Folgeerkrankungen von Diabetes: Warum Zähne, Zahnfleisch und Organe gefährdet sind
Diabetes kann langfristig zahlreiche Folgeerkrankungen oder sogenannte Spätfolgen verursachen. Betroffen sind vor allem Blutgefäße und Nerven sowie Herz, Augen, Nieren und Füße. Auch Zähne und Zahnfleisch können beeinträchtigt sein. Bei Diabetes Typ 2 werden Folge- und Begleiterkrankungen häufig schon kurz nach der Diagnose festgestellt, weil erhöhte Glukosewerte oft über viele Jahre unbemerkt bleiben. Grundsätzlich können Spätfolgen auch bei Typ-1-Diabetes auftreten.

Warum entstehen Folgeerkrankungen bei Diabetes?
Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefäße und Nerven im gesamten Körper. Dadurch werden Organe schlechter durchblutet und wichtige Funktionen beeinträchtigt. Besonders betroffen sind Augen, Nieren, Herz, Füße und auch die Mundgesundheit.
Je besser der Blutzucker eingestellt ist, desto geringer ist das Risiko für Folgeerkrankungen bei Diabetes Typ-1 und Typ-2. Deshalb spielen Ernährung, Bewegung, Medikamente und regelmäßige Arztbesuche eine zentrale Rolle.
Unterscheiden sich Folgeerkrankungen bei Diabetes Typ 1 und Typ 2?
Ja. Bei Diabetes Typ 2 treten Folgeerkrankungen oft früher auf, weil die Erkrankung häufig lange unbemerkt bleibt. Viele Betroffene haben bereits erhöhte Blutzuckerwerte, bevor die Diagnose gestellt wird.
Bei Diabetes Typ 1 beginnt die Erkrankung meist plötzlich und wird schneller erkannt. Deshalb können Folgeerkrankungen oft besser verhindert oder hinausgezögert werden – vorausgesetzt, die Blutzuckerwerte sind gut eingestellt.
Folgen für das Herz-Kreislauf-System
Häufige Fragen zum DMP Diabetes
Ablauf, Maßnahmen, Teilnahme: Hier finden Sie Informationen zum strukturierten Behandlungsprogramm.
Nervenschäden durch Diabetes
Diabetes kann Nervenschäden verursachen, vor allem an Füßen und Beinen. Typische Symptome sind:
- Kribbeln
- Taubheitsgefühle
- Brennende Schmerzen
- Vermindertes Schmerz- und Temperaturempfinden
Diese Nervenschäden werden als diabetische Neuropathie bezeichnet.
Besonders gefährlich: Kleine Verletzungen, Druckstellen oder Fremdkörper im Schuh werden oft nicht rechtzeitig bemerkt. Sie können sich entzünden und schlecht heilen. Daraus kann sich ein diabetisches Fußsyndrom entwickeln. Eine tägliche Fußkontrolle und bequeme Schuhe sind deshalb für Menschen mit Diabetes besonders wichtig.
Diabetisches Fußsyndrom
Schon kleine Druckstellen, Blasen oder Risse in der Haut können sich entzünden und im schlimmsten Fall zu schweren Geschwüren oder Amputationen führen. Deshalb sind regelmäßige Fußkontrollen, passendes Schuhwerk und eine tägliche Selbstuntersuchung besonders wichtig. Durch gut eingestellte Blutzuckerwerte, die konsequente Behandlung von Durchblutungsstörungen und eine frühe Behandlung kleiner Verletzungen lässt sich das Risiko deutlich senken.
So wirkt sich Diabetes auf die Augen aus
Da sich die Erkrankung anfangs oft ohne Beschwerden entwickelt, sind regelmäßige augenärztliche Untersuchungen entscheidend.
Nierenschäden durch Diabetes
Die Nieren filtern Schadstoffe aus dem Blut. Hohe Blutzuckerwerte belasten jedoch die feinen Gefäße der Nieren dauerhaft. Dadurch kann eine diabetische Nephropathie entstehen.
Früh erkannt lässt sich das Fortschreiten häufig verlangsamen. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen der Nierenwerte und eine gute Einstellung von Blutzucker und Blutdruck.
Zusammenhang zwischen Diabetes und Parodontitis
Warum erhöht Diabetes das Risiko für Parodontitis?
Erhöhte Blutzuckerwerte können die Durchblutung des Zahnfleischs beeinträchtigen und die Abwehrkräfte schwächen. Dadurch können sich Bakterien im Mund leichter vermehren und Entzündungen schneller ausbreiten. Gleichzeitig heilt entzündetes Gewebe langsamer.
Besonders bei dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerten steigt deshalb das Risiko für Zahnfleischentzündungen und Parodontitis.
Diabetes und Mundgesundheit: Welche Symptome sind typisch?
Frühe Warnzeichen sind:
- Zahnfleischbluten
- gerötetes, geschwollenes oder empfindliches Zahnfleisch
- Mundtrockenheit
- Mundgeruch
Mögliche Folgen einer fortgeschrittenen Paradontitis:
- Zahnfleischrückgang
- lockere Zähne
- Veränderungen beim Kauen
Weitere mögliche Folge:
- häufiger Karies
Treten diese Beschwerden auf, sollte eine zahnärztliche Untersuchung erfolgen. Früh erkannt lässt sich eine Zahnfleischentzündung oft gut behandeln und das Fortschreiten zu einer Parodontitis verhindern.
Wie beeinflusst die Mundgesundheit den Blutzucker?
Entzündungen im Mund bleiben nicht auf Zahnfleisch und Zähne beschränkt. Sie können Entzündungsbotenstoffe freisetzen, die im gesamten Körper wirken. Dadurch kann die Insulinempfindlichkeit sinken und die Blutzuckereinstellung schwieriger werden.
Eine unbehandelte Parodontitis kann somit die Diabetesbehandlung erschweren. Umgekehrt kann eine erfolgreiche Behandlung der Parodontitis dazu beitragen, die Blutzuckerkontrolle zu verbessern.
So lassen sich Folgeerkrankungen von Diabetes mellitus vermeiden
Die gute Nachricht: Folgeerkrankungen lassen sich durch eine gute Blutzuckereinstellung und regelmäßige Vorsorge oft vermeiden.
Wichtige Maßnahmen sind:
- Blutzucker regelmäßig kontrollieren
- Medikamente zuverlässig einnehmen
- gesunde Ernährung
- regelmäßige Bewegung
- Normalgewicht anstreben
- nicht rauchen
- ausreichend schlafen
- Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen
- auf eine gründliche Mundhygiene achten
Häufige Fragen zu Diabetes-Folgeerkrankungen (FAQ)
Hat jeder Mensch mit Diabetes Spätfolgen?
Können Folgeerkrankungen wieder verschwinden?
Kann Diabetes das Gehirn beeinflussen?
Warum heilen Wunden bei Diabetes schlechter?
Können Folgeerkrankungen trotz guter Behandlung entstehen?
Michael Prang
Dr. med.
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