DAK-Report: Menschen in Mecklenburg-Vorpommern verlieren das Vertrauen in die Pflegeversorgung

  • Aktuelle Allensbach-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit zeigt Erwartungen an große Pflegereform 

  • 40 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern rechnen in Zukunft mit schlechterer Versorgung

  • DAK-Landeschef Andreas Mirwald fordert strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung

Schwerin, 23. Februar 2026. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen großen Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Pflegeversorgung: 62 Prozent der Menschen bewerten die Pflegesituation derzeit als nicht oder gar nicht gut. 40 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung innerhalb der nächsten zehn Jahre. Das geht aus einer aktuellen repräsentativen Umfrage durch das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der DAK-Gesundheit hervor. Diese zeigt die Erwartungen der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern an Politik und Pflegereform auf: 93 Prozent der Befragten fordern, dass die Pflege in Deutschland „für alle bezahlbar“ werden müsse. Hohe Kosten für die Pflege im Heim werden als eines der zentralen Probleme benannt. Ende 2025 hatte die von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken eingesetzte Bund-Länder-Kommission „Zukunftspakt Pflege“ ihre „Roadmap“ für die angekündigte große Pflegereform vorgelegt. 

 

„Unser DAK-Pflegereport zeigt eine große Verunsicherung der Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Andreas Mirwald, Landeschef der DAK-Gesundheit. „Die Ergebnisse der Allensbach-Befragung sind ein Weckruf an die Politik in Bund und Ländern. Das Vertrauen der Menschen in die Pflege muss gestärkt und die bekannten Probleme in der Finanzierung und Versorgung müssen gelöst werden. Wir brauchen jetzt eine Reform mit einer strukturelle Neuausrichtung der Pflegeversicherung, die die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern ausreichend, verlässlich und bezahlbar absichert.“

Für den DAK-Pflegereport hatte das Institut für Demoskopie Allensbach gemeinsam mit Studienleiter Prof. Dr. Thomas Klie bundesweit rund 4.400 Menschen zwischen 16 und 75 Jahren befragt, davon 160 in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ergebnisse zeigen die Erwartungen, Ängste und Herausforderungen der Bevölkerung auf. Demnach sehen 68 Prozent der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern die Finanzierung der Pflegeversicherung als nicht gesichert an. 

Große Sorge um verlässliche Pflegeversorgung
Die Mehrheit der Menschen in Mecklenburg-Vorpommern sieht die Pflegeversorgung gefährdet: 62 Prozent der Befragten empfinden diese als nicht gut oder gar nicht gut. Rund 40 Prozent gehen davon aus, dass sich die Situation in den kommenden zehn Jahren weiter verschlechtert. Wie im Bund sehen die Befragten in Mecklenburg-Vorpommern die größten Probleme in den Bereichen Versorgung und Finanzierung: 76 Prozent der Befragten nennen an erster Stelle Personalmangel und fehlende Pflegekräfte. Es folgen die hohen Kosten für Pflegebedürftige und ihre Familien bei stationärer Pflege, die aus Sicht von 71 Prozent die größte Herausforderung sind. 63 Prozent bewerten die Finanzierung des gesamten Pflegesystem als zentrales Problem.

Bevölkerung fordert bezahlbare Pflege
93 Prozent sehen es als wichtigstes Ziel, die Pflege für alle Menschen bezahlbar zu machen. 86 Prozent erwarten eine langfristige Sicherung der Finanzierung. Für 84 Prozent ist die Deckelung der Pflegeheimplatzkosten wichtig, während sich 83 Prozent eine gewährleistete fachpflegerische Begleitung von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen wünschen. Die große Mehrheit (91 Prozent) der Befragten in Mecklenburg-Vorpommern erlebt es als ungerecht, nach langjähriger Einzahlung in die Pflegeversicherung bei Pflegebedarf nicht ausreichend abgesichert zu sein. Mehr als drei Viertel sind überzeugt, dass die Pflege für viele Menschen schlicht nicht mehr bezahlbar ist. 81 Prozent fürchten durch die Kosten überfordert zu werden, sollten sie selbst pflegedürftig werden. 71 Prozent setzen Pflege mit einem Armutsrisiko für Pflegebedürftige und ihre Familien gleich. 

Mehrheit fordert staatliche Zuschüsse zur finanziellen Absicherung
Um die Finanzierung der sozialen Pflegeversicherung auf ein zukunftssicheres Fundament zu stellen, sieht die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger in Mecklenburg-Vorpommern den Staat in der Pflicht: Mehr als die Hälfte der Befragten (60 Prozent) findet, es sei ausschließlich Sache des Staates und der gesetzlichen Pflegeversicherung, einen Pflegebedarf abzusichern.  59 Prozent finden, es sollten staatliche Zuschüsse oder Steuermittel eingesetzt werden, um die Absicherung von Pflegebedürftigen sicherzustellen. 47 Prozent halten eine Beitragserhöhung für vermögende oder gutverdienende Menschen für den richtigen Weg. 37 Prozent finden, Vermögende sollten im Pflegefall stärker an den Pflegekosten beteiligt werden. Ein klares Meinungsbild gibt es auch zur Überlegung der Bund-Länder-Arbeitsgruppe, eine private Pflegezusatzversicherung einzuführen: Nur eine Minderheit (20 Prozent) befürwortet dies. 

Die DAK-Gesundheit ist mit 5,4 Millionen Versicherten, davon rund 160.000 in Mecklenburg-Vorpommern, die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands. Aktuell beziehen davon rund 560.000 bundesweit Leistungen der Pflegekasse. Angebote zum Thema Pflege unter Pflege: Tipps und Leistungen (dak.de).

 

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