Jodmangel: Symptome, Risiken und was du tun kannst

Jod reguliert über deine Schilddrüse Energie, Hormone und Leistungsfähigkeit. Fehlt es dauerhaft, leidet der gesamte Körper. Hier erfährst du, welche Symptome auf einen Jodmangel hindeuten können, wer gefährdet ist und welche Lebensmittel gute Jodquellen sind.
Was ist Jod und warum braucht es mein Körper?
Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das dein Körper nicht selbst bilden kann. Deshalb musst du es regelmäßig über die Nahrung aufnehmen. Vor allem deine Schilddrüse ist auf Jod angewiesen. Das Organ benötigt das Spurenelement, um die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3) zu bilden.
Diese Hormone beeinflussen unter anderem:
- Energieumsatz
- Körpertemperatur
- körperliches Wachstum
- Entwicklung von Gehirn und Nervensystem
Bekommt dein Körper über längere Zeit zu wenig Jod, versucht die Schilddrüse zunächst, das vorhandene Spurenelement möglichst gut zu nutzen. Dabei kann sie sich vergrößern. Es kann eine Struma, umgangssprachlich auch Kropf genannt, entstehen. Je nach Ausprägung macht sich die vergrößerte Schilddrüse am Hals durch ein Druckgefühl oder durch Schluckbeschwerden bemerkbar.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ab 13 Jahren eine tägliche Jodzufuhr von 150 Mikrogramm.
Jodversorgung in Deutschland wieder rückläufig
Die Jodversorgung in Deutschland hatte sich durch die Verwendung von Jodsalz zunächst deutlich verbessert. Seit den 2000er-Jahren verschlechtert sie sich jedoch wieder.
Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) liegen rund 32 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen unterhalb des geschätzten mittleren Jodbedarfs von 95 Mikrogramm pro Tag – und haben damit ein erhöhtes Risiko für eine unzureichende Jodversorgung. Auf Bevölkerungsebene gilt Deutschland nach WHO-Kriterien wieder als Gebiet mit mildem Jodmangel.
Symptome: Woran erkenne ich einen Jodmangel?
Einen Jodmangel kannst du nicht sicher an einzelnen Beschwerden erkennen. Viele mögliche Anzeichen sind unspezifisch und können auch andere Auslöser haben.
- Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Gewichtszunahme
- langsamer Puls
- trockene Haut
- Haarausfall
- Muskelschmerzen und Verspannungen
Symptome von Jodmangel bei Frauen
Bei Frauen kann eine Schilddrüsenunterfunktion zusätzlich den Menstruationszyklus beeinflussen. Möglich sind beispielsweise starke oder unregelmäßige Regelblutungen. Auch die Fruchtbarkeit kann eingeschränkt sein. Diese Beschwerden müssen aber nicht zwingend auf den Jodmangel zurückzuführen sein. Sie können verschiedene Ursachen haben.
Veränderungen der Schilddrüse bei längerem Jodmangel
Ein länger bestehender Jodmangel hat nicht zwangsläufig eine Schilddrüsenunterfunktion zur Folge. Über längere Zeit kann zu wenig Jod die Bildung von Schilddrüsenknoten begünstigen. Manche dieser Knoten produzieren später eigenständig Schilddrüsenhormone und können so zu einer Überfunktion führen.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für Jodmangel?
Eine zu geringe Jodzufuhr kann grundsätzlich jeden betreffen. Wie hoch das Risiko für einen Jodmangel ist, hängt vor allem davon ab, wie du dich ernährst und ob du einen erhöhten Jodbedarf hast.
Jodversorgung bei Kinderwunsch, Schwangerschaft und in der Stillzeit
Deshalb gelten für Schwangerschaft und Stillzeit eigene Empfehlungen zur zusätzlichen Jodzufuhr: In der Schwangerschaft empfiehlt die DGE insgesamt 220 Mikrogramm Jod pro Tag, in der Stillzeit 230 Mikrogramm. Zusätzlich zu einer ausgewogenen Ernährung mit Jodsalz sollen Schwangere und Stillende nach ärztlicher Rücksprache täglich eine Jodsupplementierung mit 100 bis 150 Mikrogramm einnehmen. Vor allem bei einer Schilddrüsenerkrankung solltest du die Einnahme vorher ärztlich abklären.
Jod bei vegetarischer und veganer Ernährung
Wenn du dich vegetarisch ernährst und Milchprodukte, Eier und Jodsalz verwendest, kannst du darüber relevante Mengen Jod aufnehmen. Eine vegetarische Ernährungsweise führt somit nicht zwangsläufig zu einem Jodmangel.
Wie kann ich einem Jodmangel vorbeugen?
Mit einer gezielten Lebensmittelauswahl kannst du viel für deine Jodversorgung tun. Dabei geht es nicht darum, mehr Salz zu essen. Wenn du Speisesalz verwendest, greife möglichst zu Jodsalz.
Gute Jodquellen sind zum Beispiel:
- Seefisch und andere Lebensmittel aus dem Meer
- Milch und Milchprodukte
- Eier
- mit Jod angereicherte Lebensmittel
Wenn du dich vegan ernährst, achte besonders auf mit Jod angereicherte Lebensmittel und behalte deine Jodversorgung bewusst im Blick.
Algen als Jodquelle
Algen enthalten teilweise sehr viel Jod. Der Gehalt schwankt allerdings stark und kann bei manchen Sorten deutlich zu hoch sein. Wähle deshalb getrocknete Algen und Algenerzeugnisse mit ausgewiesenem und moderatem Jodgehalt. Algen sind daher nicht immer eine geeignete Jodquelle.
Diese Lebensmittel können die Jodaufnahme hemmen
Einige Lebensmittel können die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse erschweren. Sie enthalten sogenannte Goitrogene. Dazu gehören vor allem:
- Kohlsorten wie Brokkoli, Blumenkohl oder Rosenkohl
- Senf
- Rettich
- bestimmte Sojaprodukte
Du musst diese Lebensmittel nicht vom Speiseplan streichen. Wenn du sie kochst, dünstest oder brätst, werden diese hemmenden Stoffe größtenteils unschädlich gemacht. Ein Problem entsteht meist nur dann, wenn du sehr große Mengen davon roh isst und gleichzeitig ohnehin schon zu wenig Jod aufnimmst.
Wie wird ein Jodmangel festgestellt und behandelt?
Ein Jodmangel lässt sich nicht zuverlässig mit einem einzelnen Urintest feststellen. Wie viel Jod über den Urin ausgeschieden wird, schwankt unter anderem je nachdem, was du zuvor gegessen und getrunken hast. Solche Werte eignen sich deshalb eher, um die Jodversorgung größerer Bevölkerungsgruppen zu beurteilen.
Wenn Beschwerden auf eine Schilddrüsenerkrankung hindeuten, schaut sich die Ärztin oder der Arzt das Gesamtbild an. Dazu gehören deine Beschwerden, deine Ernährung und eine Untersuchung der Schilddrüse. Zusätzlich können Blutwerte zu TSH und freien Schilddrüsenhormonen bestimmt werden. Ist die Schilddrüse vergrößert oder knotig verändert, kann eine Ultraschalluntersuchung sinnvoll sein.
Jodmangel behandeln
Wenn du über die Ernährung zu wenig Jod aufnimmst, kannst du deine Versorgung häufig verbessern, indem du gezielt jodreiche Lebensmittel auswählst und Jodsalz verwendest. Besteht bereits eine Jodmangel-Struma oder vermutet die Ärztin oder der Arzt einen ausgeprägteren Mangel, können nach ärztlicher Rücksprache Jodpräparate wie Kaliumjodid infrage kommen. Eine solche Jodsupplementierung sollte immer individuell dosiert und ärztlich begleitet werden, da eine unkontrollierte Einnahme - vor allem bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen - mehr schaden als nützen kann.
Häufige Fragen zum Jodmangel
Wie äußert sich Jodmangel bei Kindern?
Kann Jodmangel zu einer Gewichtszunahme führen?
Kann zu viel Jod der Schilddrüse schaden?
Ist Meersalz genauso gut wie Jodsalz?
Fachbereich der DAK-Gesundheit
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