um die Gründe abklären zu lassen.
Übrigens: Anstrengungskopfschmerzen entstehen bei Aktivitäten, bei denen der Kreislauf belastet wird. Dazu gehören zum Beispiel Laufen, Schwimmen, Tennis oder Rudern. Die Kopfschmerzen nach dem Sport kommen zudem bei Kraftanstrengungen wie beim Gewichte stemmen oder allgemein in Situationen vor, bei denen du große Lasten bewegst. Diese Art von Kopfweh äußert sich als meist beidseitiges, pulsierendes Gefühl, das zuweilen in den Hinterkopf ausstrahlt. Anstrengungskopfschmerzen ähneln Migräne und können wenige Minuten bis mehrere Stunden lang anhalten.
Exkurs: Woher kommen Kopfschmerzen?
Während das Gehirn selbst schmerzunempfindlich ist, entsteht Kopfweh im Bereich der Hirnhaut, den Gefäßwänden, der Muskulatur in und am Kopf oder der Kopfhaut. All diese Bereiche sind mit Nerven versehen, die auf mechanische und chemische Reize oder fehlgeleitete Signale reagieren. Medizinisch unterscheidet man primäre und sekundäre Kopfschmerzen. Vereinfacht gesagt, sind sekundäre Kopfschmerzen Folgen übergeordneter Krankheiten oder anatomischer Probleme, beispielsweise Stoffwechselstörungen, Infektionen oder Verletzungen. Primäre Kopfschmerzen haben dagegen keine zugrundliegende Erkrankung. Sie können durch genetische oder externe Faktoren sowohl unmittelbar als auch indirekt ausgelöst werden. Dazu gehören Verspannungen, Dehydrierung, Schlafmangel oder Stress.
Welche Ursache haben Anstrengungskopfschmerzen nach dem Sport?
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Die genauen Auslöser für Anstrengungskopfschmerzen sind medizinisch noch nicht geklärt. Nach aktuellem Forschungsstand wird angenommen, dass es durch die körperliche Anstrengung zu einem Rückstau von Blut im Bereich des Kopfes kommt. Ein möglicher Grund könnten dabei Probleme mit den Venenklappen im Hals sein. Wenn die nicht ganz „dicht“ sind, kann durch die Bewegung beim Sport etwas Blut durch die Venenklappen in die falsche Richtung „zurückgedrückt“ werden. Dadurch entsteht Druck im Venensystem des Gehirns, was wiederum die Kopfschmerzen beim Sport auslöst.
Ein weiterer Faktor für Kopfschmerzen nach dem Sport scheinen hohe Temperaturen und Höhenlagen zu sein. Unter diesen Bedingungen treten die Beschwerden häufiger auf.
Wenn du mindestens zweimal Kopfschmerzen während oder unmittelbar nach sportlicher Belastung hattest, die nicht länger als zwei Tage anhielten, könnte es sich um primäre Anstrengungskopfschmerzen handeln. Eine medizinische Abklärung verschafft dir hier Klarheit.
Sonstige Faktoren für Kopfschmerzen bei Sport
Es gibt jedoch noch einige weitere Faktoren, die Kopfschmerzen im Kontext des Trainings auslösen können. Dies sind jedoch ganz klar vom echten Anstrengungskopfschmerz zu unterscheiden: Sie sind situationsabhängig (Umweltbedingungen, mechanische Effekte) oder du kannst ihnen bewusst gegensteuern, zum Beispiel mit der richtigen Atemtechnik beim Sport,Beispiele für Auslöser von Kopfschmerzen nach dem Sport sind:
- Flüssigkeitsverlust: Beim Schwitzen verliert dein Körper nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Elektrolyte. Das sind verschiedene Mineralstoffe, die in den Körperflüssigkeiten gelöst sind und im Organismus unter anderem Nerven und Muskelfunktionen regulieren. Bei Salzverlusten durch schweißtreibenden Sport kann es zu Problemen bei der Reizweiterleitung kommen.
- Atmung: Wenn du zu flach atmest, kommt weniger Sauerstoff im Gehirn an. Zugleich wird zu viel Kohlendioxid ausgeatmet und der CO₂-Spiegel im Blut sinkt. Als Folge verengen sich die Blutgefäße, was den Sauerstofftransport zusätzlich erschwert. Nebenbei versetzt flaches Atmen den Körper in Stress und kann Verspannungen im Schulter-Nackenbereich auslösen. Das wiederum strahlt gegebenenfalls in den Kopf aus.
- Verspannungen: Fehlhaltungen begünstigen Muskelanspannungen. Die können sich durch Druck auf die Nerven in Kopfschmerzen niederschlagen.
- Blutzucker: Wenn du beim Sport viel Energie verbrauchst und dein Blutzucker zu stark absinkt, kommt es zu einer Unterversorgung des Gehirns. Eine mögliche Folge sind Kopfschmerzen.
- Blutdruckspitzen: Manchmal werden die Kopfschmerzen nach Sport durch den Blutdruck verursacht. Dessen rapider Anstieg bei großer Anstrengung führt dazu, dass die (schmerzempfindlichen) Blutgefäße im Gehirn gedehnt werden. Das erzeugt zeitweilig Druck im Schädel.
- Mechanische Belastungen: Wenn du beispielsweise beim Lauftraining mit schlecht gedämpften Schuhen auf hartem Untergrund joggst, setzen sich die Erschütterungen bis zum Kopf fort.
Was hilft gegen Kopfschmerzen beim Sport?
Kopfschmerzen nach Sport: Was tun?
- Kühlen: Ein feuchtes Tuch oder verdünntes ätherisches Minzöl auf Stirn und Schläfen bringt angenehme Kühlung.
- Verspannungen lösen: Mit einer Nackenmassage oder sanften Dehnübungen lassen sich verhärtete Muskeln lockern.
- Ruhe: Ziehe dich eine Weile in eine reizarme, abgedunkelte Umgebung zurück und gönne dem Kopf eine Auszeit zum Regenerieren.
Wenn all das nicht hilft, kannst du Kopfschmerzen nach dem Sport mit einer gut verträglichen Schmerztablette dämpfen. Allerdings sollte das nicht zur Angewohnheit werden. Wiederkehrende oder atypische Kopfschmerzen nach dem Sport sind nämlich ernst zu nehmende Warnzeichen und sollten ärztlich abgeklärt werden.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Nur weil Kopfschmerzen beim Sport auftreten, ist die körperliche Aktivität nicht automatisch die Ursache. Wenn sich der Kopf beispielsweise anfühlt, als ob du einen zu engen Helm trägst, können es auch Spannungskopfschmerzen sein.
Gesetzt den Fall, du bist beim Training gestürzt oder von einem Ball getroffen worden, besteht die Möglichkeit, dass die Kopfschmerzen von einer unbemerkten Gehirnerschütterung kommen, die ärztlich abgeklärt werden sollte. Weitere gute Gründe, deine Symptome schnellstmöglich ärztlich abklären zu lassen sind:
- Erstmals auftretende starke Kopfschmerzen oder regelmäßige Kopfschmerzen, auch bei moderater sportlicher Aktivität,
- urplötzliche und sehr intensive Kopfschmerzen,
- länger als zwei Tage lang kontinuierliche Kopfschmerzen,
- bei Begleitsymptomen wie Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen und anderen neurologischen Symptomen,
- bei gleichzeitigen Gefühlsstörungen, zum Beispiel Kribbeln oder veränderter Berührungsempfindlichkeit.
Für schnelle ärztliche Hilfe kontaktierst du den ärztlichen Notdienst unter der Rufnummer 116 117.
Kurzzeitig nach dem Sport auftretende Kopfschmerzen in leichter oder nur moderater Stärke sind meist harmlos. Du kannst sie mit einfachen Maßnahmen und auf dein Leistungsniveau und die Umgebungsbedingungen angepasstem Training vermeiden. Sollte der Sport dir trotzdem oder regelmäßig Kopfweh bereiten, lass dich vorsorglich medizinisch beraten. Sekundäre Kopfschmerzen sind mögliche Begleiterscheinungen zahlreicher Erkrankungen – Abklärung ist hier die beste Vorbeugung.
Häufige Fragen zu Kopfschmerzen nach dem Sport
Wie lange nach Anstrengungskopfschmerz kein Sport?
Unabhängig vom Auslöser der Kopfschmerzen sollte eine kleine Trainingspause stattfinden, bis die Schmerzen völlig abgeklungen sind. Ein bis zwei Tage Ruhe sind ein guter Orientierungspunkt.
Soll man trotz Kopfschmerzen Sport machen?
Das kommt auf die Art der Schmerzen und die Sportdisziplin an. Bei starken Kopfschmerzen oder Migräneanfällen solltest du pausieren. Bei nur geringen Beschwerden können Aktivitäten wie Yoga, Tai-Chi oder einfaches Spazierengehen die Durchblutung sogar verbessern und beim Schmerzabbau helfen. Auf intensives Training solltest du allerdings verzichten, bis die Schmerzen ausgestanden sind.
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