Analsex: Tipps zur Vorbereitung

Analverkehr gilt bei vielen noch als Tabuthema. Doch auch wenn (fast) niemand darüber sprechen will, wird er praktiziert. Wenn du wissen willst, wie Analsex funktioniert, ob du so schwanger werden kannst und ob es Risiken gibt, dann lies weiter.
Was ist Analsex?
Der Anus ist eine sehr sensible und empfindliche erogene Zone. Werden Mann oder Frau dort mit dem Finger, der Zunge, dem Penis oder einem Sexspielzeug berührt oder penetriert, kann das stimulierend sein.
Für guten Analsex braucht es vor allem Einfühlungsvermögen. Haben sich beide Partner bzw. Partnerinnen „eingegroovt“, kann die Sexpraktik sehr befriedigend sein.
Urologe Volker Wittkamp bringt dir den Anus näher und erklärt, warum du wissen solltest, wie er funktioniert, wenn du Analsex haben willst.
Wie klappt Analsex?
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Julia Salinger und Volker Wittkamp (v.li.)
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Dein Anus ist der Ausgang deines Verdauungstraktes. Der dortige Schließmuskel sorgt dafür, dass alles geschlossen und dicht ist. Nur beim Stuhlgang entspannt er sich. Das bedeutet, dass du nur eindringen kannst, wenn du mit dem Penis, dem Finger oder einem Sextoy etwas Druck ausübst.
Direkt nach dem ersten Eindringen sollte der aktive Partner also in dieser Position verharren. So gibst du dem Schließmuskel die Möglichkeit, sich zu dehnen. Es ist wichtig, dass das Eindringen nicht rabiat und abrupt, sondern langsam und vorsichtig passiert. Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin und passe das Tempo so laufend an. Geht es zu schnell, kann das den Darm verletzen oder zumindest sehr weh tun.
Tipp für heterosexuelle Paare: Stimuliere bei einer Partnerin zeitgleich die Klitoris, wenn sie das will. Das sorgt für mehr Erregung und Entspannung am Schließmuskel. Erlebt deine Partnerin einen Orgasmus, zieht sich dabei auch ihr Schließmuskel rhythmisch zusammen. Das kann dazu führen, dass der eingeführte Penis stärker stimuliert wird.
Tipps zur Vorbereitung auf Analsex
Der Toilettengang sorgt dafür, dass dein Darm relativ sauber ist. Eine Analdusche ist ein hygienisches Gerät, das zur Reinigung des Anus verwendet wird. Sie wird mit Wasser gefüllt und vorsichtig eingeführt, um den Darm zu spülen und Stuhlrückstände zu entfernen.
Ein Analplug ist ein Sexspielzeug, das zur rektalen Stimulation gedacht ist. Du kannst es verwenden, um dich auf Analsex vorzubereiten und dich an das Gefühl zu gewöhnen. Massiere mit einem Gleitgel den Bereich rund herum und auch das Poloch. Das entspannt und bereitet den Partner oder die Partnerin vor. Lass es langsam angehen, dann kann sich der After an den Penis oder das Sexspielzeug gewöhnen.
Tabuthema Analsex
Speziell in unserer westlichen Gesellschaft empfinden viele Menschen den Sex durchs Hintertürchen als ein bisschen versaut oder sogar „schmutzig“. Das liegt vermutlich am After und seiner Rolle bei der Ausscheidung von Kot. Für viele Menschen ist das Thema Analsex sehr schambehaftet. Aber: Überwindet man die Hemmschwelle und stimmen beide Partner zu, kann Analsex eine ganz neue Erfahrung sein. Wichtig: Wenn du nicht möchtest, lass dich nicht drängen.
Worauf solltest du beim Analsex achten?
Hygiene, Freiwilligkeit und Sicherheit – sind diese drei Punkte gewährleistet, kann es mit dem Analsex losgehen.
Das Thema Gleitgel haben wir schon erwähnt. Wenn du und deine Partnerin bzw. dein Partner spontan ohne Gleitgel Analsex wollt, kann auch Speichel die Funktion des Gels übernehmen. Aber allgemein gilt, mit Gleitgel ist es besser, ohne Gleitgel sollte man es sein lassen.
10 Tipps, die bei Analsex beachtet werden sollten
- Kommunikation: Offene und ehrliche Kommunikation mit deinem Partner oder deiner Partnerin ist entscheidend. Sprecht über eure Wünsche, Erwartungen und Grenzen.
- Kondome: Verwendet immer Kondome, um das Risiko von sexuell übertragbaren Infektionen zu reduzieren.
- Gleitmittel: Nehmt reichlich wasserbasiertes oder silikonbasiertes Gleitmittel, um Reibung und Unannehmlichkeiten zu minimieren.
- Entspannung: Entspannt euch und nehmt euch Zeit. Analsex erfordert Geduld und Vorfreude.
- Vorbereitung: Reinige deinen Analbereich gründlich und benutze eine Analdusche, um die Hygiene zu gewährleisten.
- Langsames Einführen: Beginne langsam und sanft mit der Einführung des Penis oder eines Analtoys.
- Körperhaltung: Finde bequeme Positionen, die für euch beide angenehm sind. Missionarsstellung, seitlich im Löffelchen oder Doggy-Style sind beliebte Optionen.
- Atemkontrolle: Tiefes Atmen und Entspannen helfen euch, Anspannung zu vermeiden.
- Pausen und Kommunikation: Nehmt euch Zeit für Pausen, um auf die Bedürfnisse und das Wohlbefinden des Gegenübers zu achten.
- Nachsorge: Nach dem Analsex ist es wichtig, sich zu reinigen und auf eventuelle Verletzungen oder Beschwerden zu achten. Bei anhaltenden Schmerzen oder Unwohlsein solltest du einen Arzt aufsuchen.
Aufbau des Anus – das solltest du wissen
Der Anus ist der Ort, an dem der Kot deinen Körper verlässt. Im Enddarm sammeln sich die unverdaulichen Teile deiner Nahrung. Von dort geht es weiter Richtung Ausgang. Damit der Kot nicht unkontrolliert ins Freie gelangt, bilden der Anus und das Rektum das Kontinenzorgan. Wichtig ist der dortige Schließmuskel, der auch Sphinkter genannt wird. Er wird in den inneren und den äußeren Sphinkter unterteilt. Den Inneren kannst du nicht willentlich beeinflussen, den äußeren schon. Zusammen regulieren die Sphinkter in letzter Instanz den Stuhlgang.
Analsex mit Sextoys – darauf musst du achten
Taste dich beim Analsex im wahrsten Sinne des Wortes mit Sexspielzeug an deine bevorzugte Größe heran. Beginne bei „klein“ und beobachte, welche Form und welche Größe dir am meisten Spaß machen. Nutze auch beim Einführen von Sextoys Gleitgel. Bitte achte auch hier streng auf Hygiene (siehe oben). Neben dem Anal- oder Butt-Plug gibt es in Online-Läden oder Sex-Stores zum Beispiel auch Dildos.
Kann ich durch Analsex schwanger werden?
Wenn ihr beim Analverkehr ein Kondom benutzt und es nach dem Sex intakt ist, kannst du nicht schwanger werden. Benutzt ihr kein Kondom und dein Partner ejakuliert in deinem After, kannst du auch nicht schwanger werden – zumindest eigentlich.
Aber: Anus und Scheide liegen sehr nahe beieinander. Wenn etwas Samenflüssigkeit herausläuft und an die Scheide gelangt, könnte es zu einer Schwangerschaft kommen.
Risiken von Analsex
Analsex kann eine tolle sexuelle Erfahrung sein. Aber: Bei dieser Sexpraktik gibt es auch Risiken. Beide Geschlechter betreffen:
- Verletzungen: Analsex kann zu Verletzungen der Analregion wie Rissen und Schürfwunden führen. Das kann Infektionen begünstigen.
- Sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV: Viren und Bakterien können über leichte Verletzungen im Analbereich einfacher in den Körper eindringen.
- Schmerzen: Schneller und/oder unvorsichtiger Analsex kann Schmerzen verursachen.
- Kontakt mit Kot: Ganz ausschließen kann man es nicht, aber das Risiko lässt sich z. B. durch eine Analdusche eindämmen.
Risiken von Analsex für Männer
- Prostata: Beim passiven Analverkehr kann die Prostata stimuliert werden. Einige Männer empfinden das als unangenehm oder sogar schmerzhaft. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein.
- Erektionsprobleme: Einige Männer haben Angst vor Analverkehr. Psychisch bedingte Erektionsprobleme können die Folge sein.
Risiken von Analsex für Frauen
- Vaginale Infektionen: Wird zuerst der Anus und anschließend die Vagina penetriert, können Darmbakterien vom einen zum anderen Ort übertragen werden. Das kann zu Infektionen führen. Wollt ihr nach dem Analsex noch Vaginalsex haben, wechselt das Kondom. Wascht benutzte Sextoys und eure Finger.





