Keine Angst vor dem Zeckenstich! DAK-Experte Dr. Mark Dankhoff erklärt, wie Sie eine Zecke entfernen

Zeckenstich: Vorsicht, aber keine Panik!

Wie Sie sich vor Zecken schützen können, warum Sie trotzdem in die Natur sollten und was zu tun ist, wenn eine Zecke doch zusticht.

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Mit den milden Temperaturen kommt die Angst vor einem Zeckenstich. Denn kaum wird das Wetter sommerlich, erwarten uns die ersten Zecken in Büschen und in kniehohem Gras. Zecken sind Parasiten und brauchen daher andere Lebewesen, von deren Blut sie sich ernähren – sehr gerne auch das Blut von Menschen. Ein Zeckenstich ist an und für sich harmlos. Man merkt ihn meistens noch nicht einmal, denn die Zecke betäubt die Stichstelle mit ihrem Speichel. Ist die Zecke allerdings mit Krankheitserregern infiziert, können diese aus den Speicheldrüsen oder dem Darm der Zecke übertragen werden und so zu einer ernstzunehmenden Gefahr für den Menschen werden.

Zeckenbiss oder Zeckenstich?

Jeder redet vom Zeckenbiss, doch eine Zecke beißt nicht, sie sticht. Ein weiterer Irrglaube ist, dass Zecken sich von Bäumen herabfallenlassen. Auch das ist falsch. Sie klettern höchstens 1,5 Meter hoch und warten dort, bis Menschen oder Tiere sie vom Gras oder den Zweigen abstreifen. Auf der Haut des Lebewesens angelangt, suchen Zecken eine geeignete Stelle, vorzugsweise weiche, gut durchblutete und dünne Hautpartien.

Zecken können Krankheiten übertragen

Beim Zeckenstich können Krankheiten auf den Menschen übertragen werden. Die in Deutschland am häufigsten durch Zecken übertragene Infektionskrankheit ist die Borreliose. Wird diese rechtzeitig diagnostiziert, ist sie gut und sicher behandelbar.

Medizin-Experte Dr. med. Mark Dankhoff

Dr. med. Mark Dankhoff unterstützt die DAK-Gesundheit als Arzt.

Weitaus gefährlicher ist die Infektion durch einen Zeckenstich mit dem FSME-Virus. Das Virus löst die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) aus und greift die Hirnhaut und das zentrale Nervensystem des Menschen an. Die DAK-Gesundheit empfiehlt Personen, die sich dauerhaft in FSME-Risikogebieten innerhalb Deutschlands aufhalten, eine entsprechende Impfung.
Zecken können eine Vielzahl an Erregern in sich tragen, daher gibt es noch viele weitere Krankheiten, die weltweit von Zecken und durch einen Stich übertragen werden können. Die meisten dieser Krankheiten sind aber bei Menschen äußerst selten.

Tipps: So vermeiden Sie Zeckenstiche

Bei aller Vorsicht in Bezug auf Zeckenstiche sollten Sie dennoch nicht in Panik geraten. Wer einige Maßnahmen beachtet, kann weiterhin Ausflüge in die Natur genießen und unbeschwert durch Wald und Wiesen streifen. Wie Sie Zeckenstiche bestmöglich vermeiden, verrät Dr. med. Mark Dankhoff, Arzt bei der DAK-Gesundheit:

  • Meiden Sie hohes Gras oder Unterholz. Zecken lieben schattige Plätze mit einer höheren Luftfeuchtigkeit.
  • Tragen Sie geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen. Freie Stellen vermeiden Sie, wenn Sie die Socken über die Hosenbeine ziehen. Auch Gummistiefel sind ein guter Schutz.
  • Auf heller Kleidung können Sie Zecken besser erkennen und entfernen, bevor es zum Stich kommt.
  • Verwenden Sie insektenabweisende Mittel, sogenannte Repellentien. Diese halten nicht nur Mücken, sondern auch Zecken für einen gewissen Zeitraum fern.
  • Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Sie sich und Ihre Begleiter gründlich nach Zecken absuchen. Schauen Sie vor allem in den Kniekehlen, im Bauch- und Brustbereich sowie im Schritt. Bei Kindern sind außerdem Kopf, Haaransatz und Nacken häufig betroffen.

Nach Zeckenstich: Zecke so schnell wie möglich entfernen

Trotz aller Vorsicht lässt sich der Zeckenstich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit vermeiden. Grundsätzlich gilt: Wenn es passiert, sollte die Zecke möglichst schnell entfernt werden. Denn je länger eine Zecke saugt, desto wahrscheinlicher ist die Übertragung von Krankheitserregern. Es empfiehlt sich daher, bei Ausflügen in den Sommermonaten stets ein Werkzeug zur Entfernung von Zecken mit sich zu führen. Geeignet sind eine Zeckenzange, eine Pinzette oder eine Zeckenkarte. Finger weg von Klebstoff, Öl oder gar Feuer zum Abbrennen der Zecke! Derart abenteuerliche Geheimtipps schaden mehr, als dass sie nutzen. DAK-Medizinexperte Dr. med. Mark Dankhoff hat hilfreiche Tipps für eine erfolgreiche Zeckenentfernung:

  • Bitten Sie eine zweite Person um Hilfe. So gelangen Sie auch an schwer erreichbare Körperstellen.
  • Nicht verzweifeln, wenn die Zecke nicht beim ersten Versuch entfernt werden kann. Es kann durchaus passieren, dass man mehrere Versuche benötigt, um eine saugende Zecke erfolgreich zu entfernen.
  • Ziehen Sie die Zecke möglichst sanft und gerade aus der Haut. Egal in welche Richtung, Zecken sollten nicht herausgedreht werden.
  • Zecken haben keinen Kopf. Daher ist die Angst, dass dieser in der Haut zurückbleibt, unbegründet. Gelegentlich bleiben Teile des Stechapparats stecken. Dies ist in der Regel harmlos, da sie meist nach einiger Zeit von selbst abgestoßen werden.
  • Reinigen Sie die Stichstelle nach dem Entfernen der Zecke mit Alkohol oder einer jodhaltigen Salbe.
  • Unterbrechen Sie das Absuchen des Körpers nicht nach dem ersten Zeckenfund. Man kann durchaus von mehreren Zecken befallen sein.

Fragen zum Zeckenstich? Kontaktieren Sie einen Arzt!

Nach einem Zeckenstich ist eine Rötung an der Einstichstelle vollkommen normal. Geht diese aber nach einigen Tagen nicht zurück oder breitet sie sich aus, so sollten Sie einen Arzt aufzusuchen. Gleiches gilt, wenn die Einstichstelle stark anschwillt, schmerzt oder pocht.

Sind Sie unsicher oder haben Sie Fragen zur richtigen Entfernung von Zecken? Wenden Sie sich an den DAK Ärzte-Videochat: Lassen Sie sich kostenlos und bequem von zu Hause per Videotelefonie medizinisch beraten. Oder kontaktieren Sie unsere Medizin-Hotline.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Sep 15 12:58:46 CEST 2016
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