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Sperma – alles, was du darüber wissen musst

Symbolbild für alles über Sperma: Ein Teenagerjunge mit seinem Skateboard

Die Lust steigt immer weiter und irgendwann geht es nicht mehr anders: Die Muskeln im Penis, Beckenboden, in den Hoden und der Prostata zusammenziehen und du ejakulierst, also „kommst“. Was dann auch „kommt“, ist dein Sperma – schubweise und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 17 km/h. Ums Sperma ranken sich einige Mythen. So wird zum Beispiel immer wieder behauptet, dass es schnelle und langsame Spermien gibt. Ob das stimmt, was genau Sperma eigentlich ist und warum du in Sachen „Lusttropfen“ äußerst vorsichtig sein solltest, erklären wir dir hier.

@doktorsex Volker reist mit euch in die fantastische Welt der Spermien

Was ist Sperma?

Sperma wird auch Ejakulat oder Spermaflüssigkeit genannt. Alle drei Begriffe beziehen sich auf die milchig-trübe Körperflüssigkeit, die aus dem Penis ausgestoßen wird, wenn ein Mann beim Sex oder bei einer anderen Sexualpraktik zum Orgasmus kommt. Sie enthält die Keimzellen – auch Spermien oder Spermatozoen genannt –, die für die Befruchtung einer weiblichen Eizelle nötig sind.

Keimzellen machen etwa 5 Prozent des Spermas aus und werden in den Hoden gebildet. Der Rest des Spermas besteht aus der Spermienflüssigkeit, die sich aus verschiedenen Sekreten zusammensetzt. Diese sorgen für die typische leicht klebrige, aber dennoch flüssige Konsistenz des Spermas. Die Sekrete bestehen aus Fruktose (Nahrung für die Spermien), Proteinen und Prostaglandinen. Letztere sorgen dafür, dass der Körper der Frau die Spermien nicht bekämpft. Außerdem enthält Sperma Zink und Zitronensäure. Teile davon sind wichtig, weil sie Harnreste in der Harnröhre neutralisieren.

Wenn der Körper sexuell erregt ist, vermischen sich die Keimzellen mit den Sekreten, also mit der Spermaflüssigkeit. Die Spermaflüssigkeit ist ziemlich wichtig, weil die Spermien sonst keine Möglichkeit hätten, die weibliche Eizelle zu erreichen und sie so zu befruchten. Spermaflüssigkeit hat viele tolle Eigenschaften:

  • Sie transportiert die Spermien zum weiblichen Ei.
  • Sie schützt die Spermien vor dem sauren Milieu und den Abwehrzellen in der Vagina.
  • Sie versorgt die Spermien mit der nötigen Energie, um sich bewegen zu können.

Als junger Mann solltest du dir dein Sperma ab und zu ansehen. Wenn es eine milchig-trübe Farbe hat, ist alles okay. Wenn du leichte rote Schlieren – also Blut – siehst, solltest du dringend einen Urologen oder eine Urologin aufsuchen.

Wie viel Sperma produziert ein Mann am Tag?

In jeder Sekunde werden in deinem Körper ca. 1.200 Spermien gebildet. Das bedeutet, dass dein Körper innerhalb von 24 Stunden 104 Millionen Spermien herstellt. Bei einem Orgasmus werden durchschnittlich zwei bis sechs Milliliter Sperma ausgestoßen. Die Anzahl der Spermien, die darin enthalten sind, ist von Mann zu Mann unterschiedlich: Pro Milliliter können es zwischen 20 und 150 Millionen sein.

Was ist der Lusttropfen und warum ist er mit Vorsicht zu genießen?

Ist ein Mann sexuell erregt, tritt an der Penisspitze ein klares, leicht zähes Sekret aus, das umgangssprachlich „Lusttropfen“ genannt wird. Mediziner und Medizinerinnen verwenden dafür den Begriff „Präejakulat“. Das Präejakulat hat die Aufgabe, die Harnröhre auf den Samenerguss, also das Ejakulat, vorzubereiten. Der Lusttropfen schafft dort sozusagen eine Umgebung, in der sich Spermien besonders wohlfühlen.

Auch beim Geschlechtsverkehr hat der Lusttropfen eine Funktion. Hierbei wirkt er als ein natürliches Gleitmittel. Dein Körper produziert den Lusttropfen in den Cowperschen Drüsen, die sich seitlich der Harnröhre, direkt unterhalb der Prostata, befinden.

Oft wird gefragt, ob eine Frau durch den Lusttropfen schwanger werden kann. Die Antwort lautet: Jein. Im Lusttropfen selbst befinden sich keine Spermien, da er nicht aus den Hoden kommt. Aber, und das ist ein äußerst wichtiges Aber, in der Harnröhre können sich noch Spermien vom letzten Samenerguss befinden! Diese können über den Lusttropfen in die Vagina der Frau gelangen und dort zu einer Schwangerschaft führen.

Der Lusttropfen und Geschlechtskrankheiten

Wenn der Lusttropfen beim Oralsex in den Mund gelangt, können sexuell übertragbare Krankheiten wie zum Beispiel HIV nicht übertragen werden. Zum einen verdünnt der Speichel das Präejakulat und zum anderen ist die Mundschleimhaut sehr robust.

Anders sieht die Sache beim Vaginal- und Analverkehr aus. Die Menge an HI-Viren im Lusttropfen kann so hoch sein, dass eine Ansteckung über diese beiden Arten von Sex nicht ausgeschlossen werden kann. Die Schleimhaut im Darm oder auch im Gebärmutterhals ist deutlich empfänglicher für das HI-Virus als die im Mund.

Verwende also Kondome und achte darauf, dass du sie immer richtig herum über deinen Penis abrollst. Wenn die Außenseite des Kondoms mit der Spitze deines Penis in Berührung kommt, solltest du das Kondom nicht einfach umdrehen. Verwende es nicht und nimm ein neues.

Was hilft gegen vorzeitigen Samenerguss?

Deine Partnerin oder dein Partner und du wart gerade dabei, so richtig in Fahrt zu kommen und dann passiert es – du hast einen vorzeitigen Samenerguss. Zunächst einmal ist das kein Beinbruch. Ganz ehrlich: Das ist jedem Mann schon passiert – und mit Sicherheit mehr als einmal. Und das unabhängig von Alter und Erfahrung.

Was ist eigentlich ein vorzeitiger Samenerguss?

Davon spricht man, wenn der Mann sehr schnell zum Samenerguss kommt, ohne dass ein für das Paar befriedigender Geschlechtsakt stattfindet. Wenn das nicht nur ein- oder zweimal, sondern beinahe jedes Mal passiert, solltest du einen Urologen oder eine Urologin aufsuchen. Stand heute weiß man übrigens, dass nicht nur ein besonders starker sexueller Reiz oder eine Überempfindlichkeit der Eichel zu einem vorzeitigen Samenerguss führen kann. Manchmal ist es auch die Angst davor, zu schnell zu kommen.

So wird ein vorzeitiger Samenerguss behandelt

Wenn vorzeitige Samenergüsse sehr häufig auftreten, gibt es drei effektive Behandlungsmöglichkeiten:

  • Medikamentöse Therapie
  • Stimulationsmethoden (bessere Kontrolle über den Samenerguss)
  • Sexualtherapie

Was kannst du selbst gegen einen vorzeitigen Samenerguss tun?

Du kannst üben. Verwende zum Beispiel die „Start-Stopp-Methode“. Dabei stimulierst du oder stimuliert deine Partnerin/dein Partner deinen Penis, bis du fast kommst. Dann wird die Stimulation unterbrochen. Auf diese Weise lernst du, deinen Samenerguss besser zu kontrollieren.

In puncto Selbstkontrolle ist auch die „Squeeze-Methode“ erfolgsversprechend. Dabei wird dein Penis so lange gereizt, bis du kurz vor dem Orgasmus stehst. Bevor du kommst, drücke die Eichel mehrmals für einige Sekunden sanft zusammen. Keine Angst, das tut nicht weh. Aber es wird dazu führen, dass deine Erregung abnimmt. Wenn du das ein paar Mal wiederholst, wirst du mehr Kontrolle über deinen Orgasmus bekommen.

Es gibt natürlich noch andere Methoden. Einige davon haben wir in einer Liste zusammengestellt. Nimm einfach die, die für dich am besten passt:

  • Masturbiere vor dem Sex: Das Ejakulat muss sich erneuern und du kommst nicht so schnell zum Ende.
  • Verwende ein Kondom: Dadurch wird deine Eichel unempfindlicher.
  • Beckenbodentraining: Damit trainierst du den Muskel, der für den Orgasmus zuständig ist und lernst, diesen selbst zu kontrollieren.
  • Verändere das Tempo beim Sex: Ein langsameres Tempo kann helfen, den Orgasmus hinauszuzögern.

Eine der wichtigsten Strategien ist es, mit deiner Partnerin oder deinem Partner zu sprechen. Zusammen werdet ihr das „Problem“ mit Sicherheit lösen.

Sperma – noch mehr Fakten

Gibt es gute und schlechte „Schwimmer“?

Das ist ein Mythos. Tatsächlich gibt es keine langsamen Spermien. Die Spermazellen allein sind nicht langsam, in der Gruppe allerdings können sie ihre Geschwindigkeit deutlich erhöhen. Hier gilt: Teamwork makes the dream work.

Enthält Sperma viel Eiweiß?

Das ist ein Mythos. Sperma besteht hauptsächlich aus Sekreten und die wiederum überwiegend aus Wasser. Dafür ist Sperma reich an Fruktose, die den Samenzellen als Nahrung dient.

Bestimmt das Sperma über das Geschlecht des Kindes?

Das ist wahr. Nicht die Eizelle der Frau, sondern das Sperma des Mannes legt fest, welches Geschlecht das Kind haben wird. Die weibliche Eizelle enthält nur weibliche Chromosomen. Die Spermien hingegen enthalten weibliche und männliche.

Überlebt Sperma an der Luft?

Das ist wahr. An der Luft überleben die Spermien mehrere Stunden. Sie bleiben so lange am Leben, wie sie von der schützenden Samenflüssigkeit umgeben sind. In der Vagina überleben die kleinen Flitzer gute acht Stunden, in der Gebärmutter sogar bis zu fünf Tage.

Wird das Sperma mit fortschreitendem Alter des Mannes schlechter?

Das ist wahr. Mit dem Alter nimmt die Qualität der Spermien ab. Männer über 50 haben meist weniger Spermien im Köcher, die eine Eizelle befruchten können. Das Zeugen von Kindern wird schwerer, klappt aber weiterhin.

Je mehr Sperma kommt, desto eher wird die Frau schwanger

Das ist ein Mythos. Die Menge des Ejakulats hat keinen Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit, dass die Frau beim Sex schwanger wird. Was allerdings eine Rolle spielt, ist die Anzahl der Spermien, die im Sperma enthalten sind, und ihre Qualität.

Fazit:

In der Spermaflüssigkeit werden die Keimzellen des Mannes beim Orgasmus aus der Harnröhre ausgestoßen. Erreichen sie die Eizelle einer Frau, kann es zu einer Schwangerschaft kommen. Schon der männliche Lusttropfen kann ausreichen, um eine Frau zu schwängern. Beim Überstreifen des Kondoms ist also Vorsicht angesagt.

Um einen vorzeitigen Samenerguss zu verhindern, können Paare und Männer selbst einige Tipps umsetzen. Auch hier können Kondome helfen, weil sie die Empfindlichkeit der Eichel reduzieren.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

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