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Die Periode ist nicht peinlich! Alles über deine Tage

Symbolbild der Tabu Periode: Eine junge Frau hält eine Monatsbinde in der Hand

Bald gibt es acht Milliarden Menschen auf der Erde. vier Milliarden davon haben einen großen Teil ihres Lebens ihre „Tage“. Das heißt, in der Gebärmutter reift pro Monat ein Ei heran. Wenn es nicht befruchtet wird, braucht der Körper es nicht mehr und meint: „Get out!“


Als Mädchen weißt du das. Du bekommst zwischen deinem 11. und deinem 15. Lebensjahr erstmals deine Periode. Die kommt dann mehr oder weniger regelmäßig jeden Monat einmal wieder. Erst wenn du in die Wechseljahre kommst, was ab Anfang 40 Jahren der Fall sein kann, hört das auf.


Du und vier Milliarden andere Menschen haben also etwas, dass uns einen großen Teil des Lebens begleitet und ein wichtiger Teil des Lebens ist. Warum sollte Frau sich dafür schämen? Eben! Dafür gibt es keinen Grund. Und doch genieren sich viele junge Mädchen ob ihrer Monatsblutungen – und auch einige erwachsene Frauen tun sich bisweilen schwer damit. Dabei gehören die Tage zum Frausein dazu. Warum das so ist und warum du dich keinesfalls wegen deiner Periode schämen solltest, erfährst du hier.

Dr. Sheila de Liz von @doktorsex appelliert an alle Frauen: Schluss mit Perioden-Schämen

Warum du dich wegen deiner Tage nicht schämen musst

Wenn deine monatliche Menstruation einsetzt, transportiert dein Körper das nicht befruchtete Ei nach draußen. Du brauchst es ja nicht mehr. Statt es zu lagern, kommt im nächsten Monat einfach ein neues Ei.

Es gibt Frauen, die wegen ihrer Menstruation befangen oder gar verlegen sind. Es ist ihnen peinlich, wenn man davon spricht und weiß, dass sie gerade ihre Tage haben. Dabei sollten sie und auch du stolz darauf sein. Hier sind fünf Gründe, warum du auf deine Tage stolz sein kannst.

Es ist vollkommen natürlich

Manchmal hört man, dass die Periode etwas Ungewöhnliches oder Abartiges ist, wofür sich eine Frau doch bitte zu schämen hat. Wenn du und andere Frauen das jeden Tag hören, ist es klar, dass man die Tatsache verstecken will.

Aber um das eines klarzustellen: Die Periode ist ein wichtiger Teil des Lebens. Ohne eine normale Menstruation gäbe es keine Menschheit mehr. Statt sie schamhaft zu verbergen, sollten du und dein Umfeld normal und locker damit umgehen.

Die Periode lehrt dich, deinen Körper zu kennen

Wer sich für seinen Körper und dessen lebenswichtige Funktionen schämt, nimmt sich selbst oft die Chance, diesen Körper besser kennenzulernen. Zahlreiche Frauen wissen wenig bis nichts über ihren Eisprung, ihre Fruchtbarkeit oder ihren Zyklus.

Bei einigen geht das so weit, dass sie nicht wissen, wann ihre fruchtbaren Tage sind. Wir sagen dir: Lerne als junge, heranwachsende Frau von heute die Signale deines Körpers kennen und verstehen. Du und deine Tage – it´s a match! Ihr seid zusammen, komme, was da wolle. Deshalb ist es gut, dass du dich über die Menstruation informierst und lernst, wann dein Körper bereit ist, später einmal ein Kind zu empfangen.

Deine Tage sind kein Tabuthema

Wenn du als junge Frau nicht normal über deine Tage sprechen kannst, überträgt sich das meist auch auf deinen Partner. Da passiert es dann, dass allein die Erwähnung von Worten wie „Monatsblutung“, „Gebärmutterschleimhaut“ oder „Tampons“ Unbehagen auslösen.

Männern wird von der Gesellschaft zusätzlich beigebracht, dass man über dieses Thema nicht mit Frauen spricht. „Das ist ein Thema für Frauenrunden“, heißt es oft. Du kannst das ändern. Deine Tage gehören zum großen Thema der menschlichen Fortpflanzung. Darüber sollten auch die Jungs und Männer Bescheid wissen. Sprich deshalb mit deinem Partner offen darüber. Mach daraus kein großes Geheimnis, nimm dem Thema aber auch nicht seine Wichtigkeit und Relevanz.

Zugang zu Hygieneprodukten für Frauen

Macht man aus der Menstruation ein Tabuthema, kann das für zahlreiche Frauen auf der Welt sogar lebensgefährlich sein. Der Grund: Das Fehlen von Hygieneartikel für Frauen. Damit meinen wir nicht, dass du mal keinen Tampon dabeihast. Eine britische Studie  hat gezeigt, dass weltweit nur 12 Prozent aller Mädchen und Frauen überhaupt regelmäßigen Zugang zu Hygieneprodukten haben.

Das kann dazu führen, dass sich zum Beispiel Infektionskrankheiten ausbreiten. Ohne Scham über das Thema Periode zu sprechen, schafft auch Aufmerksamkeit für diese Art von Problemen. Damit können solche auch aufmerksam gelöst werden.

Periode – eine gesunde Sache

Weil psychische und physische Probleme deine Menstruation beeinflussen und stören können, sind deine Tage ein positives Zeichen deines Körpers, dass alles in Ordnung ist. Auch ein etwas unregelmäßiger Zyklus kann normal und gesund sein. Wenn du aber normalerweise einen sehr regelmäßigen Menstruationszyklus hast und das ändert sich, teilt dir dein Körper so mit, dass etwas nicht passt.

Deine Tage sind also auch eine Art Kommunikationsmittel deines Körpers. Daher ist es wichtig, sie nicht zu ignorieren oder zu verstecken. Höre auf sie.

Sauer, knatschig, unleidlich – schlechte Laune während der Periode ist normal

„Ich finde dich scheiße, ich finde mich scheiße, ich finde alles scheiße!“ Deine Tage sind eine Zeit voller starker Emotionen. Dabei und die Tage, bevor du deine Tage bekommst, besonders schlecht gelaunt zu sein, kennst du mit Sicherheit auch.

Das nennt man Stimmungsschwankungen. Die können im Allgemeinen verschiedene Ursachen haben. Dazu gehören Schwangerschaften, die Pille, die Wechseljahre, Depressionen, eine Schilddrüsenerkrankung und eben deine Tage.

Eingeleitet werden diese Stimmungsschwankungen bei vielen Frauen durch das PMS – also das prämenstruelle Syndrom. Kurz bevor deine Menstruation einsetzt, können Brustschmerzen, Heißhungerattacken, Migräne und leichte Reizbarkeit zu schlechter Laune führen. Einige Frauen werden dadurch antriebslos, bei anderen herrscht aktiver Zickenalarm. „Und wenn dann auch noch mein Partner fragt, ob ich gerade meine Tage bekommen, ist das Maß voll!“

Neben dem PMS passiert in dieser Zeit auch etwas anderes. Ab deinem Eisprung sinkt bis kurz vor deinem Zyklus der Pegel verschiedener Glückshormone. Direkt vor deiner Blutung erreichst du dabei einen Tiefstand. Das schlägt sich natürlich in schlechter Laune nieder.

Während deiner Tage können Regelschmerzen und Bauchkrämpfe auftreten. Das sind nicht gerade die klassischen Hausmittel für gute Laune.

Du merkst, rund um deine Tage passiert so einiges, was dir die Stimmung heftig verhageln kann. Das ist nicht schön, aber es ist vollkommen normal. Bei einigen Frauen sind die angesprochenen Stimmungsschwankungen heftig, bei anderen fast nicht zu bemerken. Das Wichtigste ist, sie gehen immer vorbei.

Ist Sex während der Periode erlaubt?

Eines ist klar – aus medizinischer Sicht ist nichts gegen Sex während deiner Tage einzuwenden. Bei dem Thema herrscht dennoch vielfach Unsicherheit.

Sex während deiner Tage ist rein körperlich möglich. Sex stört deinen Körper überhaupt nicht dabei, die Gebärmutterschleimhaut abzustoßen. Solange du und dein Partner normale Intimhygieneregeln einhaltet, ist daran auch nichts „Schmutziges“ oder gar „Unhygienisches“.

Oft liest man auch die Frage, ob Sex während der Regel eventuell gefährlich ist? Grundsätzlich ist das nicht so. Aber wenn einer der Partner HIV-positiv ist, steigt in dieser Zeit die Ansteckungsgefahr. Daher: Sicherheit geht vor, verwendet immer Kondome, um euch vor Geschlechtskrankheiten zu schützen.

Was passiert eigentlich mit dem Tampon während des Sex? Den solltest du vorher rausnehmen. Es gibt aber auch spezielle Soft-Tampons, die du auch drin lassen kannst. Wichtig ist, dass du den Tampon nicht direkt vor dem Sex einführst. Der Grund: Der Tampon trocknet seine Vagina aus und kann somit zu Schmerzen beim Sex führen.

Auch wenn deine Periode nicht zu den fruchtbaren Tagen zählt, können Spermien in dir einige Tage überleben und später eine Eizelle befruchten. Das heißt, wenn du keinen Kinderwunsch hast, verhüte.

Hilft Sport wirklich gegen Regelschmerzen?

Wie du in unserem Beitrag Sport gegen Regelschmerzen nachlesen kannst, fühlen sich 82 Prozent der Frauen aus einer Befragung während der Regel besser, wenn sie sich vorher sportlich bewegt haben.

Auch beim PMS kann Sport helfen. Der Grund ist, dass durch Sport Glückshormone und Endorphine ausgeschüttet werden. Sie heben deine Stimmung und dämpfen Regelschmerzen. Zudem baut Bewegung Stress ab. Laufen, Radfahren und Spazierengehen sind ausgezeichnete Antidepressiva.

Individuell – was tut dir während deiner Tage gut?

So einzigartig jede Frau für sich ist, so einzigartig sind auch ihre Bedürfnisse während ihrer Tage. Finde also für dich selbst heraus, ob du Sport brauchst oder einfach mit einem guten Buch oder einer tollen Serie auf deiner Couch lümmeln willst. Ob leichtes Essen oder reichlich Junk-Food – auch hier gilt, was dir guttut, sollst du machen.

Warum kann die Regel ausbleiben?

Das Ausbleiben der Regelblutung nennt man auch Amenorrhoe. Dafür gibt es verschiedene Ursachen:

  • Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Wechseljahre
  • Stress
  • zu geringes Körpergewicht

Sollte bei dir die Regelblutung ausbleiben, nimm das als ein Kommunikationssignal deines Körpers wahr. Irgendetwas ist anders, als zuvor. Gehe zur Frauenärztin oder zum Frauenarzt und lass dich untersuchen.

Fazit: Schäme dich nicht für deine Tage

Eine Hälfte der Menschheit hat einen Penis und ist in der Regel mächtig stolz darauf. Die andere Hälfte der Menschheit hat für einen großen Teil ihres Lebens ihre Tage. Auch darauf sollte frau stolz sein. Ohne die Regelblutung gäbe es keine menschliche Fortpflanzung.

Was während der Menstruation passiert ist weder unsauber noch unhygienisch. Wenn das jemand behauptet, mach ihm klar, das PMS deine Superkraft ist. Werde sauer, zeige demjenigen oder derjenigen deine Grenzen. Sie sind ein wichtiger Teil von dir. Das sind deine Tage.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.



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