Menstruationsbeschwerden und was dagegen hilft

Menstruationsbeschwerden und PMS: Frau sitzt mit nackten Beinen, Wärmflasche und Teebecher auf einem Bett.

Gereiztheit, Unterleibsschmerzen oder Kopfweh – Monat für Monat leiden viele Mädchen und Frauen unter Menstruationsbeschwerden. Wir erklären, wie es zu Unwohlsein und Schmerzen kommt und welche Maßnahmen die Symptome lindern.

Was sind typische Menstruationsbeschwerden?

Bereits etwa vier bis 14 Tage vor dem Einsetzen der Periode macht sich das prämenstruelle Syndrom (PMS) durch verschiedene Symptome wie Stimmungsschwankungen, Hitzewallungen, Hautprobleme, Kopfschmerzen, Spannungsgefühle in der Brust oder Heißhungerattacken bemerkbar. Die hormonellen Verschiebungen wirken sich ebenfalls auf die Botenstoffe im Gehirn aus, die für gute Stimmung und Zufriedenheit verantwortlich sind. Sie werden beim PMS nur in unzureichender Menge produziert – schlechte Stimmung und Niedergeschlagenheit treten auf. Auch depressive Verstimmungen sind möglich. Mittlerweile ist bekannt, dass ein ungesunder Lebensstil PMS verstärken kann.

Mit dem Einsetzen der Periode enden einige dieser Beschwerden zwar – doch bei viele Frauen kommen dann andere hinzu. Neben einem allgemeinen Unwohlsein gehören dazu häufig: 

Warum kommt es zu Regelschmerzen?

Regelschmerzen (auch als Dysmenorrhoe bekannt) sind leider keine Seltenheit. Schuld daran sind die sogenannten Prostaglandine. Das sind Gewebshormone, die mit kleinen Entzündungen dafür sorgen, dass sich die Muskeln in deiner Gebärmutter zusammenziehen, damit die Gebärmutterschleimhaut abgebaut wird. Denn das ist es ja, was am Ende jedes Zyklus passiert: Dein Körper bereitet sich darauf vor, die alte Gebärmutterschleimhaut abzustoßen, weil keine Schwangerschaft eingetreten ist.

Diese Kontraktionen können schmerzhaft sein – vor allem, wenn dein Körper besonders viele Prostaglandine produziert. Je mehr davon, desto stärker die Krämpfe. Und das spürst du dann als ziehenden, krampfartigen Schmerz im Unterbauch, der sogar in Rücken und Beine ausstrahlen kann.

Wichtig: Hinter besonders starken Menstruationsschmerzen kann auch eine Endometriose stecken. Extreme Schmerzen während der Periode sind nicht normal – lass sie daher ärztlich abklären.

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Warum verursacht die Periode Verdauungsprobleme?

Bei vielen Frauen spielt rund um die Regel auch die Verdauung verrückt, was ebenfalls auf die Hormone zurückzuführen ist:

  • Verstopfung: Einige Tage vor der Periode fühlen sich viele Frauen aufgebäht und leiden unter Verstopfung. Dahinter steckt das Hormon Progesteron. In der zweiten Zyklushälfte, nach dem Eisprung, steigt nämlich der Spiegel dieses Hormons an, um deinen Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vorzubereiten. Progesteron soll die Gebärmutter entspannen – und wirkt auch auf den Darm.
  • Durchfall und Blähungen: Kurz vor Beginn der Periode beginnt die Hochzeit der hormonellen Gegenspieler, der Prostaglandine. Auch sie regen nicht nur Aktivität der Gebärmutter, sondern eben auch die Darmmuskulatur an. Resultat ist oft ein schmerzhaftes Rumoren, Darmkrämpfe, Blähungen und Durchfall.

Mit dem Absinken des Prostaglandin-Spiegels sollte sich auch dein Darm schnell wieder normalisieren. Falls deine Beschwerden stärker werden oder länger anhalten, besprich das auf jeden Fall mit deinem Frauenarzt, denn auch hinter Darmproblemen können ernsthafte Erkrankungen stecken.

Was hilft bei Menstruationsbeschwerden? 

Generell hilft alles, was dich entspannt und dir gut tut. Einige einfache Hausmittel unterstützen dich dabei, Menstruationsschmerzen zu lindern:

  • Wärme wirkt entkrampfend – am besten eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen auf den Bauch legen.
  • Stress meiden und gezielt für Entspannung sorgen, etwa mit Atemübungen.
  • In Bewegung bleibensanfte Sportarten wie Radfahren oder Walken lindern Schmerzen und steigern das Wohlbefinden.
  • Ingwertee wirkt bei Regelbeschwerden erwiesenermaßen schmerzlindernd.
  • Sanfte Bauchmassagen helfen bei Unterleibskrämpfen.
  • Oft beeinflussen Menstruationsbeschwerden auch die Schlafqualität. Es kann helfen, während deiner Periode verstärkt auf deine Schlafhygiene zu achten.

Übrigens: Auch ein Orgasmus, egal ob durch Sex oder Masturbation, kann Menstruationsbeschwerden lindern, denn er löst Krämpfe und wirkt schmerzstillend.

Auf Schmerzmittel solltest du dagegen nach Möglichkeit verzichten und eine regelmäßige Einnahme immer ärztlich abklären, denn es kann zu einem Gewöhnungseffekt und zahlreichen schweren Nebenwirkungen kommen.

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Was sollte ich bei Menstruationsbeschwerden essen?

So sehr du vielleicht rund um deine Tage Heißhunger auf Fertigpizza, Süßes und Fettiges verspürst: Achte auf eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung mit Vollkorn, Hülsenfrüchten und viel Gemüse und meide am besten auch Fleisch. Das hilft nicht nur gegen Verstopfung, sondern wirkt auch vorbeugend. Denn Fleischverzicht senkt tatsächlich den Prostaglandin-Spiegel. Und das bedeutet: weniger Periodenschmerzen und Darmturbulenzen.

Lebensmittel gegen Menstruationsbeschwerden:

  • Milch und Milchprodukte wie Joghurt, Käse und Quark liefern Calcium und Vitamin D. Beide Nährstoffe sollen laut einer amerikanischen Studie das Risiko von PMS-Beschwerden senken.
  • Vollkornprodukte sowie Erbsen, Linsen und andere Hülsenfrüchte sind eisenreich und tragen damit dazu bei, den Blutverlust während der Periode auszugleichen.
  • Vitamin-C-haltige Lebensmittel wie Paprika, Kohl oder Zitrusfrüchte unterstützen die Eisenaufnahme.
  • Leinsamen und Walnüsse liefern Omega-3-Fettsäuren, die entzündungshemmend wirken.
  • Haferflocken, Sonnenblumenkerne, Bananen und Kakao liefern Magnesium, das krampflösend wirkt.
  • Trinke ausreichend Wasser oder ungesüßte Getränke. Das hilft auch bei Verdauungsproblemen. Ingwer- oder Kräutertees wirken schmerzlindernd beziehungsweise beruhigend. 

Meide folgende Lebensmittel während der Periode:

  • Salzreiche Lebensmittel, da diese Wassereinlagerungen im Gewebe fördern.
  • Zuckerhaltiges, da es Blutzuckerschwankungen und damit Heißhunger verstärken kann.
  • Koffein: Es verengt die Blutgefäße und begünstigt dadurch Krämpfe und Schmerzen. Zudem hemmt es die Eisenaufnahme und fördert Schlafstörungen. Und: Es hemmt die Eisenaufnahme.
  • Fast Food und stark verarbeitetes Essen belasten die Verdauung.

Kann ich Menstruationsbeschwerden vorbeugen?

Da die Beschwerden hormonell bedingt sind, kannst du nur begrenzt vorbeugen. Es gibt jedoch Maßnahmen, die dich dabei unterstützen, die Beschwerden langfristig zu mildern.

  • Ausgewogen und vitaminreich ernähren – vor allem viel frisches Obst, Gemüse und Fisch.
  • Auf Alkohol und Nikotin verzichten.
  • Ausreichend schlafen, mindestens sieben Stunden pro Nacht.
  • Stress vermeiden.
  • Mit dem Frauenarzt oder der Frauenärztin über eine Änderung der Verhütungsmethode sprechen, falls du ein hormonelles Präparat wie die Anti-Baby-Pille einnimmst. Auch die Hormonspirale kann zu Stimmungsveränderungen führen.
  • Sanfte Bewegung ist bei Menstruationsbeschwerden zwar gut, kraftintensive Sportarten wie Turnen oder Kampfsport sind hingegen nicht zu empfehlen.

     

Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex

Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Häufige Fragen zu Menstruationsbeschwerden

Welches homöopathische Mittel kann bei Menstruationsbeschwerden angewendet werden?

In der Homöopathie werden bei Menstruationsbeschwerden unter anderem Mittel wie Pulsatilla oder Sepia eingesetzt, die je nach Art der Symptome (z. B. Schmerzen, Stimmungsschwankungen) gewählt werden. Es ist wichtig, die Auswahl individuell mit einer fachkundigen homöopathischen Beratung zu treffen.

Welcher Mangel kann bei Menstruationsbeschwerden auftreten?

Ein häufiger Zusammenhang bei starker Menstruationsblutung ist ein Eisenmangel, weil durch den Blutverlust im Zyklus Eisen aus dem Körper verloren geht und die Eisenspeicher dadurch absinken können. Frauen mit ausgeprägter Regelblutung sollten deshalb ihre Eisenwerte ärztlich überprüfen lassen. 

 

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
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