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Die Erektion – standfeste Fakten

Symbolbild für alles über Erektion: Ein Teenager macht ein Selfie von sich

Latte, Liebesbolzen, Schwengel oder Zauberstab – der erigierte Penis hat durchaus liebevolle Spitznamen. Er ist das offensichtliche Zeichen dafür, dass ein Mann sexuell erregt ist. Wird der Mann durch Berührung, Bilder oder auch sexuelle Fantasien stimuliert, füllt sich der Penis mit Blut und wird steif.


Nur wenn der Penis steif ist, kann der Geschlechtsakt vollzogen werden. Was genau eine Erektion ist, was es mit der berühmten Morgenlatte auf sich hat und was du gegen eine ungewollte spontane Erektion tun kannst, erklären wir dir hier.

@doktorsex Volker Wittkamp verrät in seinem Erektions-Talk den ultimativen Badehosentrick

Was ist eine Erektion?

Ein bestimmter Geruch, eine aufregende Erinnerung, eine stimulierende Berührung oder ein Anblick, der sprichwörtlich das Blut in Wallung bringt – deine sexuelle Erregung kann durch viele verschiedene Reize ausgelöst werden. Dein eigentliches Lustzentrum ist dein Gehirn: Deine sexuelle Erregung wird vom Großhirn gesteuert. Hier werden die sensorischen Reize ausgewertet. Außerdem werden im Großhirn unsere persönlichen Vorlieben festgelegt: Auf welches Geschlecht oder welche Geschlechter wir stehen, wer uns optisch gefällt und was wir beim Sex mögen. Was im Großhirn passiert, kannst du bis zu einem gewissen Grad selbst steuern.

Was du nicht steuern kannst, ist das sogenannte limbische System im Gehirn (Triebverhalten) und den Hypothalamus (beeinflusst das Sexualverhalten). Das limbische System, auch Gefühlszentrum genannt, kann bei Jungen und Männern für eine spontane Erregung, den sogenannten Erregungsreflex, sorgen. Über den Hypothalamus reguliert dein Körper die Botenstoffe, die für das Entstehen von Lust und eine Erektion notwendig sind.

Egal, was genau deine Erektion auslöst: Wenn du einem erotischen Reiz ausgesetzt bist, sendet dein Gehirn ein Signal aus. Ab dann übernimmt in deinem Intimbereich der sogenannte Parasympathikus die Kontrolle, also der Teil des vegetativen Nervensystems, der in deinem Körper für Ruhe sorgt. Die Blutgefäße in deinem Penis erweitern sich. Dadurch füllen sich deine Schwellkörper mit Blut. Gleichzeitig wird verhindert, dass das Blut sofort wieder abfließt. Das Blut staut sich also, der Penis wird hart und erhebt sich. Damit deinen empfindlichen Hoden beim Sex nichts passiert, verlagern sie sich etwas in Richtung Damm, also nach hinten. Bei einer Erektion tritt oft der sogenannte „Lusttropfen“ aus. Das ist ein klares Sekret, das bereits Spermien enthalten kann.

Welche Funktion hat die Erektion?

Nur mit einem erigierten Penis können Männer beim Sex in die Frau eindringen. Das kann zum einen beiden Partnern Lust bereiten, zum anderen transportiert der Penis auf diese Weise die Spermien in das sogenannte hintere Scheidengewölbe der Frau: Durch die mechanische Reibung beim Sex kommt der Mann zum Höhepunkt seiner sexuellen Erregung – er hat eine Ejakulation. Dabei kommt Samenflüssigkeit aus dem Penis heraus, die die Eizelle der Frau befruchten kann.

Natürlich kannst du mit einer Erektion auch einfach nur Spaß haben. Ob mit einem Partner, einer Partnerin oder mit dir allein– Sex mit sich selbst ist eine schöne Möglichkeit, sich und seinen Körper noch besser kennenzulernen.

Ab wann bekomme ich eine Erektion?

Die Annahme, dass Jungs ihre erste Erektion zu Beginn der Pubertät bekommen, ist weit verbreitet. Allerdings passiert das schon viel früher – sehr viel früher sogar. Kein Witz, schon männliche Babys können eine Erektion haben. Das ist nicht selten und eine ganz natürliche Reaktion auf Berührung oder Entspannung.

Die Erektion begleitet Jungs also schon relativ früh und dann für den Rest ihres Lebens. Aber erst mit dem Eintritt in die Pubertät wird aus einem erigierten Penis ein funktionierendes Fortpflanzungsorgan. Der erste Samenerguss ist für viele junge Männer der Eintritt in eine neue Lebensphase.

Die erste Erektion mit Samenerguss erleben die meisten Jungs zwischen ihrem 11. und ihrem 15. Lebensjahr – oft durch Selbstbefriedigung. Ab diesem ersten Samenerguss bist du als junger Mann dazu in der Lage, Kinder zu zeugen. Vergiss also die Verhütung nicht, wenn du erste sexuelle Erfahrungen sammelst. Kondome eignen sich dafür ganz wunderbar und schützen dich und deine Partnerin oder deinen Partner zudem vor möglichen Geschlechtskrankheiten.

Deinen ersten Samenerguss hast du nicht zwingend beim Masturbieren. Vielleicht hast du auch einen „feuchten Traum“. Dabei löst ein erotischer Traum eine Erektion aus und du „kommst“ im Schlaf. Beides – Masturbation und feuchter Traum – ist völlig normal und nichts, wofür du dich schämen musst.

Habe ich bei jeder Erektion einen Samenerguss?

Nein. Eine Erektion geht nicht automatisch mit einem Samenerguss einher. Das passiert in der Regel nur dann, wenn dein erigierter Penis stimuliert wird. Das kann beim Sex mit einer Partnerin oder einem Partner oder auch mit dir selbst passieren.

Es kann auch vorkommen, dass du einen Orgasmus hast, ohne dass es zu einem Samenerguss kommt. Die Medizin kennt zwei Gründe, warum ein Mann einen Orgasmus ohne Samenerguss haben kann:

  • totale Anejakulation
  • retrograde Ejakulation

Bei einer totalen Anejakulation bleibt der Samenerguss komplett aus, während er sich bei einer retrograden Ejakulation in die Harnblase entleert. Wenn du beim Orgasmus keinen Samenerguss erlebst, raten wir dir, zu einem Arzt oder einer Ärztin zu gehen. Sprich offen über das Thema, so können die Ursachen meist problemlos behandelt werden. Mögliche Auslöser können unter anderem Medikamente oder ein Transportproblem der Samenzellen sein.

Warum habe ich eine Morgenlatte?

Kurz gesagt:

  • Eine Morgenlatte ist vollkommen normal.
  • Sie hat nichts mit einem zu starken oder zu schwachen männlichen Hormonhaushalt zu tun.
  • Die Morgenlatte hat nichts mit einer normalen Erektion zu tun.
  • Die Morgenlatte entsteht nicht durch sexuelle Erregung.

Noch ist zwar nicht zu 100 Prozent geklärt, warum Jungs und Männer eine Morgenlatte bekommen, aber zumindest weiß man genau, was dabei vor sich geht: Bei einer Morgenlatte füllt sich der Penis mit Blut. Die meisten Männer haben pro Nacht zwischen drei bis fünf Erektionen, bei denen es nicht zu einem Samenerguss kommt.

Der männliche Körper beginnt bereits im frühesten Alter damit, nachts den Penis regelmäßig zu versteifen. Da das auch bei Männern mit Erektionsproblemen der Fall ist, weiß man, dass das nichts mit sexueller Erregung zu tun hat.

Es gibt das Gerücht, eine Morgenlatte hätte etwas mit einer vollen Blase zu tun. Allerdings besteht zwischen einer morgendlichen Erektion und einer vollen Blase keinerlei Zusammenhang.

Muss ich zu einem Arzt, wenn ich keine Morgenlatte habe?

Wenn du am Morgen nicht von einem steifen Penis „begrüßt“ wirst, mach dir keine Sorgen. Eine Morgenlatte hast du nur dann, wenn du kurz vor dem Aufwachen in einer REM-Schlafphase warst, also besonders tief geschlafen hast. Bist du kurz vor dem Aufwachen in einer anderen Schlafphase, hast du auch keine Morgenlatte.

Wenn deine Morgenerektion aber länger ausbleibt, obwohl du deine Schlafgewohnheiten nicht geändert hast, solltest du das von einem Arzt oder einer Ärztin überprüfen lassen. Der Grund: Das kann der Beginn einer erektilen Dysfunktion, also einer Erektionsstörung, sein.

Wenn dir deine Morgenlatte peinlich ist und du sie schnell wieder loswerden willst, gibt es hier einige Tipps und Tricks für dich:

  • Steh einfach auf und versuche, dich abzulenken. Zum Beispiel, indem du an deine nächste Mathe-Hausaufgaben denkst.
  • Auch wenn es mit einer vollen Blase nichts zu tun hat, kann ein morgendlicher Toilettengang die Erektion beenden.
  • Mache einige sportliche Kniebeugen. Das Blut wird in den Muskeln gebraucht und die Erektion verschwindet.

Diese Tipps und Tricks können dir auch dabei helfen, eine ungewollte spontane Erektion, zum Beispiel in der Schule, loszuwerden. Probiere gerne selbst aus, welche Strategien dir dabei helfen, ungewollte Erektionen zu bekommen – beziehungsweise, sie wieder loszuwerden.

Kann ich meine Erektion kontrollieren?

Für eine Erektion sind neben einer guten Durchblutung auch verschiedene Muskelzellen verantwortlich. Die glatten Muskelzellen im Penis sind dafür da, die Erektion zu „halten“. Allerdings kannst du die nicht trainieren. Anders sieht es bei deiner Beckenbodenmuskulatur aus.

Training der Beckenbodenmuskulatur

Die Schwellkörper deines Penis sind mit der Muskulatur im Beckenboden verbunden. Durch gezieltes Training kannst du diese Muskeln stärken. Das sorgt dafür, dass deine Erektion standfester wird. Der Hamburger Professor für Männergesundheit Dr. Frank Sommer ist der Überzeugung, dass man durch einfache Übungen die Erektion steuern kann: „Du kannst den ‚Potenzmuskel‘ trainieren, indem du dir vorstellst, die Penisspitze nach innen zu saugen und das zu halten.“ Durch diese Übung stärkst du deine Beckenbodenmuskulatur.

Ein solches Training kann für Jungs und Männer effektiv sein, die zwar eine Erektion bekommen, diese aber nur kurz bis gar nicht halten können.

Was hilft gegen eine spontane Erektion?

Wenn du spontan eine Erektion bekommst und allein bist, sollte das im Normalfall kein Problem sein. Natürlich gibt es Situationen, in denen du nicht mit einer ausgebeulten Hose herumlaufen willst. Als gesunder, sexuell aktiver junger Mann kannst du aber oft nicht verhindern, dass dein Penis steif wird. Oft handelt es sich dabei einfach um einen Reflex, den du nicht steuern kannst.

Nimm dir die Tipps und Tricks zum Thema Morgenlatte weiter oben zu Herzen und finde für dich heraus, wie du dich vor unpassenden Erektionen schützen kannst. Gerade unerotische Gedanken können dir helfen, einen potentiell peinlichen Moment abzuwenden.

Was ist, wenn ich beim Sex keine Erektion bekomme?

Wenn du Sex haben willst, aber dein Penis nicht steif wird, ist das zwar unangenehm, aber kein Beinbruch. Glaub uns: Das passiert den meisten Männern. Zu einem „Hänger“ kann es zum Beispiel kommen, wenn du geistig abgelenkt bist oder Stress hast. Passiert dir das nur hin und wieder, musst du dir keine Gedanken machen.

Männer, die öfter Erektionsprobleme haben, können unter der sogenannten erektilen Dysfunktion leiden. Davon sprechen Mediziner und Medizinerinnen, wenn eine für den Geschlechtsakt notwendige Erektion in mehr als 70 Prozent aller Versuche nicht zustande kommt oder nicht gehalten werden kann. In Deutschland sind davon bis zu 20 Prozent der Männer zwischen 30 und 80 Jahren betroffen.

Ursachen für die Erkrankung können Störungen des Blutabflusses und Blutzuflusses im Penis sein. Daneben können Schäden im Nervensystem und im Hormonhaushalt oder auch psychische Probleme wie Stress, Angst, Partnerschaftsprobleme oder auch Depressionen verantwortlich sein.

Als junger Mann solltest du dir keine Sorgen machen. Wenn du mehr über erektile Dysfunktion und Impotenz erfahren möchtest: Wir von der DAK-Gesundheit klären HIER darüber auf.

Fazit

Sexuelle Erregung verursacht eine Erektion, ohne die du keinen Geschlechtsverkehr haben kannst. Anders als eine Erektion wird eine Morgenlatte meist nicht durch sexuelle Erregung ausgelöst. Ob, wann und wie lange du eine Erektion hast, kannst du nicht mit bloßem Willen kontrollieren, durch das Training der Beckenbodenmuskulatur kannst du aber ihre Standfestigkeit und ihre Dauer erhöhen.

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