Hodenkrebs: Symptome, Ursachen und Behandlung

Hodenkrebs ist eine vergleichsweise seltene Krebsart. Sie tritt vor allem bei Männern zwischen 20 und 40 Jahren auf. Rechtzeitig erkannt, lässt sich Hodenkrebs jedoch gut behandeln. Über 90 Prozent der Männer können geheilt werden. Hier erfährst du, an welchen Symptomen du Hodenkrebs erkennen kannst und wie Hodenkrebs behandelt wird.
Was ist Hodenkrebs?
Die Tumorart kann nur durch eine Gewebeprobe herausgefunden werden. Die Unterscheidung zwischen Seminomen und Nicht-Seminomen ist wichtig, damit dein Arzt oder deine Ärztin die richtige Behandlungsstrategie auswählen kann.
Hodenkrebs – Tumorart: Seminome
Etwas mehr als die Hälfte der Tumore bei Hodenkrebs sind Seminome. Sie treten vor allem bei Männern zwischen 30 und 50 Jahren auf. Seminome wachsen langsamer und sind weniger aggressiv als Nicht-Seminome. Sie neigen dazu, länger auf den Hoden beschränkt zu bleiben, bevor sie sich ausbreiten. Seminome sprechen gut auf Strahlentherapie und Chemotherapie an, was die Heilungschancen erhöht.
Hodenkrebs – Tumorart: Nicht-Seminome
Als Nicht-Seminome werden verschiedene Unterarten des Hodenkrebs verstanden, die vor allem bei jüngeren Männern zwischen 20 und 30 auftreten. Sie sind zumeist aggressiver und wachsen schneller als Seminome. Daher ist eine frühzeitige Diagnose und Behandlung bei diesem Typ Hodenkrebs besonders wichtig.
Was sind die ersten Anzeichen für Hodenkrebs?
Bei manchen Betroffenen schwillt auch der Hoden an. Zusätzlich kann es zu ziehenden Schmerzen in einem Hoden kommen, der sich dann oft schwerer anfühlt.
Weitere mögliche Symptome, die auf Hodenkrebs hindeuten können:
- Blut im Sperma
- Schwellung der Brustdrüsen
- Rücken- oder Nierenschmerzen
- Luftnot
Bei fast allen Patienten tritt Hodenkrebs nur auf einer Seite auf, betrifft also nur einen der beiden Hoden.
Wichtig: Selbst, wenn du ein Anzeichen für Hodenkrebs bei dir findest, kann es etwas Harmloses sein. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du es ärztlich abklären lassen.
Welche Ursachen hat Hodenkrebs?
Als Ursache für Hodenkrebs gelten vor allem genetische Faktoren. Deshalb sollten Männer, deren Brüder oder Väter Hodenkrebs haben oder hatten, besonders aufmerksam sein. Für sie ist das Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken deutlich höher. Folgende Faktoren führen aus medizinischer Sicht zu einem erhöhten Risiko an Hodenkrebs zu erkranken. Ein erhöhtes Risiko bedeutet allerdings nicht, dass du tatsächlich erkranken wirst – nur die Wahrscheinlichkeit zu erkranken ist höher.
Ein erhöhtes Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken, hast du,
- wenn du bereits in einem Hoden Hodenkrebs hattest,
- wenn dein Vater oder Bruder Hodenkrebs hatte,
- wenn du einen angeborenen Hodenhochstand hast oder hattest,
- wenn deine Fruchtbarkeit beeinträchtigt ist.
Vor allem Männer, die ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs haben, sollten regelmäßig ihren Hoden auf Veränderungen abtasten. Die Vorsorge und Früherkennung ist besonders wichtig, um Hodenkrebs erfolgreich zu bekämpfen.
Weitere Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit für Hodenkrebs erhöhen, sind eine Hodenentzündung, Übergewicht im Kindesalter, Kontakt mit Chemikalien wie PVC und Phthalate sowie das Klinefelter-Syndrom – eine angeborene Chromosomenstörung.
Der Lebensstil ist übrigens kein Risikofaktor für Hodenkrebs. Es ist also nach aktueller Studienlage für das Hodenkrebs-Risiko unerheblich, ob du rauchst oder viel Fahrrad fährst.
Wie diagnostizieren Ärzte Hodenkrebs?
Arztsuche
Die DAK Arztsuche hilft dir, eine passende Ärztin oder einen passenden Arzt zu finden.
Wenn du deinen Hoden abtastest und dir dabei etwas auffällt, solltest du das ärztlich durch einen Urologen oder eine Urologin abklären lassen. Auch dein Arzt oder deine Ärztin tastet zunächst die Hoden ab, anschließend führt er oder sie eine schmerzlose Ultraschalluntersuchung der Hoden und der Bauchorgane durch.
Bei einem konkreten Verdacht auf einen Tumor nimmt dir der Arzt oder die Ärztin Blut ab. Das Blut wird auf Tumormarker untersucht. In vielen Fällen ist es so bereits möglich, die Art des Tumors zu bestimmen.
Für eine gesicherte Diagnose ist allerdings eine Gewebeprobe nötig, die man in einem kleinen operativen Eingriff entnimmt. Bei Verdacht auf Metastasenbildung kommen auch CT oder MRT (Computer- oder Magnetresonanztomografie) zum Einsatz.
Wie sieht die Behandlung bei Hodenkrebs aus?
Je nach Art des Tumors und seiner Ausbreitung gibt es verschiedene Möglichkeiten der Therapie. Fast immer wird im ersten Schritt der betroffene Hoden operativ entfernt. Dieser Eingriff nennt sich Orchiektomie. Dabei wird unter Vollnarkose der Hoden samt Tumor entfernt, um eine Ausbreitung des Tumors zu vermeiden.
Wenn du möchtest, kann der entfernte Hoden durch ein Hoden-Implantat ersetzt werden. Das Implantat besteht aus Silikon (ähnlich einem Brustimplantat) und wird in den Hodensack eingesetzt, so dass im Anschluss nicht sichtbar ist, dass dir ein Hoden entfernt wurde. Das kann sich positiv auf deine Körperwahrnehmung und die Psyche auswirken. Deine Ärztin oder dein Arzt wird dich dazu beraten.
Behandlung von Hodenkrebs: Frühe Tumorstadien
Bei Hodentumoren, die noch keine Metastasen gebildet haben, reicht in der Regel die Entfernung des Hodens und engmaschige Nachuntersuchungen aus. Die Nachsorge-Untersuchungen sollten unbedingt konsequent eingehalten werden, da gerade innerhalb von zwei Jahren nach der Entfernung des Tumors eine erneute Erkrankung wahrscheinlicher ist. Rechtzeitig erkannt können entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Zur Nachsorge zählen:
- Abtasten des verbliebenen Hodens
- Blutuntersuchung, um die Tumormarker im Blut zu untersuchen
- CT/MRT-Untersuchungen der Lymphknoten im hinteren Bauchraum, da diese am ehesten von Metastasen befallen werden.
Behandlung von Hodenkrebs: Fortgeschrittene Tumorstadien
Hodenkrebs im fortgeschrittenen Stadium wird je nach Tumorart (Seminom oder Nicht-Seminom) unterschiedliche behandelt. Als fortgeschrittenes Stadium gilt dabei, wenn der Hodenkrebs bereits Tochter-Tumore (Metastasen) gebildet hat. Häufig sind dann die Lymphknoten im hinteren Bauchraum als erstes betroffen.
Sollte bei dir festgestellt werden, dass die Lymphknoten im Bauchraum betroffen sind, erfolgt neben der Entfernung des Hodens in der Regel eine Chemotherapie oder eine Strahlentherapie.
Die Strahlentherapie kann auch zur Behandlung von Hodenkrebsvorstufen zum Einsatz kommen.
Sexualität und Hodenkrebs
Ist nach einer Hodenkrebs-Behandlung nur noch ein Hoden vorhanden, bedeutet das weder Impotenz noch Unfruchtbarkeit. Da jedoch das Erbgut geschädigt sein könnte, ist es sinnvoll, nach der Behandlung zwei Jahre mit einem Kinderwunsch zu warten. Zudem besteht die Möglichkeit, vor dem Eingriff Sperma konservieren zu lassen.
Durch die Entfernung eines Hodens produziert der Körper insgesamt weniger Testosteron. In der Regel ist die sexuelle Aktivität und auch die Fruchtbarkeit davon nicht betroffen.
Solltest du nach der Entfernung eines Hodens feststellen, dass du weniger Testosteron hast, zum Beispiel dadurch, dass du weniger Lust auf Sex hast oder weniger Bartwuchs als zuvor, kann das durch die Einnahme von Testosteron ausgeglichen werden. Am besten sprichst du deinen Arzt oder deine Ärztin darauf an.
Häufige Fragen zu Hodenkrebs
Hier beantworten wir dir weitere Fragen zum Thema Hodenkrebs.
Ist Hodenkrebs heilbar?
Ja. Die Heilungschancen bei Hodenkrebs sind sehr gut. Das gilt selbst, wenn der Hodenkrebs bereits Metastasen gebildet hat. Je nach Krebsstadium und Art des Tumors wählen Ärztinnen und Ärzte einen passende Therapie aus, um den Hodenkrebs zu beseitigen. In den meisten Fällen wird dazu der Hoden in einer Operation unter Vollnarkose entfernt.
Ist Hodenkrebs tödlich?
Hodenkrebs ist tödlich, wenn er nicht behandelt wird. Insgesamt ist es aber selten, dass Hodenkrebs tödlich verläuft. Je früher der Tumor erkannt wird desto höher ist die Wahrscheinlichkeit Hodenkrebs zu überleben. Die Überlebenswahrscheinlichkeit hängt auch von der Art des Hodenkrebs ab. Im Durchschnitt überleben 96 von 100 Männern die Erkrankung – unabhängig von Diagnosezeitpunkt und Art des Tumors.
Wie schnell wächst Hodenkrebs?
Hodenkrebs ist eine schnell wachsende Krebsart. Sobald Hodenkrebs diagnostiziert ist, wird in der Regel der Hoden entfernt, um das Wachstum zu stoppen. Auch eine Chemotherapie kann das Wachstum wirksam bekämpfen.
Fachbereich der DAK-Gesundheit




