47 Prozent der älteren Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern wollen früher in Rente
DAK-Gesundheitsreport 2026 untersucht Rentenpläne und Krankenstand im Nordosten
Fehlzeiten steigen mit zunehmendem Alter deutlich: Mit 66 Jahren liegt der Krankenstand im Schnitt bei elf Prozent
DAK-Landeschef Mirwald setzt auf Wertschätzung und betriebliches Gesundheitsmanagement für lange Erwerbstätigkeit

Schwerin, 17. Juli 2026. Knapp die Hälfte der Beschäftigten ab 50 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern will früher in Rente gehen. Bei denjenigen mit einer schlechteren Gesundheit sind es mit 51 Prozent noch mehr. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ hervor. Dafür hat das IGES Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern analysiert und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Ein Kernergebnis: Ältere Beschäftigte sind seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben. Ab Mitte 50 kommen auffällig viele Fehlzeiten dazu. Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei elf Prozent – und damit knapp doppelt so hoch wie bei den 50- bis 55-Jährigen (jeweils rund sechs Prozent). Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 8,7 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt (7,4 Prozent).
„Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird es für Unternehmen immer wichtiger, erfahrene Beschäftigte gesund, motiviert und leistungsfähig im Berufsleben zu halten. Dafür braucht es Wertschätzung, altersgerechte Arbeitsbedingungen und ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), das auch auf die Bedürfnisse älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeht. Die DAK-Gesundheit unterstützt mit einem individuellen BGM Unternehmen dabei, gesundes Arbeiten über alle Generationen hinweg zu fördern. So können Erfahrung und Wissen älterer Beschäftigter erhalten, die Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt gestärkt und generationengemischte Teams erfolgreich für die Zukunft aufgestellt werden“, sagt Andreas Mirwald, Landeschef der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern.
Knapp die Hälfte der ab 50-Jährigen plant vorzeitigen Ruhestand
Eine Forsa-Umfrage für den DAK-Gesundheitsreport zeigt, dass 47 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern einen vorzeitigen Renteneintritt planen. Damit liegt Mecklenburg-Vorpommern unter dem Bundesdurchschnitt (52 Prozent). 31 Prozent möchten bis zur gesetzlichen Rente arbeiten. 18 Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Bezogen auf alle Beschäftigten in MV denken 39 Prozent über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben nach. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt maßgeblich von ihrer Gesundheit ab. Unter den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand plant gut die Hälfte (51 Prozent) einen vorzeitigen Renteneintritt. Beschäftigte mit guter oder sehr guter Gesundheit können sich dagegen deutlich häufiger vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintritt oder darüber hinaus zu arbeiten.
Wertschätzung: wichtige Voraussetzung für längeres Arbeiten
Wer länger, motiviert und leistungsfähig arbeiten soll, braucht laut Report neben guten Arbeitsbedingungen vor allem mehr Wertschätzung. Für 43 Prozent der Befragten ab 50 Jahren ist dies eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Erwerbsleben. 33 Prozent wünschen sich zudem eine stärkere Anerkennung ihres Erfahrungswissens. Damit gehört Wertschätzung zu den wichtigsten nicht-monetären Faktoren für eine längere Erwerbstätigkeit. Am häufigsten wünschen sich die Befragten jedoch eine höhere Bezahlung (48 Prozent), gefolgt von einer besseren Anpassung des Arbeitsumfangs an ihre individuellen Bedürfnisse (39 Prozent) und mehr betrieblichen Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit oder des Wohlbefindens (38 Prozent).
Beschäftigte ab 50 seltener, aber länger krankgeschrieben
Laut DAK-Gesundheitsreport schätzen ältere Beschäftigte in MV ihre Leistungsfähigkeit als sehr hoch ein und sie sind seltener krankgeschrieben als Jüngere. Beschäftigte ab 50 Jahren kamen im Jahr 2025 auf 180 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es mit 235 Fällen deutlich mehr. Obwohl Erwerbstätige ab 50 Jahren seltener krankheitsbedingt ausfallen als jüngere Altersgruppen, sind die Fehlzeiten je Krankheitsfall fast doppelt so lang. So liegt die durchschnittliche Falldauer bei den über 50-Jährigen bei 17,7 Tagen, bei den unter 50-Jährigen waren es 8,9 Tage. Der Krankenstand liegt bei Beschäftigten ab 50 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern im Durchschnitt bei 8,7 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt er kontinuierlich an und erreicht im Alter von 66 Jahren elf Prozent. Ein Krankenstand von elf Prozent bedeutet, dass an jedem Tag durchschnittlich elf von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind.
Aktivrente: Extra-Bonus für Gesunde?
Die Befragung zeigt auch: Gegenüber der neuen Aktivrente sind viele Beschäftigte ab 50 grundsätzlich offen (57 Prozent), allerdings gibt es keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. Knapp ein Viertel der Befragten (24 Prozent) kann sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen. Weitere 33 Prozent schließen dies nicht aus. Gleichzeitig lehnen 43 Prozent die Aktivrente klar ab.
Für den DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Arbeiten ab 50: langfristig gesund und zufrieden“ wurden unter anderem die Krankschreibungen von 64.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern analysiert.
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Stefan Poetig
Pressesprecher Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern
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