DAK-Gesundheit startet Projekt gegen Glücksspielsucht in Sachsen-Anhalt

  • Krankenkasse fördert Glücksspielparcours „abgezockt“ der Landesstelle für Suchtfragen
  • Aufklärung für Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren
  • Glücksspielatlas Deutschland 2023 zeigt Handlungsbedarf 

Magdeburg, 19. Mai 2026. Die DAK-Gesundheit verstärkt ihr Engagement gegen Glücksspielsucht bei Kindern und Jugendlichen:
Der neue Parcours zur Glücksspielprävention „abgezockt“ soll künftig an Schulensowie in Einrichtungen der offenen und stationären Kinder- und Jugendhilfe in Sachsen-Anhalt für das Thema sensibilisieren. Die Krankenkasse förderte dabei die Materialentwicklung und Umsetzung des Parcours. Die Durchführung erfolgt im Auftrag der Landessstelle für Suchtfragen Sachsen-Anhalt und das Projekt startet nach Niedersachsen und Berlin auch in Sachsen-Anhalt und soll ab der zweiten Jahreshälfte 2026 an vielen Schulen und Jugendeinrichtungen zur Glückspielprävention eingesetzt werden.

Rund 500 Jugendliche und junge Erwachsene ab 14 Jahren sollen in Sachsen-Anhalt durch das Projekt der DAK-Gesundheit an allgemein- und berufsbildenden Schulen sowie in Einrichtungen der offenen und stationären Kinder- und Jugendhilfe im ersten Jahr erreicht werden. Den Handlungsbedarf zeigt der aktuelle Glücksspielatlas Deutschland 2023, der gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium veröffentlicht wurde: Demnach haben – je nach Studie – 58 bis 82 Prozent der Jugendlichen bereits Erfahrung mit Glücksspiel. Mindestens jeder fünfte von ihnen hat in den letzten zwölf Monaten an derartigen Angeboten teilgenommen. Durch die Möglichkeiten des Online-Glücksspiels, intensive Glücksspielwerbung, Wetten rund um den Sport sowie die Verbreitung von Glücksspielelementen in digitalen Spielen und Social Media, sind Kinder und Jugendliche zunehmend gefährdet. 

Landesstelle für Suchtfragen: „reflektierten, risikoarmen Umgang mit Glücksspielen fördern“
„Glücksspiele und glücksspielähnliche Angebote sind gesellschaftlich – auch im digitalen Raum – stark präsent. Kindern und Jugendlichen wird vermittelt, diese würden zur normalen Alltagsrealität gehören. Die Anreizwirkung derartiger Angebote ist enorm und massive Werbung trifft auch auf Minderjährige. Es freut mich sehr, dass mit dem neuen Glücksspiel-Parcours ‚abgezockt‘ nun eine aktuelle, wissenschaftlich fundierte Methode für Sachsen-Anhalts Schulen und Jugendeinrichtungen, Sportvereine sowie Jugendgruppen zur Verfügung steht. Der Parcours greift Jugendtrends auf und fördert einen reflektierten, risikoarmen Umgang mit Glücksspielen und ähnlichen Angeboten.“, sagt Nadine Stephan, Leiterin der Landesstelle für Suchtfragen Sachsen-Anhalt.

„Glücksspielsucht ist ein ernstzunehmendes Problem“, sagt Steffen Meyrich, Leiter der Landesvertretung der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt. „Krankhaftes Spielen hat erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen: Auf das soziale Umfeld, die Familie, Schule oder den Job und die finanzielle Situation. Deshalb verstärken wir unser Engagement in Sachsen-Anhalt durch die Förderung des Glücksspielparcours. Wir wollen bereits früh im Umfeld Schule für das Thema sensibilisieren und über die Gefahren aufklären.“

Anreize erfahrbar machen, Einstieg verhindern
Glücksspiel oder zumindest glücksspielähnliche Elemente sind Teil der alltäglichen Lebenswelt vieler Jugendlicher. Daher ist das Gefährdungspotenzial in diesem Alter besonders hoch und Prävention so wichtig. Der Glücksspielparcours „abgezockt“ zielt darauf ab, eine kritische Einstellung zum Glücksspiel sowie einen gesunden Umgang damit zu fördern sowie negativen Entwicklungen vorzubeugen. Er setzt auf eine zeitgemäße Vermittlung von Inhalten sowie auf den Ausbau von Schutzfaktoren und Resilienz. Unterstützt wird das Präventionsangebot durch praxisnahe Materialen, die den Jugendlichen Wissen über die Anreize und Verführungen von Glücksspiel spielerisch näherbringen.

Jugendliche sind beim Glücksspiel besonders gefährdet
„Das Besondere an dem Parcours sind nicht nur die Methodenvielfalt sowie verschiedenste Interaktionsmöglichkeiten, sondern auch die einfache Handhabung“, sagt Nadine Stephan, Leiterin der Landesstelle für Suchtfragen Sachsen-Anhalt. „Im Rahmen des Projekts werden insgesamt 14 Exemplare des Präventionsparcours angeschafft und landesweit an die Fachstellen für Suchtprävention in Sachsen-Anhalt verteilt. Die Mitarbeitenden dieser Fachstellen werden befähigt, den Parcours eigenständig in ihrer Präventionsarbeit einzusetzen. Der Einsatz erfolgt in unterschiedlichen Lebenswelten junger Menschen, insbesondere in Schulen aller Schulformen sowie in Einrichtungen der offenen und stationären Kinder- und Jugendhilfe. Durch diese Struktur wird eine flächendeckende, bedarfsgerechte und zielgruppenorientierte Glücksspielprävention ermöglicht.“ 

Gemeinsames Lernen und Reflektieren
Der Glücksspielparcours setzt sich aus drei Teilen zusammen: In einem gemeinsamen Einstieg wird das Thema im Plenum unter Anleitung der Workshopleitung diskutiert. Dabei lernen die Jugendlichen unter anderem die Abgrenzung zwischen Glücksspiel, simuliertem Glücksspiel und Games ohne Glücksspielcharakter. Bei der darauffolgenden Stationsarbeit wird in Kleingruppen an zehn verschiedenen interaktiven Stationen Wissen spielerisch vermittelt. Die Stationen sind dabei altersgerecht und selbsterklärend gestaltet und sollen zur Festigung und Erweiterung des Gelernten dienen. Beim Abschluss wird der Parcours gemeinsam reflektiert.

Der Glücksspielparcours wurde im Jahr 2012 vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg und dem SuchtPräventionsZentrum gemeinsam mit Glücksspielfachkräften aus unterschiedlichen Bundesländern entwickelt und im Anschluss evaluiert. „abgezockt! Parcours zur Glücksspielprävention“ wurde auf Grundlage neueren Entwicklungen im Bereich überarbeitet und um wichtige Inhalte ergänzt (Sportwetten, Online-Glücksspiel, Glücksspielwerbung und simuliertes Glücksspiel). Weitere Infos und die Möglichkeit das Präventionsangebot zu nutzen, gibt es auf www.abgezockt-parcours.de.

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