Sperma & Lusttropfen – alles, was du darüber wissen musst

Ums Sperma ranken sich einige Mythen. So wird zum Beispiel immer wieder behauptet, dass es schnelle und langsame Spermien gibt. Ob das stimmt, was genau Sperma eigentlich ist und warum du in Sachen „Lusttropfen“ äußerst vorsichtig sein solltest, erklären wir dir hier.

Symbolbild für alles über Sperma: Ein Teenagerjunge mit seinem Skateboard

Was ist Sperma?

Sperma wird auch Ejakulat oder Spermaflüssigkeit genannt. Alle drei Begriffe beziehen sich auf die milchig-trübe Körperflüssigkeit, die aus dem Penis ausgestoßen wird, wenn ein Mann beim Sex oder bei einer anderen Sexualpraktik zum Orgasmus kommt. Sie enthält die Keimzellen – auch Spermien oder Spermatozoen genannt –, die für die Befruchtung einer weiblichen Eizelle nötig sind.

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Umut Özdemir, Dr. Sheila de Liz und Volker Wittkamp (v.li.)

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Keimzellen machen etwa 5 Prozent des Spermas aus und werden in den Hoden gebildet. Der Rest des Spermas besteht aus der Spermienflüssigkeit, die sich aus verschiedenen Sekreten zusammensetzt. Diese sorgen für die typische leicht klebrige, aber dennoch flüssige Konsistenz des Spermas. Die Sekrete bestehen aus Fruktose (Nahrung für die Spermien), Proteinen und Prostaglandinen. Letztere sorgen dafür, dass der Körper der Frau die Spermien nicht bekämpft. Außerdem enthält Sperma Zink und Zitronensäure. Teile davon sind wichtig, weil sie Harnreste in der Harnröhre neutralisieren.

Wenn der Körper sexuell erregt ist, vermischen sich die Keimzellen mit den Sekreten, also mit der Spermaflüssigkeit. Die Spermaflüssigkeit ist ziemlich wichtig, weil die Spermien sonst keine Möglichkeit hätten, die weibliche Eizelle zu erreichen und sie so zu befruchten. Spermaflüssigkeit hat viele tolle Eigenschaften:

  • Sie transportiert die Spermien zum weiblichen Ei.
  • Sie schützt die Spermien vor dem sauren Milieu und den Abwehrzellen in der Vagina.
  • Sie versorgt die Spermien mit der nötigen Energie, um sich bewegen zu können.
Als junger Mann solltest du dir dein Sperma ab und zu ansehen. Wenn es eine milchig-trübe Farbe hat, ist alles okay. Wenn du leichte rote Schlieren – also Blut – siehst, solltest du dringend einen Urologen oder eine Urologin aufsuchen.

Wie viel Sperma produziert ein Mann am Tag?

In jeder Sekunde werden in deinem Körper ca. 1.200 Spermien gebildet. Das bedeutet, dass dein Körper innerhalb von 24 Stunden 104 Millionen Spermien herstellt. Bei einem Orgasmus werden durchschnittlich zwei bis sechs Milliliter Sperma ausgestoßen. Die Anzahl der Spermien, die darin enthalten sind, ist von Mann zu Mann unterschiedlich: Pro Milliliter können es zwischen 20 und 150 Millionen sein.

Was ist der Lusttropfen und warum ist er mit Vorsicht zu genießen?

Ist ein Mann sexuell erregt, tritt an der Penisspitze ein klares, leicht zähes Sekret aus, das umgangssprachlich „Lusttropfen“ genannt wird. Mediziner und Medizinerinnen verwenden dafür den Begriff „Präejakulat“. Das Präejakulat hat die Aufgabe, die Harnröhre auf den Samenerguss, also das Ejakulat, vorzubereiten. Der Lusttropfen schafft dort sozusagen eine Umgebung, in der sich Spermien besonders wohlfühlen.

Auch beim Geschlechtsverkehr hat der Lusttropfen eine Funktion. Hierbei wirkt er als ein natürliches Gleitmittel. Dein Körper produziert den Lusttropfen in den Cowperschen Drüsen, die sich seitlich der Harnröhre, direkt unterhalb der Prostata, befinden.

Oft wird gefragt, ob eine Frau durch den Lusttropfen schwanger werden kann. Die Antwort lautet: Jein. Im Lusttropfen selbst befinden sich keine Spermien, da er nicht aus den Hoden kommt. Aber, und das ist ein äußerst wichtiges Aber, in der Harnröhre können sich noch Spermien vom letzten Samenerguss befinden! Diese können über den Lusttropfen in die Vagina der Frau gelangen und dort zu einer Schwangerschaft führen.

Der Lusttropfen und Geschlechtskrankheiten

Wenn der Lusttropfen beim Oralsex in den Mund gelangt, können sexuell übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel HIV nicht übertragen werden. Zum einen verdünnt der Speichel das Präejakulat und zum anderen ist die Mundschleimhaut sehr robust.

Anders sieht die Sache beim Vaginal- und Analverkehr aus. Die Menge an HI-Viren im Lusttropfen kann so hoch sein, dass eine Ansteckung über diese beiden Arten von Sex nicht ausgeschlossen werden kann. Die Schleimhaut im Darm oder auch im Gebärmutterhals ist deutlich empfänglicher für das HI-Virus als die im Mund.

Verwende also Kondome und achte darauf, dass du sie immer richtig herum über deinen Penis abrollst. Wenn die Außenseite des Kondoms mit der Spitze deines Penis in Berührung kommt, solltest du das Kondom nicht einfach umdrehen. Verwende es nicht und nimm ein neues.
J2: VORSORGEUNTERSUCHUNG
Bei der J2 (zwischen 16 und 17 Jahren) handelt es sich um eine einmalige Vorsorgeuntersuchung. Es geht um Früherkennung körperlicher Probleme sowie Sexualitätsstörungen. Die J2 der DAK-Gesundheit

PS: Ab 20 Jahren können junge Frauen einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wegen Früherkennung möglicher Krebserkrankungen.

Fazit:

In der Spermaflüssigkeit werden die Keimzellen des Mannes beim Orgasmus aus der Harnröhre ausgestoßen. Erreichen sie die Eizelle einer Frau, kann es zu einer Schwangerschaft kommen. Schon der männliche Lusttropfen kann ausreichen, um eine Frau zu schwängern. Beim Überstreifen des Kondoms ist also Vorsicht angesagt.

Um einen vorzeitigen Samenerguss zu verhindern, können Paare und Männer selbst einige Tipps umsetzen. Auch hier können Kondome helfen, weil sie die Empfindlichkeit der Eichel reduzieren.

Häufig gestellte Fragen zu Sperma

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.
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