Mallorca-Akne: Acne aestivalis vermeiden und behandeln

Endlich wieder Sonnenschein – aber kaum genießt du das schöne Wetter, sprießen Pusteln auf der Haut? Bei solchen Hautreaktionen handelt es sich höchstwahrscheinlich um Sommerakne, umgangssprachlich „Mallorca-Akne“ genannt. Diese entsteht, wenn unter bestimmten Umständen Sonnenlicht, genauer UV-A-Strahlung, auf fettige Substanzen trifft. Hier erfährst du, warum Mallorca-Akne gar keine Akne ist, warum sie meist im Sommer ausbricht, was deine Sonnencreme damit zu tun hat und wie du den juckenden Ausschlag lindern kannst.
Was ist Mallorca-Akne?
Mallorca-Akne tritt üblicherweise auf, wenn du:
- nach trüben Wetterphasen erstmals wieder Sonnenstrahlen ausgesetzt bist,
- länger als üblich in der Sonne bleibst (zum Beispiel im Urlaub) oder
- einer ungewohnt intensiven Sonnenstrahlung ausgesetzt bist, etwa durch reflektierende Flächen wie Schnee und Wasser oder durch Aufenthalte in größerer Höhenlage oder den Tropen (steiler Lichteinfallswinkel).
Die Sommerakne tritt normalerweise von Frühling bis Sommer auf und bessert sich im Winterhalbjahr. Überwiegend betroffen sind Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Warum das so ist, ist bisher unklar. Naheliegend sind Faktoren wie eine hormonell beeinflusste Talgproduktion, Hautpflegeroutinen und Verwendung von Kosmetika.
Die Mallorca-Akne ist kein Problem, das ausschließlich auf der beliebten Urlaubsinsel besteht. Der Begriff geht auf vermehrtes Auftreten der speziellen Lichtdermatosen bei Mallorca-Reisenden in den Siebziger- und Achtzigerjahren zurück. Aufgrund der ähnlichen Symptome galt die Hautreaktion zunächst als Akne-Variante. Der nach heutigem Forschungsstand irreführende Begriff hat sich gehalten.
Was sind die Ursachen der Mallorca-Akne?
Was genau passiert bei Mallorca-Akne und Sonnenallergie auf der Haut eigentlich? Abschließend erforscht sind die biochemischen Vorgänge noch nicht. Man nimmt an, dass in den oberen Hautschichten eine Kettenreaktion abläuft, die durch UV-A-Strahlung angestoßen wird.
- Licht aktiviert chemische Verbindungen: Wenn die Strahlung bei intensiven Sonnenbädern auf ungeschützte Haut trifft, regt sie dort gewisse Moleküle an. Dabei entstehen sogenannte freie Radikale, aggressive Sauerstoffverbindungen.
- Chemische Umwandlung von Lipiden und Fetten: Die freien Radikale greifen wiederum die Fette auf und in der Haut an. Das betrifft deinen Hauttalg sowie fettige Substanzen und Hilfsstoffe wie Emulgatoren in den Sonnenschutzmitteln.
- Organische Abwehrreaktion: Während dieser Reaktion zwischen Sauerstoffverbindung und Fetten entstehen Abbaustoffe. Die erkennt das Immunsystem als Bedrohung und reagiert zur Abwehr mit der Ausschüttung von Entzündungsstoffen.
All das spielt sich in und an Hautstellen ab, wo viele Talgdrüsen vorhanden sind. Das Ergebnis: entzündete Haarfollikel, ganz ähnlich wie bei der „echten“ Akne (Acne vulgaris). Der Unterschied: Akne wird durch körpereigene, hormonelle Ursachen ausgelöst, die Entzündungen durch Bakterien begünstigen. Bei der Mallorca-Akne rufen externe Einflüsse die Hautreaktion hervor. Es sind keine Keime im Spiel.
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Welche Symptome verursacht Mallorca-Akne?
Üblicherweise treten die ersten Symptome einige Stunden bis wenige Tage nach einem intensiven Sonnenbad beziehungsweise Aufenthalt in der Sonne auf. Typisch sind Ausschläge an einer ungeschützten, talgreichen Hautstelle wie dem Dekolleté, den Schultern, dem Rücken, am Nacken oder den Oberarmen. Seltener ist Mallorca-Akne im Gesicht, auf Beinen und Händen. Der Ausschlag kann über mehrere Wochen anhalten. Typisch sind:
- Juckende bläschenformige, Knötchen (Papeln), etwa stecknadelkopfgroß
- Entzündete Pickel und Pusteln
- Oft symmetrische Verteilung der Papeln und Pusteln
- Gegebenenfalls Hautschwellungen
- Starker Juckreiz
Gut zu wissen: Die Mallorca-Akne ist nicht ansteckend und heilt spontan und narbenfrei ab.
Was tun bei Mallorca-Akne?
Wenn du dich an langwierige Phasen mit Pubertätsakne erinnerst, kannst du aufatmen. Bei Mallorca-Akne ist die Behandlung recht einfach. Die wichtigste Maßnahme: Raus aus der Sonne. Verzichte auf Sonnenbäder, halte dich im Schatten auf und bedecke betroffene Hautstellen mit Kleidung. So bremst du die UV-A-Strahlung aus und stoppst die biochemischen Vorgänge an den Haarfollikeln.
Linderung bei Mallorca-Akne
Die Mallorca-Akne hat dich bereits erwischt? Keine Sorge: Mit einfachen Hausmitteln kannst du dir Linderung verschaffen. Am wichtigsten ist es, den Juckreiz unter Kontrolle zu bekommen. Wenn du dich kratzt und dabei Pickel und Pusteln aufreißt, können sich die Entzündungen verschlimmern. Cool bleiben hat also Priorität. Dabei helfen dir eine Reihe von Hausmitteln.
- Kalte Kompressen: Feuchte kühle Tücher kannst du nach Bedarf auf die juckenden Hautpartien auflegen. Falls du ein Kühlpad griffbereit hast, wickle es in ein Handtuch ein, um Kältebrand zu vermeiden.
- Quark: Streiche eine dünne Schicht Magerquark auf Küchenpapier und lege es auf die juckende Haut.
- Gurkenscheiben: Kühlschrankkalte Gurkenscheiben wirken ebenfalls beruhigend auf der juckenden Haut.
- Aloe-Vera-Gel: Es ist kühlend und feuchtigkeitsspendend und lässt sich prima auftragen. Achte darauf, ein fett- und parfümfreies Produkt zu nutzen. Achtung: Wenn du überempfindlich auf Aloe Vera reagierst, können sich die Symptome verstärken. Vorsicht also bei empfindlicher Haut.
Neben der Kühlung solltest du der Haut etwas Entzündungshemmendes gönnen. Kamillenextrakt (verdünnt), Eichenrinde- oder Hamamelisextrakt kannst du direkt auf die Pusteln auftragen. Du bekommst es in der Apotheke oder Drogerie. Lass dich dort zur korrekten Anwendung beraten.
Hautpflege bei Mallorca-Akne
Tipps, um Mallorca-Akne vorzubeugen
Nun bleibt noch eine Frage zur Mallorca-Akne: Was tun, damit es gar nicht erst so weit kommt? Wir haben die besten Tipps:
- Langsam an die Sonne gewöhnen: Geh es ruhig an – durch langsames Gewöhnen baut deine Haut eine natürliche Toleranz auf. So wird die Immunreaktion sanfter.
- Nicht zu viel auf einmal: Ob erster Frühlingstag oder Urlaub unter Palmen: Starte mit kurzen Sonnenbädern und meide die intensive Mittagssonne.
- Schutz durch Kleidung: UV-blockende Kleidung und eine Kopfbedeckung schützen zusätzlich vor direkter Sonneneinstrahlung.
- Achtung vor UV-A-Strahlung: Sie durchdringt auch Glas und Wolken – also auch im Auto oder bei bewölktem Himmel nicht ungeschützt bleiben.
- Finger weg vom Solarium: Die UV-A-Dosen dort sind viel zu hoch – das reizt die Haut zusätzlich und begünstigt Mallorca-Akne.
- Fettfreie Sonnencremes und Pflegeprodukte wählen: Achte auf fettarme, emulgatorfreie Produkte – ideal sind feuchtigkeitsspendende Gelformulierungen ohne Duftstoffe oder Öle.
- Vitamin E nutzen: Vitamin E unterstützt den Zellschutz, wirkt antioxidativ und steckt etwa in Nüssen, Pflanzenölen oder speziellen Sonnenschutzmitteln. Vitamin E spielt auch eine wichtige Rolle bei der Ernährung bei Akne.
Häufige Fragen zur Sommerakne
Was sind Risikofaktoren für Mallorca-Akne?
Wie unterscheiden sich Akne und Mallorca-Akne?
Kann man Mallorca-Akne medizinisch vorbeugen?
Fachbereich der DAK-Gesundheit


