Was ist HPV? Übertragung, Symptome und Behandlung

Die Humanen Papillomaviren, kurz HPV, können Ursache für Gebärmutterhalskrebs, andere Krebsarten und und weitere Erkrankungen sein. Oft verläuft eine Ansteckung jedoch ohne gesundheitliche Folgen. Wir erklären dir, was das HPV ist, welche Krankheiten es auslösen kann und wie du dich davor schützen kannst.
HPV – Was ist das?
HPV ist nicht ein einzelner Virus, sondern eine ganze Virusgruppe – daher auch der Name Humane Papillomaviren (HPV). Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler kennen aktuell mehr als 200 HPV-Typen, die in Niedrig-Risiko- und Hochrisiko-Typen eingeteilt werden. Je nach Typ verursachen sie unter anderem Krebsvorstufen, Krebs allgemein, Gebärmutterhalskrebs im Speziellen und auch Genitalwarzen.
Video: HPV kurz erklärt
Wie wird das HP-Virus übertragen?
In ganz seltenen Fällen können die Viren aber auch bei der Geburt von der Mutter auf das Neugeborene übertragen werden.
Wie sehr ist HPV verbreitet?
Humane Papillomaviren sind weltweit eine sehr häufige Krankheit. Es wird geschätzt, dass rund 90 Prozent aller sexuell aktiven Frauen und Männer in ihrem Leben einmal mit genitalem HPV infiziert sein werden.
Gebärmutterhalskrebs ist meist auf eine HPV-Infektion zurückzuführen und die vierthäufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.
Welche Symptome habe ich bei einer HPV-Infektion?
Wer sich mit HP-Viren infiziert merkt meist zu Beginn gar nichts davon. Die Erkrankung verläuft oft ohne Symptome oder Beschwerden. Meistens kann unser Immunsystem die HP-Viren abwehren, so dass die Ansteckung für uns keine gesundheitlichen Folgen hat.
HPV Symptome bei Mädchen und Frauen
- Feigwarzen an der Vulva, am Scheideneingang, auf den Schamlippen und/oder auf der Haut im Schritt. Seltener können sie auch am Gebärmutterhals auftreten. Äußerlich kann man diese Feigwarzen oder Genitalwarzen selbst sehen. Die Warzen treten in der Regel 1 bis 6 Monate nach einer Infektion mit HPV auf.
- Krebsvorstufen, die auf HPV zurückgehen, verursachen meist keine merkbaren Symptome. Mehr dazu liest du weiter unten.
HPV Symptome bei Jungen und Männern
- HPV kann bei Männern und Jungen zu Feigwarzen an der Eichel, am Penisschaft, am Hodensack, aber auch im Leistenbereich und am After führen. Die Warzen sind mit dem bloßen Auge erkennbar und sehen oftmals so aus wie ein kleiner Blumenkohl.
Ähnlich wie beim Herpes-Virus, bleiben auch HP-Viren im Körper – und können so auch weiter übertragen werden. Um die Verbreitung zu stoppen, ist es daher auch sinnvoll, dass sich auch Jungs gegen HPV impfen lassen. Seit 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission daher die Impfung auch für Jungen. Außerdem sind Jungen und Männer so geschützt vor Krankheiten, die HPV auslösen können.
Welche Krankheiten löst HPV aus?
Die unterschiedlichen Typen von HPV können unterschiedliche Krankheiten auslösen.
HPV - Niedrig-Risiko-Arten
Nach einer Ansteckung können einige der Niedrig-Risiko-Arten schnell wachsende, selbst ansteckende und besonders hartnäckige Hautveränderungen im Genitalbereich auslösen. Im allgemeinen Sprachgebrauch nennt man das Feigwarzen oder Genitalwarzen. Bist du betroffen, wird deine Ärztin oder dein Arzt dich mit einer speziellen Salbe oder durch eine Operation davon befreien. Das Blöde ist, dass Genitalwarzen dazu neigen, einfach wiederzukommen. Man geht übrigens davon aus, dass jede zehnte Person im Verlauf ihres Lebens einmal an Genitalwarzen erkrankt.
HPV - Hoch-Risiko-Arten
Bei Frauen kann eine Infektion zudem Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs verursachen.
Wenn bei dir die HPV-Erkrankung frühzeitig erkannt wird, ist eine Behandlung der möglichen Folgeerkrankungen meist erfolgreich. Eine HPV-Infektion kann jedoch nicht wieder rückgängig gemacht werden. Die rechtzeitige Impfung ist der einzig wirksame Schutz vor HPV.
Diagnose: Wie wird eine HPV-Erkrankung entdeckt?
Wird dabei etwas Auffälliges gefunden, startet das medizinische Personal weiterführende Tests – um wirklich sicherzugehen. Bei diesen Tests nimmt der Arzt oder die Ärztin deine Scheide sowie deinen Gebärmutterhals im wahrsten Sinne des Wortes „unter die Lupe“ bzw. unter ein spezielles Mikroskop. Diese Form der Untersuchung nennt man Kolposkopie. Sollte dabei tatsächlich etwas entdeckt werden, folgt meist eine Operation, um das betroffene Gewebe zu entfernen.
Behandlung von HPV
Eine HPV-Infektion kann nicht behandelt oder geheilt werden. Wer sich einmal mit HPV angesteckt hat, bleibt ein Leben lang Trägerin oder Träger des HP-Virus. Daher ist die Impfung für Kinder und Jugendliche so wichtig.
Ein positiver HPV-Test heißt aber nicht, dass du Krebs hast oder bekommen wirst. Viele HPV-Infektionen kann der Körper selbst bekämpfen – gerade in jungen Jahren.
Wenn du einen positiven HPV-Test hast, werden deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt dich engmaschiger kontrollieren, um zu sehen, ob und wie die Infektion heilt bzw. sich entwickelt.
Die gute Nachricht: Folgeerkrankungen einer HPV-Infektion können gut behandelt werden, so zum Beispiel auch Krebsvorstufen am Gebärmutterhals. Sollten dort Auffälligkeiten auftreten, erfolgen weitere Test oder Gewebe wird vorsorglich entfernt (eine sogenannte Konisation).
Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit HPV schützen?
- Die HPV-Impfung ist der effektivste Schutz vor HPV. Die Impfung sollte idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen, um vor den Viren geschützt zu sein. Mädchen und Jungen sollten daher am besten im Alter zwischen 9 und 14 Jahren gegen HPV geimpft werden.
- Außerdem bieten Kondome einen gewissen Schutz gegen HPV. Allerdings kann die Infektion auch über Hautkontakt erfolgen.
Das Besondere bei der DAK: Wir übernehmen auch die Kosten für die HPV-Impfung für junge Erwachsene. Frauen und Männer können sich ab dem 18. Geburtstag bis zum Alter von einschließlich 26 Jahren impfen lassen. Die Kosten erstatten wir nach der Impfung.
Wichtig für dich: Jeder HPV-Impfstoff wirkt nur präventiv. Bist du mit HPV infiziert, schützt dich der Impfstoff in diesem Augenblick nicht mehr komplett.
J2: VORSORGEUNTERSUCHUNG
Bei der J2 (zwischen 16 und 17 Jahren) handelt es sich um eine einmalige Vorsorgeuntersuchung. Es geht um Früherkennung körperlicher Probleme sowie Sexualitätsstörungen. Die J2 ist eine freiwillige Mehrleistung der DAK-Gesundheit.PS: Ab 20 Jahren können junge Frauen einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung, auch wegen Früherkennung möglicher Krebserkrankungen.
HPV – kurz zusammengefasst
- HPV steht für für Humane Papillomaviren und können unterschiedliche Krankheiten auslösen.
- Eine HPV-Infektion kann bei Mädchen und Frauen zu Krebsvorstufen und Gebärmutterhalskrebs führen.
- HPV kann außerdem Tumoren im Mund-Rachen-Raum, am Penis, im Analbereich und zu Vulva- und Scheidenkrebs führen.
- Die HPV-Impfung im Alter zwischen 9 und 17 Jahren ist der beste Schutz vor HPV.
Fachbereich der DAK-Gesundheit





