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Die Ureaplasmen-Infektion: Eine weit verbreitete Geschlechtskrankheit

Symbolbild für Uresplasmen

Egal, wie vorsichtig du bist: Gewisse Geschlechtskrankheiten lassen sich kaum vermeiden. So auch die sogenannte Ureaplasmen-Infektion. Aber keine Sorge: In diesem Artikel erfährst du alles, was du über Ureaplasma-Bakterien wissen musst!


Hattest du schon Sex? Wenn ja, könnte es sein, dass du dich bereits mit einer Geschlechtskrankheit infiziert hast. Das kannst du dir nicht vorstellen? Na ja, eine Infektion bedeutet nicht zwingend, dass du auch im klassischen Sinne krank bist. Oder dass es in irgendeiner Weise für dich unangenehm wird. Ein gutes Beispiel dafür ist die sogenannte Ureaplasmen-Infektion.


Ureaplasma urealyticum: Was wie ein mächtiges Laserstrahlen-Gewehr im Science-Fiction-Shooter klingt, ist in Wirklichkeit ein winzig kleines Bakterium. Das die allermeisten Menschen schon mal mit sich herumgetragen haben. Oder es immer noch tun. Denn diese Bakterien können auch bei gesunden Menschen zu Hause sein – ohne je irgendwelche Beschwerden zu verursachen. Warum mit einer Ureaplasmen-Infektion unter gewissen Umständen dennoch nicht zu spaßen ist, woran du sie erkennst und wie du dich vor ihr schützt – das erfährst du hier.

Was sind Ureaplasmen?

Ureaplasmen sind hochansteckende Bakterien, die bei unzähligen gesunden Menschen als normaler Bestandteil der Schleimhautflora im sogenannten Urogenitaltrakt leben. Also vor allem in der Vagina oder in der Harnröhre von Männern und Frauen. Dass wir von Ureaplasmen in der Regel nicht krank werden, liegt daran, dass sie von unserer normalen Immunabwehr in Schach gehalten werden können. Wenn sich unsere Immunabwehrsituation aber durch Stress oder eine andere Infektion ändert, haben die Bakterien bessere Chancen, sich auszubreiten bis eine Infektion entsteht. Weil sich die meisten Menschen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit der Ureaplasmen-Infektion anstecken, zählt sie zu den sexuell übertragbaren Krankheiten – kurz STI (Sexually Transmitted Infections). Sie gehört aber nicht im „klassischen“ Sinne zu den Geschlechtskrankheiten, da sie auch durch Blut, Speichel, Nadeln oder sogar durch die Luft übertragen werden kann.

Der leichte Übertragungsweg ist auch ein Grund, warum die Infektion so weit verbreitet ist: Schätzungen zufolge infizieren sich etwa 70 Prozent aller sexuell aktiven Menschen mindestens einmal im Leben mit Ureaplasmen. Das heißt aber nicht, dass alle etwas davon mitbekommen – wirkliche Symptome bleiben nämlich in der Regel aus.

Woran erkenne ich eine Infektion mit Ureaplasmen?

In seltenen Fällen macht sich das winzige Bakterium Ureaplasma urealyticum aber doch bemerkbar. So können etwa 10 bis 14 Tage nach der Ansteckung folgende Beschwerden auftreten: Du musst häufig pinkeln, das Wasserlassen bereitet dir Schmerzen oder dein Unterleib tut weh. Aber auch Rötungen und Entzündungen der Genitalien sind möglich, genau wie ein ungewöhnlicher Ausfluss aus Vagina oder Penis. Frauen nehmen zudem manchmal einen fischigen Geruch im Zusammenhang mit ihrer Vulva wahr, Männer eine Art Brennen in der Harnröhre. In ganz seltenen Fällen kann es auch zu schmerzhaften Entzündungen von Eierstock, Eileiter, Rachen oder Rektum kommen.

Einige der Symptome könnten vor allem den Frauen unter euch bekannt vorkommen – erinnern sie doch sehr an eine klassische Blasenentzündung. Das ist auch ein Grund, warum eine Ureaplasmen-Infektion manchmal über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleibt: wenn sie mit einer Blasenentzündung verwechselt wird. Eine Blasenentzündung kann sich aber auch aus einer Ureaplasma-Infektion entwickeln. Um mögliche Verwechselungen und generell Komplikationen auszuschließen, raten wir dir, bei Symptomen einen entsprechenden Arzt oder Ärztin (Fachrichtungen: Allgemeinmedizin, Gynäkologie oder Urologie) aufzusuchen, um dich untersuchen zu lassen. So stellst du sicher, dass mögliche Infektionen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Wie gefährlich ist eine Ureaplasmen-Infektion?

Bleibt eine Infektion mit Ureaplasmen tatsächlich länger unbemerkt, können unter Umständen gewisse Komplikationen auftreten. Das ist zwar selten, aber du solltest es trotzdem auf dem Schirm haben. Eine unbehandelte Ureaplasmen-Infektion kann bei Männern zum Beispiel zu einer Harnröhrenentzündung führen, die sich möglicherweise auf die Blase, die Prostata, die Hoden und die Nieren ausweiten kann. Im schlimmsten Fall hat das sogar eine Unfruchtbarkeit zur Folge. Bei Frauen hingegen besteht bei einer unbehandelten Ureaplasmen-Infektion das Risiko für eine sogenannte Genitaltraktinfektion. Dabei können sowohl die Vagina als auch der Geburtskanal von den Bakterien besiedelt sein, was auch hier im allerschlimmsten Fall die Unfruchtbarkeit nach sich zieht. Darüber hinaus kann es auch zu einer Beckenentzündung, einer Gebärmutterhalsentzündung oder zu Geburtskomplikationen kommen. Früh- oder Totgeburten nicht ausgeschlossen.

Wie wird eine Ureaplasmen-Infektion behandelt?

Die möglichen Gefahren im Zusammenhang mit Ureaplasmen klingen sicherlich gerade ziemlich heftig. Die gute Nachricht: Ist die richtige Diagnose gestellt, kann eine Ureaplasmen-Infektion schnell und einfach bekämpft werden. Je nach Ausprägung muss das gegen Ureaplasmen wirksame Antibiotikum zwischen 7 und 28 Tagen eingenommen werden, in der Regel ca. 10 Tage lang. Wichtig zu wissen: Bis die Infektion vollständig ausgestanden ist, müssen sexuelle Kontakte unbedingt vermieden werden. In jedem Fall solltest du bei dem Verdacht, dass „etwas“ nicht in Ordnung ist, sofort zu deiner Ärztin oder deinem Arzt gehen und dich gründlich untersuchen lassen.

J2: VORSORGEUNTERSUCHUNG

Bei der J2 (zwischen 16 und 17 Jahren) handelt es sich um eine einmalige Vorsorgeuntersuchung. Es geht um Früherkennung körperlicher Probleme sowie Sexualitätsstörungen. Die J2 ist eine freiwillige Mehrleistung der DAK-Gesundheit. MEHR INFOS

PS: Ab 20 Jahren kannst du einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wegen Früherkennung möglicher Krebserkrankungen.

Wie schütze ich mich vor einer Ureaplasmen-Infektion?

Egal, was du tust: Da Ureaplasmen hochansteckende Bakterien sind, die auf vielen Wegen übertragen werden können, ist es relativ wahrscheinlich, dass du dich im Laufe deines Lebens infizierst. Du kannst lediglich das Risiko verringern, indem du beim Sex Kondome oder ein Diaphragma – ein Verhütungsmittel für Frauen – benutzt. Wenn du keine monogame Beziehung führst, ist es zudem wichtig zu wissen, dass die Chance auf eine Ansteckung bei häufig wechselnden Geschlechtspartnerinnen und -partnern steigt. Das gilt aber nicht nur für eine Ureaplasmen-Infektion, sondern für so ziemlich alle Geschlechtskrankheiten. Zudem solltest du Sexspielzeug gründlich reinigen, wenn du es mit mehr als einer Person benutzen willst.

Was du noch tun kannst? Wenn du sexuell aktiv und in keiner verbindlichen, monogamen Beziehung bist, lass dich bei Beschwerden auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) testen. Und zwar spätestens dann, wenn du mindestens eines der oben genannten Symptome bemerkst. Wende dich einfach an eine urologische oder gynäkologische Praxis deines Vertrauens. Dort wirst du gründlich untersucht und der Erreger kann durch einen Urintest und einen Harnröhrenabstrich nachgewiesen werden. Das kann ein bisschen zwicken, ist allerdings schnell vorbei. Wenn du einen Partner oder eine Partnerin hast, kann es zudem sinnvoll sein, auch ihn oder sie zu behandeln. Auf diese Weise wird verhindert, dass ihr euch beim Sex gegenseitig ansteckt. Am praktischsten ist es dabei, die Behandlung parallel zu starten. Da ihr während der Antibiotikum-Therapie die Finger voneinander lassen müsst, könntet ihr auf diese Weise die Phase der Enthaltsamkeit so kurz wie möglich halten!

Fazit

Es ist sehr wahrscheinlich, dass du dir im Laufe deines Lebens eine Ureaplasmen-Infektion – und damit eine Geschlechtskrankheit – zuziehst. Ein Grund zur Sorge ist das aber nicht: Die schwereren Symptome haben wir oben erklärt, um dich gut aufzuklären. Dass sie tatsächlich eintreten, ist relativ unwahrscheinlich. Vor allem, wenn du dich bei Symptomen testen lässt und Themen wie Verhütung und Partner- bzw. Partnerinnen-Wahl überlegt angehst.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

  • Quellenangaben

    Mardh PA (2004) Mycoplasma and Ureaplasma. In: Cohen J, Powderly WG (Hrsg) Infectious diseases, 2. Aufl. Elsevier Health Sciences, London, S 2309–2315

    Marianne Abele-Horn: Antimikrobielle Therapie. Entscheidungshilfen zur Behandlung und Prophylaxe von Infektionskrankheiten. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Peter Wiehl, Marburg 2009, S. 219 f.

    Shmuel Razin, Joseph G. Tully (Hrsg.): Molecular and Diagnostic Procedures in Mycoplasmology. Band 1: Molecular Characterization. Academic Press, San Diego / London 1995

    Heinrich Reploh, Henning Brandis (Hrsg.): Lehrbuch der medizinischen Mikrobiologie: 192 Tabellen. 7., völlig neubearb. Auflage. G. Fischer, Stuttgart [u. a.] 1994, S. 66, 172, 610 ff.

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