Reisedurchfall: Ursachen, schnelle Hilfe und Vorbeugung
Reisedurchfall gehört zu den häufigsten Beschwerden im Urlaub. Oft sind Keime in verunreinigtem Wasser und Essen die Ursache. Auch ungewohnte Speisen, Stress und Hitze können den Magen-Darm-Trakt belasten. Hier erfährst du, was schnell hilft, wann du ärztliche Hilfe brauchst und wie du Reisedurchfall vorbeugst.

Was ist Reisedurchfall?
Reisedurchfall oder Reisediarrhö bezeichnet Durchfall, der während einer Reise oder kurz nach dem Urlaub auftritt. Die Beschwerden beginnen plötzlich. Je nach Urlaubsregion gibt es für den Reisedurchfall sogar eigene umgangssprachliche Namen wie „Bali Belly“ oder „Montezumas Rache“.
In den meisten Fällen verläuft Reisedurchfall unkompliziert und klingt nach wenigen Tagen wieder ab – vor allem, wenn du ausreichend trinkst und dich schonst.
Laut dem Institut für Infektions- und Tropenmedizin am LMU Klinikum München erkranken etwa 20 bis 50 Prozent aller Urlauber während einer vierwöchigen Reise an Reisedurchfall. Besonders häufig tritt Reisedurchfall bei Reisen in warme Regionen auf:
- Südasien, vor allem Indien und Nepal
- Lateinamerika, insbesondere Mexiko und Peru
- Nordafrika, zum Beispiel Ägypten und Marokko
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Was verursacht Reisedurchfall?
Reisedurchfall entsteht meistens, weil du mit fremden Keimen in Kontakt kommst. Sie gelangen zum Beispiel über Essen oder Getränke in den Körper. Riskant sind insbesondere Lebensmittel, bei denen sich die Hygiene oder Kühlung nicht sicher einschätzen lassen.
Auch indirekte Übertragungswege können Reisedurchfall auslösen: Erreger werden über ungewaschene Hände, verunreinigte Oberflächen, Türgriffe, Besteck oder gemeinsam genutzte Handtücher weitergegeben. Ungewohnte Speisen, scharfe Gewürze, Hitze, Stress und wenig Schlaf belasten den Darm im Urlaub zusätzlich.
Welche Erreger stecken dahinter?
Reisedurchfall entsteht in den meisten Fällen durch Krankheitserreger, die den Magen und Darm reizen. Typische Auslöser sind:
- Bakterien, zum Beispiel Kolibakterien (Escherichia coli, kurz E. coli) oder Salmonellen
- Viren, etwa Noro- oder Rotaviren
- Parasiten, vor allem bei länger anhaltenden Beschwerden
Wie empfindlich der Körper reagiert, ist unterschiedlich. Manche Reisende haben schon nach kurzer Zeit Beschwerden, andere bleiben trotz ähnlicher Bedingungen verschont.
Symptome: Woran erkenne ich Reisedurchfall?
Oft beginnt der Reisedurchfall kurz nach der Ankunft am Urlaubsort. Typische Symptome sind:
- Wässriger Stuhlgang: mehrmals täglich, oft plötzlich
- Begleitsymptome: Übelkeit, Bauchkrämpfe oder Erbrechen
- Allgemeines Unwohlsein: schlapp und abgeschlagen
Die Beschwerden halten etwa zwei bis drei Tage an. Das kann dich im Urlaub stark einschränken, da Ausflüge, Restaurantbesuche oder längere Fahrten kaum möglich sind.
Wann sollte ich mit Reisedurchfall zur Ärztin oder zum Arzt?
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Reisedurchfall bessert sich oft nach wenigen Tagen von selbst. Halten die Beschwerden länger als drei Tage an oder werden von Fieber oder starken Bauchschmerzen begleitet, solltest du noch während des Urlaubs zu einem Arzt oder einer Ärztin gehen. Suche dir auch Hilfe, wenn Blut beziehungsweise Schleim im Stuhl auftaucht.
Wenn du durch den Durchfall viel Flüssigkeit verlierst, leidet dein Kreislauf darunter. Starker Schwindel und ein sehr trockener Mund können auf einen gefährlichen Flüssigkeitsverlust hindeuten. Bei Kindern, älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen solltest du besonders aufmerksam sein, da ihr Körper durch den Reisedurchfall schneller belastet wird.
Bei schweren Verläufen sind manchmal Antibiotika nötig. Das solltest du aber immer ärztlich abklären lassen. Welche Medikamente am besten helfen, hängt ganz davon ab, welcher Erreger hinter den Beschwerden steckt und wie schwer der Verlauf ist.
Behandlung & Hilfe: Was kann ich gegen Reisedurchfall tun?
Bei Reisedurchfall verlierst du mehr Flüssigkeit und Salze als sonst. Deshalb gilt jetzt: Trinken ist wichtiger als Essen. Das kannst du bei Reisedurchfall tun:
- Gleiche Flüssigkeit und Salze aus: Ideal sind Elektrolytlösungen aus der Apotheke. Die Produkte enthalten Wasser, Zucker und Salze in einem passenden Verhältnis. Wenn keine Fertiglösung zur Hand ist, mische eine einfache Notlösung selbst: 1 Liter sicheres Wasser, 6 Teelöffel Zucker und ½ Teelöffel Salz – nach Belieben mit etwas Orangensaft. Alternativ eignen sich Wasser oder Saftschorlen aus versiegelten Flaschen, abgekochtes Wasser oder gesüßter Tee. Leitungswasser nur, wenn es am Urlaubsort sicher als Trinkwasser gilt.
- Schone deinen Magen-Darm-Trakt: Sobald du wieder Appetit hast, sind leichte Speisen wie Reis, Bananen, Zwieback, Kartoffeln, geriebene Äpfel oder eine klare Suppe gut bei Durchfall. Solche Lebensmittel belasten deinen Verdauungstrakt weniger. Fettige, sehr scharfe oder schwere Mahlzeiten solltest du erst einmal meiden.
- Medikamente: Tabletten gegen Reisedurchfall, speziell Antidiarrhoika, können kurzfristig sinnvoll sein, wenn eine lange Busfahrt oder der Rückflug ansteht. Wirkstoffe wie Loperamid bremsen die Darmbewegungen und stoppen den Durchfall vorübergehend. Diese Medikamente behandeln aber nicht die Ursache: Die Erreger bleiben weiterhin im Darm. Bei Fieber oder blutigem Stuhl darf Loperamid nicht eingenommen werden. Ohne ärztlichen Rat solltest du solche Mittel nicht länger als zwei Tage nehmen.
Übrigens: Aktivkohle ist bei infektiösem Durchfall nicht wirksam, da sie Erreger nicht bindet.
Wie kann ich Reisedurchfall vorbeugen?
Reisedurchfall lässt sich nicht immer vermeiden. Du kannst das Risiko aber senken, indem du bei Lebensmitteln, Getränken und Hygiene etwas genauer hinschaust. Eine einfache Faustregel hilft unterwegs: „Cook it, peel it or forget it“. Das bedeutet: Gut erhitzen, schälen oder lieber weglassen.
Diese Tipps helfen dir, Reisedurchfall vorzubeugen:
- Vorsicht bei Getränken und Eiswürfeln: Greife möglichst zu Getränken aus original verschlossenen Flaschen oder Dosen. Das gilt auch für Wasser zum Zähneputzen, wenn die Trinkwasserqualität unsicher ist. Eiswürfel solltest du in Risikogebieten eher meiden, weil sie häufig aus lokalem Leitungswasser hergestellt sind.
- Beim Essen auf Hygiene achten: Vorsichtig solltest du sein bei rohem Fisch und Fleisch, Salat, ungeschältem Obst oder rohem Gemüse, Speiseeis, offenen Buffets oder Speisen, die lange warm gehalten oder nur lauwarm serviert werden. Frisch zubereitete, gut erhitzte Lebensmittel sind meist die sicherere Wahl.
- Hände sauber halten: Regelmäßiges Händewaschen schützt im Reisealltag. Wasche dir unbedingt immer vor dem Essen und nach dem Toilettengang deine Hände. Da sauberes Wasser und Seife manchmal fehlen, solltest du Desinfektionsmittel dabei haben.
- Gute Vorbereitung: Informiere dich vor der Reise über mögliche Gesundheitsrisiken im Urlaubsland. Das Auswärtige Amt, reisemedizinische Beratungsstellen oder Tropeninstitute informieren über Trinkwasser, Hygiene und empfohlenen Impfungen. Für die Reiseapotheke sind Elektrolytlösungen und geeignete Mittel gegen Durchfall sinnvoll. So hast du bei Beschwerden schnell etwas zur Hand und musst vor Ort nicht erst nach einer Apotheke suchen. Außerdem ist im Ernstfall eine Auslandskrankenversicherung sinnvoll.
Häufige Fragen zum Reisedurchfall
Ist Reisedurchfall ansteckend?
Was hilft schnell gegen Reisedurchfall unterwegs?
Gibt es eine Impfung gegen Reisedurchfall?
Kann Reisedurchfall auch erst Wochen nach dem Urlaub auftreten?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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