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HPV – alles, was ihr wissen müsst und wie ihr euch schützen könnt

Symbolbild für HPV-Impfung

Impfen ist wichtig. Eine Gruppe von Krankheitserregern ist für viele Frauen und Männer eine teilweise tödliche Bedrohung – HPV. Das steht für Humane Papillomaviren. Was sich genau hinter diesem Virus verbirgt und wie ihr euch schützen könnt, erfahrt ihr hier.

HPV?!?! @doktorsex Volker Wittkamp erklärt, was es es mit diesem Virus auf sich hat

Was sind Humane Papillomaviren (HPV)?

HPV ist nicht ein einzelner Virus. Wenn du dich gegen HPV impfen lässt, erhältst du Schutz gegen eine ganze Virusgruppe. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennen aktuell mehr als 120 HPV-Typen, die abnormales Zellwachstum auslösen können. Sie verursachen unter anderem Krebsvorstufen, Krebs allgemein, Gebärmutterhalskrebs im Speziellen und auch Genitalwarzen.

In den meisten Fällen wird HPV durch Schleimhautkontakt beim Sex übertragen. In ganz seltenen Fällen können die Viren aber auch bei der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden. Wie bei den meisten sexuell übertragbaren Krankheiten bieten dir Kondome einen ausgezeichneten Schutz vor einer Ansteckung mit HPV. Mit einer HPV-Impfung gehst du noch einen Sicherheitsschritt weiter.

Wie verläuft eine HPV-Erkrankung?

Nach einer Ansteckung können einige der HPV-Arten schnell wachsende, selbst ansteckende und besonders hartnäckige Hautveränderungen im Genitalbereich auslösen. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man das Genitalwarzen. Bist du betroffen, wird deine Ärztin oder dein Arzt dich mit einer speziellen Salbe oder durch eine Operation davon befreien. Das Blöde ist, dass Genitalwarzen dazu neigen, einfach wiederzukommen.

Die HPV Typen 16 und 18 sind für mehr als 70 Prozent aller bösartigen Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Eines der Probleme daran ist, dass du bei diesen beiden HPV-Varianten meist keine Symptome bemerkst. Das bedeutet zum einen, dass sich der Krebs unbemerkt im Gebärmutterhals und deiner Scheide ausbreiten kann, und zum anderen, dass du deinen Partner am Penis anstecken kannst. Je nach Sexualpraxis kann so auch Krebs im Anus und im Kehlkopf entstehen.

Wenn bei dir die HPV-Erkrankung rechtzeitig erkannt wird, ist eine Behandlung meist erfolgreich. Das Problem: Die Behandlung selbst ist für die Betroffenen in den meisten Fällen sehr anstrengend. Krankenhausaufenthalte, Chemotherapien und Operationen – diese Dinge zehren an den Nerven und auch an der Gesundheit.

Wie wird eine HPV-Erkrankung entdeckt?

Damit bei dir eine HPV-Ansteckung rechtzeitig und am besten früh erkannt wird, macht deine Gynäkologin oder dein Gynäkologe einen PAP-Test. Der Abstrich wird bei jüngeren Frauen im Normalfall einmal jährlich im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung gemacht.

Wird dabei etwas Auffälliges gefunden, startet das medizinische Personal weiterführende Tests – um wirklich sicherzugehen. Bei diesen Tests nimmt der Arzt oder die Ärztin deine Scheide sowie deinen Gebärmutterhals im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Lupe“ bzw. unter ein spezielles Mikroskop. Diese Form der Untersuchung nennt man Kolposkopie. Sollte dabei tatsächlich etwas entdeckt werden, folgt meist eine Operation.

Wie sehr ist HPV verbreitet?

Humane Papillomaviren sind weltweit eine sehr häufige Krankheit. Es wird geschätzt, dass rund 80 Prozent aller Frauen und Männer in ihrem Leben einmal mit genitalem HPV infiziert sein werden. Laut der Quelle ist Gebärmutterhalskrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen auf der ganzen Welt. Allein in Europa sterben jedes Jahr offiziell rund 15.000 Frauen daran. Und was ist mit Genitalwarzen? Man geht davon aus, dass jede zehnte Person im Verlauf ihres Lebens einmal an Genitalwarzen erkrankt.

Die österreichische Ärztezeitung befragte Uni. Prof. Paul Sevelda zu dem Thema: „Würde man stichprobenartig heute jede Österreicherin untersuchen, würden etwa zwei bis drei Prozent einen HPV-Nachweis haben. Am häufigsten sind Frauen zwischen dem 15. und dem 30. Lebensjahr betroffen, danach sinkt die Anzahl der HPV-infizierten Frauen ab.“

Was ist eine HPV-Impfung?

Du siehst, welche negativen Auswirkungen eine HPV-Ansteckung haben kann. Das Gute ist, dass dich zum einen Kondome und zum anderen eine HPV-Impfung beinahe zu 100 Prozent gegen die Krankheitserreger schützen.

Ab dem Zeitpunkt, an dem du mit einem Partner sexuell aktiv wirst, besteht eine relative Ansteckungsgefahr. Wir raten dir also, dich schon vorher gegen HPV impfen zu lassen.

Dass in Deutschland gegen HPV geimpft wird, geht auch auf eine Empfehlung der WHO zurück. Die Weltgesundheitsorganisation bittet Regierungen weltweit, den Menschen zu ermöglichen, sich gegen diese Gruppe von Viren impfen zu lassen. Aktuell sind in Deutschland drei HPV-Impfstoffe zugelassen: Einer gilt als sogenannter Zweifach-Impfstoff, der vor den HPV-Typen 16 und 18 schützt. Ein Vierfach-Impfstoff schützt gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18. Außerdem gibt es einen Neunfach-Impfstoff, der großflächigen Schutz gegen die Typen 6, 11, 16, 31, 33, 45, 52 und 58 bietet.

Wichtig für dich: Jeder HPV-Impfstoff wirkt nur präventiv. Bist du mit HPV infiziert, nutzt der Impfstoff in diesem Augenblick nichts mehr.

Warum solltest du dich als Junge gegen HPV impfen lassen?

Junge Frauen leiden öfter unter Erkrankungen, die von HPV hervorgerufen werden. Trotzdem solltest auch du als Junge eine HPV-Impfung vornehmen lassen. So gehst du sicher, dass du dich nicht mit HPV infizierst und beugst so z B. Krebs am Penis oder Genitalwarzen vor. Als Träger des Virus kannst du als Junge außerdem deine Geschlechtspartner anstecken. Bist du geimpft, steigt auch die sogenannte Herdenimmunität. Mit einer HPV-Impfung kannst du etwas dafür tun, andere zu schützen. Auch wenn Frauen die Krankheit öfter haben, sind Männer meist die Hauptüberträger. „Männer haben im Alter zwischen 15 und 40 Jahren mehr sexuelle Partner als Frauen im gleichen Alter. Das ist weltweit so. Deswegen gelten sie als Hauptüberträger der Infektion“, sagt Nobelpreisträger Harald zur Hausen, der Anfang der 80er Jahre herausgefunden hat, dass HPV zu Gebärmutterhalskrebs führen kann.

In welchem Alter solltest du die HPV-Impfung machen?

Die Ständige Impfkommission, kurz STIKO, die du vielleicht durch ihre Empfehlungen in der COVID-19-Krise kennst, spricht sich seit 2007 für eine HPV-Impfung für Mädchen aus. Seit 2018 empfiehlt sie die Impfung auch für Jungen.

Jungs oder Mädchen zwischen neun und 13 Jahren, die sich für eine HPV-Impfung entscheiden, werden zweimal gegen HPV geimpft. Dabei solltest du zwischen den einzelnen Impfungen mindestens fünf, besser sechs Monate warten. Solltest du eine Impfung verpasst haben, ist es am besten, wenn du diese vor deinem 18. Geburtstag nachholst.

Bist du bei deiner ersten HPV-Impfung 15 Jahre alt, wird dich deine Ärztin oder dein Arzt dreimal impfen. Bist du zwischen 9 und 13 Jahre alt, bekommst du nur zwei Spritzen. Zwischen den beiden Injektionen liegen sechs Monate.

Egal ob zwei- oder dreimal – der Impfschutz sollte nach einem Jahr vollständig vorhanden sein.

Mit welchem Arzt kann ich über die HPV-Impfung sprechen?

Wenn du dich über eine HPV-Impfung informieren willst und auch über einen entsprechenden Impftermin, dann kannst du das bei einem Arzt oder einer Ärztin der Kinder- und Jugendmedizin, der Allgemein- oder auch der Inneren Medizin machen. Als Mädchen kannst du natürlich auch mit deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin sprechen.

Ist die HPV-Impfung gefährlich?

Kurz gesagt: Eine HPV-Impfung ist in den überwiegenden Fällen gut verträglich und sicher.

Es kann aber durchaus sein, dass du an der Einstichstelle Schmerzen, eine Schwellung oder eine Rötung bemerkst. Einige Geimpfte klagen über leichtes Fieber, Kopfschmerzen oder auch Müdigkeit. Die Beschwerden gehen aber immer nach kurzer Zeit wieder weg.

Wenn du unter akuten, schweren oder fiebrigen Erkrankungen leidest, musst du deine HPV-Impfung verschieben.

Was kostet die HPV-Impfung?

Je nach Impfstoff kostet eine Dosis in Deutschland rund 160 Euro. Lässt du dich dreimal impfen, können so Kosten in Höhe von 480 Euro entstehen.

Die DAK-Gesundheit übernimmt die Kosten der HPV-Impfung bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres. Die Abrechnung dafür erfolgt ganz unkompliziert über die Gesundheitskarte.

Fazit:

Auch wenn bei der HPV-Impfung in Einzelfällen körperliche Unannehmlichkeiten auftreten, in der Gesamtmenge ist das Impfen eine tolle Sache – sie schützt nicht nur dich als Mädchen oder Jungen vor einer Infektion, sondern auch deinen Partner oder deine Partnerin.

Eine Impfung ist immer ein Schutz vor einer Erkrankung und kein Behandlungsmittel. Kombiniere die HPV-Impfung mit einem Kondom. So bist du vor der sexuell übertragbaren Krankheit optimal geschützt. Bei Fragen wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt.

Hast du weitere Fragen, Themenwünsche oder etwas anderes auf dem Herzen? Dann schreib uns: doktorsex@dak.de! Wir freuen uns, von dir zu hören.

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