Passivrauchen: Risiken, Folgen und Vorbeugung

Wenn andere in deiner Nähe qualmen, gelangt der Rauch auch in deinen Körper und kann deiner Gesundheit schaden – teilweise sogar schon nach kurzer Zeit. Erfahre hier, was genau dabei im Körper geschieht und welche Risiken Passivrauchen für Erwachsene und Kinder birgt. Außerdem zeigen wir, welche Schutzmaßnahmen es gibt.
Was ist Passivrauchen?
Tabakrauch enthält mehrere Tausend verschiedene Substanzen, darunter zahlreiche giftige und krebserregende Stoffe. Diese entstehen beim Verbrennen von Tabak und gelangen mit dem Rauch in die Luft. Beim Passivrauchen atmest du diesen Tabakrauch ein, obwohl du selbst nicht rauchst. Der Rauch stammt entweder aus dem sogenannten Nebenstromrauch der brennenden Zigarette oder aus dem Rauch, den Rauchende wieder ausatmen. Auch dadurch gelangen zahlreiche Schadstoffe in deine Atemluft. Die enthaltenen Giftstoffe nimmst du beim Einatmen in die Lunge auf und von dort aus können sie in den Blutkreislauf gelangen und sich im Körper verteilen.
Beim Passivrauchen inhalierst du unter anderem folgende Stoffe:
- Gase: Kohlenmonoxid, Formaldehyd, Kohlendioxid
- Organische Verbindungen: Nikotin, Blausäure, Teer, Nitrosamine, Dioxine, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), monozyklische Aromaten (beispielsweise Benzol)
- Anorganische Verbindungen: Ammoniak
- Metalle: Arsen, Quecksilber, Nickel, Cadmium, Chrom, Polonium-210
Ist Passivrauchen auch bei E-Zigaretten möglich?
Ab wann ist Passivrauchen schädlich?
Passivrauchen ist grundsätzlich gesundheitsschädlich; es gibt keine sichere Unbedenklichkeitsgrenze. Wie schädlich der Tabakqualm für Nichtrauchende ist, hängt unter anderem von der aufgenommenen Schadstoffmenge ab und wie lange und wie intensiv sie dem Rauch ausgesetzt sind. Individuelle Umstände spielen ebenfalls eine Rolle, zum Beispiel bestehende Erkrankungen der Atemwege.
Wenn du im Freien an einer rauchenden Person vorbeigehst, hast du meist nur einen kurzen Kontakt mit Rauchbestandteilen. Wer dagegen mit Rauchenden im Auto unterwegs ist, ist dem schädlichen Qualm besonders ausgeliefert, denn in geschlossenen Räumen kann die Schadstoffkonzentration sehr hoch werden.
Tabakrauch im Auto belastet mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche
Wie gefährlich Tabakrauch im Auto insbesondere für Kinder und Jugendliche ist, zeigt auch eine Sonderanalyse im DAK-Präventionsradar: Jedes zehnte Schulkind (10,9 Prozent) ist „oft“ oder „sehr oft“ Tabakrauch im Auto ausgesetzt. Jugendliche mit einem niedrigen sozialen Status fahren häufiger in einem privaten Auto, in dem geraucht wird, als Teenager aus höheren sozialen Schichten. Befragt wurden 26.500 Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2024/2025. Die Daten zeigen außerdem: Schulkinder, die Passivrauch im Auto ausgesetzt sind, konsumieren häufiger selbst Nikotinprodukte. Expertinnen und Experten warnen vor Gesundheitsrisiken und einer frühen Nikotinabhängigkeit junger Menschen.
Welche Folgen hat das Passivrauchen?
Wenn du an Tabakrauch nicht gewöhnt bist, kannst du bereits kurzfristig beim Passivrauchen Symptome wie Husten und gereizte Augen bemerken. Vielleicht bekommst du sogar Kopfschmerzen oder dir wird übel und schwindelig. Bereits nach kurzer Zeit können sich die Gefäßfunktionen messbar verschlechtern.
Durch regelmäßiges Passivrauchen entstehen langfristig erhebliche gesundheitliche Risiken:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Der Tabakrauch fördert Entzündungen und beeinflusst die Blutgerinnung. Das erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle.
- Lungenkrebs: Krebserregende Stoffe aus dem Rauch wirken besonders auf die Lunge, sodass eine Krebserkrankung häufig dieses Organ betrifft.
- Chronische Atemwegserkrankungen: Passivrauchen kann Atemwege chronisch reizen und bestehende Erkrankungen wie Asthma verschlechtern. Langfristiges Passivrauchen wird auch mit einem erhöhten Risiko für chronische Atemwegserkrankungen in Verbindung gebracht.
Welche Folgen hat Passivrauchen für Schwangere und Kinder?
Wenn du schwanger bist und trotzdem aktiv rauchst, gelangen Nikotin und Schadstoffe in deinen Blutkreislauf und über die Plazenta in den Organismus deines ungeborenen Kindes. Diese Stoffe können die Entwicklung des Kindes erheblich beeinträchtigen.
Passivrauchen in der Schwangerschaft ist ebenfalls riskant. Selbst wenn du „nur“ den Rauch anderer einatmest, gelangen Schadstoffe über die Lunge ins Blut und können die Entwicklung deines Babys dauerhaft beeinflussen. Wenn die Mutter passiv raucht, sind ein verringertes Geburtsgewicht, ein kleinerer Kopfumfang und ein erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten mögliche Folgen.
Was kannst du gegen Passivrauchen tun?
Viel tun kannst du selbst oft nicht, außer dich von Rauchenden fernzuhalten. Doch auch das ist je nach Situation nur begrenzt möglich. Letztlich kommt es vor allem auf die Rücksichtnahme und Vernunft der Konsumierenden an:
- Rauchverbote: In Deutschland gelten mittlerweile Rauchverbote in vielen Bereichen des öffentlichen Raums. Auch Rauchverbote in Innenräumen reduzieren die Belastung.
- Absprachen im Haushalt: Schwieriger ist es, rauchfreie Räume im privaten Bereich durchzusetzen – beispielsweise, wenn einzelne Mitbewohnende rauchen. Wenn die Betroffenen nicht mit dem Rauchen aufhören können oder wollen, sollten klare Regeln aufgestellt werden. Rücksichtsvolle Rauchende vermeiden es, in geschlossenen Räumen zur Zigarette zu greifen und gehen stattdessen zum Rauchen ins Freie.
- Die Schadstoffbelastung im Innenraum mindern: Wenn in einem Zimmer geraucht wird, reicht es leider nicht, anschließend ordentlich zu lüften. Auch Luftreinigungsgeräte schaffen es oft nicht, alle feinen Partikel und gasförmigen Rauchbestandteile zu erfassen. Grund dafür sind die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Zigarettenrauchs. Sogenannter kalter Rauch lagert sich an Oberflächen ab, etwa auf Teppichen, Tapeten, Polstermöbeln oder an deiner Kleidung.
Zigaretten und Alkohol adé!
Du möchtest mit dem Rauchen oder Trinken aufhören?
Rauchen oder Vapen schadet deiner Gesundheit auch, wenn du nicht aktiv daran beteiligt bist. Versuche, dich möglichst aus dem Rauchumfeld fernzuhalten. Wo das nicht umsetzbar ist, ist Rücksichtnahme unverzichtbar. Ein rauchfreies Leben ist sowohl für dich als auch für dein Umfeld am gesündesten. Suchtentwöhnungskurse können eine wertvolle Hilfestellung für den Schritt ins rauchfreie Leben sein.
Häufige Fragen zum Passivrauchen
Bis wann ist Rauchen in der Schwangerschaft ungefährlich?
Ist Passivrauchen schlimmer als aktives Rauchen?
Wie viel Abstand braucht man zum Passivrauchen?
Wie schlimm ist Passivrauchen im Freien?
Fachbereich der DAK-Gesundheit


