Diabetes und Bluthochdruck

Symbolbild Diabetes und Bluthochdruck: Älterer Mann beim Krafttraining

Diabetes mellitus und Bluthochdruck (Hypertonie) treten häufig gemeinsam auf und erhöhen das Risiko für schwerwiegende Folgen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenversagen. Eine gezielte Behandlung ist daher besonders wichtig. Hier finden Sie Tipps, wie Sie Ihre Gesundheit schützen und mit Bluthochdruck und anderen Risikofaktoren umgehen können.

Gute Einstellung von Glukose und Blutdruck

Diabetes mellitus führt zu erhöhten Glukosewerten und kann durch einen Insulinmangel oder eine verminderte Insulinempfindlichkeit verursacht werden. Langfristig schädigen hohe Glukosewerte Blutgefäße und Organe. Bluthochdruck belastet Herz und Gefäße und verstärkt die Schäden. Das gleichzeitige Auftreten beider Erkrankungen erfordert daher ein besonders konsequentes Vorgehen.

Regelmäßige Kontrollen, ein gesunder Lebensstil, körperliche Aktivität und die Einnahme verordneter Medikamente können das Risiko schwerwiegender Komplikationen minimieren. Ansonsten sind ein gut eingestellter Glukosespiegel und ein gesunder Blutdruck besonders wichtig. Besprechen Sie diese Punkte mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

  • Glukose: Lassen Sie Ihre Langzeitwerte (HbA1c) regelmäßig überprüfen.
  • Blutdruck: Ihr Blutdruck sollte individuell gut eingestellt sein. Häufig wird ein Zielwert unter 140/90 mmHg angestrebt, bei geeigneten Patientinnen und Patienten auch niedriger. Vereinbaren Sie regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

  • Medikamente: Ihre Medikation sollte regelmäßig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden.

Gesunde Ernährung, regelmäßige Gewichtskontrolle

Eine gesunde Ernährung ist für die Kontrolle von Diabetes und Bluthochdruck ebenfalls sehr wichtig. Achten Sie auf Folgendes  
  • Salz: Ein hoher Salzkonsum kann den Blutdruck erhöhen. Beschränken Sie Ihre tägliche Salzzufuhr auf 5 g (ein Teelöffel).
  • Fett und Zucker: Bevorzugen Sie Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und fettarme Eiweißquellen. Vermeiden Sie gesättigte Fette (etwa in Backwaren) und Zucker.
  • Gewicht: Versuchen Sie ein gesundes Körpergewicht zu halten, um Ihre guten Glukose- und Blutdruckwerte zu stabilisieren. 

Häufige Fragen zum DMP Diabetes

Ablauf, Maßnahmen, Teilnahme: Hier finden Sie Informationen zum strukturierten Behandlungsprogramm.

Körperlich aktiv sein, Stress abbauen

  • Ausdauertraining: Regelmäßige Bewegung ist eine der besten Maßnahmen, um Diabetes und Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. Schon moderate Aktivität kann Blutzucker und Blutdruck positiv beeinflussen. Die American Diabetes Association empfiehlt Menschen mit Diabetes 150 Minuten oder mehr aerobe Bewegung pro Woche bei moderater bis höherer Intensität. Auch die Nationale Versorgungs-Leitlinie Hypertonie empfiehlt regelmäßige Bewegung mittlerer Intensität, da sie den Blutdruck nachweislich senken kann. Ideal für die Ausdauer sind zügiges Gehen, Radfahren und Schwimmen.
  • Krafttraining: Ergänzen Sie Ihr Ausdauertraining durch leichtes Krafttraining. So bringen Sie Ihren Stoffwechsel in Schwung.
  • Stressbewältigung: Stress kann den Blutzuckerspiegel und auch den Blutdruck erhöhen. Meditation, Atemübungen, Yoga und Ähnliches können helfen, den Alltag entspannter zu bewältigen. 

Medikamente wie verordnet einnehmen

Ergeben zwei oder mehr Blutdruckmessungen an zwei unterschiedlichen Tagen Werte ab 140 mmHg systolisch und/oder 90 mmHg diastolisch, ist der Blutdruck möglicherweise zu hoch. Die Kombination aus Diabetes und Bluthochdruck erfordert in der Regel eine medikamentöse Behandlung. Wichtig ist, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig und nach ärztlicher Anweisung einnehmen. Lässt sich der Blutdruck trotz der besprochenen Maßnahmen nicht ausreichend senken, kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Medikamente verordnen, deren Wirksamkeit und Sicherheit in Langzeitstudien nachgewiesen wurden. Dabei berücksichtigt sie oder er Ihre persönliche Lebenssituation, zum Beispiel Alter und Begleiterkrankungen. In erster Linie kommt ein Medikament aus einer der folgenden Wirkstoffgruppen infrage:

  • ACE-Hemmer; bei Unverträglichkeit oder in besonderen Fällen: ARB (AT1-Rezeptor-Antagonisten)
  • Diuretika („entwässernde“ Medikamente); bei ausreichender Nierenfunktion eher sogenannte Thiaziddiuretika als Schleifendiuretika
  • Betablocker, möglichst Beta-1-selektive: Sie können bei einer Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion sinnvoll sein. Nach einem Herzinfarkt kann ein Betablocker für ein Jahr empfohlen oder verordnet werden. Danach können Sie gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt prüfen, ob Sie das Medikament weiter einnehmen sollten.

Wenn die Wahl auf einen anderen Wirkstoff fällt, erklärt Ihnen Ihre Ärztin oder Ihr Arzt, welche Erkenntnisse zu dessen langfristiger Wirksamkeit vorliegen. Wichtig ist: Setzen Sie Ihre Medikamente bitte nicht eigenständig ab, sondern sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.

Vermeiden Sie Alkohol und Rauchen

  • Alkohol: Alkohol kann Ihren Blutzucker und Blutdruck beeinflussen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin darüber, wie viel Alkohol Sie trinken dürfen.
  • Rauchen: Rauchen ist ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn Sie rauchen, sollten Sie damit aufhören. 

Achten Sie auf Ihre Nieren

Diabetes und Bluthochdruck können die Nieren schädigen. Lassen Sie Ihre Nierenfunktion regelmäßig überprüfen und besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin Maßnahmen für Ihre Nierengesundheit, wie zum Beispiel regelmäßige Blut- und Urinuntersuchungen. Diese helfen, Anzeichen einer Nierenschädigung frühzeitig zu erkennen. 

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