Sonnenallergie bei Kindern: Wie sie aussieht, was hilft und wie du vorbeugst

Kinderhaut reagiert auf Sonne manchmal empfindlicher als erwartet. Wenn die Haut nach einem sonnigen Tag juckt, brennt oder kleine rote Pünktchen zeigt, kann es sich um eine Sonnenallergie handeln. Das ist unangenehm, aber meist harmlos. Welche Beschwerden typisch sind und was deinem Kind jetzt hilft, erfährst du hier.

Ein Vater cremt seinen Sohn am Strand mit Sonnencreme ein.

Was ist eine Sonnenallergie bei Kindern?

Eine Sonnenallergie bei Kindern ist meist keine echte Allergie, sondern eine verzögerte Hautreaktion auf UV-Strahlung. Kinderhaut reagiert auf Sonne oft empfindlich, denn ihr natürlicher Eigenschutz ist noch nicht vollständig entwickelt. Deshalb kann UV-Strahlung die Haut schneller reizen. Typisch sind juckende rote Flecken, Knötchen oder Bläschen einige Stunden nach dem Aufenthalt in der Sonne.

Medizinisch heißt diese Reaktion polymorphe Lichtdermatose, kurz PLD. Sie macht rund 90 Prozent der sogenannten Sonnenallergien aus. Die genaue Ursache der polymorphen Lichtdermatose ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich spielt vor allem der UV-A-Anteil des Sonnenlichts eine wichtige Rolle, seltener auch UV-B-Strahlung.

Was führt bei Kindern zur Sonnenallergie?

Ob ein Kind eine Sonnenallergie entwickelt, hängt von mehreren Faktoren ab:
  • Hauttyp: Helle und sonnenempfindliche Haut reagiert oft schneller.
  • Individuelle Empfindlichkeit: Manche Haut gewöhnt sich langsamer an UV-Strahlung.
  • Immunreaktion der Haut: Bei einigen Kindern reagiert die Haut besonders sensibel auf Sonnenlicht.

Häufig zeigt sich die Reaktion nach längeren sonnenarmen Phasen, etwa im Frühjahr oder nach ungewohnt langer Zeit im Freien. Dann trifft intensive UV-Strahlung auf die Haut, die noch nicht daran gewöhnt ist.

Für Eltern ist wichtig: Eine Sonnenallergie bei Kindern ist unangenehm, aber meist harmlos und vorübergehend. Nicht jeder Ausschlag nach der Sonne ist jedoch eine Sonnenallergie. Auch Hitzepickel, Sommerakne oder eine Reaktion auf Sonnencreme und Pflegeprodukte können ähnliche Beschwerden auslösen.

Hitzepickel oder Sonnenallergie?

Die folgende Übersicht hilft dir dabei, Hitzepickel von einer Sonnenallergie bei Kindern zu unterscheiden:

Merkmal

Hitzepickel

Sonnenallergie

UrsacheVerstopfte Schweißdrüsen durch Hitze und starkes SchwitzenReaktion der Haut auf UV-Strahlung
Wann tritt es auf?Meist bei schwülem Wetter oder kurz nach einer HitzewelleHäufig nach intensiver Sonne, aber erst Stunden später
Wie sieht es aus?Rote Pünktchen, manchmal mit leichtem Juckreiz Juckende rote Flecken, Bläschen, Pusteln oder Knötchen
Typische StellenRücken, in Hautfalten, unter der Kleidung, wo sich Wärme und Schweiß stauenStellen, die direkt mit der Sonne in Kontakt kommen

Wichtig: Wir möchten dir hier nur eine erste Orientierung geben. Sollte die Haut stark schmerzen, Blasen bilden oder dein Kind sich krank fühlen, lass die Beschwerden in jedem Fall ärztlich abklären.

Woran erkenne ich eine Sonnenallergie bei Kindern?

Eine Sonnenallergie bei Kindern zeigt sich meist durch Symptome wie kleine rote Flecken, juckende Knötchen, Pusteln oder Bläschen. Der Ausschlag tritt häufig an Schultern, Armen, Hals oder Gesicht auf – also an Hautstellen, die viel Sonne abbekommen habe. Die Haut kann gerötet sein, leicht geschwollen, spannen oder brennen. Bei Jugendlichen können die Knötchen auf der Haut manchmal auch an Akne erinnern.
Eine Schulter mit typischen Ausschlag der Sonnenallergie

Anders als beim Sonnenbrand entwickeln sich die Beschwerden meist erst einige Stunden nach dem Sonnenkontakt

Eine Sonnenallergie äußert sich nicht bei jedem Kind gleich. Genau darauf weist der Name polymorphe Lichtdermatose bereits hin: „Polymorph“ bedeutet „vielgestaltig“. Die Sonnenallergie kann also individuell unterschiedlich aussehen. 

Häufig tritt eine Sonnenallergie wiederkehrend auf: Kommt die Haut erneut mit intensivem Sonnenlicht in Kontakt, kann der Ausschlag wieder aufflammen. Meist hält die Hautreaktion einige Tage an und klingt ab, wenn die Haut nicht weiter gereizt wird.

Neben sichtbaren Hautveränderungen kann sich eine Sonnenallergie bei Kindern durch unangenehme Empfindungen auf der Haut bemerkbar machen: Die Kinderhaut juckt, brennt oder kribbelt. Manche Kinder beschreiben die Haut auch als gespannt, empfindlich oder gereizt.

Bei einigen Kindern werden die Beschwerden mit zunehmendem Alter schwächer oder bleiben irgendwann ganz aus. Wichtig: Beobachte wiederkehrende Reaktionen und schütze die Haut frühzeitig vor intensiver Sonne.

Was hilft bei Sonnenallergie bei Kindern? 

Wenn dein Kind an der Sonne juckende Rötungen oder Bläschen bekommt, solltest du wie folgt vorgehen:

  1. Raus aus der direkten Sonne: Bring dein Kind in den Schatten oder nach drinnen. Die betroffenen Hautstellen sollten vor weiterer UV-Strahlung geschützt bleiben.
  2. Haut vorsichtig kühlen: Nasskalte Umschläge können Juckreiz und Brennen lindern. Auch ein mildes Aloe-vera-Gel tut gut, wenn dein Kind es verträgt. Weitere praktische Tipps haben wir unter Hausmittel bei einer Sonnenallergie für dich gesammelt.
  3. Nicht kratzen: Kratzen reizt die Haut zusätzlich. Halte die Fingernägel deines Kindes möglichst kurz und versuche, es mit Kühlen vom Juckreiz abzulenken.
  4. Lockere Kleidung anziehen: Weiche, luftige Kleidung schützt die betroffenen Stellen zusätzlich und verhindert, dass Stoff auf der gereizten Haut reibt.
  5. Milde Pflege verwenden: Parfümfreie After-Sun-Produkte oder milde Lotionen beruhigen die Haut.
  6. Beschwerden beobachten: Tritt der Juckreiz immer nach derselben Sonnencreme auf, kann auch eine Unverträglichkeit gegen Inhaltsstoffe dahinterstecken. 

Kratzt sich dein Kind bei einer Sonnenallergie stark, können sich die gereizten Stellen in seltenen Fällen entzünden. 

Wann ist ärztlicher Rat bei einer Sonnenallergie sinnvoll?

Meist beruhigt sich die Haut nach einigen Tagen wieder, wenn dein Kind aus der Sonne bleibt. Lass die Haut bitte trotzdem ärztlich abklären, wenn:

  • starke Schmerzen, größere Blasen oder deutliche Schwellungen auftreten
  • Fieber, Unwohlsein oder allgemeines Krankheitsgefühl dazukommen
  • dein Kind die Haut stark kratzt und sich Hautstellen entzünden
  • die Beschwerden nach Sonnenkontakt immer wieder auftreten
Die erste Anlaufstelle ist meist die Kinderarztpraxis. Bei starken oder wiederkehrenden Reaktionen kann eine dermatologische Untersuchung sinnvoll sein, um andere Hauterkrankungen auszuschließen.

Wichtig zu wissen: Manche Medikamente oder Inhaltsstoffe in Cremes können die Haut lichtempfindlicher machen. Schau dir deshalb den Beipackzettel an und achte auf entsprechende Hinweise. Je nach Ausprägung können Ärztinnen und Ärzte entzündungshemmende Präparate mit Kortison zum Auftragen empfehlen. In schweren Fällen kommen auch Tabletten infrage. Gegen starken Juckreiz können Antihistaminika helfen. Das sind Medikamente, die die Wirkung des Botenstoffs Histamin hemmen.

Wie kann ich einer Sonnenallergie bei Kindern vorbeugen?

Vorbeugen heißt vor allem: die Haut langsam an die Sonne gewöhnen und sie konsequent schützen. Gerade Kinderhaut braucht Zeit, um sich auf stärkere UV-Strahlung einzustellen. Diese Maßnahmen helfen:

  • Mittagssonne meiden: Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung besonders intensiv. In dieser Zeit sollte dein Kind nicht in der Sonne sein.
  • Langsam an die Sonne gewöhnen: Starte mit wenigen Minuten direkter Sonne und steigere die Zeit nur vorsichtig.
  • Geeignete Sonnencreme verwenden: Sinnvoll ist ein hoher Lichtschutzfaktor bei Sonnencremes, am besten LSF 50+ mit UVA-Schutz. Für empfindliche Kinderhaut sind alkoholfreie und parfümfreie Produkte oft verträglicher.
  • Regelmäßig und ausreichend nachcremen: Nach dem Baden, Schwitzen oder Abtrocknen ist ein Teil des Sonnenschutzes weg und muss erneuert werden. Achte darauf, genug Sonnencreme zu verwenden. Als Faustregel braucht dein Kind etwa einen Esslöffel voll Sonnencreme für seinen Körper. Achtung: Nachcremen frischt den Sonnenschutz nur auf, es verlängert die maximale Schutzzeit des Tages nicht!
  • Kleidung als Sonnenschutz nutzen: Draußen sollten Kinder im Sommer am besten Sonnenhut, Sonnenbrille und zertifizierte UV-Kleidung tragen.

Sonnencreme ist wichtig, ersetzt aber keinen Schatten. Babys unter einem Jahr sollten möglichst gar nicht in die direkte Sonne kommen. Für ältere Kinder gilt: Schatten, Kleidung inkl. Sonnenhut und Sonnencreme schützen zusammen am besten.

Häufige Fragen

Du hast noch mehr Fragen zur Sonnenallergie bei Kindern? Hier findest du weitere Antworten.

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