Hydrozele: Wenn sich Wasser im Hodensack sammelt

Du tastest dich unten ab und plötzlich fühlt sich da etwas anders an? Vielleicht merkst du eine Schwellung, weich, rund und irgendwie komisch. Keine Panik: Oft steckt dahinter etwas Harmloses – zum Beispiel eine Hydrozele, auch Wasserbruch genannt. Klingt erst einmal merkwürdig, ist aber meist ungefährlich. Trotzdem ist es gut zu wissen, was genau das ist, wie sie entsteht und wann du besser zur Ärztin oder zum Arzt gehst.
Was ist eine Hydrozele eigentlich?
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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)
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Wie merkt man eine Hydrozele?
Das Auffälligste ist die Schwellung im Hodensack – meistens nur auf einer Seite. Sie fühlt sich weich und elastisch an, wächst langsam und tut oft nicht weh. Viele merken eher ein Ziehen oder ein Druckgefühl, zum Beispiel beim Sitzen, beim Sport oder in enger Kleidung. Betroffene beschreiben es so, als würde man einen Wasserballon tasten.
Wie gefährlich ist eine Hydrozele?
Zum Glück ist eine Hydrozele fast immer harmlos. Trotzdem sollte sie immer ärztlich abgeklärt werden, denn Schwellungen am Hoden können auch andere, ernstere Ursachen haben, zum Beispiel eine Entzündung, eine Hodentorsion (also eine Drehung des Hodens) oder in seltenen Fällen sogar einen Tumor. Nur eine Ärztin oder ein Arzt kann sicher sagen, was dahintersteckt.
Also: Keine Panik, aber auch kein Zögern. Wenn du etwas Ungewöhnliches bemerkst, lass es checken.
Wie entsteht eine Hydrozele?
Eine Hydrozele kann angeboren sein oder sich erst im Laufe des Lebens bilden:
- Angeborene Hydrozele – oft harmlos
Bei vielen Babys, besonders bei Frühchen, ist eine Hydrozele von Geburt an vorhanden. Das liegt daran, dass sich die Hoden im Mutterleib erst im Bauchraum entwickeln und später durch einen kleinen Verbindungsgang in den Hodensack wandern. Normalerweise schließt sich dieser Gang kurz vor oder nach der Geburt. Wenn das nicht vollständig passiert, kann etwas Flüssigkeit aus dem Bauch in den Hodensack fließen – und zack, da ist sie: die Hydrozele. Die gute Nachricht: Bei Säuglingen bildet sich die Hydrozele meistens von selbst zurück – meist innerhalb der ersten zwei Lebensjahre. Solange die Schwellung nicht größer wird oder Beschwerden macht, wird einfach abgewartet und regelmäßig kontrolliert.
- Erworbene Hydrozele – was passiert da?
Auch Jugendliche oder Erwachsene können eine Hydrozele bekommen. Oft passiert das nach einer Verletzung, etwa beim Sport, nach einem Tritt oder einem Schlag gegen den Hoden. Auch nach Operationen im Leisten- oder Hodenbereich oder durch eine Infektion kann sich Flüssigkeit ansammeln. Manchmal entsteht sie aber auch ohne erkennbaren Grund – dann spricht man von einer idiopathischen Hydrozele. In all diesen Fällen reagiert der Körper auf eine Reizung oder Entzündung im Bereich der Hodenhülle: Er bildet Flüssigkeit, um das Gewebe zu schützen. Normalerweise verschwindet sie nach einer Weile wieder – aber manchmal bleibt sie auch einfach da.
Was kann man gegen eine Hydrozele tun?
Viele Hydrozelen, vor allem angeborene oder kleinere, verschwinden von selbst. Wenn keine Beschwerden da sind, wird meist nur regelmäßig kontrolliert. Wenn die Hydrozele durch eine Infektion oder Verletzung entstanden ist, verschwindet sie oft, sobald die Ursache behandelt oder abgeheilt ist.
Wann sollte eine Hydrozele operiert werden?
Wenn die Schwellung größer wird, Schmerzen verursacht oder nicht von selbst verschwindet, hilft eine Operation – die sogenannte Hydrozelektomie oder Hydrozelenresektion. Dabei wird die Flüssigkeit abgelassen, und die Hodenhülle wird so vernäht, dass sich keine neue Flüssigkeit mehr sammeln kann. Der Eingriff dauert in der Regel weniger als eine Stunde und erfolgt meist ambulant.
Nach der OP ist der Bereich noch eine Zeit lang empfindlich – eine leichte Schwellung nach der Operation ist ganz normal und kein Grund zur Sorge. Kühlung, lockere Kleidung und etwas Geduld helfen beim Heilen. Nach ein paar Wochen ist meist alles wieder in Ordnung. Wichtig ist, dem Körper Ruhe zu gönnen – also auch eine Pause beim Sport und beim Sex, bis alles abgeheilt ist.
Schwellung am Hoden? Lass es checken! Eine Hydrozele ist zwar meist nichts Gefährliches, aber sie gehört in ärztliche Hände – einfach, um sicherzugehen, dass nichts anderes dahintersteckt. Wichtig ist, dass du deinen Körper kennst, regelmäßig abtastest und Veränderungen ernst nimmst. Denn wer früh reagiert, schützt seine Gesundheit – und kann sich schnell wieder sicher fühlen.
J2: VORSORGEUNTERSUCHUNG
Bei der J2 (zwischen 16 und 17 Jahren) handelt es sich um eine einmalige Vorsorgeuntersuchung. Es geht um Früherkennung körperlicher Probleme sowie Sexualitätsstörungen. Die J2 ist eine freiwillige Mehrleistung der DAK-Gesundheit.PS: Ab 20 Jahren können junge Frauen einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wegen Früherkennung möglicher Krebserkrankungen.
Fachbereich der DAK-Gesundheit





