So schädlich sind Shishas und E-Zigaretten

Zahl der Kohlenmonoxid-Vergiftungen steigt an

Das Interesse an E-Zigaretten und Shishas steigt: Aktuelle DAK-Zahlen zeigen, dass Wasserpfeifen, die sogenannten Shishas, unter Kindern und Jugendlichen verbreiteter sind als bislang bekannt – der Konsum ist allerdings mit Vorsicht zu genießen.

Risiko einer Kohlenmonoxid-Vergiftung

Shisha-Konsumenten setzen sich einem gefährlichen Risiko aus: Bei der Verbrennung der Shisha-Wasserpfeifenkohle entstehen erhebliche Mengen Kohlenmonoxid – ein hochgiftiges Gas, das man weder riechen, sehen, noch schmecken kann. Krankenhäuser verzeichnen in jüngster Zeit eine erhöhte Zahl von Shisha-Rauchern, die sich wegen lebensgefährlicher Kohlenmonoxid-Vergiftungen behandeln lassen müssen. „Wasserpfeifen sind eine gefährliche Versuchung für Jugendliche. Vielen Schülern ist nicht bewusst, wie gesundheitsschädlich Shisha-Rauchen ist“, warnt Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit.

Fast jeder Zweite hat Shisha-Erfahrung

Von den Schülern der Klassenstufen fünf bis zehn haben 22 Prozent schon einmal Tabak aus einer Wasserpfeife geraucht. Sechs Prozent rauchen Shisha regelmäßig, also mindestens einmal im Monat. Darüber hinaus belegen die Ergebnisse, dass in Klasse zehn sogar schon jeder Zweite Erfahrung im Umgang mit Shishas hat.

E-Shishas und E-Zigaretten – gesunde Alternative zum klassischen Rauchen?

Leider nein – gesund ist nur, gar nicht zu rauchen. Auch der Konsum von E-Zigaretten und E-Shishas ist gesundheitsschädlich. Die Inhaltsstoffe von E-Zigarette und E-Shisha bestehen aus einer flüssigen Mischung aus Propylenglykol, Wasser, Ethanol und Glycerin, die mit Nikotin und Aromen versetzt ist. Nach Erkenntnissen des Deutschen Krebsforschungszentrums kann das inhalierte Propylenglykol die Atemwege und Augen reizen und zu weiteren Schädigungen wie zum Beispiel einer chronischen Bronchitis führen. Der Suchtstoff Nikotin gilt als Nervengift, führt nachweislich zur Abhängigkeit und zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aromastoffe: Keine Qualitätsstandards vorhanden

Da es keine einheitlichen Standards für die Zusammensetzung und Qualität der Inhaltsstoffe gibt – die sogeannten Liquids – kann das Rauchen von E-Shishas und E-Zigaretten unvorhergesehene Auswirkungen auf den Körper haben. Durch zugefügte Aromastoffe wie Mango, Apfel und Schokolade werden oft Grenzwerte für gesundheitlich bedenkliche Stoffe überschritten. Zudem ist nicht sicher, ob wirklich nur die angegebenen und keine weiteren Inhaltsstoffe in den Liquids enthalten sind.

Passivrauchen durch E-Zigaretten

Der Dampf von E-Zigaretten ist auch für die Umstehenden schädlich, welche so ungewollt zu Passivrauchern werden. Genau wie bei gewöhnlichen Zigaretten gelangen beim Konsum von E-Zigaretten kleine Partikel in die Umgebung, die von Dritten mit der Atemluft eingeatmet werden. Das im Dampf enthaltene Propylenglykol kann etwa zu Reizungen der Augen und Atemwege führen.

Unterschiede von E-Zigaretten und Tabakzigaretten

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen E-Zigarette und herkömmlichem Glimmstängel: Die E-Zigaretten enthalten keinen Tabak. Der bei den traditionellen Zigaretten entstehende gesundheitsschädliche Rauch mit Karzinogenen, Kohlenmonoxid und vielen anderen Giften entfällt. Damit ist die E-Zigarette weniger gesundheitsschädlich als die traditionelle Tabakzigarette. Ein weiterer Pluspunkt ist der frei wählbare Nikotingehalt, denn es gibt sogar nikotinfreie E-Zigaretten. In der Regel enthalten die Liquide der E-Zigaretten jedoch das süchtig machende Nikotin. Damit können sie ebenfalls in eine Abhängigkeit führen.

E-Shishas und E-Zigarette: Einstieg zum Rauchen?

Schon beim Ausprobieren der neuen Produkte besteht die Gefahr, dass Jugendliche dabei bleiben und irgendwann auf Tabakzigaretten umsteigen. Dies ist zwar nicht nachgewiesen, allerdings kann davon ausgegangen werden, dass die Hemmschwelle für das traditionelle Rauchen sinkt, nachdem Jugendliche Erfahrungen mit E-Shishas und E-Zigaretten gesammelt haben. Vor allem Produkte mit Nikotin bergen ein gefährliches Abhängigkeitspotenzial. Dies sieht auch der Gesetzgeber so: Darum gilt für alle E-Produkte ein Abgabeverbot für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Gesetzlich bestehende Rauchverbote gelten außerdem sowohl für E-Zigaretten als auch für E-Shishas.

Die DAK-Gesundheit unterstützt Sie bei der Entwöhnung

Ob E-Zigarette, E-Shisha oder gewöhnliche Tabakprodukte – die DAK-Gesundheit unterstützt Ihren Rauchstopp und beteiligt sich an den Kosten für zertifizierte Raucherentwöhnungskurse. Ausführliche Informationen rund um das Thema Rauchen finden Sie unter: Rauchstopp. Speziell für Jugendliche bietet das Programm „just be smokefree" Tipps und viele gute Gründe, um rauchfrei zu bleiben.

Zuletzt aktualisiert:
Tue Dec 12 10:30:30 CET 2017

Weitere Informationen

  • Just be smokefree

    Für alle, die rauchen und aufhören möchten.

    Das DAK-Rauchstopp-Programm für Jugendliche und junge Erwachsene.

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