Ureaplasmen: Symptome, Behandlung und Risiken einfach erklärt

Ureaplasma urealyticum: Dieses winzig kleine Bakterium haben die allermeisten Menschen irgendwann einmal im Körper – ohne je Beschwerden zu haben. In einigen Fällen führen Ureaplasmen aber zu einer ernstzunehmenden Infektion. Welche Symptome auftreten können und wie du dich schützt, erfährst du hier.

Mann und Frau sitzen auf dem Boden und er legt liebevoll die Hand an ihre Wange

Was sind Ureaplasmen?

Ureaplasmen sind kleinste Bakterien, die zur Gruppe der Mykoplasmen gehören. Sie sind bei den meisten Menschen Teil der Schleimhautflora des sogenannten Urogenitaltrakts, also vor allem in der Vagina und in der Harnröhre von Männern und Frauen zu finden. Nur selten führen Ureaplasmen im Körper zu Symptomen.

Das liegt daran, dass sie von unserer Immunabwehr normalerweise in Schach gehalten werden können. Wenn sich unsere Immunabwehrsituation aber durch Stress oder eine Erkrankung ändert, steigt das Risiko, dass sich die Bakterien ausbreiten und eine Infektion verursachen. 

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Sind Ureaplasmen eine Geschlechtskrankheit?

Ureaplasmen selbst sind keine Krankheit, sondern Bakterien, die vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, entweder genital, oral oder anal, übertragen werden. Eine Ureaplasmen-Infektion gehört also zu den sexuell übertragbaren Infektionen (STI), früher gängig als „Geschlechtskrankheiten". Bedenke: In den meisten Fällen verursachen Ureaplasmen keine Beschwerden. Auch wenn du dich gesund fühlst, kannst du sie also an deinen Sexualpartner oder deine Sexualpartnerin übertragen. 

Urologe Volker Wittkamp erklärt, was Ureaplasmen sind und wann sie Beschwerden auslösen. 

Vorsorgeuntersuchungen

Untersuchungen zur Früherkennung und Vorsorge für jedes Alter im Überblick. 

Wie bemerkt man Ureaplasmen?

In seltenen Fällen macht sich das winzige Bakterium Ureaplasma urealyticum aber doch bemerkbar. So können etwa einige Tage bis zu mehreren Wochen nach der Ansteckung folgende Beschwerden auftreten: 

  • häufiges Urinieren
  • schmerzhaftes Wasserlassen, Brennen
  • Ausfluss aus der Harnröhre
  • Unterleibsschmerzen
  • Rötungen und Entzündungen der Genitalien, selten auch des Rektums

Bei Frauen können zusätzlich folgende Symptome auftreten

  • ungewöhnlicher Ausfluss aus der Vagina
  • fischiger Geruch  
  • sehr selten Entzündungen von Eierstock und Eileiter

Auch bei Männern kann es zu klarem oder trübem Ausfluss aus dem Penis kommen.

Blasenentzündung oder Ureaplasmen-Infektion?

Einige der Symptome wie Brennen beim Wasserlassen und Unterleibsschmerzen ähneln denen einer Blasenentzündung. Das ist auch ein Grund, warum eine Ureaplasmen-Infektion manchmal über einen längeren Zeitraum unentdeckt bleibt. Während bei einer leichten Blasenentzündung Hausmittel und vor allem viel trinken hilft, verschwinden die Symptome bei einer Ureaplasmen-Infektion nicht. Das gilt im übrigen auch, wenn du ein Antibiotikum gegen Blasenentzündung einnimmst, denn das bleibt gegen Ureaplasmen wirkungslos. 

Wie gefährlich ist eine Ureaplasmen-Infektion?

Eine Ureaplasmen-Infektion tritt selten auf. Bleibt die Erkrankung länger unbemerkt, können Komplikationen auftreten. Eine unbehandelte Ureaplasmen-Infektion kann bei Männern zum Beispiel zu einer Harnröhrenentzündung führen, die sich möglicherweise auf die Blase, die Prostata, die Hoden und die Nieren ausweiten kann. Im schlimmsten Fall hat das sogar eine Unfruchtbarkeit zur Folge. 

Ureaplasmen: Auswirkungen auf Fruchtbarkeit und Schwangerschaft

Bei Frauen können Ureaplasmen zu Infektionen des Genitaltrakts führen. Dazu gehören Harnröhrenentzündungen (Urethritis), Entzündungen des Gebärmutterhalses (Zervizitis), der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) und der Eileiter (Salpingitis). Diese Infektionen können Beschwerden wie Unterleibsschmerzen und Ausfluss verursachen und unbehandelt zu Komplikationen und Unfruchtbarkeit führen. 

Zudem werden Ureaplasmen mit Schwangerschaftskomplikationen und Frühgeburten in Zusammenhang gebracht. Die Studienlage dazu ist noch nicht eindeutig. Eine Forschergruppe der Medizinischen Universität Wien beispielsweise konnte in mehreren Studien einen Zusammenhang von Ureaplasmen im Vaginalsekret und einem erhöhten Frühgeburtenrisiko herstellen.  

 

Wann sollte ich zur Ärztin oder zum Arzt gehen?

Treten Beschwerden wie Brennen beim Wasserlassen, vermehrter Ausfluss, Unterleibsschmerzen oder häufiges Wasserlassen auf, insbesondere nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, solltest du deinen Hausarzt oder deine Frauenärztin aufsuchen. Das gilt auch dann, wenn die Symptome mild sind oder an eine Blasenentzündung erinnern, da sich die Ursachen nicht eindeutig selbst unterscheiden lassen. Schwangere oder Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten bei Verdacht besonders früh ärztlichen Rat einholen. Grundsätzlich gilt: Bleiben Beschwerden bestehen oder treten wiederholt auf, ist eine Untersuchung wichtig, um mögliche Infektionen rechtzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.

Wie wird eine Ureaplasmen-Infektion behandelt?

Eine Ureaplasmen-Infektion wird per Abstrich oder Urintest diagnostiziert und anschließend mit einem Antibiotikum behandelt. Da Ureaplasmen keine Zellwand besitzen, sind sie gegen gängige Antibiotika resistent. Zum Einsatz kommen stattdessen die Wirkstoffe Doxycyclin oder Azithromycin.

Wie lange du das Antibiotikum einnehmen musst, hängt vom Krankheitsbild ab, meist sin das etwa 7 Tage. Dein Arzt oder deine Ärztin wird mit dir über die nötige Behandlungsdauer sprechen. 

Wichtig: Bis die Infektion vollständig ausgestanden ist, musst du sexuelle Kontakte vermeiden. Wenn du einen Partner oder eine Partnerin hast, kann es zudem sinnvoll sein, auch ihn oder sie zu behandeln. Auf diese Weise wird verhindert, dass ihr euch beim Sex gegenseitig ansteckt. 

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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Wie schütze ich mich vor einer Ureaplasmen-Infektion?

Da Ureaplasmen bei ungeschütztem Sexualkontakt leicht übertragbar sind, ist es relativ wahrscheinlich, dass auch du sie im Laufe deines Lebens bekommst. 

Du kannst aber das Risiko einer Ansteckung verringern, wenn du folgende Tipps berücksichtigst:

  • Nutze Kondome beim oralen, analen und genitalen Sex.
  • Reinige Sexspielzeug gründlich.
  • Lasse dich ebenfalls behandeln, wenn bei deinem Partner oder deiner Partnerin eine Ureaplasmen-Infektion festgestellt wurde.
  • Häufig wechselnde Sexualpartnerinnen oder -sexualpartner erhöhen das Risiko, dass du dich mit Ureaplasmen oder einer Geschlechtskrankheit ansteckst.
  • Lasse dich bei Beschwerden untersuchen und verzichte auf Sex, bis du Klarheit hast. So steckst du andere nicht an.
Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

Häufige Fragen zu Ureaplasmen

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Qualitätssicherung

Fachbereich der DAK-Gesundheit

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