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Was sind Antibiotika?

Antibiotika sind Arzneimittel, die zur Behandlung von bakteriellen Infektionen eingesetzt werden. Krankmachende Bakterien werden getötet oder in ihrer Vermehrung so stark gehemmt, dass die körpereigene Abwehr die Infektion beherrschen kann. Wichtig: Antibiotika wirken nicht gegen Viren, sondern nur gegen Infektionen, die durch Bakterien verursacht werden. Die meisten Erkältungen sowie die Grippe können daher nicht mit Antibiotika behandelt werden.

Die Gefahr antibiotikaresistenter Bakterien

Seit es Antibiotika gibt, leben Menschen länger. Bakterielle Infektionen, die früher mitunter lebensbedrohliche Folgen hatten, klingen innerhalb kurzer Zeit ab, wenn sie erfolgreich antibiotisch behandelt werden. Das Problem: Die Medikamente werden häufig vorschnell oder nicht zielgerichtet angewendet, weshalb Bakterien immer öfter Resistenzen entwickeln. Die Medikamente verlieren ihre Wirksamkeit und helfen nicht mehr, wenn es wirklich darauf ankommt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt bereits vor einer "postantibiotischen Ära", in der einfache Infektionen wieder zur tödlichen Gefahr werden können. Eine aufgeklärte und bewusste Anwendung ist daher wichtig.

Was muss ich vor der Einnahme von Antibiotika beachten?

Sie sollten Antibiotika ausschließlich nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen und die Medikamente niemals ohne Rezept online oder im Ausland kaufen.

Hat Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum verschrieben, sollten folgende Punkte geklärt sein:

  • Sie haben nachweislich eine bakterielle Infektion.
  • Es kommen keine anderen Medikamente in Frage, um Ihre Infektion erfolgversprechend zu bekämpfen.

Für eine erfolgreiche Behandlung wissen Sie,

  • wie lange Sie das Antibiotikum einnehmen sollen.
  • wann und wie Sie es einnehmen (Welche Tageszeit? Wie oft am Tag? Vor, zu oder nach dem Essen?).
  • ob es Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die Sie einnehmen, geben kann.
  • welche äußeren Einflüsse (etwa bestimmte Lebensmittel) die Wirksamkeit beinträchtigen können.
  • ob für Sie individuelle Vorsichtsmaßnahmen oder Risiken bei der Einnahme gelten.

Für eine erfolgreiche Therapie mit Antibiotika ist es wichtig, dass Sie diese Informationen von Ihrem behandelnden Arzt einholen und berücksichtigen. So sollten Sie beispielsweise die Therapie nicht vorzeitig abbrechen, auch, wenn sich Erkrankungssymptome schon nach kurzer Zeit bessern.

Was muss ich im Umgang mit Antibiotika noch wissen?

  • Sollten Tabletten übrigbleiben, entsorgen Sie diese im Restmüll.
  • Spülen Sie Medikamente niemals die Toilette herunter.
  • Geben Sie Antibiotika niemals an Mitmenschen weiter, die womöglich ähnliche Symptome haben, und nehmen Sie keine Tabletten von anderen an.
  • Beachten Sie die Hinweise zur richtigen Aufbewahrung des Medikaments.
  • Nehmen Sie das Antibiotikum mit Wasser ein.
  • Teilen Sie Ihrem Arzt unmittelbar mit, wenn unerwünschte Wirkungen oder Auffälligkeiten auftreten.


Weitere Informationen zum richtigen Umgang mit Antibiotika gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Antibiotika-Report 2014

Eine Wunderwaffe wird stumpf: Folgen der Über- und Fehlversorgung

Neben der Forschung an neuen Wirkstoffen ist Aufklärung das wichtigste Gegenmittel, um die Ausbreitung von Resistenzen zu verhindern. Deshalb startete die DAK-Gesundheit mit dem Antibiotika-Report eine Aufklärungskampagne. Denn wenn Patienten Antibiotika richtig einnehmen, Ärzte die Medikamente restriktiver verordnen, Kliniken notwendige Hygienekonzepte umsetzen und in der Nutztierhaltung weniger Antibiotika eingesetzt werden, kommen wir der Problemlösung einen großen Schritt näher.