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Was bedeutet Wochenbett?

Wochenbett. Der Begriff suggeriert, dass Mütter die meiste Zeit im Bett verbringen. Das ist nur bedingt so, wie Hebamme Constanze Kretschmann vom St. Elisabeth-Krankenhaus Leipzig verrät: „Die frischgebackene Mami darf alles machen, was sich für sie richtig anfühlt. Jede Geburt verläuft unterschiedlich und hinterlässt auch unterschiedliche Spuren, sodass die Zeit danach natürlicherweise ganz individuell gestaltet werden kann.“

Wichtig ist, dass Mütter sich in den ersten Wochen keinen Druck machen. Nach der körperlich anstrengenden Geburt zählen die eigene Regeneration und die Bedürfnisse des Neugeborenen, das erst einmal „ankommen“ darf. Bis sich das Kind an den neuen Tag-Nacht-Rhythmus und die förmliche Flut an neuen Reizen gewöhnt hat, kann schon eine gewisse Zeit ins Land gehen.

Aber auch Müttern gelingt die Umgewöhnung selten von jetzt auf gleich. Bis etwaige Geburtsverletzungen geheilt, die Umstellung des Hormonhaushalts sowie alle Rückbildungs- und Anpassungsvorgänge abgeschlossen sind, vergehen in der Regel sechs bis acht Wochen. Bis das alte Erscheinungsbild wiederhergestellt ist, kann es allerdings auch weitaus länger dauern. „Die Frau verliert bei der Geburt etwa sechs Kilogramm Gewicht, im frühen Wochenbett drei bis vier weitere Kilogramm“, weiß die erfahrene Hebamme. „Bis die Gebärmutter ihre ursprüngliche Größe erreicht, vergehen etwa acht Wochen. Die gesamte Regeneration und die Erlangung der früheren Figur kann hingegen neun bis zwölf Monate in Anspruch nehmen – etwa so lange wie die Schwangerschaft selbst. Die junge Mutter braucht einfach ein wenig Geduld. Wenn es mit dem Stillen klappt, purzeln die Pfunde außerdem ganz von allein.“

Warum spielt der Körper im Wochenbett verrückt?

Wochenfluss, Verstopfungen, Hämorrhoiden, Milcheinschuss: Selten spielt der weibliche Körper so verrückt wie im Wochenbett. Und auch der Hormonhaushalt einer Frau wird rund um Schwangerschaft und Geburt ordentlich durcheinandergewirbelt. Im Folgenden erfährst du, mit welchen körperlichen Veränderungen und damit verbundenen Schmerzen zu rechnen ist.

  • Wochenfluss: Wenn sich die Plazenta von der Gebärmutter löst, bleibt eine große Wunde zurück, die innerhalb von sechs Wochen abheilt. Das entsprechende Wundsekret nennt sich Wochenfluss. Er fließt in vier bis sechs Wochen ab und ändert sich in Farbe, Konsistenz und Menge. Mach dir also keine Sorgen: Er hört auch wieder auf!
  • Geburtsverletzungen: Risse an Scheide, Muttermund oder Damm können, müssen aber nicht auftreten. Falls doch: Inzwischen ist die Nahttechnik so weit fortgeschritten, dass sich die Folgeschmerzen in Grenzen halten. Ob Salben, Tees oder Sitzbäder: Deine Hebamme weiß, wie du Schmerzen und Infektionen vorbeugen kannst.
  • Blasenschwäche: Schon während, aber auch nach der Geburt schlagen sich viele Frauen mit Blasenschwäche herum. Diese hängt vor allem mit dem hohen Gewicht zusammen, das während der Schwangerschaft auf der Beckenboden-Muskulatur lastet. Hier hilft einfaches Beckenboden-Training, zum Beispiel mit der Hebamme oder im Rahmen einer Physiotherapie.
  • Hämorrhoiden: Die schwammartigen Gefäßpolster können durch das viele Pressen während der Entbindung auftreten. Sie können in der Regel aber gut mit entsprechenden Salben bekämpft werden. Sollten sie nach sechs bis acht Wochen nicht abgeklungen sein, hilft ein Besuch bei der gynäkologischen Fachperson deines Vertrauens. 
  • Verstopfung: Die Angst vor Schmerzen, die ungewohnte Umgebung in der Klinik oder die Sorge, dass die Naht nicht hält, können dazu führen, dass die Darmentleerung ins Stocken gerät. Was hilft: Ballaststoffe, Obst und Gemüse. Abführmittel oder Einläufe können das Ganze zusätzlich in Gang bringen.
  • Wassereinlagerungen: Rund um Schwangerschaft und Geburt lagert sich bei manchen Frauen Wasser in den Beinen ein, das in der Regel nach spätestens zwei Wochen verschwunden ist. Von entwässernden Maßnahmen wird abgeraten, da dadurch auch wichtige Stoffe wie Elektrolyte abhandenkommen können.
  • Milcheinschuss: Wenn ein paar Tage nach der Geburt die Vormilch von einer Übergangsmilch ersetzt wird, kommt es zum Lymphstau, der die Brustdrüsen anschwellen lässt – und in der Folge auch die Brüste selbst. Diese können spannen, schmerzen oder rote Flecken bekommen, bisweilen steigt auch die Körpertemperatur der Frau. Aber wie kommt es dazu? Zum einen dadurch, dass nach dem Abstoßen der Plazenta die Östrogen- und Progesteronspiegel absinken. Der Spiegel des für die Milchproduktion verantwortlichen Hormons Prolaktin hingegen steigt, was durch das Saugen des Babys zusätzlich begünstigt wird. Obendrein wird dadurch das „Kuschelhormon“ Oxytozin freigesetzt, das den Milchtransport nach vorn peitscht.

Was hat "Baby Blues" mit dem Wochenbett zutun?

Antriebslosigkeit, Grübelei, Stimmungsschwankungen: Im ersten Jahr nach der Geburt, zumeist jedoch in den ersten Tagen und Wochen, tritt bei vielen Frauen die sogenannte Wochenbettdepression auf.

"Der Baby Blues ist eine völlig normale Erscheinung, die durch viele verschiedene Faktoren hervorgerufen werden kann“, erklärt Hebamme Constanze Kretschmann. So kann beispielsweise der Hormonwechsel aufs Gemüt schlagen oder auch der Wechsel von der Klinik in die eigenen vier Wände. „Zudem wird vielen Frauen erst mit der Geburt vollends bewusst, dass da jetzt ein neuer Mensch existiert, der ab sofort auch immer da sein wird.“ Auch könne bei einer Frau die Sorge auftauchen, ob sie der Herausforderung Mutter gewachsen ist. „Eine wirklich schwere und anhaltende Wochenbettdepression ist aber eher selten“, beruhigt Constanze Kretschmann, die seit 30 Jahren Hebamme ist. „Wenn die Schwere einer depressiven Verstimmung allerdings überhandnimmt, sollte man auf keinen Fall zögern und professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.“

Warum ist es wichtig, bereits im Wochenbett mit der Rückbildung zu beginnen?

Die Rückbildung: Ein Hauptaspekt des Wochenbetts, den du durchaus auch selbst beschleunigen kannst. Bereits in der Klinik stärken kleine krankengymnastische Übungen die erschlafften Muskeln im Beckenboden. Aber auch dem Rücken, Bauch und der gesamten Muskulatur tut ein gewisses Training gut. Zumal dadurch die Regeneration von Gebärmutter, Darm und Harnblasen-Muskulatur vorangebracht und Thrombosen vorgebeugt werden kann. Aber bei allem Sportsgeist: Übernimm dich nicht. Deine Muskeln sind in den ersten Tagen nach der Entbindung noch so schwach, dass du nicht mehr als sechs Kilogramm tragen solltest. Mit ersten leichten Beckenboden-Übungen solltest du zudem bis etwa zwei Wochen nach der Geburt warten, in Absprache mit deiner Hebamme. „Im Wochenbett absolvieren wir mit unseren Müttern erste Übungen, die sie dann selbstständig wiederholen können. Wichtig ist es, dass sich die Frauen disziplinieren und täglich, oder wenigstens alle zwei Tage, ein leichtes Training absolvieren.“ Ab vier bis sechs Wochen geht es dann noch zum Rückbildungskurs – und schon bald ist die alte Fitness wiederhergestellt!


Bondung – warum ist eine gesunde Eltern-Kind-Bindung so wichtig?

Eine gesunde Eltern-Kind-Beziehung ist das A und O für die psychische Stabilität deines Kindes und die Herausbildung eines soliden Selbstbewusstseins. Mit dem sogenannten „Bonding“, das vor allem auf Hautkontakt und Nähe beruht, stärken Eltern die emotionale Verbindung zu ihrem Nachwuchs und schenken ihm Vertrauen und Sicherheit. Dazu gehört auch, dass ihr als Mutter und Vater bedingungslos und unmittelbar auf die Bedürfnisse eures Babys reagiert – lasst es, gerade in den ersten Wochen, weder schreien noch allein. Wenn ihr eine gute Verbindung aufbauen könnt, werden ihm später selbst stabilere Verbindungen zu seinen Mitmenschen oder auch zu Partnerin und Partner gelingen. „Auch wenn andere sagen, du verwöhnst dein Baby, wenn du immer sofort springst – hör auf dein Bauchgefühl“, erzählt Hebamme Constanze Kretschmann. „Jede Frau spürt instinktiv, was zu tun ist. Wenn man beispielsweise einer Affen-Mami im Zoo das Baby wegnimmt, dann wird sie beißen oder sich für immer komplett abwenden. Wir funktionieren da ganz ähnlich: Es ist naturgegeben, dass Mütter ihre Kinder zu Beginn stark umsorgen. Vertraue also auf dein Bauchgefühl und lass dir nicht zu viel dazwischenreden. Du weißt selbst am besten, was dein Baby braucht.“