Berlin: 44 Prozent der älteren Beschäftigten wollen früher in Rente

  • DAK-Gesundheitsreport 2026 untersucht Rentenpläne und Krankenstand in der Hauptstadt

  • Fehlzeiten steigen mit zunehmendem Alter deutlich: Mit 66 Jahren liegt der Krankenstand im Schnitt bei zwölf Prozent 

  • DAK-Landeschef Röttsches setzt auf Wertschätzung und betriebliches Gesundheitsmanagement für lange Erwerbstätigkeit

 

Berlin, 22. Juli 2026. 44 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Berlin wollen früher in Rente gehen. Bei denjenigen mit einer schlechteren Gesundheit sind es mit 59 Prozent noch mehr. Das geht aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport „Arbeiten ab 50“ hervor. Dafür hat das IGES Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten in Berlin analysiert und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durchgeführt. Ein Kernergebnis: Ältere Beschäftigte sind seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben. Ab Mitte 50 kommen auffällig viele Fehlzeiten dazu. Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten im Schnitt bei zwölf Prozent – und damit doppelt so hoch wie bei den 50- bis 54-Jährigen (jeweils rund sechs Prozent). Über alle Beschäftigten ab 50 Jahren hinweg liegt Berlin mit 7,6 Prozent leicht über dem Bundesdurchschnitt (7,4 Prozent).

„Die Ergebnisse des DAK-Gesundheitsreports zeigen klaren Handlungsbedarf“, betont Volker Röttsches, DAK-Landeschef in Berlin. „Wenn viele ältere Beschäftigte einen vorzeitigen Renteneintritt anstreben, müssen Unternehmen stärker auf deren Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit achten. Wertschätzung und ein altersgerechtes Gesundheitsmanagement sind dabei zentrale Erfolgsfaktoren.“

Mehr als die Hälfte der Beschäftigten mit schlechterem Gesundheitszustand plant einen vorzeitigen Ruhestand
Eine Forsa-Umfrage für den DAK-Gesundheitsreport zeigt, dass 44 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Berlin einen vorzeitigen Renteneintritt planen. Damit liegt die Hauptstadt unter dem Bundesdurchschnitt (52 Prozent). 37 Prozent möchten bis zur gesetzlichen Rente arbeiten. Elf Prozent können sich vorstellen, darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Bezogen auf alle Beschäftigten in Berlin denken 42 Prozent über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben nach. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt maßgeblich von ihrer Gesundheit ab. Unter den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand plant mehr als die Hälfte (59 Prozent) einen vorzeitigen Renteneintritt. Beschäftigte mit guter oder sehr guter Gesundheit können sich dagegen deutlich häufiger vorstellen, bis zum gesetzlichen Renteneintritt oder darüber hinaus zu arbeiten. 

Wertschätzung: wichtige Voraussetzung für längeres Arbeiten
Wer länger, motiviert und leistungsfähig arbeiten soll, braucht laut Report neben guten Arbeitsbedingungen vor allem mehr Wertschätzung. Für 39 Prozent der Befragten ab 50 Jahren ist dies eine wichtige Voraussetzung für ein längeres Erwerbsleben. 29 Prozent wünschen sich zudem eine stärkere Anerkennung ihres Erfahrungswissens. Damit gehört Wertschätzung zu den wichtigsten nicht-monetären Faktoren für eine längere Erwerbstätigkeit. Am häufigsten wünschen sich die Befragten jedoch eine höhere Bezahlung (49 Prozent), gefolgt von einer besseren Anpassung der Arbeitszeiten an ihre individuellen Bedürfnisse (43 Prozent). 

Beschäftigte ab 50 seltener, aber länger krankgeschrieben 
Laut DAK-Gesundheitsreport schätzen ältere Beschäftigte in Berlin ihre Leistungsfähigkeit als sehr hoch ein und sie sind seltener krankgeschrieben als Jüngere. Beschäftigte ab 50 Jahren kamen im Jahr 2025 auf 167 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es mit 210 Fällen deutlich mehr. Obwohl Erwerbstätige ab 50 Jahren seltener krankheitsbedingt ausfallen als jüngere Altersgruppen, sind die Fehlzeiten je Krankheitsfall fast doppelt so lang. So liegt die durchschnittliche Falldauer bei den über 50-Jährigen bei 16,7 Tagen, bei den unter 50-Jährigen waren es 7,8 Tage. Der Krankenstand liegt bei den Beschäftigten ab 50 Jahren in Berlin im Durchschnitt bei 7,6 Prozent. Mit zunehmendem Alter steigt er kontinuierlich an und erreicht im Alter von 66 Jahren zwölf Prozent. Ein Krankenstand von zwölf Prozent bedeutet, dass an jedem Tag durchschnittlich zwölf von 100 Beschäftigten arbeitsunfähig sind.

Aktivrente: Extra-Bonus für Gesunde?
Die Befragung zeigt auch: Gegenüber der neuen Aktivrente sind viele Beschäftigte ab 50 grundsätzlich offen (77 Prozent), allerdings gibt es keine Mehrheit mit klarer Nutzungsabsicht. Mehr als ein Drittel der Befragten (35 Prozent) kann sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen. Weitere 42 Prozent schließen dies nicht aus. Gleichzeitig lehnen 24 Prozent die Aktivrente klar ab. 

Für den DAK-Gesundheitsreport mit dem Schwerpunkt „Arbeiten ab 50: langfristig gesund und zufrieden“ wurden unter anderem die Krankschreibungen von 121.000 erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit in Berlin analysiert. 

Die DAK-Gesundheit ist die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse Deutschlands und engagiert sich besonders im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Mehr Infos und aktuelle Termine unter: www.dak.de/bgm

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