Inkontinenz ist weit verbreitet: Besonders bei Frauen tritt Blasenschwäche häufig auf

Inkontinenz: Häufig eine Folge von Schwangerschaften und Wechseljahren

Mit Beckenbodentraining der Blasenschwäche entgegen wirken

Inkontinenz ist kein Tabuthema mehr: Prominente wie Schauspielerin und Dreifach-Mutter Kate Winslet (40) bekennen sich öffentlich zu ihrer Blasenschwäche. Richtig so, sagen wir, denn es gibt Hilfe: Inkontinenz muss frau nicht mehr einfach ertragen. Welche Mittel helfen, warum die Blase schwächelt und wieso so viele Frauen betroffen sind, erklärt DAK-Arzt Dr. Mark Dankhoff.

Inkontinenz hat viele mögliche Ursachen

DAK-Arzt Dr. Dankhoff klärt auf zum Thema Inkontinenz

Medizin-Experte Dr. Mark Dankhoff von der DAK-Gesundheit zu Diagnostik und Therapiemöglichkeiten Inkontinenz bei Frauen.

Inkontinenz hat eine ganze Bandbreite an möglichen Ursachen. Mediziner, die sich auf Harninkontinenz-Behandlungen spezialisieren, können eine genaue Ursachen-Diagnose stellen. „Ein häufiger Grund ist, besonders bei Frauen, ein schwacher Schließmuskel, der zum Beckenbodenmuskelbereich gehört“, erklärt Dr. Mark Dankhoff, Medizin-Experte bei der DAK-Gesundheit. Schwangerschaften und Geburten schwächen den Beckenboden – gerade Mütter mit Säuglingen leiden darum häufig unter Blasenschwäche. „Aber auch der veränderte Hormonhaushalt in den Wechseljahren kann Inkontinenz bei Frauen hervorrufen“, sagt er. Laut dem Mediziner können auch verletzte Nerven, wie sie zum Beispiel nach einer Operation oder bei neurologischen Erkrankungen wie Multiple Sklerose auftreten können, Ursache einer Inkontinenz sein. Die Blasenschwäche kann jedoch auch psychische Gründe haben oder aufgrund einer Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus entstehen.

Belastungsinkontinenz: Beim Niesen Urin verlieren

Haaatschi! Schwupps, schon wieder ein paar Tröpfchen verloren? Viele Frauen kennen das: Die Blase gibt beim Niesen, Husten oder auch beim Lachen einfach nach und entleert sich etwas. Bei dieser Belastungsinkontinenz kommt es bei körperlicher Anstrengung zum Urinverlust. Schuld daran ist ein schlaffer Schließmuskel und Beckenboden. Bei Frauen ist die Belastungsinkontinenz die häufigste Form der Blasenschwäche.

Behandlung der Inkontinenz: Welche Therapie hilft am besten?

„Auf diese Frage gibt es nicht bloß eine Antwort“, sagt Dankhoff, denn: „Gerade weil so viele Ursachen für Inkontinenz in Frage kommen, gibt es auch diverse Therapie-Optionen“. Nur wenn die Blasenprobleme individuell mit dem Arzt abgeklärt sind, können die besten Behandlungsmöglichkeiten zusammengestellt werden.

Beckenbodentraining für Frauen nach der Geburt

Bei der Belastungsinkontinenz sind gezielte Übungen, die den Beckenboden stärken, eine Therapie-Möglichkeit. Regelmäßige Beckenbodenübungen stärken nicht nur den Schließmuskel, sondern verhindern auch, dass sich Blase und Gebärmutter absenken. Frauen, die ein Kind bekommen, sollten übrigens schon während der Schwangerschaft mit Beckenbodentraining anfangen und in den Monaten nach der Entbindung unbedingt einen Rückbildungskurs besuchen.

Beckenbodenübungen für Frauen in den Wechseljahren

Die Blasenschwäche, die bei vielen Frauen (wieder) in der Menopause auftritt, kann mit spezifischen Beckenbodenübungen genauso gezielt angegangen werden wie bei Schwangeren. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es mittlerweile sogar ausgebildete Physiotherapeuten, die betroffene Patientinnen ganz individuell anleiten. Fragen Sie in Ihrer nächstgelegenen Physiopraxis einfach mal nach. Alternativ finden Sie in unserer Kurssuche Präventionsangebote, die wir zu 80 Prozent mit maximal 75 Euro bezuschussen. Einzige Voraussetzung ist, dass Sie an 80 Prozent der Termine teilnehmen.

Operation als letzte Möglichkeit, die Inkontinenz zu behandeln

Haben sich Therapiemöglichkeiten wie Physiotherapie und regelmäßiges Beckenbodentraining bei einer Belastungsinkontinenz als erfolglos erwiesen, kann eine Operation eine gute Alternative sein. „Bei einer Schlingenoperation wird bei einer Lokalanästhesie zur Stabilisierung unter die mittlere Harnröhre ein spannungsfreies Band platziert“, sagt Dankhoff und fügt hinzu: „Der Eingriff ist minimal-invasiv, also wenig eingreifend und daher für die Patientin kaum belastend. Zudem sind die Komplikationsraten bei diesem Eingriff sehr gering.“ Frauen brauchen sich vor einer Operation also nicht zu fürchten.

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Zuletzt aktualisiert:
Fri Aug 12 13:14:59 CEST 2016

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