Depression: Wenn alles sinnlos erscheint.

Depressionen: Spitzenreiter unter den Seelenleiden

Ein Stimmungstief, das lebensgefährlich sein kann

Depressionen haben, das bedeutet: gedrückter Stimmung sein, antriebslos, immer müde. Eine Depression ist weit mehr als ein normales Stimmungstief: Wohl jeder kennt Gefühle der Erschöpfung, Mutlosigkeit und Trauer, die sich auf konkrete Probleme zurückführen lassen und die sich mit der Zeit bessern. Im Gegensatz dazu können sich Betroffene aus dem seelischen Abgrund, in den Depressionen sie reißen, in der Regel nicht ohne Hilfe befreien. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung kann sogar lebenswichtig sein: Nicht behandelte schwere Depressionen führen mitunter zu Suizidversuchen und Suiziden und üben auch einen unguten Einfluss auf andere körperliche Erkrankungen aus.

Depressionen: Nur eine Episode?


Man unterscheidet bei Depressionen zwischen den weitaus häufigeren depressiven Episoden und der rezidivierenden depressiven Störung. Wer an einer depressiven Episode erkrankt ist ...

  • leidet unter deutlich gedrückter Stimmung
  • fühlt sich freud- und interessenlos
  • hat jeglichen Antrieb, etwas zu tun oder zu erledigen, verloren

Zu diesen Kernsymptomen kommen verschiedene Zusatzsymptome hinzu wie Konzentrationsschwierigkeiten, vermindertes Selbstvertrauen, Schuldgefühle, negative Zukunftsperspektiven, Selbsttötungsgedanken, Schlafstörungen oder Appetitmangel. Depressive Patienten klagen mindestens über zwei der Kern- und Zusatzsymptome, die seit mehr als zwei Wochen andauern. Von einer rezidivierenden depressiven Störung spricht man, wenn jemand zum wiederholten Mal an einer Depression erkrankt ist.

Rückkehr der Depressionen alle 5 Jahre

Zwischen zwei depressiven Episoden können sich die Symptome zwar oft vollständig bessern, sie treten aber immer wieder auf – statistisch gesehen etwa alle fünf Jahre. Bis zu 80 Prozent der depressiven Patienten durchlaufen in ihrem Leben mehrere depressive Phasen. Mit zunehmendem Alter steigt nicht nur das Wiedererkrankungsrisiko, sondern die Episoden können auch an Schwere zunehmen.

Hoher Anstieg von Depressionen verzeichnet

Im Laufe ihres Lebens erkranken etwa 17 Prozent der Gesamtbevölkerung an einer Depression – Tendenz steigend. Der Psychoreport der DAK-Gesundheit weist einen hohen Anteil von Depressionen an den Ausfalltagen im Job nach: 47 Prozent der Fehltage aufgrund von psychischen Problemen wurden 2014 mit dieser Diagnose begründet. Somit rangieren Depressionen mit großem Abstand auf Platz eins der häufigsten Seelenleiden. Auch der Anstieg der Diagnose Depressionen ist bemerkenswert: Während im Jahr 2000 nur 37 Fehltage pro 100 DAK-Versicherte auf die Diagnosen Depressive Episode und Rezidivierende depressive Störung entfielen, waren es 2014 bereits 112. Die Anzahl der Fehltage hat sich also verdreifacht.

Depressionen: Je älter, desto länger krank

Mit dem Alter steigt die Zahl der Ausfalltage aufgrund von Depressionen. 2014 verursachten die Diagnosen bei den über 60-Jährigen 199 Fehltage pro 100 DAK-Versicherte. Zum Vergleich: Bei den 40- bis 44-Jährigen waren es 120 Tage, bei den 30- bis 34-Jährigen 73 Tage und bei den 15- bis 19-Jährigen nur noch 27 Fehltage pro 100 DAK-Versicherte.

Diagnose Depression: Die deutlichsten Anstiege von Fehltagen

Die höchsten Anstiege bei den Ausfalltagen aufgrund von Depressionen gibt es in der Altersgruppe der 20- bis 24-jährigen Frauen mit 164 Prozent und bei den 30- bis 39-jährigen Männern mit 162 Prozent. In der Altersgruppe der 55- bis 59-Jährigen sind die Anstiege sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern mit 91 und 68 Prozent am geringsten.

Frauen sind laut dem DAK-Psychoreport stärker von Depressionen betroffen

Frauen werden deutlich häufiger mit Depressionen krankgeschrieben als Männer: Während bei den Frauen im Jahr 2014 bereits 144 Ausfalltage pro 100 DAK-Versicherte auf das Konto von Depressionen gingen, waren es bei den Männern nur 84 – Frauen bleiben also fast doppelt so viele Tage aufgrund einer Depression der Arbeit fern wie ihre Kollegen.

Zuletzt aktualisiert:
Thu Nov 26 08:27:33 CET 2015
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