Sind meine sexuellen Fantasien normal?

Feuchte Träume, plötzliche Erektion im Supermarkt oder ausgelassene Fetisch-Party: Bei allen drei Szenarien kann eine sexuelle Fantasie im Spiel sein. Was das genau ist, woher deine erotischen Vorstellungen kommen und ob du dich dafür schämen musst – das erfährst du hier.
Was sind sexuelle Fantasien?
Sexualtherapeut Umut Özdemir erklärt, was hinter sexuellen Fantasien steckt und wie du damit umgehen kannst.
Woher kommen sexuelle Fantasien?
Sexuelle Aufklärung mit Doktorsex
Julia Salinger und Volker Wittkamp (v.li.)
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Sexuelle Fantasien kannst du zum Beispiel dann haben, wenn dich irgendetwas erregt. Umgekehrt kannst du dich auch gezielt selbst erregen, indem du an eine sexuelle Fantasie denkst. Dabei hängen die Inhalte der Fantasien fast immer mit Dingen zusammen, die du schon mal gesehen oder erlebt hast.
Aber wie genau sieht so eine sexuelle Fantasie jetzt aus?
Apropos Spiel: Um die Lust zu steigern, kommt nicht nur gerne Sexspielzeug zum Ausleben von Fantasien zum Einsatz. Viele Menschen schlüpfen auch in unterschiedliche Rollen, wie die sexy Krankenschwester, der attraktive Klempner oder – warum auch nicht?! – der erwähnte Schornsteinfeger. All das und noch viel mehr kann für Menschen einen großen sexuellen Reiz ausmachen. Der Fantasie sind hier buchstäblich keine Grenzen gesetzt.
Muss ich mich für meine sexuellen Fantasien schämen?
Genau wie der Sexualtrieb völlig natürlich ist, ist es auch normal, dass jeder Mensch seine ganz persönlichen sexuellen Neigungen und Vorlieben hat. Niemand kann etwas dafür, dass er auf den einen oder den anderen Reiz abfährt! Trotzdem gibt es eventuell die eine oder andere Fantasie, für die du dich schämst. Vielleicht denkst du, sie ist zu extrem oder irgendwie „pervers“. Aber keine Sorge: In sexuellen Fantasien kommen häufig Dinge vor, die wir im echten Leben gar nicht wollen oder niemals in die Tat umsetzen würden. Das ist ein bisschen wie bei Träumen, die manchmal auch sehr verwundern.
Aber dennoch kann es natürlich gewisse Fantasien geben, die du gerne auch im echten Leben umsetzen würdest! Wenn dem so ist, fragst du dich vielleicht, ob du deinen Partner oder deine Partnerin damit verschreckst. Manchmal behält hier die Scham Oberhand und Wünsche bleiben ein Leben lang unerfüllt. Das muss aber nicht so sein!
Was muss ich beim Ausleben von sexuellen Fantasien beachten?
Es müssen nicht alle Fantasien ausgelebt werden. Manchmal genügt ein Gedankenspiel im eigenen Kopf – zum Beispiel für den letzten Kick vor dem Orgasmus oder das private „Vergnügen“ zu Hause. In einigen Fällen kann es sich aber durchaus lohnen, aus Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen! Vor allem dann, wenn du nach einiger Zeit Beziehung das Einmaleins des Sexlebens durchgespielt hast und etwas Neues probieren willst.
Je nachdem, wie „ungewöhnlich“ deine sexuelle Fantasie ist, gilt es das nötige Fingerspitzengefühl zu beweisen, wenn du deinem Partner oder deiner Partnerin davon erzählst. Sei dabei auf keinen Fall zu fordernd. Und stell sicher, dass ihr beide auch wirklich Lust darauf habt. Manchmal tut man etwas jemandem zuliebe, obwohl man es insgeheim eigentlich gar nicht will. Das muss ja nicht sein. Vielleicht hast du aber auch Glück und ihr beide wolltet eh schon immer genau dasselbe, habt euch aber bisher einfach nicht getraut, es anzusprechen. Na dann: Jackpot.
Fazit
Du siehst: Es gibt keinen Grund, sich für sexuelle Fantasien zu schämen. Schon gar nicht, wenn sie sich nur in deinem Kopf abspielen – und dort auch bleiben sollen. Wenn du aber mit dem Gedanken spielst, sie auszuleben, dann ist ein behutsames Vorgehen gefragt. Achte auf jeden Fall darauf, wie dein Gegenüber sich mit deinen Wünschen fühlt.
Fachbereich der DAK-Gesundheit




