Mit Kampfesmut und wissenschaftlichem Fortschritt kann es sein, den Krebs zu besiegen.

Krebs besiegen! Symptome, Diagnose, Therapie

Viele Krebspatienten haben gute Heilungschancen

Den Krebs besiegen – das ist zwar der Wissenschaft noch nicht gelungen, aber schon vielen Krebspatienten. Dennoch zählt „Sie haben Krebs“ für die meisten Menschen zu den schlimmsten vorstellbaren Sätzen überhaupt: Laut einer Umfrage der DAK-Gesundheit fürchten 73 Prozent der Deutschen die Krankheit, die heißt wie ein Krustentier, weit mehr als einen schweren Unfall, Schlaganfall, Demenz und Herzinfarkt.

Übertriebene Ängste und Panikmache helfen nicht, den Krebs zu besiegen – wegschauen aber auch nicht. Was Sie über Symptome, Diagnose und Therapie wissen sollten, lesen Sie hier und auf unseren Seiten zu häufigen Krebsarten.

Häufigkeit und Prognosen

Wie häufig ist Krebs und wie viele schaffen es, ihn zu besiegen?

Eigentlich ist es viel wahrscheinlicher, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben: Rund 40 Prozent aller Todesfälle in Deutschland werden darauf zurückgeführt und „nur“ 25 Prozent auf Krebs, der sich nicht besiegen ließ. Man verbindet diese Krankheit jedoch nach wie vor mit Hoffnungslosigkeit. Zu Unrecht: Zwar sind immer mehr Menschen in Deutschland von Krebs betroffen, das Robert Koch-Institut spricht von 490.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Das hat auch viel damit zu tun, dass wir immer älter werden. Durch Fortschritte bei Diagnose und Therapie steigen jedoch auch die Chancen, den Krebs zu besiegen. 

Krebs besiegen: Die Chancen sind viel besser geworden


Während vor 1980 zwei Drittel der Erkrankten an Krebs starben, ist es heute weniger als die Hälfte. Die genaue Prognose hängt entscheidend von der Krebsart und dem Stadium ab, in dem die Diagnose gestellt wird. Viele Patienten können nach Abschluss der Therapie ihr normales Leben weiterleben. Wir haben zu ausgewählten Krebsarten detaillierte Informationen für Sie gesammelt.

Wissens­wertes und Symptome

Krebs besiegen: Wissenswertes und Symptome


Wer Krebs besiegen will, sollte ihn kennen. Zunächst einmal ist Krebs nicht gleich Krebs, es handelt sich um einen Oberbegriff für über hundert verschiedene Krankheiten. Typisch für Krebs ist, dass entartete Körperzellen verrücktspielen. Die Zellen wachsen unkontrolliert und zerstören dabei umliegendes Gewebe, ein bösartiger Tumor (Fachbegriff: Malignom) entsteht. Der Betroffene bemerkt zunächst noch gar keine Symptome: Krebs verursacht oft erst nach längerer Zeit Beschwerden. Im späteren Stadium werden über das Blut oder die Lymphbahnen Tumorzellen in den ganzen Körper ausgeschwemmt, siedeln sich in anderen Organen an und bilden neue Tumore. Eine solche Absiedlung des ursprünglichen Tumors heißt Metastase (Tochtergeschwulst). 

Früherkennung ist wichtig, um Krebs zu besiegen


Wo Metastasen auftreten, hängt häufig von der Krebsart ab. Deshalb befürchtet man etwa beim Dickdarmkrebs insbesondere Lebermetastasen, beim Brustkrebs Knochenmetastasen. Je mehr Organe befallen sind, je später die Diagnose erfolgt, desto schwieriger ist die Therapie. Die Chancen für eine Heilung und die Lebenserwartung sinken. Früherkennung ist daher besonders wichtig, und zwar als regelmäßige Vorsorge auch ohne jegliche Symptome.

Die Symptome erkennen und den Krebs besiegen


Eindeutige Krebssymptome, mit unausweichlicher Diagnose und Therapie, gibt es kaum. Hinter manchem unspezifischen Anzeichen können ebenso völlig harmlose Ursachen stehen. Trotzdem gilt: Auffälligkeiten zeitnah abzuklären hilft dabei, Krebs zu besiegen. Mögliche Symptome sind: 

  • Schwäche, ständige Müdigkeit, plötzlicher Leistungsknick, Appetitlosigkeit
  • Fieber über 38° Celsius ohne Anzeichen eines Infekts
  • verstärktes, auch nächtliches Schwitzen
  • rasche Gewichtsabnahme ohne offensichtliche Ursachen
  • plötzliche Abneigung gegen bestimmte Speisen
  • Probleme beim Schlucken, Geschmacksstörungen
  • häufiges Auftreten von Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerz
  • Veränderung des Stuhlverhaltens, Blut oder Schleim im Stuhl
  • Blut im Urin
  • Blutungen aus der Scheide nach den Wechseljahren, aus der Brustwarze oder aus Leberflecken
  • hartnäckiger Husten, der länger als vier Wochen anhält, vor allem mit blutigem Auswurf
  • auffällige Hautveränderungen, schlecht heilende Wunden, Knoten
  • plötzlich geschwollene Lymphknoten

Risikofaktoren – was die Diagnose Krebs wahrscheinlicher macht


Risikofaktoren für Krebserkrankungen sind: 

  • das Alter. Für fast alle Krebsarten steigt das Risiko mit dem Alter an.
  • Rauchen (besonders: Lungen- und Kehlkopfkrebs)
  • übermäßiger Alkoholkonsum (besonders: Leber-, Magen- und Speiseröhrenkrebs)
  • Gifte, beispielsweise Benzol (besonders: Leukämie). Deshalb unbedingt Arbeitsschutzmaßnahmen einhalten!
  • UV-Licht (besonders: Hautkrebs)
  • Röntgenstrahlen
  • Infektionen und Entzündungen. Wer etwa an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung leidet, entwickelt häufiger Darmkrebs.
  • ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel durch Aids
  • eine unausgewogene Ernährung mit zu wenig Vitaminen und Ballaststoffen
  • Bewegungsmangel. Experten empfehlen etwa 30 Minuten täglich.
  • familiäre Vorbelastung. Bestimmte Krebsarten treten familiär gehäuft auf.

Gibt es eine Krebspersönlichkeit?


Laut einer repräsentativen Umfrage der Apotheken Umschau glaubt jeder zweite Deutsche, dass chronischer Stress oder traumatische Belastungen Krebs auslösen können. Jeder Vierte meint zudem, Menschen mit geringem Selbstwertgefühl, wenig Durchsetzungsvermögen oder Depressionen seien besonders anfällig für Tumore. Lässt sich der Krebs besiegen, eine Erkrankung womöglich schon in Vorfeld vermeiden, indem man Stress abbaut und seiner Seele Gutes tut? Für Thesen wie diese gibt es bislang keine Belege. Mal abgesehen davon, dass Seelenleid indirekt wirken kann, etwa wenn es den Tabak- oder Alkoholkonsum fördert.

Diagnose

Die Diagnose: Ein wichtiger Schritt, um Krebs zu besiegen


Die Krebsdiagnostik beginnt mit der Frage, ob wirklich ein Tumor vorliegt und ob dieser gut- oder bösartig ist. Bei Hinweisen auf Krebs wird danach das genaue Stadium der Erkrankung bestimmt. Davon hängt ab, welche Therapie gewählt wird und wie die Prognose ausfällt. Sollte sich der Krebs nicht mehr besiegen lassen, geht es darum, dem Erkrankten ein weitestgehend beschwerdefreies Leben mit der Krankheit zu ermöglichen – vielleicht über Jahre hinweg. 

Die gängigsten Diagnoseverfahren – neben dem Gespräch mit dem Arzt und einer allgemeinen körperlichen Untersuchung – sind: 

  • Blutabnahme
    Neben der Anzahl roter und weißer Blutkörperchen (Erythrozyten und Leukozyten) sowie der Blutplättchen (Thrombozyten) hat der Arzt bei diesem Diagnoseverfahren auch Entzündungszeichen, Blutgerinnung, Eisengehalt, verschiedene Elektrolyte sowie Werte bestimmter Zellenzyme im Blick. Bei einigen Krebsarten lassen sich zudem sogenannte Tumormarker, von den Krebszellen produzierte Eiweiße, im Blut nachweisen. Diese stützen die Diagnose allerdings nur in eingeschränktem Maße.

  • Röntgenuntersuchungen
    Geröntgt werden der Brustkorb (Röntgen-Thorax), im Hinblick auf eine mögliche Operation und um die Lunge auf Metastasen zu prüfen, sowie der Bauchraum (Röntgen-Abdomen).

  • Ultraschall (Sonografie)
    Ultraschalluntersuchungen liefern, ohne den Körper zu belasten, Hinweise auf eine eher bösartige oder eher gutartige Erkrankung.

  • Computertomografie (CT) und Kernspintomografie (MRT)
    Bei diesem Diagnoseverfahren werden mit Röntgenstrahlen (CT) beziehungsweise Magnetfeldern Schnittbilder von allen Körperregionen hergestellt. Manches lässt sich so besser darstellen als im Ultraschall.

  • Skelett- oder Knochenszintigrafie
    Dem Patienten wird ein schwach radioaktives Kontrastmittel gegeben, das auf Metastasen hinweisen kann. Szintigrafien werden auch bei der Untersuchung der Schilddrüse durchgeführt.

  • Spiegeluntersuchungen (Endoskopie)
    Ein flexibler Schlauch mit Minikamera gewährt in den Körper eingeführt Einblick in Magen, Darm, Lunge, Harnblase oder Gebärmutter. Gegebenenfalls können dabei Gewebeproben entnommen werden.

  • Abstrich und zytologische Untersuchung
    Von oberflächlichen Schleimhäuten, etwa am Gebärmutterhals, können Abstriche gemacht und unter dem Mikroskop betrachtet werden (zytologische Untersuchung).

  • Gewebeentnahme (Biopsie) und histologische Untersuchung
    Um die Diagnose zu sichern, entnimmt der Arzt mit einer Nadel oder Biopsiezange ein kleines Gewebestück und betrachtet es unter dem Mikroskop (histologische Untersuchung).

Therapie

Krebs besiegen mit der richtigen Therapie


Den Krebs besiegen, das ist leider nicht immer möglich. Zeitweilig in Schach halten lässt er sich aber auch bei vielen unheilbaren Fällen. Deshalb unterscheidet man in der Therapie zwischen dem kurativen und dem palliativen Ansatz. Bei Ersterem geht es um Heilung, nach einer erfolgreichen Therapie dürfen keine Metastasen oder befallenen Lymphknoten mehr nachweisbar sein und es sollte nicht zu einem Rezidiv kommen (Wiederauftreten der Erkrankung). Ziel einer palliativen Therapie ist eine bessere Lebensqualität für Patienten, bei denen keine Aussicht auf Heilung mehr besteht. 

Welche der diversen Therapieverfahren gewählt werden, hängt von der Krebsart, Ausmaß und Stadium, Vor- und Begleiterkrankungen sowie persönlichen Faktoren ab. Die möglichen Verfahren sind: 

  • Operation
    Durch eine Operation soll der Tumor inklusive befallener Lymphknoten möglichst komplett entfernt werden. Die Devise lautet: So wenig Gewebe wie möglich, aber so viel wie nötig.

  • Chemotherapie
    Krebs besiegen per Medikament: Mit den sogenannten Zytostatika sollen Krebszellen zerstört werden. Sie werden meist per Infusion verabreicht, ambulant oder stationär und stets in mehreren Zyklen, zum Beispiel insgesamt sechsmal mit zweiwöchigen Abständen. In den Pausen kann sich der Körper erholen. Denn: Leider schädigen die Zellgifte auch gesundes Gewebe, wodurch es etwa zu Haarausfall oder Zahnfleischentzündungen kommt. Die Nebenwirkungen dieser Therapieform sind heute aber weniger belastend als früher. Es gibt wirksame Medikamente gegen Übelkeit und andere Begleiterscheinungen. Wichtig: Dass eine Chemo empfohlen wird, bedeutet keinesfalls, dass es um den Patienten besonders schlecht steht!

  • Strahlentherapie
    Röntgenstrahlen in bestimmter Dosierung verursachen Zellschäden, von denen sich gesunde Zellen schnell wieder erholen, während Tumorzellen absterben – darauf basiert die Strahlentherapie. Sie wird über einige Wochen an mehreren Tagen pro Woche wiederholt und dauert pro Sitzung maximal 20 Minuten. Nebenwirkungen sind oft Reizungen der Haut und der Schleimhäute.

  • Hormontherapie
    Krebs in der Gebärmutterschleimhaut, der Brust oder der Prostata lässt sich bei bestimmten Tumoren gut mit einer Hormontherapie behandeln und – hoffentlich – besiegen. Die Tumorzellen verfügen hier oft über sogenannte Hormonrezeptoren, über die Hormone das Wachstum der Krebszellen beeinflussen. Es kann in der Therapie zu unerwünschten Begleiterscheinungen ähnlich wie in den Wechseljahren, zu vermehrter Wassereinlagerung, Störungen der Libido und anderem kommen.

Krebs besiegen mit ganzheitlicher Ausrichtung


Bei Bedarf begleiten Ärzte und Therapeuten die Patienten auf ihrem Behandlungsweg mit Sport, Ernährungsberatung und psychologischer Betreuung. Das ist schon deshalb sehr sinnvoll, weil die Behandlung und das bloße Wissen um die Krankheit auch große seelische Belastungen darstellen. Nach Abschluss der Therapie bietet sich eine Anschlussheilbehandlung in speziellen Nachsorgekliniken an. Sehr wichtig sind zudem die Nachsorgeuntersuchungen, die üblicherweise in den ersten zwei Jahren drei- bis viermal jährlich stattfinden. Fünf Jahre nach der Diagnose sollte noch einmal jährlich eine gründliche Krebsnachsorge durchgeführt werden. Falls der Patient zwischenzeitlich etwas Auffälliges bemerkt, muss das zeitnah abgeklärt werden. 

Für Diagnose und Therapie zum Spezialisten


Es empfiehlt sich, Krebs in darauf spezialisierten zertifizierten Zentren behandeln zu lassen, wo die Überlebenschancen in der Regel merklich höher sind. Zudem sollte die Nachsorge konsequent verfolgt werden, unter enger Zusammenarbeit von Spezialisten und niedergelassenen Ärzten. Ein Beispiel: Zwei von drei Brustkrebspatientinnen benötigen bis zu zehn Jahre lang eine antihormonelle Nachbehandlung. Tatsächlich bricht aber über ein Drittel der Patientinnen die Behandlung vorzeitig ab. An Punkten wie diesem kann das DAK-Gesundheitsprogramm Brustkrebs mit einer optimal aufgebauten Therapie und vielfältiger Unterstützung ansetzen – für die bestmögliche Prognose.

 

Zuletzt aktualisiert:
Mon Oct 12 15:06:51 CEST 2015

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